Costs

If a citizen envisages going to court or wishes to enforce a court judgment information must be available on the costs of proceedings in the relevant Member State.

Litigation costs in civil and commercial matters are governed by national legislation and costs are not harmonised at EU level. Thus, costs vary from one Member State to another.

To obtain detailed information on costs of proceedings in the Member States, as well as on several case studies carried out on behalf of the European Commission, please select one of the flags listed on the right hand side.

If you do not have sufficient financial resources to meet the costs of a court case you can apply for legal aid.

Additional information can be obtained from the attached study (available in English and French only) undertaken to identify the sources of costs of civil judicial proceedings in each Member State by:

  • defining the proportion of each identified source of cost on the overall cost of civil judicial proceedings,
  • comparing the costs incurred by litigants in different Member States,
  • identifying variations in sources of costs and costs amounts,
  • identifying how transparency of the costs of judicial proceedings and the limitation of differences in sources of costs and costs amounts can foster greater access to justice,
  • making recommendations for possible actions at the EU level, possibly through the establishment of minimum standards, to facilitate access to justice by improving the transparency of costs of civil justice,
  • generally, identifying links, where appropriate and relevant, between costs of justice and access to justice for the citizens, and
  • identifying specific issues pertaining to cross-border disputes.

The study provides a snapshot of the situation in the European Union at a precise moment in time - December 2007.

Related Attachments

Study on the Transparency of Costs of Civil Judicial Proceedings in the EU PDF (2615 Kb) en – English version

Study on the Transparency of Costs of Civil Judicial Proceedings in the EU PDF (2665 Kb) fr – French version

Annex 1: Results of the public questionnaire PDF (1700 Kb) en

National report - Belgium PDF (829 Kb) en

National report - Bulgaria PDF (566 Kb) en

National report - Czech Republic PDF (703 Kb) en

National report - Denmark PDF (560 Kb) en

National report - Germany PDF (565 Kb) en

National report - Estonia PDF (872 Kb) en

National report - Ireland PDF (400 Kb) en

National report - Greece PDF (849 Kb) en

National report - Spain PDF (640 Kb) en

National report - France PDF (1312 Kb) en

National report - Italy PDF (772 Kb) en

National report - Cyprus PDF (555 Kb) en

National report - Latvia PDF (742 Kb) en

National report - Lithuania PDF (950 Kb) en

National report - Luxembourg PDF (551 Kb) en

National report - Hungary PDF (533 Kb) en

National report - Malta PDF (742 Kb) en

National report - Netherlands PDF (702 Kb) en

National report - Austria PDF (829 Kb) en

National report - Poland PDF (396 Kb) en

National report - Portugal PDF (781 Kb) en

National report - Romania PDF (544 Kb) en

National report - Slovenia PDF (723 Kb) en

National report - Slovakia PDF (872 Kb) en

National report - Finland PDF (504 Kb) en

National report - Sweden PDF (457 Kb) en

Last update: 16/02/2021

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Die folgenden Sprachen wurden bereits übersetzt: Niederländisch.

Verfahrenskosten - Belgien

Diese Seite informiert Sie über die Prozesskosten in Belgien. Eine differenziertere Analyse der Prozesskosten finden Sie in folgenden Fallstudien:

Link öffnet neues FensterFamilienrecht - Scheidung

Link öffnet neues FensterFamilienrecht - Elterliche Sorge

Link öffnet neues FensterFamilienrecht - Unterhalt

Link öffnet neues FensterHandelsrecht – Vertragsrecht

Link öffnet neues FensterHandelsrecht – Haftung

Gebührenordnung für Rechtsberufe

Gerichtsvollzieher

In Zivilsachen

Die Gebühren der Gerichtsvollzieher in zivil- und handelsrechtlichen Verfahren sind durch Königlichen Erlass vom 30. November 1976 geregelt. Die Tarife für 2009 wurden im Belgischen Staatsblatt (Moniteur belge) vom 31. Dezember 2008 veröffentlicht.

Die Texte und Tarife finden Sie auf der Website der Link öffnet neues FensterNationalen Kammer der Gerichtsvollzieher von Belgien (klicken Sie zunächst auf die Rubrik „Tarifs et taux d’intérêt“ („Tarife und Zinssätze“) und dann auf „Toutes affaires“ („Alle Rechtssachen“)) oder im belgischen Link öffnet neues FensterJustizportal (Portail du Pouvoir Judiciaire de Belgique) (Rubrik „Législation“ – Gesetzgebung).

In Strafsachen

Die Gebühren der Gerichtsvollzieher in Strafverfahren sind durch Königlichen Erlass vom 28. Dezember 1950 und ein ministerielles Rundschreiben vom 22. Januar 2009 geregelt. Die Tarife für 2009 wurden im Belgischen Staatsblatt vom 12. Januar 2009 veröffentlicht.

Die Texte und Tarife finden Sie auf der Website der Link öffnet neues FensterNationalen Kammer der Gerichtsvollzieher von Belgien (klicken Sie zunächst auf die Rubrik „Tarifs et taux d’intérêt“ („Tarife und Zinssätze“) und dann auf „Affaires pénales“ („Strafsachen“)) oder im belgischen Link öffnet neues FensterJustizportal (Portail du Pouvoir Judiciaire de Belgique) (Rubrik „Législation“ – Gesetzgebung).

Rechtsanwälte

Die Gebühren für Rechtsanwälte sind nicht geregelt. Der Anwalt legt sie selbst fest und kann mit dem Mandanten eine Honorarvereinbarung treffen. Er ist jedoch verpflichtet, seine Gebühren innerhalb angemessener Grenzen zu berechnen. Die Anwaltskammer kann prüfen, ob der Anwalt diese Grenzen einhält.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Berechnung: Berechnung eines Stundensatzes, Vergütung pro erbrachter Leistung, Vergütung nach Streitwert (prozentualer Anteil vom Streitwert) usw. Honorarvereinbarungen, die allein an den Ausgang der Streitsache gebunden sind, sind nach Artikel 446ter Gerichtsgesetzbuch (Code judiciaire) verboten. Der Rechtsanwalt muss den Mandanten zuvor über seine Berechnungsmethode informieren. In Belgien sind Anwaltsgebühren von der Mehrwertsteuer befreit.

Verfahrenskosten

Kosten in Zivilverfahren

Kosten für Verfahrensbeteiligte in Zivilverfahren

In Belgien sind die Gerichtskosten festgesetzt. Sie richten sich nach dem Gericht, bei dem das Verfahren eingeleitet wird, und nach der Verfahrensstufe (erste Instanz oder Rechtsmittelinstanz).

Die Gerichtskosten sind in Art. 1017 ff. Gerichtsgesetzbuch (Code judiciaire) aufgeführt. Nach Art. 1018 umfassen die Gerichtskosten:

  • verschiedene Gebühren, Kanzlei- und Registriergebühren. Die Kanzleigebühren beinhalten die Gebühren für die Eintragung in die Terminliste, die Dokumenten- und Ausfertigungsgebühren. Sie sind im Gesetzbuch für Register-, Hypothekar- und Kanzleiabgaben (Code des droits d’enregistrement, d’hypothèque et de greffe), Art. 268 ff., aufgeführt;
  • die Kosten und Entgelte für gerichtliche Handlungen;
  • die Kosten für die Urteilsausfertigung;
  • die Kosten der Beweisaufnahme, insbesondere Zeugen- und Sachverständigenentschädigungen. Die den Zeugen zustehenden Entschädigungen und Erstattungen sind im Königlichen Erlass vom 27. Juli 1972 festgelegt;
  • die Reise- und Aufenthaltskosten der Magistrate (Richter und Staatsanwaltschaft), der Greffiers (Urkundsbeamte) und der Parteien, sofern ihre Anreise gerichtlich angeordnet wurde, sowie Beurkundungskosten, die allein im Hinblick auf den Prozess entstanden sind;
  • die Verfahrensentschädigung nach Artikel 1022;
  • Vergütung, Bezüge und Kosten des nach Artikel 1734 bestellten Mediators.

Gemäß Artikel 1019 umfassen die in den Gerichtskosten enthaltenen Registriergebühren:

  • die allgemeine feste Gebühr,
  • die spezifischen festen Gebühren und
  • die Gebühren, die aufgrund eines Urteils geschuldet werden, mit dem eine Verurteilung, Liquidation oder Rangfestlegung im Zusammenhang mit Geldbeträgen oder Wertpapieren ausgesprochen wurde.

Wenn der Kläger oder der Streithelfer nicht die belgische Staatsangehörigkeit besitzt und der Beklagte belgischer Staatsangehöriger ist, kann Letzterer nach Artikel 851 Gerichtsgesetzbuch (Code judiciaire) in bestimmten Fällen beantragen, dass der Kläger oder der Streithelfer eine Kaution zur Sicherung etwaiger im Prozess zuerkannter Schadenersatzansprüche stellt, sofern es kein internationales Übereinkommen gibt, das ihn von dieser Sicherheitsleistung entbindet, und sofern keine sonstige Ausnahmeregelung Anwendung findet.

Kosten für Gerichtsvollzieher, Rechtsanwälte (siehe oben), Übersetzer und Dolmetscher (siehe unten) kommen gegebenenfalls hinzu.

Wann müssen die Kosten in Zivilverfahren entrichtet werden?

Bestimmte Gebühren sind bereits vor Klageerhebung zu entrichten, wie die Kanzleigebühr, die bei Eintragung in die Liste fällig wird.

Kosten, die während des Verfahrens entstehen, werden in der Regel im Verlauf des Verfahrens erhoben.

Für einige Kosten muss ein Betrag als Sicherheit hinterlegt werden. So werden z. B. die Sachverständigen aus dem Betrag entschädigt, den die Partei, die die Beweiserhebung beantragt hat, als Sicherheit hinterlegt hat. Und Artikel 953 sieht vor, dass die Partei, die die Vernehmung eines Zeugen beantragt, vor der Vernehmung in der Kanzlei einen Betrag in Höhe der Zeugenentschädigung (Verdienstausfall und Auslagen wie Fahrtkosten usw.) hinterlegt.

Mitunter streckt der Rechtsanwalt die Gerichtskosten vor und weist sie anschließend in seiner Kostenrechnung aus.

Kosten in Strafverfahren

Kosten für Verfahrensbeteiligte in Strafverfahren

Die bei Strafverfahren anfallenden Kosten sind in Art. 91 ff. des Königlichen Erlasses vom 28. Dezember 1950 geregelt.

Wann müssen die Kosten in Strafverfahren entrichtet werden?

Dies ist in Art. 91 ff. des Königlichen Erlasses vom 28. Dezember 1950 geregelt.

Gerichtskosten in Verfassungssachen

Kosten für Verfahrensbeteiligte in verfassungsrechtlichen Verfahren

In verfassungsrechtlichen Verfahren tragen die Parteien nur die Kosten für die Zustellung per Einschreiben.

Informationspflichten des Rechtsanwalts/Rechtsbeistands

Rechte und Pflichten der Parteien

Gemäß den Standesregeln haben Rechtsanwälte eine Informations- und Beratungspflicht gegenüber ihren Mandanten. Hierzu gehört, dass der Rechtsanwalt seinen Mandanten über seine Rechte und Pflichten belehrt.

Der Anwalt muss seine Mandanten auch darüber informieren, wie er seine Gebühren berechnet.

Informationsquellen für Verfahrenskosten

Wo findet man Informationen über die Verfahrenskosten in Belgien?

Informationen zu diesem Thema sind auf der Website des Link öffnet neues FensterFÖD Justiz, auf der Website der Kommission zur Modernisierung des gerichtlichen Standes – Link öffnet neues FensterCommission de Modernisation de l’Ordre Judiciaire (Rubrik „Info juridique“) – oder auf den Internetseiten der verschiedenen Rechtsberufe zu finden.

Auch die Rechtstexte enthalten einschlägige Informationen, oder man kann sich an die Kanzlei oder an einen Anwalt wenden.

In welchen Sprachen stehen die Auskünfte über die Verfahrenskosten in Belgien zur Verfügung?

Diese Informationen stehen in Niederländisch und Französisch zur Verfügung.

Wo kann man sich über Mediation/Schlichtung informieren?

Informationen zum Thema Mediation sind Link öffnet neues Fensterauf der Website des FÖD Justiz (Rubrik Veröffentlichungen) und auf der Website der Kommission zur Modernisierung des gerichtlichen Standes – Link öffnet neues FensterCommission Fédérale de Médiation – zu finden.

Wo sind weitere Informationen über Verfahrenskosten erhältlich?

Online-Informationen über Verfahrenskosten

Siehe oben.

Wo sind Informationen über die durchschnittliche Dauer eines Verfahrens erhältlich?

Informationen über die voraussichtliche Dauer Ihres Verfahrens erhalten Sie bei einem Rechtsanwalt. Die Dauer richtet sich nach der Art des Verfahrens, das Sie anstrengen möchten, und nach dem Gericht, vor dem Sie klagen wollen.

Wo sind Informationen über die durchschnittlichen Gesamtkosten eines Verfahrens erhältlich?

Informationen über die voraussichtlichen Kosten Ihres Verfahrens erhalten Sie bei einem Rechtsanwalt. Die Kosten richten sich nach der Art des Verfahrens, das Sie anstrengen möchten, und nach dem Gericht, vor dem Sie klagen wollen.

Mehrwertsteuer

Wo gibt es Informationen zur Mehrwertsteuer? Wie hoch sind die Sätze?

In den veröffentlichten Informationen sind die Kosten ohne Mehrwertsteuer angegeben. Der Mehrwertsteuersatz beträgt 21 %.

Prozesskostenhilfe

Wie hoch sind die Einkommensgrenzen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe in Zivilverfahren?

Diese Frage fällt in den Regelungsbereich von Art. 508/1 ff. des belgischen Gerichtsgesetzbuchs (Code judiciaire).

Die allgemeine Beratungshilfe (aide judiciaire de premier ligne) ist für alle kostenlos. Es handelt sich um eine Erstberatung in Form von:

  • praktischen Informationen,
  • Rechtsauskünften,
  • einer ersten Rechtsberatung oder die Vermittlung an eine spezialisierte Einrichtung.

Diese Erstberatung erfolgt durch Angehörige der Rechtsberufe und ist kostenlos, unabhängig von Ihrem Einkommen.

Die erweiterte Beratungshilfe (aide juridique de deuxième ligne) bietet Personen, die nicht über ausreichende Mittel zur Beauftragung eines Anwalts verfügen, den kostenlosen oder teilweise kostenlose Beistand durch einen Rechtsanwalt. Sie werden durch einen Rechtsanwalt beraten und vertreten. Die Voraussetzungen für die Bewilligung der kostenlosen oder teilweise kostenlosen erweiterten Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe sind im Königlichen Erlass vom 18. Dezember 2003 festgelegt.

Folgende Personen haben aufgrund ihrer sozialen Situation Anspruch auf kostenlosen juristischen Beistand:

  • Alleinstehende, deren monatliches Nettoeinkommen 944 EUR nicht überschreitet;
  • alleinstehende unterhaltspflichtige Personen, deren monatliches Nettoeinkommen 1 213 EUR  (+ 163,47  UR pro unterhaltsberechtigter Person) nicht überschreitet;
  • Personen, die mit einem Ehepartner oder einer anderen Person in einem gemeinsamen Haushalt leben und deren monatliches Haushaltsnettoeinkommen 1 213 EUR (+ 163,47 EUR pro unterhaltsberechtigter Person) nicht überschreitet;
  • Eingliederungshilfe- oder Sozialhilfeempfänger;
  • Empfänger des garantierten Einkommens für ältere Personen (GRAPA);
  • Empfänger von Lohnersatzleistungen für Behinderte, die keine Eingliederungsleistungen erhalten;
  • Personen, die für ein Kind unterhaltspflichtig sind, das garantierte Familienleistungen erhält;
  • Sozialmieter, die in der Flämischen Region und der Region Brüssel-Hauptstadt die Hälfte der Grundmiete bzw. in der Wallonischen Region eine Mindestmiete zahlen;
  • Minderjährige;
  • ausländische Staatsangehörige für die Beantragung der Aufenthaltserlaubnis oder die Einlegung eines Widerspruchs oder eines Rechtsmittels gegen eine in Anwendung der Gesetze über die Einreise, den Aufenthalt, die Niederlassung und die Abschiebung von Ausländern getroffene Entscheidung;
  • Asylbewerber, Personen, die eine Erklärung oder einen Antrag auf Anerkennung als Flüchtling einreichen, oder einen Antrag auf Erteilung des Status als Vertriebener stellen;
  • Personen, die sich in einem Verfahren der kollektiven Schuldenregelung befinden oder einen Antrag auf kollektive Schuldenregelung stellen möchten.

Folgende Personen haben aufgrund einer widerlegbaren Bedürftigkeitsvermutung Anspruch auf kostenlosen juristischen Beistand:

  • Inhaftierte oder Angeklagte, die im Gesetz über das sofortige Erscheinen erwähnt sind, gelten, sofern nicht das Gegenteil bewiesen wird, als Personen, die nicht über ausreichende Mittel verfügen;
  • Geisteskranke, denen eine im Gesetz vom 26. Juni 1990 über den Schutz der Person des Geisteskranken vorgesehene Maßnahme auferlegt worden ist, gelten, sofern nicht das Gegenteil bewiesen wird, als Personen, die nicht über ausreichende Mittel verfügen;
  • Beklagte, die im Gesetz über das sofortige Erscheinen erwähnt sind.

Folgende Personen haben Anspruch auf teilweise kostenlosen juristischen Beistand (der Rechtsanwalt kann in diesem Fall eine mäßige Beteiligung an seinen Kosten verlangen):

  • Alleinstehende, deren monatliches Nettoeinkommen zwischen 944 EUR und 1 213 EUR liegt
  • Alleinstehende unterhaltspflichtige Personen, deren monatliches Nettoeinkommen zwischen 1 213 EUR und 1 480 EUR (+ 163,47 EUR pro unterhaltsberechtigter Person) liegt
  • Personen, die mit einem Ehepartner oder einer anderen Person in einem gemeinsamen Haushalt leben und deren monatliches Haushaltsnettoeinkommen zwischen 1 213 EUR und 1 480 EUR (+ 163,47 EUR pro unterhaltsberechtigter Person) liegt.

Die oben genannten Beträge werden jedes Jahr der Entwicklung des Verbraucherpreisindexes angepasst.

Die Prozesskostenhilfe betrifft die Verfahrenskosten. Verfügt der Mandant nicht über ausreichende Mittel, um die Verfahrenskosten zu zahlen, kann er selbst oder über seinen Anwalt beim Prozesskostenhilfebüro Prozesskostenhilfe beantragen. Je nach Grad seiner Mittellosigkeit kann er ganz oder teilweise von der Zahlung der Gerichtsvollzieher- und Sachverständigenkosten usw. befreit werden. Hierfür ist Art. 664 ff. des Gerichtsgesetzbuchs (Code judiciaire) maßgebend.

Unter welchen Voraussetzungen erhält man Beratungs- und Prozesskostenhilfe, wenn man Angeklagter in einem Strafprozess, Opfer einer Straftat oder Beklagter ist?

Für Angeklagte in einem Strafprozess, Opfer einer Straftat oder Beklagte gelten die gleichen Voraussetzungen für die Bewilligung von Beratungs- und Prozesskostenhilfe wie oben.

Gibt es kostenfreie Verfahren?

Ja, z. B. das Verfahren zur kollektiven Schuldenregelung oder zur Bewilligung der kostenlosen Beschreitung des Rechtswegs.

Wann muss die unterlegene Partei die Kosten der obsiegenden Partei übernehmen?

In Zivil- und Handelssachen

Nach Art. 1017 ff. werden die Verfahrenskosten (Gerichtsvollzieher-, Sachverständigen-, und Gerichtskosten usw.) bei Urteilsverkündung grundsätzlich der unterlegenen Partei auferlegt.

Zu den der unterlegenen Partei auferlegten Kosten gehört eine pauschale Beteiligung an den Anwaltskosten der obsiegenden Partei, die so genannte „Verfahrensentschädigung“ (indemnité de procédure), die nach Streitwert gestaffelt ist. Sie deckt nicht notwendigerweise die gesamten Anwaltskosten ab. Die Höhe der „Verfahrensentschädigung“ ist im Königlichen Erlass vom 26. Oktober 2007 festgelegt. Dabei handelt es sich um Mindest- und Höchstbeträge, und es ist Aufgabe des Richters, die Entschädigung innerhalb dieser Spanne festzulegen.

Es gibt Fälle, in denen das Gericht die Verfahrenskosten nicht der unterlegenen Partei auferlegt, sondern eine andere Regelung trifft (Aufteilung der Kosten...).

In Strafsachen

Werden der Angeklagte und die zivilrechtlich haftenden Personen verurteilt, müssen sie grundsätzlich die Verfahrenskosten sowie eine Verfahrensentschädigung (pauschale Beteiligung an den Anwaltskosten der obsiegenden Partei – siehe oben Zivil- und Handelssachen) zahlen. Werden der Angeklagte und die zivilrechtlich haftenden Personen hingegen nicht verurteilt und unterliegt die Zivilpartei, kann oder muss diese zur Übernahme aller oder eines Teils der dem Staat und dem Angeklagten entstandenen Kosten sowie zu einer Verfahrensentschädigung verurteilt werden. In bestimmten Fällen trägt der Staat die Kosten. Die einschlägigen Bestimmungen sind im Strafprozessgesetzbuch (Code d’instruction criminelle) enthalten.

Vergütung von Sachverständigen

In Zivil- und Handelssachen

Für Sachverständige gibt es keine Gebührenregelung, sie berechnen ihre Honorare nach freiem Ermessen. Der Richter prüft sie zwar gelegentlich (er kann einschreiten, wenn sich die Parteien und der Sachverständige nicht einigen), aber es gibt keinen Gesetzestext, in dem die Höhe der Sachverständigengebühren festgelegt ist. Dieser Bereich wird durch Art. 987 ff. Gerichtsgesetzbuch (Code judiciaire) und durch den Königlichen Erlass vom 24. Mai 1933 geregelt.

Im Königlichen Erlass vom 14. November 2003 sind hingegen die Gebühren für Sachverständige an den Arbeitsgerichten festgelegt, die ärztliche Gutachten in folgenden Bereichen erstellen:

  • Streitigkeiten über Beihilfen für Behinderte
  • Familienleistungen für Arbeitnehmer und Selbständige
  • Arbeitslosenversicherung und
  • Gesundheitspflege- und Entschädigungspflichtversicherung

In Strafsachen

Die Sachverständigengebühren in Strafverfahren sind durch den Königlichen Erlass vom 28. Dezember 1950 und das ministerielle Rundschreiben vom 22. Januar 2009 geregelt. Die Tarife für 2009 wurden im Belgischen Staatsblatt (Moniteur belge) vom 12. Januar 2009 veröffentlicht.

Die Texte können auf der Website der Kommission für die Modernisierung des gerichtlichen Standes – Link öffnet neues FensterCommission de Modernisation de l'Ordre Judiciaire (Rubrik „infos juridique“ – „professionnels“ – „tarifs“ – „frais de justice“) – oder im belgischen Link öffnet neues FensterJustizportal (Rubrik "Législation") eingesehen werden.

Vergütung von Übersetzern und Dolmetschern

Mitunter muss in einem Verfahren ein Übersetzer oder Dolmetscher herangezogen werden, z. B. wenn Dokumente in einer anderen Sprache als der im Verfahren verwendeten eingereicht werden, oder wenn ein Zeuge eine andere Sprache spricht. Das gilt auch, wenn eine Partei eine andere Sprache als die Verfahrenssprache spricht und diese nicht versteht, oder wenn der Richter die Sprache dieser Partei nicht versteht. Die entsprechenden Vorschriften sind im Gesetz vom 15. Juni 1935 über den Sprachgebrauch im Gerichtswesen enthalten.

In Strafsachen

Die Gebühren für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen in Strafverfahren sind durch den Königlichen Erlass vom 28. Dezember 1950 und das ministerielle Rundschreiben vom 22. Januar 2009 geregelt. Die Tarife für 2009 wurden im Belgischen Staatsblatt (Moniteur belge) vom 12. Januar 2009 veröffentlicht.

Die Texte können auf der Website der Kommission für die Modernisierung des gerichtlichen Standes – Link öffnet neues FensterCommission de Modernisation de l'Ordre Judiciaire (Rubrik „infos juridique“ – „professionnels“ – „tarifs“ – „frais de justice“) – oder im belgischen Link öffnet neues FensterJustizportal (Rubrik "Législation") eingesehen werden.

Links zum Thema

Link öffnet neues FensterFöderaler Öffentlicher Dienst Justiz

Link öffnet neues FensterKommission für die Modernisierung des gerichtlichen Standes

Dokumente zum Thema

Länderbericht Belgien über die Studie zur KostentransparenzPDF(829 Kb)en

Letzte Aktualisierung: 20/09/2019

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Hinweis: Die ursprüngliche Sprachfassung dieser Seite Französisch wurde unlängst geändert. Die Sprachfassung, die Sie ausgewählt haben, wird gerade von unserer Übersetzungsabteilung erstellt.
Die folgenden Sprachen wurden bereits übersetzt: Niederländisch.

Fallstudie 1 – familienrecht – scheidung - Belgien

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Scheidung) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, der Partei, die die Scheidung einreicht, Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Paar heiratet. Später trennt sich das Paar und beschließt, sich scheiden zu lassen.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Zwei Staatsangehörige des Mitgliedstaats A heiraten in Mitgliedstaat A. Nach der Hochzeit zieht das Paar in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat B) und nimmt dort seinen Wohnsitz. Kurz darauf trennt sich das Paar und die Ehefrau kehrt in den Mitgliedstaat A zurück, während der Ehemann im Mitgliedstaat B bleibt. Das Paar beschließt, sich scheiden zu lassen. Kurz nach ihrer Rückkehr in Mitgliedstaat A reicht die Ehefrau in Mitgliedstaat B die Scheidung ein.


Wichtige Vorbemerkung: In Belgien sind die Gebühren und Honorare für Rechtsanwälte nicht geregelt (die Anwaltskosten richten sich nach der Komplexität und der Bedeutung des Falls, dem Namen und Ruf des Rechtsanwalts, der Dringlichkeit, dem Ausgang des Verfahrens usw.). Die belgischen Anwälte unterliegen jedoch standesrechtlichen Regeln und sind gesetzlich verpflichtet, die Kosten und Gebühren mit angemessener Zurückhaltung zu berechnen (siehe oben).

Die angegebenen Kosten und Gebühren haben lediglich Hinweischarakter.


Kosten in Belgien

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Verfahren der alternativen Streitschlichtung

Eingangs-gebühren

Ausfertigungs-gebühren

Andere Gebühren

Eingangs- gebühren

Ausfertigungs-gebühren

Andere Gebühren

Gibt es diese Möglichkeit im vorliegenden Fall?

Kosten

Fall A

82 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

186 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

nein

Fall B

82 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

186 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

nein



Kosten für Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige


Fallstudie

Rechtsanwalt

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger

Besteht Anwalts-zwang?

Durch-schnittliche Kosten

Muss der Gerichts-vollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteils-verkündung

Kosten nach Urteils-verkündung

Müssen Sachverständige eingeschaltet werden?

Kosten

Fall A

nein

ca. 2500 EUR

nein

ca. 250 EUR

ca. 250 EUR

nein

Fall B

nein

ca. 3500 EUR

nein

ca. 350 EUR

ca. 350 EUR

nein



Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistungen und andere einschlägige Gebühren


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistung

Andere Gebühren

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Beschreibung

Kosten

Fall A

ja

zwischen 15,65 EUR und 48,24 EUR

Die Pflicht zur Stellung einer Kaution bei Einleitung eines Zivilverfahrens kann sich aus Artikel 851 Code Judiciaire (Gerichtsgesetzbuch) ergeben. Es handelt sich hier um die Einrede der Sicherheitsleistung (exception de la caution de l’étranger demandeur), wonach ein belgischer Beklagter von dem ausländischen Kläger bei Prozessbeginn die Leistung einer Sicherheit verlangen kann. In Artikel 852 ist geregelt, in welcher Form die Sicherheit zu leisten ist (Hinterlegung eines Geldbetrags, Bürgschaft usw.). Siehe das Informationsblatt zur Kostentransparenz.

Fall B

ja

zwischen 15,65 EUR und 48,24 EUR

Die Pflicht zur Stellung einer Kaution bei Einleitung eines Zivilverfahrens kann sich aus Artikel 851 Code Judiciaire (Gerichtsgesetzbuch) ergeben. Es handelt sich hier um die Einrede der Sicherheitsleistung (exception de la caution de l’étranger demandeur), wonach ein belgischer Beklagter von dem ausländischen Kläger bei Prozessbeginn die Leistung einer Sicherheit verlangen kann. In Artikel 852 ist geregelt, in welcher Form die Sicherheit zu leisten ist (Hinterlegung eines Geldbetrags, Bürgschaft usw.). Siehe das Informationsblatt zur Kostentransparenz.



Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen

Siehe Abschnitt „Prozesskostenhilfe“ auf der Seite „Verfahrenskosten“.

Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Andere Kosten bei grenzübergreifenden Streitsachen

Wann und unter welchen Voraus-setzungen sind Übersetzungs-leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraus-setzungen sind Dolmetsch-leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Ungefähre Kosten

Fall A

Wenn die Dokumente für das Verfahren benötigt werden.

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

Wenn der Beklagte die Verfahrens-sprache nicht versteht.

zwischen 31,61 EUR und 54,62 EUR je Stunde

Fall B

Wenn die Dokumente für das Verfahren benötigt werden.

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

Wenn der Beklagte die Verfahrens-sprache nicht versteht.

zwischen 31,61 EUR und 54,62 EUR je Stunde

Kosten der Vollstreckbar-erklärung

ca. 100 EUR

Letzte Aktualisierung: 20/09/2019

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Die folgenden Sprachen wurden bereits übersetzt: Niederländisch.

Fallstudie 2 – familienrecht – sorgerecht - Belgien

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Sorgerecht) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kläger Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht spricht der Mutter das Sorgerecht und dem Vater ein Umgangsrecht zu. Die Mutter erhebt Klage, um das Umgangsrecht des Vaters zu beschränken.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug – Sie sind Rechtsanwalt in Mitgliedstaat A: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet in Mitgliedstaat B zusammengelebt. Unmittelbar nach der Geburt des gemeinsamen Kindes trennt sich das Paar. Das Gericht in Mitgliedstaat B spricht der Mutter das Sorgerecht und dem Vater ein Umgangsrecht zu. Mutter und Kind ziehen mit Erlaubnis des Gerichts in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat A), während der Vater in Mitgliedstaat B bleibt. Einige Jahre später erhebt die Mutter in Mitgliedstaat A Klage, um das Umgangsrecht des Vaters ändern zu lassen.

Wichtige Vorbemerkung: In Belgien sind die Gebühren und Honorare für Rechtsanwälte nicht geregelt (die Anwaltskosten richten sich nach der Komplexität und der Bedeutung des Falls, dem Namen und Ruf des Rechtsanwalts, der Dringlichkeit, dem Ausgang des Verfahrens usw.). Die belgischen Anwälte unterliegen jedoch standesrechtlichen Regeln und sind gesetzlich verpflichtet, die Kosten und Gebühren mit angemessener Zurückhaltung zu berechnen (siehe oben).

Die angegebenen Kosten und Gebühren haben lediglich Hinweischarakter.


Kosten in Belgien

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Verfahren der alternativen Streitschlichtung

Eingangs-gebühren

Ausfertigungs-gebühren

Andere Gebühren

Eingangs- gebühren

Ausfertigungs-gebühren

Andere Gebühren

Gibt es diese Möglichkeit im vorliegenden Fall?

Kosten

Fall A

52 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

186 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

nein

Fall B

52 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

186 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

nein



Kosten für Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige


Fallstudie

Rechtsanwalt

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger

Besteht Anwalts-zwang?

Durch-schnittliche Kosten

Muss der Gerichts-vollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteils-verkündung

Kosten nach Urteils-verkündung

Müssen Sachverständige eingeschaltet werden?

Kosten

Fall A

nein

ca. 1500 EUR

nein

ca. 52 EUR

ca. 100 EUR

nein

Fall B

nein

ca. 1000 EUR

nein

ca. 52 EUR

ca. 100 EUR

nein



Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistungen und andere einschlägige Gebühren


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistung

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Fall A

ja

zwischen 15,65 EUR und 48,24 EUR

Die Pflicht zur Stellung einer Kaution bei Einleitung eines Zivilverfahrens kann sich aus Artikel 851 Code Judiciaire (Gerichtsgesetzbuch) ergeben. Es handelt sich hier um die Einrede der Sicherheitsleistung (exception de la caution de l’étranger demandeur), wonach ein belgischer Beklagter von dem ausländischen Kläger bei Prozessbeginn die Leistung einer Sicherheit verlangen kann. In Artikel 852 ist geregelt, in welcher Form die Sicherheit zu leisten ist (Hinterlegung eines Geldbetrags, Bürgschaft usw.). Siehe das Informationsblatt zur Kostentransparenz.

Fall B

ja

zwischen 15,65 EUR und 48,24 EUR

Die Pflicht zur Stellung einer Kaution bei Einleitung eines Zivilverfahrens kann sich aus Artikel 851 Code Judiciaire (Gerichtsgesetzbuch) ergeben. Es handelt sich hier um die Einrede der Sicherheitsleistung (exception de la caution de l’étranger demandeur), wonach ein belgischer Beklagter von dem ausländischen Kläger bei Prozessbeginn die Leistung einer Sicherheit verlangen kann. In Artikel 852 ist geregelt, in welcher Form die Sicherheit zu leisten ist (Hinterlegung eines Geldbetrags, Bürgschaft usw.). Siehe das Informationsblatt zur Kostentransparenz.



Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen

Siehe Abschnitt „Prozesskostenhilfe“ auf der Seite „Verfahrenskosten“.

Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Andere Kosten bei grenzübergreifenden Streitsachen

Wann und unter welchen Voraus-setzungen sind Übersetzungs-leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraus-setzungen sind Dolmetsch-leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Ungefähre Kosten

Fall A

Wenn die Dokumente für das Verfahren benötigt werden.

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

Wenn der Beklagte die Verfahrens-sprache nicht versteht.

zwischen 31,61 EUR und 54,62 EUR je Stunde

Fall B

Wenn die Dokumente für das Verfahren benötigt werden.

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

Wenn der Beklagte die Verfahrens-sprache nicht versteht.

zwischen 31,61 EUR und 54,62 EUR je Stunde

Kosten der Vollstreckbar-erklärung

ca. 100 EUR


Letzte Aktualisierung: 20/09/2019

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Hinweis: Die ursprüngliche Sprachfassung dieser Seite Französisch wurde unlängst geändert. Die Sprachfassung, die Sie ausgewählt haben, wird gerade von unserer Übersetzungsabteilung erstellt.
Die folgenden Sprachen wurden bereits übersetzt: Niederländisch.

Fallstudie 3 – familienrecht – unterhalt - Belgien

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Unterhalt) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kläger Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht spricht der Mutter das Sorgerecht zu. Einziger Streitpunkt ist die Höhe des Unterhalts, den der Vater der Mutter für den Unterhalt und die Erziehung des Kindes schuldet. Die Mutter erhebt deswegen Klage.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug – Sie sind Rechtsanwalt in Mitgliedstaat A: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet in Mitgliedstaat B zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht in Mitgliedstaat B spricht der Mutter das Sorgerecht zu. Mit Zustimmung des Vaters ziehen Mutter und Kind in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat A) und nehmen dort ihren Wohnsitz.

Einziger Streitpunkt ist die Höhe des Unterhalts, den der Vater der Mutter für den Unterhalt und die Erziehung des Kindes schuldet. Die Mutter erhebt deswegen in Mitgliedstaat A Klage.

Wichtige Vorbemerkung: In Belgien sind die Gebühren und Honorare für Rechtsanwälte nicht geregelt (die Anwaltskosten richten sich nach der Komplexität und der Bedeutung des Falls, dem Namen und Ruf des Rechtsanwalts, der Dringlichkeit, dem Ausgang des Verfahrens usw.). Die belgischen Anwälte unterliegen jedoch standesrechtlichen Regeln und sind gesetzlich verpflichtet, die Kosten und Gebühren mit angemessener Zurückhaltung zu berechnen (siehe oben).

Die angegebenen Kosten und Gebühren haben lediglich Hinweischarakter.


Kosten in Belgien

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Verfahren der alternativen Streitschlichtung

Eingangs-gebühren

Ausfertigungs-gebühren

Andere Gebühren

Eingangs- gebühren

Ausfertigungs-gebühren

Andere Gebühren

Gibt es diese Möglichkeit im vorliegenden Fall?

Kosten

Fall A

27 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

82 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

nein

Fall B

27 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

82 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

nein



Kosten für Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige


Fallstudie

Rechtsanwalt

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger

Besteht Anwalts-zwang?

Durch-schnittliche Kosten

Muss der Gerichts-vollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteils-verkündung

Kosten nach Urteils-verkündung

Müssen Sachverständige eingeschaltet werden?

Kosten

Fall A

nein

ca. 1000 EUR

nein

ca. 27 EUR

ca. 60 EUR

nein

Fall B

nein

ca. 1000 EUR

nein

ca. 27 EUR

ca. 60 EUR

nein



Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistungen und andere einschlägige Gebühren


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistung

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Fall A

ja

zwischen 15,65 EUR und 48,24 EUR

Die Pflicht zur Stellung einer Kaution bei Einleitung eines Zivilverfahrens kann sich aus Artikel 851 Code Judiciaire (Gerichtsgesetzbuch) ergeben. Es handelt sich hier um die Einrede der Sicherheitsleistung (exception de la caution de l’étranger demandeur), wonach ein belgischer Beklagter von dem ausländischen Kläger bei Prozessbeginn die Leistung einer Sicherheit verlangen kann. In Artikel 852 ist geregelt, in welcher Form die Sicherheit zu leisten ist (Hinterlegung eines Geldbetrags, Bürgschaft usw.). Siehe das Informationsblatt zur Kostentransparenz.

Fall B

ja

zwischen 15,65 EUR und 48,24 EUR

Die Pflicht zur Stellung einer Kaution bei Einleitung eines Zivilverfahrens kann sich aus Artikel 851 Code Judiciaire (Gerichtsgesetzbuch) ergeben. Es handelt sich hier um die Einrede der Sicherheitsleistung (exception de la caution de l’étranger demandeur), wonach ein belgischer Beklagter von dem ausländischen Kläger bei Prozessbeginn die Leistung einer Sicherheit verlangen kann. In Artikel 852 ist geregelt, in welcher Form die Sicherheit zu leisten ist (Hinterlegung eines Geldbetrags, Bürgschaft usw.). Siehe das Informationsblatt zur Kostentransparenz.



Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen

Siehe Abschnitt „Prozesskostenhilfe“ auf der Seite „Verfahrenskosten“.

Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Andere Kosten bei grenzübergreifenden Streitsachen

Wann und unter welchen Voraus-setzungen sind Übersetzungs-leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraus-setzungen sind Dolmetsch-leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Ungefähre Kosten

Fall A

Wenn die Dokumente für das Verfahren benötigt werden.

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

Wenn der Beklagte die Verfahrens-sprache nicht versteht.

zwischen 31,61 EUR und 54,62 EUR je Stunde

Fall B

Wenn die Dokumente für das Verfahren benötigt werden.

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

Wenn der Beklagte die Verfahrens-sprache nicht versteht.

zwischen 31,61 EUR und 54,62 EUR je Stunde

Kosten der Vollstreckbar-erklärung

ca. 100 EUR


Letzte Aktualisierung: 20/09/2019

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Hinweis: Die ursprüngliche Sprachfassung dieser Seite Französisch wurde unlängst geändert. Die Sprachfassung, die Sie ausgewählt haben, wird gerade von unserer Übersetzungsabteilung erstellt.
Die folgenden Sprachen wurden bereits übersetzt: Niederländisch.

Fallstudie 4 – handelsrecht – vertragsrecht - Belgien

In dieser Fallstudie zum Handelsrecht (Vertragsrecht) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Verkäufer Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Unternehmen liefert Waren im Wert von 20 000 EUR. Der Käufer zahlt nicht, weil die Waren seiner Ansicht nach nicht dem entsprechen, was vereinbart war.

Der Verkäufer beschließt, auf Zahlung des vollen Kaufpreises zu klagen.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Ein Unternehmen mit Sitz in Mitgliedstaat B liefert Waren im Wert von 20 000 EUR an einen Käufer in Mitgliedstaat A. Der Vertrag ist in der Sprache des Mitgliedstaats B abgefasst und unterliegt dem Recht dieses Staats. Der Käufer in Mitgliedstaat A zahlt nicht, weil die Waren seiner Ansicht nach nicht dem entsprechen, was vereinbart war. Der Verkäufer beschließt, in Mitgliedstaat A auf der Grundlage des geschlossenen Kaufvertrags auf Zahlung des vollen Kaufpreises zu klagen.

Wichtige Vorbemerkung: In Belgien sind die Gebühren und Honorare für Rechtsanwälte nicht geregelt (die Anwaltskosten richten sich nach der Komplexität und der Bedeutung des Falls, dem Namen und Ruf des Rechtsanwalts, der Dringlichkeit, dem Ausgang des Verfahrens usw.). Die belgischen Anwälte unterliegen jedoch standesrechtlichen Regeln und sind gesetzlich verpflichtet, die Kosten und Gebühren mit angemessener Zurückhaltung zu berechnen (siehe oben).

Die angegebenen Kosten und Gebühren haben lediglich Hinweischarakter.


Kosten in Belgien

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Verfahren der alternativen Streitschlichtung

Eingangs-gebühren

Ausfertigungs-gebühren

Eingangs-gebühren

Ausfertigungs-gebühren

Gibt es diese Möglichkeit im vorliegenden Fall?

Kosten

Fall A

82 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

186 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

Ja

Siehe Abschnitt „Mediations-kosten“ auf der Seite „Mediation in Belgien“

Fall B

52 EUR (Europäisches Mahnverfahren)

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

186 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

Ja

Siehe Abschnitt „Mediations-kosten“ auf der Seite „Mediation in Belgien“



Kosten für Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige


Fallstudie

Rechtsanwalt

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger

Besteht Anwalts-zwang?

Durch-schnittliche Kosten

Muss der Gerichts-vollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteils-verkündung

Kosten nach Urteils-verkündung

Müssen Sachverständige eingeschaltet werden?

Kosten

Fall A

nein

ca. 2000 EUR

nein

ca. 250 EUR

ca. 250 EUR

nein

Fall B

nein

ca. 2000 EUR

nein

ca. 52 EUR

ca. 100 EUR

nein



Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistungen und andere einschlägige Gebühren


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistung

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Fall A

ja

zwischen 15,65 EUR und 48,24 EUR

Die Pflicht zur Stellung einer Kaution bei Einleitung eines Zivilverfahrens kann sich aus Artikel 851 Code Judiciaire (Gerichtsgesetzbuch) ergeben. Es handelt sich hier um die Einrede der Sicherheitsleistung (exception de la caution de l’étranger demandeur), wonach ein belgischer Beklagter von dem ausländischen Kläger bei Prozessbeginn die Leistung einer Sicherheit verlangen kann. In Artikel 852 ist geregelt, in welcher Form die Sicherheit zu leisten ist (Hinterlegung eines Geldbetrags, Bürgschaft usw.). Siehe das Informationsblatt zur Kostentransparenz.

Fall B

ja

zwischen 15,65 EUR und 48,24 EUR

Die Pflicht zur Stellung einer Kaution bei Einleitung eines Zivilverfahrens kann sich aus Artikel 851 Code Judiciaire (Gerichtsgesetzbuch) ergeben. Es handelt sich hier um die Einrede der Sicherheitsleistung (exception de la caution de l’étranger demandeur), wonach ein belgischer Beklagter von dem ausländischen Kläger bei Prozessbeginn die Leistung einer Sicherheit verlangen kann. In Artikel 852 ist geregelt, in welcher Form die Sicherheit zu leisten ist (Hinterlegung eines Geldbetrags, Bürgschaft usw.). Siehe das Informationsblatt zur Kostentransparenz.



Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen

Siehe Abschnitt „Prozesskostenhilfe“ auf der Seite „Verfahrenskosten“.


Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Andere Kosten bei grenzübergreifenden Streitsachen

Wann und unter welchen Voraus-setzungen sind Übersetzungs-leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraus-setzungen sind Dolmetsch-leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Ungefähre Kosten

Fall A

Wenn die Dokumente für das Verfahren benötigt werden.

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

Wenn der Beklagte die Verfahrens-sprache nicht versteht.

zwischen 31,61 EUR und 54,62 EUR je Stunde

Fall B

Wenn die Dokumente für das Verfahren benötigt werden.

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

Wenn der Beklagte die Verfahrens-sprache nicht versteht.

zwischen 31,61 EUR und 54,62 EUR je Stunde

Kosten der Vollstreckbar-erklärung

ca. 100 EUR


Letzte Aktualisierung: 20/09/2019

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Hinweis: Die ursprüngliche Sprachfassung dieser Seite Französisch wurde unlängst geändert. Die Sprachfassung, die Sie ausgewählt haben, wird gerade von unserer Übersetzungsabteilung erstellt.
Die folgenden Sprachen wurden bereits übersetzt: Niederländisch.

Fallstudie 5 – handelsrecht – haftung - Belgien

In dieser Fallstudie zum Handelsrecht (Haftung) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kunden Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Hersteller von Heizgeräten liefert ein Heizgerät an einen Installateur. Der Installateur verkauft das Gerät weiter und installiert es im Haus des Kunden. Kurz danach bricht ein Brand aus. Alle Beteiligten (Heizgerätehersteller, Installateur, Kunde) sind versichert. Die Ursache des Feuers ist umstritten. Niemand will den Kunden entschädigen.

Der Kunde beschließt, Schadenersatzklage gegen den Heizgerätehersteller, den Installateur und die Versicherungsgesellschaften zu erheben.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Ein Heizgerätehersteller in Mitgliedstaat B liefert ein Heizgerät an einen Installateur in Mitgliedstaat C. Der Installateur verkauft das Gerät weiter und installiert es im Haus des Kunden in Mitgliedstaat A. Kurz danach bricht ein Brand aus. Alle Beteiligten (Heizgerätehersteller, Installateur und Kunde) sind in ihrem eigenen Mitgliedstaat versichert. Die Ursache des Feuers ist umstritten. Niemand will den Kunden entschädigen.

Der Kunde beschließt, in Mitgliedstaat A Schadenersatzklage gegen den Heizgerätehersteller, den Installateur und die Versicherungsgesellschaft in Mitgliedstaat A zu erheben.


Wichtige Vorbemerkung: In Belgien sind die Gebühren und Honorare für Rechtsanwälte nicht geregelt (die Anwaltskosten richten sich nach der Komplexität und der Bedeutung des Falls, dem Namen und Ruf des Rechtsanwalts, der Dringlichkeit, dem Ausgang des Verfahrens usw. Die belgischen Anwälte unterliegen jedoch standesrechtlichen Regeln und sind gesetzlich verpflichtet, die Kosten und Gebühren mit angemessener Zurückhaltung zu berechnen (siehe oben).

Die angegebenen Kosten und Gebühren haben lediglich Hinweischarakter.


 Kosten in Belgien

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Verfahren der alternativen Streitschlichtung

Eingangs-gebühren

Ausfertigungs-gebühren

Eingangs-gebühren

Ausfertigungs-gebühren

Gibt es diese Möglichkeit im vorliegenden Fall?

Kosten

Fall A

82 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

186 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

Ja

Siehe Abschnitt „Mediations-kosten“ auf der Seite „Mediation in Belgien“

Fall B

82 EUR (Europäisches Mahnverfahren)

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

186 EUR

zwischen 7,57 EUR und 34,48 EUR je Seite

Ja

Siehe Abschnitt „Mediations-kosten“ auf der Seite  „Mediation in Belgien“



Kosten für Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige


Fallstudie

Rechtsanwalt

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger

Besteht Anwalts-zwang?

Durch-schnittliche Kosten

Muss der Gerichts-vollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteils-verkündung

Kosten nach Urteils-verkündung

Müssen Sachverständige eingeschaltet werden?

Kosten

Fall A

nein

ca. 3000 EUR

nein

ca. 500 EUR

ca. 250 EUR

nein

Fall B

nein

ca. 3000 EUR

nein

ca. 500 EUR

ca. 250 EUR

nein



Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistungen und andere einschlägige Gebühren


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistung

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Fall A

ja

zwischen 15,65 EUR und 48,24 EUR

Die Pflicht zur Stellung einer Kaution bei Einleitung eines Zivilverfahrens kann sich aus Artikel 851 Code Judiciaire (Gerichtsgesetzbuch) ergeben. Es handelt sich hier um die Einrede der Sicherheitsleistung (exception de la caution de l’étranger demandeur), wonach ein belgischer Beklagter von dem ausländischen Kläger bei Prozessbeginn die Leistung einer Sicherheit verlangen kann. In Artikel 852 ist geregelt, in welcher Form die Sicherheit zu leisten ist (Hinterlegung eines Geldbetrags, Bürgschaft usw.). Siehe das Informationsblatt zur Kostentransparenz.

Fall B

ja

zwischen 15,65 EUR und 48,24 EUR

Die Pflicht zur Stellung einer Kaution bei Einleitung eines Zivilverfahrens kann sich aus Artikel 851 Code Judiciaire (Gerichtsgesetzbuch) ergeben. Es handelt sich hier um die Einrede der Sicherheitsleistung (exception de la caution de l’étranger demandeur), wonach ein belgischer Beklagter von dem ausländischen Kläger bei Prozessbeginn die Leistung einer Sicherheit verlangen kann. In Artikel 852 ist geregelt, in welcher Form die Sicherheit zu leisten ist (Hinterlegung eines Geldbetrags, Bürgschaft usw.). Siehe das Informationsblatt zur Kostentransparenz.



Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen

Siehe Abschnitt „Prozesskostenhilfe“ auf der Seite „Verfahrenskosten“.


Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Andere Kosten bei grenzübergreifenden Streitsachen

Wann und unter welchen Voraus-setzungen sind Übersetzungs-leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraus-setzungen sind Dolmetsch-leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Ungefähre Kosten

Fall A

Wenn die Dokumente für das Verfahren benötigt werden.

zwischen 7,57EUR und 34,48EUR je Seite

Wenn der Beklagte die Verfahrens-sprache nicht versteht.

zwischen 31,61EUR und 54,62EUR je Stunde

Fall B

Wenn die Dokumente für das Verfahren benötigt werden.

zwischen 7,57EUR und 34,48EUR je Seite

Wenn der Beklagte die Verfahrens-sprache nicht versteht.

zwischen 31,61EUR und 54,62EUR je Stunde

Kosten der Vollstreckbar-erklärung

ca. 100EUR


Letzte Aktualisierung: 20/09/2019

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Hinweis: Die ursprüngliche Sprachfassung dieser Seite Bulgarisch wurde unlängst geändert. Die Sprachfassung, die Sie ausgewählt haben, wird gerade von unserer Übersetzungsabteilung erstellt.

Verfahrenskosten - Bulgarien

Diese Seite enthält Informationen über Justizkosten in Bulgarien.

Gebührenordnung für Rechtsberufe

Anwälte

Bulgarisches Anwaltschaftsgesetz (letzte Änderung: Staatsanzeiger Nr. 69 vom 5. August 2008):

Nach Artikel 36 gilt Folgendes:

  1. Anwälte haben Anspruch auf eine Vergütung für ihre Arbeit.
  2. Die Höhe der Vergütung muss in einem Vertrag zwischen dem Anwalt und seinem Mandanten vereinbart werden. Der vertraglich vereinbarte Betrag muss fair und angemessen sein und darf nicht die für die betreffende Leistung vorgesehene Vergütung unterschreiten (Verfügung des Obersten Rats der Anwaltschaft).
  3. In Ermangelung eines Vertrags legt der Rat der Anwaltschaft auf Antrag des Anwalts oder des Mandanten die Vergütung fest (Verfügung des Obersten Rats der Anwaltschaft).
  4. Die Vergütung kann in absoluten Zahlen und/oder als Prozentsatz eines Betrages festgelegt werden, der je nach dem Ergebnis des Verfahrens vom Gericht bestimmt werden kann. Dies gilt nicht für die Vergütung in Strafsachen und in Zivilsachen, die nichtmaterielle Interessen betreffen.

Nach Artikel 38 gilt Folgendes:

  1. Anwälte können auch folgenden Personen Rechtsbeistand leisten und mit ihnen zusammenarbeiten:
  • Personen mit einem Unterhaltsanspruch;
  • Personen in finanziellen Schwierigkeiten;
  • Verwandten, Freunden oder anderen Anwälten.
  1. Wird in solchen Fällen der Streitgegner zur Zahlung der Kosten verurteilt, so hat der Anwalt Anspruch auf Vergütung. Das Gericht muss für diese Vergütung einen Betrag festsetzen, der die für die betreffende Leistung vorgesehene Vergütung (nach einer Verfügung gemäß Artikel 36 Absatz 3) nicht unterschreitet, und verurteilt den Streitgegner zur Zahlung.

Die Vergütung (Gebühr) richtet sich nach der Verfügung Nr. 1 (2004) des Obersten Rats der Anwaltschaft. Es gelten folgende Mindestgebühren:

  1. Gebühren für Beratung, Unterrichtung, Ausarbeitung von Schriftstücken und Verträgen:
    • Festkosten (ca. 10-300 EUR).
    • Je nach dem Gegenstandswert gilt eine feste Gebühr (ca. 75-350 EUR) zuzüglich eines Prozentsatzes (0,1‑1 %) des Gegenstandswerts.
      1. Gebühren für Zivil‑ und Verwaltungsverfahren in einer Instanz:
    • Festkosten (ca. 50-300 EUR).
    • Je nach dem Gegenstandswert gilt eine feste Gebühr (ca. 50-325 EUR) zuzüglich eines Prozentsatzes (2‑6%) des Gegenstandswerts.
      1. Für Verfahren zur Vollstreckung von gerichtlichen Entscheidungen:
    • die Hälfte der in Nummer 2 genannten Gebühren.
      1. Gebühren für Straf‑ und Ordnungswidrigkeitsverfahren in einer Instanz (nur Festkosten):
    • für die vorgerichtliche Phase ca. 150 EUR;
    • für die Verfahrensphase ca. 150-900 EUR, je nach Schwere des Tatvorwurfs;
    • bei Ordnungswidrigkeitsverfahren 75 EUR.
      1. Gebühren für Verfahren nach besonderen Regelungen (Kinderschutz, Familienrecht, häusliche Gewalt, Auslieferung und Europäischer Haftbefehl usw.):
    • nur Festkosten (ca. 75-125 EUR).

Gerichtsvollzieher

Seit 2006 sind die Gerichtsvollzieher in Bulgarien entweder freiberufliche Vollzugsbeauftragte oder staatliche Bedienstete. Für beide Kategorien gelten gesetzliche Tarife.

  1. Die Gebühren für die staatlichen Bediensteten sind in Abschnitt II des Tarifs für die nach der Zivilprozessordnung von 2008 von den Gerichten erhobenen staatlichen Gebühren geregelt.
  2. Die Gebühren für die freiberuflichen Vollzugsbeauftragten sind in Artikel 78 des Gesetzes über freiberufliche Vollzugsbeauftragte und in dem in diesem Gesetz aufgeführten Tarif für Vollstreckungsgebühren und ‑kosten geregelt.

Die in den beiden Tarifen festgelegten Gebühren sind gleich.

Ein freiberuflicher Vollzugsbeauftragter berechnet einen Aufschlag von 50 % auf die Normalgebühr für die Zustellung von Schriftstücken an arbeitsfreien Tagen und Feiertagen, für die Übermittlung von Vorladungen per Post und für die Erstellung von Kopien von Klagen, amtlichen Benachrichtigungen und Schriftstücken.

Festkosten

Festkosten bei Zivilverfahren

Festkosten für die Streitparteien bei Zivilverfahren

Die Gebühren für Zivilverfahren sind, wie nachstehend angegeben, in Abschnitt I des Tarifs für die nach der Zivilprozessordnung von 2008 von den Gerichten erhobenen staatlichen Gebühren geregelt. Die Gebühr für

  • eine Zivilforderung beträgt 4 % des geforderten Betrags, mindestens aber 25 EUR;
  • eine Forderung wegen eines immateriellen Schadens beträgt 15-40 EUR;
  • Scheidungssachen (auch bei einvernehmlicher Scheidung) beträgt 2 % der Dreijahressumme des Anteils jeder Partei (entsprechend der Einigung des Ehepaars über die Aufteilung des ehelichen Besitzes und der Unterhaltsansprüche);
  • eine Vollstreckungsanordnung beträgt 2 % des Gegenstandswerts, mindestens aber 12,50 EUR;
  • Adoptionssachen beträgt 12,50 EUR;
  • für die Sicherung von Eigentumsansprüchen beträgt 20 EUR;
  • für Sicherstellung von Beweismaterial beträgt 10 EUR;
  • für Insolvenzsachen beträgt 25 EUR für einen Gewerbetreibenden als Einzelunternehmen und 125 EUR für ein Handelsunternehmen.

Wann sind im Zivilverfahren die Festkosten zu zahlen?

Die Gebühren sind vor Verfahrensbeginn oder vor Durchführung der beantragten Maßnahmen zu zahlen (Artikel 76 der Zivilprozessordnung).

Festkosten bei Strafverfahren

Festkosten für die Streitparteien bei Strafverfahren

Die Kosten‑ und Gebührenerhebung in Strafsachen richtet sich nach der Strafprozessordnung:

Artikel 187: Kostenerhebung

  1. Die Kosten für Strafverfahren müssen – außer in den im Gesetz festlegten Fällen – durch den im Haushaltsplan der jeweiligen Institution angegebenen Betrag gedeckt werden.
  2. In Strafsachen aufgrund einer bei Gericht eingereichten Klage eines Opfers muss der Privatkläger den Kostenbetrag im Voraus hinterlegen. Wird der Betrag nicht hinterlegt, so ist dem Privatkläger eine Frist von sieben Tagen für die Hinterlegung einzuräumen.
  3. In Verfahren aufgrund einer bei Gericht eingereichten Klage eines Opfers müssen die Kosten von Beweisanträgen des Beklagten vor Gericht vom Haushaltsplan des Gerichts abgedeckt sein.

Die Festkosten für Strafverfahren sind (im Tarif Nr. 1 im Gesetz über die von Gerichten, Staatsanwaltschaften und Ermittlungsbehörden sowie vom Justizministerium erhobenen staatlichen Gebühren in der 2005 zuletzt geänderten Fassung) wie folgt festgelegt:

  • für Klagen, die zu Strafverfahren aufgrund von Antragsdelikten führen: 6 EUR;
  • für Privatforderungen in Strafverfahren aufgrund von Antragsdelikten: 2,50 EUR;
  • für Rehabilitierungsanträge bei laufenden Verfahren: 3 EUR.

Wann sind im Strafverfahren die Festkosten zu zahlen?

Die oben aufgeführten Kostenbeträge müssen vom Privatkläger (gemäß der Strafprozessordnung) im Voraus hinterlegt werden. Werden die Beträge nicht hinterlegt, so ist dem Privatkläger eine Frist von sieben Tagen für die Hinterlegung einzuräumen.

Festkosten bei Verfassungsverfahren

Festkosten für die Streitparteien bei Verfassungsverfahren

In der bulgarischen Rechtsordnung gibt es keine Verfassungsverfahren.

Informationspflichten des Rechtsanwalts/Rechtsbeistands

Rechte und Pflichten der Parteien

Nach Artikel 40 Absatz 3 des Anwaltschaftsgesetzes sind Rechtsanwälte "verpflichtet, ihre Mandanten genau über ihre Rechte und Pflichten zu unterrichten". Es ist nicht ausdrücklich bestimmt, dass die Rechtsanwälte ihre Mandanten über die im Laufe von Verfahren voraussichtlich entstehenden Kosten unterrichten müssen. Eine solche Verpflichtung ergibt sich jedoch aus dem berufsethischen Kodex der Rechtsanwälte.

Kostenfestsetzung - Rechtsgrundlagen

Wo sind weitere Informationen über Verfahrenskosten in Bulgarien erhältlich?

Eine natürliche oder juristische Person, die einen Fall vor Gericht bringen möchte, wird keinerlei öffentliche Information finden, in denen ihr erläutert wird, welche Kosten dies verursachen wird, denn es gibt keine amtliche oder nicht amtliche Website oder irgendeine andere öffentliche Stelle, die entsprechend aufbereitete Informationen vermitteln würde. Daher lassen sich die Mandanten im Wesentlichen von ihren Anwälten über die Kosten unterrichten.

Auf den nachstehend aufgeführten öffentlichen Websites können die Bürger jedoch die gesetzlichen Regelungen für Gebühren und Kosten von Gerichtsverfahren aufrufen und dann ihre eigenen Berechnungen durchführen. Im Einzelnen sind dies: das Link öffnet neues Fensterbulgarische Rechtsportal, die Website des Link öffnet neues FensterObersten Rates der Anwaltschaft, die Website des Link öffnet neues FensterObersten Justizrates und die Website des Link öffnet neues FensterStaatlichen Dienstes für Prozesskostenhilfe. Alle diese Websites sind derzeit nur in bulgarischer Sprache verfügbar.

In welchen Sprachen sind Informationen über die Kostenfestsetzung in Bulgarien verfügbar?

Alle oben aufgeführten Websites sind derzeit nur in bulgarischer Sprache verfügbar..

Wo kann man sich über Mediation informieren?

Die betreffenden Informationen sind auf der Website des bulgarischen Link öffnet neues FensterJustizministeriums verfügbar.

Wo sind weitere Informationen über Verfahrenskosten erhältlich?

Wo sind Informationen über die durchschnittliche Dauer der einzelnen Verfahrensarten erhältlich?

Auf der Website des Link öffnet neues FensterObersten Justizrates finden sich Jahres‑ und Zweijahresberichte über die Gerichtstätigkeit auf allen Ebenen. Es gibt Informationen zur Anzahl der in den letzten 3 bzw. 6 Monaten bzw. im letzten Jahr bzw. in den letzten zwei oder mehr Jahren abgeschlossenen Fällen. Die statistische Abteilung des Obersten Justizrates stellt Analysen und Informationen zur durchschnittlichen Dauer von Verfahren in Zivil‑, Straf‑ und Verwaltungssachen bereit.

Wo sind Informationen über die durchschnittlichen Gesamtkosten der einzelnen Verfahrensarten erhältlich?

Es sind keine derartigen offiziellen Informationen öffentlich verfügbar.

Mehrwertsteuer

Wie wird diese Information bereitgestellt? Welche Sätze gelten?

Die Mehrwertsteuer ist in den Kostenbeträgen (nach Maßgabe der oben aufgeführten Tarife und Verordnungen) einbegriffen.

Prozesskostenhilfe

Geltende Einkommensgrenzen auf dem Gebiet der Zivilgerichtsbarkeit

Nach dem Gesetz über Prozesskostenhilfe gelten für Zivil‑ und Strafsachen die gleichen Voraussetzungen (siehe unten):

Artikel 22:

  • Prozesskostenhilfe (nach Artikel 21 Nummern 1 und 2) wird Personen gewährt, die die Gewährungskriterien für monatliche Sozialhilfeleistungen (nach Maßgabe der Durchführungsverordnungen zum Sozialhilfegesetz) erfüllen, und Personen, die in Sondereinrichtungen der Sozialfürsorge eingewiesen worden sind.
  • Prozesskostenhilfe (nach Artikel 21 Nummern 1 und 2) muss Pflegefamilien, Familien oder Freunden und Verwandten gewährt werden, die (gemäß den im Link öffnet neues FensterKinderschutzgesetz festgelegten Verfahren) das Sorgerecht für ein Kind ausüben.
  • Die Entscheidung über die Ausübung des Sorgerechts muss vom Direktor der Direktion für Sozialhilfe bzw. durch Gerichtsurteil bestätigt werden. Personen, die nicht (nach dem in den Durchführungsverordnungen zum Sozialhilfegesetz festgelegten Verfahren) die ihnen zustehenden monatlichen Sozialhilfeleistungen beantragt haben, müssen dem Staatlichen Dienst für Prozesskostenhilfe eine vom Direktor der Direktion für Sozialhilfe ausgestellte Bescheinigung vorlegen, in der bestätigt wird, dass die betreffende Person die Gewährungskriterien für monatliche Sozialhilfeleistungen erfüllt.

In Zivil‑ und Verwaltungssachen gelten zusätzliche Anforderungen.

Artikel 23:

  1. In Zivil‑ und Verwaltungssachen wird Prozesskostenhilfe gewährt, wenn das Gericht – auf der Grundlage der von den einschlägigen zuständigen Behörden vorgelegten Nachweise – feststellt, dass die Partei nicht in der Lage ist, anwaltlichen Rechtsbeistand zu bezahlen. Bei dieser Feststellung berücksichtigt das Gericht Folgendes:
  • das persönliche Einkommen oder Familieneinkommen;
  • die in einer Erklärung bestätigten Vermögensverhältnisse;
  • die familiäre Lage;
  • den Gesundheitszustand;
  • das Beschäftigungsverhältnis;
  • das Alter;
  • andere überprüfte Umstände.

Geltende Einkommensgrenzen für Beschuldigte auf dem Gebiet der Strafgerichtsbarkeit

Über die für Strafsachen angeführten Kriterien (siehe vorstehende Ausführungen zu Artikel 22 des Prozesskostenhilfegesetzes) hinaus gelten folgende Kriterien:

Artikel 23:

  1. Die (in Artikel 21 Nummer 3 aufgeführte) Prozesskostenhilferegelung gilt für die Fälle, in denen die Verteidigung oder Vertretung durch einen Rechtsbeistand zwingend vorgeschrieben ist.
  2. Die Prozesskostenhilferegelung muss ferner die Fälle abdecken, in denen ein Verdächtiger, ein Angeklagter, ein Beschuldigter, ein Beklagter oder eine Streitpartei in einer Straf‑, Zivil‑ oder Verwaltungssache nicht in der Lage ist, anwaltlichen Beistand zu bezahlen, und deshalb Prozesskostenhilfe erhalten möchte und dies im Interesse der Justiz erforderlich ist.
  3. In Strafsachen ist die entsprechende Prüfung von der zuständigen Behörde auf der Grundlage der Vermögensverhältnisse der Person/des Beschuldigten durchzuführen, die bzw. der nicht in der Lage ist, anwaltlichen Beistand zu bezahlen.

Geltende Einkommensgrenzen für Opfer auf dem Gebiet der Strafgerichtsbarkeit

Es gilt die gleiche Grenze wie für andere Parteien in Strafsachen (siehe oben).

Sonstige Voraussetzungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe für Opfer

Es gibt im Gesetz keine spezifischen Bestimmungen für Opfer von Straftaten. Es gelten die allgemeinen Vorschriften für Prozesskostenhilfe in Strafsachen (Artikel 22 und 23 des Prozesskostenhilfegesetzes).

Sonstige Voraussetzungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe für Beschuldigte

Es gibt im Gesetz keine spezifischen Bestimmungen für Beschuldigte. Es gelten die allgemeinen Vorschriften für Prozesskostenhilfe in Strafsachen (Artikel 22 und 23 des Prozesskostenhilfegesetzes).

Gebührenfreie Verfahren

Artikel 83: Kosten- und Gebührenbefreiung

  1. Es gelten folgende Befreiungen von der Pflicht zur Hinterlegung von Gebühren und Kosten in Bezug auf die Bearbeitung von Verfahren:
  • für Kläger – Arbeitnehmer, Angestellte und Beteiligte an Kollektivklagen aufgrund von Beschäftigungsverhältnissen;
  • für Kläger in Unterhaltssachen;
  • bei von der Staatsanwaltschaft erhobenen Klagen;
  • für Kläger – bei Schadensersatzforderungen aus rechtskräftig abgeurteilten Straftaten;
  • für bestellte Sondervertreter von Streitparteien mit unbekannter Anschrift.

 

  1. Natürliche Personen müssen keine Gebühren und Kosten für Verfahren hinterlegen, wenn sie nach Überzeugung des Gerichts nicht über ausreichende Mittel für die Zahlung verfügen. Bei der Beantragung der Befreiung berücksichtigt das Gericht Folgendes:
  • Einkommen der Person und Familieneinkommen;
  • die in einer Erklärung bestätigten Vermögensverhältnisse;
  • die familiäre Lage;
  • den Gesundheitszustand;
  • das Beschäftigungsverhältnis;
  • das Alter
  • sonstige relevante Umstände.
  1. In den in den Absätzen 1 und 2 aufgeführten Fällen sind die Verfahrenskosten aus dem im Haushaltsplan des Gerichts vorgesehenen Betrag zu begleichen.

Artikel 84: Befreiung in Sonderfällen

Von der Zahlung staatlicher Gebühren, nicht aber der Gerichtskosten, sind freigestellt:

  1. der Staat und staatliche Einrichtungen, außer in Fällen staatlichen Privateigentums und bei Klagen in Bezug auf staatliche Privatforderungen und ‑ansprüche (geändert in Staatsanzeiger Nr. 50/08, in Kraft seit 1.3.2008; geändert durch Entscheidung des Verfassungsgerichts in der Rechtssache Nr. 3 aus 2008 – Staatsanzeiger Nr. 63/08);
  2. das Bulgarische Rote Kreuz;
  3. Kommunen, außer bei Klagen in Bezug auf kommunale Privatforderungen und Eigentumsrechte – kommunales Privateigentum.

Wann muss die unterlegene Partei die Kosten der obsiegenden Partei übernehmen?

Zivilsachen

Artikel 78: Kostenerstattung

  1. Die vom Kläger entrichteten Gebühren (einschließlich der Verfahrenskosten und der Vergütung für einen Anwalt, falls er dessen Dienste in Anspruch genommen hat) sind vom Beklagten im Verhältnis zu dem zugesprochenen Betrag der Forderung zu bezahlen.
  2. Wenn der Beklagte keine Veranlassung zu dem Verfahren gegeben hat, sind die Ausgaben vom Kläger zu tragen.
  3. Der Beklagte hat ferner das Recht, getätigte Ausgaben im Verhältnis zu dem abgewiesenen Teil der Forderung geltend zu machen.
  4. Ferner hat der Beklagte Anspruch auf Erstattung von Ausgaben nach Verfahrensende.

10.   Sind die für die Vergütung eines Anwalts geltend gemachten Forderungen angesichts der tatsächlichen rechtlichen und faktischen Schwierigkeit des Falles übergebührlich hoch, so kann das Gericht auf Antrag des Streitgegners einen geringeren Betrag festlegen, der allerdings den Mindestbetrag (nach Artikel 36 des Anwaltsgesetzes) nicht unterschreiten darf.

11.   Wird zugunsten einer Person entschieden, die von staatlichen Gebühren oder Verfahrenskosten befreit ist, so muss der Beklagte alle fälligen Gebühren und Kosten tragen. Die betreffenden Beträge sind an das Gericht zu entrichten.

12.   Wird die Forderung einer Person anerkannt, die Prozesskostenhilfe in Anspruch genommen hat, so wird die gezahlte Anwaltsvergütung der staatlichen Prozesskostenhilfestelle im Verhältnis zum anerkannten Teil der Forderung erstattet. Bei Klageentscheidungen muss die Person, die Prozesskostenhilfe in Anspruch genommen hat, die Ausgaben im Verhältnis zum abgewiesenen Teil der Forderung erstatten.

13.   Die Zahlung der Anwaltsvergütung wird auch juristischen Personen und Einzelunternehmern zuerkannt, wenn sie von einem angestellten Rechtsberater vertreten wurden.

14.   Endet ein Verfahren mit einer Einigung, ist dem Kläger die Hälfte der hinterlegten staatlichen Gebühren zurückzuerstatten. Die Verfahrensausgaben und die Einigung gelten weiter, falls nicht anders vereinbart.

15.   Einem Drittbeteiligten* werden keine Kosten auferlegt, jedoch muss er die Kosten der von ihm durchgeführten Verfahren zahlen.

16.   Nimmt ein Staatsanwalt an dem Verfahren teil, so sind die fälligen Kosten dem Staat zu erstatten bzw. von diesem zu erstatten.

*Ein Drittbeteiligter ist eine gesonderte Streitpartei in Zivilverfahren mit speziellen Rechten und Pflichten, die in der Zivilprozessordnung geregelt sind.

Strafsachen

Strafprozessordnung – Kosten und Vergütungen

Artikel 187: Kostenerhebung

  1. Die Kosten für Strafverfahren müssen – außer in den im Gesetz festlegten Fällen – durch die im Haushaltsplan der jeweiligen Institution angegebenen Beträge gedeckt werden.
  2. In Strafverfahren, die auf eine bei Gericht eingereichte Klage eines Opfers zurückgehen, müssen die Kosten im Voraus vom Privatkläger hinterlegt werden. Werden diese nicht hinterlegt, so ist dem Privatkläger eine Frist von sieben Tagen für die Hinterlegung einzuräumen.
  3. In Verfahren aufgrund einer bei Gericht eingereichten Klage eines Opfers müssen die Kosten von Beweisanträgen des Beschuldigten vor Gericht vom Haushalt des Gerichts abgedeckt sein.

Artikel 188: Kostenfestsetzung

  1. Die Kostenbeträge müssen vom Gericht oder von der das vorgerichtliche Verfahren durchführenden Stelle festgelegt werden.
  2. Die Entschädigung von Zeugen – Arbeitnehmern oder Angestellten – ist vom Gericht festzulegen.

Artikel 189: Kostenentscheidung

  1. Das Gericht muss bei Erlass des Urteils oder der Entscheidung über die Frage der angefallenen Kosten befinden.
  2. Kosten für Übersetzungsleistungen im vorgerichtlichen Verfahren gehen zulasten der betreffenden Stelle, diejenigen für Übersetzungsleistungen im Gerichtsverfahren zulasten des Gerichts.
  3. Wird die angeklagte Partei für schuldig befunden, so verurteilt das Gericht sie dazu, die Kosten des Verfahrens einschließlich der Anwaltsgebühr und anderer Kosten für den Pflichtverteidiger zu zahlen. Dies schließt die vom Privatankläger und vom Privatbeteiligten getragenen Kosten ein, sofern letzterer einen diesbezüglichen Antrag gestellt hat. Bei mehreren verurteilten Personen bestimmt das Gericht die von jeder von ihnen zu zahlenden Kostenanteile.
  4. Wird die angeklagte Partei in einigen Anklagepunkten für nicht schuldig befunden, so verurteilt das Gericht den Angeklagten lediglich zur Zahlung der Kosten in Verbindung mit den Anklagepunkten, in denen er für schuldig befunden wurde.

Artikel 190: Kostenübernahme

  1. Wird der Angeklagte freigesprochen oder wird das Strafverfahren eingestellt, so gehen alle Kosten in Offizialstrafverfahren zulasten des Staates und in von Opfern angestrengten Privatklageverfahren zulasten des Privatklägers.
  2. Für die Kostenbegleichung muss vom Gericht erster Instanz ein Vollstreckungsbescheid für die zu begleichenden Kosten ausgestellt werden.

Vergütung von Sachverständigen

In der Zivilprozessordnung findet sich eine allgemeine Regelung in Bezug auf die Vergütung der Sachverständigen:

Artikel 75: Kostenfestsetzung

"… die Vergütung der Sachverständigen wird vom Gericht unter Berücksichtigung der geleisteten Arbeit und der entstandenen Kosten festgesetzt."

Die vom Obersten Justizrat erlassene Verfügung Nr. 1/2008 über die Registrierung, Qualifikation und Vergütung von Sachverständigen gilt für Zivil‑, Straf‑ und Verwaltungssachen. Nach Artikel 29 ist die Vergütung der Sachverständigen von den das Gutachten einholenden Stellen unter Berücksichtigung folgender Faktoren festzulegen:

  1. Komplexität der Aufgabe;
  2. Kompetenz und Qualifikation des Sachverständigen;
  3. Dauer der Durchführung der Aufgabe;
  4. Umfang der geleisteten Arbeit;
  5. unvermeidbare Kosten wie Auslagen für Material, Verbrauchsgüter, Werkzeuge, Geräte usw.;
  6. sonstige für die Ausführung der Arbeit relevante Bedingungen wie etwa die Einhaltung von Fristen und die außerhalb der Arbeitszeit sowie an Feiertagen geleistete Arbeit usw.

Vergütung von Übersetzern und Dolmetschern

Zivilsachen

Die für Sachverständige geltenden Regeln sind auch auf Übersetzer anwendbar – siehe oben.

Strafsachen

Strafprozessordnung: Artikel 189 Absatz 2

Kosten für Übersetzungsleistungen im vorgerichtlichen Verfahren gehen zulasten der betreffenden Stelle, diejenigen für Übersetzungsleistungen im Gerichtsverfahren zulasten des Gerichts.

Dokumente zum Thema

Bericht Bulgariens zu der Untersuchung über die Transparenz der KostenPDF(566 Kb)en

Letzte Aktualisierung: 10/05/2021

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Verfahrenskosten - Tschechische Republik

Diese Seite enthält Informationen über die Verfahrenskosten in der Tschechischen Republik.

Link öffnet neues FensterFamilienrecht – Scheidung

Link öffnet neues FensterFamilienrecht – Sorgerecht und Unterhalt für Kinder

Link öffnet neues FensterHandelsrecht – Vertragsrecht

Link öffnet neues FensterHandelsrecht – Haftung

Gebührenordnung für Rechtsberufe

Rechtsanwälte

In der Tschechischen Republik gibt es nur eine Art von Anwalt – den Rechtsanwalt [advokáti]. Im Gegensatz zum Vereinigten Königreich wird nicht zwischen plädierenden Rechtsanwälten („barristers“) und nicht plädierenden Rechtsanwälten („solicitors“) unterschieden.

Die Gebühren und Auslagen, die den Rechtsanwälten für die Erbringung von Rechtsdienstleistungen gezahlt werden (Rechtsanwaltstarif), sind Gegenstand der Link öffnet neues FensterVerordnung des Justizministeriums Nr. 177/1996 vom 4. Juni 1996. Die englische Übersetzung ist auf der Website der tschechischen Rechtsanwaltskammer verfügbar.

Die Gebühren können auch privat zwischen dem Rechtsanwalt und dem Mandanten vereinbart werden.

In den meisten Zivilsachen (einschließlich Familien- und Handelssachen) besteht kein Anwaltszwang.

Feste Kosten

Feste Kosten in Zivilverfahren

Feste Kosten für Verfahrensbeteiligte in Zivilverfahren

Die Gebühren in Zivilverfahren werden durch das Gesetz Nr. 549/1991 über Gerichtsgebühren geregelt (eine englische Übersetzung ist nicht verfügbar). Diese variieren je nach Art des Verfahrens. In einigen Fällen werden feste Gebühren gezahlt; in anderen Fällen wird die Höhe der Gebühr prozentual festgelegt.

In allen Fällen sind die Gebühren in tschechischer Krone (CZK) zu entrichten. Der entsprechende Betrag kann auf das Konto der Staatskasse (des Gerichts) überwiesen werden. Gebühren bis zu 5000 CZK können mit speziellen staatlichen Briefmarken [státní kolek] bezahlt werden, die in Postämtern und an bestimmten anderen Stellen zu erhalten sind.

Das Gericht ist verpflichtet, die klagende Partei über die genaue Höhe der Gerichtsgebühr zu informieren.

Abschnitt des Zivilverfahrens, in dem die Verfahrensbeteiligten feste Kosten zu entrichten haben

Eine Gerichtsgebühr wird fällig, wenn der Zahlungspflichtige zu ihrer Zahlung verpflichtet wird (z. B. bei Einreichung einer Klage). Zahlt der Zahlungspflichtige eine fällige Gerichtsgebühr nicht, so fordert das Gericht die Zahlung der Gebühr innerhalb der von ihm gesetzten Frist. Ist diese Frist abgelaufen und hat der Zahlungspflichtige die Gebühr nicht gezahlt, stellt das Gericht das Verfahren ein.

Feste Kosten in Strafverfahren

Feste Kosten für Verfahrensbeteiligte in Strafverfahren

Das Strafverfahren wird immer von Amts wegen eingeleitet (auf der Grundlage der Amtspflicht des Staatsanwalts), und der Angeklagte trägt nur die Kosten der Vertretung durch einen Anwalt (wenn ihm keine kostenfreie oder ermäßigte Verteidigung gewährt wird). Wird der Angeklagte jedoch rechtskräftig für schuldig befunden, muss er dem Staat die Kosten des Strafverfahrens in der vom Gesetz festgelegten Höhe erstatten.

Abschnitt des Strafverfahrens, in dem die Verfahrensbeteiligten feste Kosten zu entrichten haben

Für die Durchführung eines Strafverfahrens werden keine Gerichtsgebühren erhoben.

Feste Kosten in Verfahren vor dem Verfassungsgericht

Feste Kosten für Verfahrensbeteiligte in Verfahren vor dem Verfassungsgericht

Für Klagen vor dem Verfassungsgericht der Tschechischen Republik [Ústavní soud České republiky] sind keine festen Gerichtsgebühren vorgesehen, für die Verfahrensbeteiligten besteht jedoch Anwaltszwang.

Abschnitt des Verfahrens vor dem Verfassungsgericht, in dem die Verfahrensbeteiligten feste Kosten zu entrichten haben

Es werden keine festen Gerichtsgebühren erhoben.

Informationspflichten des Prozessbevollmächtigten

Rechte und Pflichten der Parteien

Die Prozessbevollmächtigten der Parteien sind nicht verpflichtet, vorab Informationen zu erteilen.

Die Rechte und Pflichten der Parteien können durch eine Vereinbarung zwischen dem Rechtsanwalt und dem Mandanten geregelt werden.

Rechtsgrundlage für die Kosten

Wo finde ich Informationen über die Rechtsgrundlage für die Kosten in der Tschechischen Republik?

Es wird empfohlen, sich im konkreten Fall von einem Rechtsanwalt beraten zu lassen. Sobald das Verfahren beginnt, ist das Gericht verpflichtet, den Parteien die Höhe der fälligen Gerichtsgebühren mitzuteilen.

In welcher Sprache sind Informationen über die Rechtsgrundlage für die Kosten in der Tschechischen Republik erhältlich?

Die einzige Amtssprache in der Tschechischen Republik ist Tschechisch. Es besteht daher keine rechtliche Verpflichtung, Informationen in einer anderen Sprache zu erteilen. Die Qualität der Informationen hängt folglich von der Bereitschaft und dem Wissen der Person ab, die die Informationen erteilt.

Wo kann ich mich über Mediation/Schlichtung informieren?

Informationen über Mediation/Schlichtung können über den Link öffnet neues FensterMediatorenverband der Tschechischen Republik [Asociace mediátorů České republiky] (AMČR) eingeholt werden.

Informationen über eingetragene Mediatoren sind auf der Website des Link öffnet neues FensterJustizministeriums und/oder direkt in der Datenbank Link öffnet neues FensterListe der Mediatoren [Seznam mediátorů] abrufbar.

Wo sind weitere Informationen über Verfahrenskosten erhältlich?

Online-Informationen über Verfahrenskosten

Es gibt keine offizielle Website mit Informationen über Verfahrenskosten.

Wo sind Informationen über die durchschnittliche Dauer der einzelnen Verfahrensarten erhältlich?

Auf der Website des Link öffnet neues FensterJustizministeriums sind Statistiken über die Tätigkeit der Gerichte und Staatsanwaltschaften zu finden.

Wo sind Informationen über die durchschnittlichen Gesamtkosten der einzelnen Verfahrensarten erhältlich?

Die Kosten hängen von den Umständen des Einzelfalles ab. Es liegen keine durchschnittlichen Gesamtkosten für Gerichtsverfahren vor.

MwSt.

Wie wird hierüber informiert?

Die Gerichtsgebühren sind von der Mehrwertsteuer befreit und ihr Betrag ist endgültig. Die Rechtsanwaltsgebühren enthalten keine Mehrwertsteuer. Einige Anwaltskanzleien sind mehrwertsteuerpflichtig und berechnen die Mehrwertsteuer (zum Satz von 21%). Die Mehrwertsteuer und die Modalitäten der Erhebung dieser Steuer sind im Gesetz Nr. 235/2004 über die Mehrwertsteuer geregelt.

Welche Sätze gelten?

Der Normalsatz liegt bei 21%, der ermäßigte Satz bei 15%.

Prozesskostenhilfe

Einkommensschwelle in Zivilverfahren

Es gelten keine bestimmten Einkommensschwellen. Zu den Voraussetzungen für die Gewährung von unentgeltlicher Prozesskostenhilfe gehört nicht nur das Einkommen der Person, sondern auch die gesamte finanzielle Situation ihres Haushalts. Wenn die Wahrung der Interessen einer Partei es erfordert (d. h. insbesondere in materiell- oder verfahrensrechtlich komplizierten Verfahren) oder wenn die Parteien in der jeweiligen Verfahrensart zwingend durch einen Rechtsanwalt vertreten sein müssen und gleichzeitig die Verhältnisse der Partei ein solches Vorgehen rechtfertigen, ernennt das Gericht einen Rechtsanwalt zum Prozessbevollmächtigten der Partei. Das Gericht befreit die Partei dann von der Pflicht zur Kostenerstattung an den Rechtsanwalt und von der Zahlung der Gerichtsgebühren.

Unentgeltliche Prozesskostenhilfe wird auch von der tschechischen Rechtsanwaltskammer [Česká advokátní komora] und spezialisierten Nichtregierungsorganisationen (je nach Verfahrensgegenstand) gewährt.

Einkommensschwelle für Angeklagte in Strafverfahren

Es gelten keine bestimmten Einkommensschwellen. In allen Fällen, in denen eine Vertretung durch einen Anwalt vorgeschrieben ist und der Angeklagte keinen Anwalt hat, benennt das Gericht einen Pflichtverteidiger für den Angeklagten.

Weist der Angeklagte nach, dass er die Kosten der Verteidigung nicht aufbringen kann, entscheidet das Gericht, dass er Anspruch auf eine kostenfreie Verteidigung oder eine Verteidigung zu einem ermäßigten Satz hat.

Einkommensschwelle für Opfer (Geschädigte) in Strafverfahren

Geschädigte bis zum 18. Lebensjahr haben das Recht, in Strafverfahren unentgeltlich von einem Rechtsanwalt vertreten zu werden, es sei denn, das Verfahren betrifft den Straftatbestand der Vernachlässigung der Unterhalts- und Unterstützungspflicht [zanedbání povinné výživy].

Geschädigte, die einer der folgenden Kategorien angehören, haben ebenfalls Anspruch auf kostenfreie Vertretung durch einen Rechtsanwalt:

  1. besonders schutzbedürftige Opfer gemäß dem Gesetz Nr. 45/2013 über Opfer von Straftaten und zur Änderung bestimmter Gesetze (Gesetz über Opfer von Straftaten),
  2. Personen, die infolge einer vorsätzlichen Straftat eine schwere Körperverletzung erlitten haben,
  3. Hinterbliebene eines Opfers, das an den Folgen der Straftat gestorben ist,

Personen, die nachweisen, dass sie die Kosten für einen Prozessbevollmächtigten nicht aufbringen können. Diese Personen sind berechtigt, ihren Anwalt selbst zu wählen; wenn sie dies nicht tun, benennt das zuständige Strafverfolgungsorgan einen Anwalt für sie.

Handelt es sich bei dem Geschädigten auch um ein besonders schutzbedürftiges Opfer, so erhält er zusätzlich eine eingeschränkte Prozesskostenhilfe nach dem Gesetz über die Opfer von Straftaten. Diese Form der Prozesskostenhilfe wird von Rechtsanwälten geleistet, die sich freiwillig bereit erklären, solchen Opfern in einem bestimmten Umfang unentgeltlich Prozesskostenhilfe zu gewähren, und die in einem speziellen, vom Justizministerium geführten Register eingetragen sind.

Weitere Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe für Opfer

Nichtregierungsorganisationen ohne Erwerbscharakter, die die festgelegten Bedingungen erfüllen und vom Justizministerium zugelassen sind, sowie die Bewährungs- und Schlichtungsstelle [Probační a mediační služba] können Opfern von Straftaten Rechtsauskünfte erteilen (insbesondere Informationen über ihre Rechte nach dem Gesetz über die Opfer von Straftaten sowie über die Rechte der geschädigten Parteien in Strafverfahren). Diese Rechtsauskünfte stellen jedoch nicht unmittelbar Prozesskostenhilfe dar.

Sonstige Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe für Angeklagte

Diesbezüglich gelten die oben genannten Einkommensschwellen für die Prozesskostenhilfe für Angeklagte in Strafverfahren.

Von Gebühren befreite Gerichtsverfahren

Für Klagen vor dem Verfassungsgericht fallen keine Gerichtsgebühren an. Ebenso werden in einigen Verfahrensarten (die in §Abschnitt 11 des Gesetzes Nr. 549/1991 über Gerichtsgebühren aufgeführt sind) keine Gerichtsgebühren erhoben, z. B. in Fällen, in denen der Kläger minderjährig ist, und in einigen anderen Fällen (z. B. in Fällen, in denen der Staat oder seine Organe eine der Verfahrensparteien sind, in Asylverfahren und in Fällen, in denen eine Verfahrenspartei eine „Person in schwächerer Position“ ist).

Wann muss die unterliegende Partei die Kosten der obsiegenden Partei übernehmen?

Dies liegt im Ermessen des Richters (wie in der endgültigen Entscheidung des Gerichts erläutert). Das Gericht kann der unterliegenden Partei die gesamten oder einen Teil der Kosten auferlegen. Dies gilt jedoch nicht für Scheidungsverfahren. Die Kostenentscheidung kann häufig auch die Kosten für den Prozessbevollmächtigten umfassen.

Sachverständigengebühren

Das Gericht vergütet die von ihm bestellten Sachverständigen. Die Prozessparteien müssen die Sachverständigengebühren nur dann tragen, wenn sie selbst die Dienste des Sachverständigen in Anspruch nehmen. In einigen besonderen Fällen kann das Gericht die unterliegende Partei anweisen, die Kosten für den Sachverständigen zu tragen.

Gebühren von Übersetzern und Dolmetschern

Das Gericht muss die Kosten für Übersetzer und Dolmetscher übernehmen. Wenn eine Partei Ausländer ist und die tschechische Sprache nicht versteht, kann sie sich in ihrer Muttersprache an das Gericht wenden.

Weitere Anlagen zum Thema

Tschechischer Bericht über die Studie zur Kostentransparenz PDF(703 Kb)en

Letzte Aktualisierung: 28/02/2022

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Fallstudie 1 – Familienrecht – Scheidung – Tschechische Republik

In dieser Fallstudie zum Thema Familienrecht – Scheidung wurden die Mitgliedstaaten gebeten, der Partei, die die Scheidung einreicht, Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Paar heiratet. Später trennt sich das Paar und beschließt, sich scheiden zu lassen.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Zwei Staatsangehörige des Mitgliedstaats A heiraten. Die Eheschließung findet in Mitgliedstaat A statt. Nach der Hochzeit zieht das Paar in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat B), wo es seinen Wohnsitz begründet und eine Arbeit aufnimmt. Kurz darauf trennt sich das Paar. Die Ehefrau kehrt in den Mitgliedstaat A zurück, während der Ehemann im Mitgliedstaat B bleibt. Sofort nach ihrer Rückkehr in den Mitgliedstaat A reicht die Ehefrau in Mitgliedstaat B die Scheidung ein.

Kostenfestsetzung in der Tschechischen Republik

Ungefähre Kosten für Gerichtsverfahren, Rechtsmittelverfahren und alternative Streitbeilegung (alternative dispute resolution – ADR)


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

ADR


Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Eingangsgebühren

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Kann alternative Streitbeilegung in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

2 000 CZK

Nicht zutreffend (N/A)

N/A

2 000 CZK

N/A

N/A

Ja (fakultativ)

Vertraglich festgelegt (400 CZK pro angefangene Stunde im Falle einer gerichtlich angeordneten Einführungssitzung mit einem Mediator)

Fall B

2 000 CZK

N/A

N/A

2 000 CZK

N/A

N/A

Ja (fakultativ)

Vertraglich festgelegt (400 CZK pro angefangene Stunde im Falle einer gerichtlich angeordneten Einführungssitzung mit einem Mediator)

Ungefähre Kosten eines Rechtsanwalts, eines zugelassenen Gerichtsvollziehers und eines Sachverständigen


Fallstudie

Prozessbevollmächtigter

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger


Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Muss ein Gerichtsvollzieher eingeschaltet werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Muss ein Sachverständiger herangezogen werden?

Kosten

Fall A

Nein

Vertraglich, 1 500 CZK pro Leistung nach dem Rechtsanwaltstarif

Nein

-

-

Nein

100 – 350 CZK pro Stunde

Fall B

Nein

Vertraglich festgelegt

Nein (hängt von dem anderen beteiligten Staat ab)

-

-

Nein

100 – 350 CZK pro Stunde

Kosten für Zeugenentschädigung, Hinterlegungen, Sicherheitsleistungen und andere einschlägige Gebühren


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Hinterlegung oder Sicherheitsleistung

Andere Gebühren


Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Beschreibung

Kosten

Fall A

Ja, es werden die tatsächlichen Kosten gezahlt.

Je nach den Umständen des Falles unterschiedlich

Nein

-

-

-

Fall B

Ja, es werden die tatsächlichen Kosten gezahlt.

Je nach den Umständen des Falles unterschiedlich

Nein

-

-

-

Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen


Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Erstattung


Wann und unter welchen Voraussetzungen wird Prozesskostenhilfe gewährt?

Wann wird die volle Prozesskostenhilfe gewährt?

Unter welchen Voraussetzungen?

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Verfahrenskosten verlangen?

Sollte die Erstattung nicht vollständig sein, wie hoch ist der übliche Prozentsatz der übernommenen Kosten?

Welche Kosten sind nicht erstattungsfähig?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe zurückzuzahlen ist?

Fall A

Nur Nichtregierungsorganisationen (NRO)

-

-

Normalerweise nicht Das Gericht kann jedoch eine Kostenerstattung gewähren, wenn dies durch die Umstände gerechtfertigt ist.

-

Hängt von der Entscheidung des Gerichts ab, in der Regel keine

Nein

Fall B

Siehe die Richtlinie über Prozesskostenhilfe in Streitsachen mit grenzüberschreitendem Bezug

-

-

Normalerweise nicht Das Gericht kann jedoch eine Kostenerstattung gewähren, wenn dies durch die Umstände gerechtfertigt ist.

-

Hängt von der Entscheidung des Gerichts ab, in der Regel keine

Nein

Dolmetsch- und Übersetzungskosten


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Gibt es andere Kosten bei Streitsachen mit grenzüberschreitendem Bezug?


Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Ungefähre Kosten

Fall A

Bei den für das Verfahren erforderlichen Originalunterlagen in einer Fremdsprache

100 – 350 CZK pro Seite


-

-

-

Fall B

Bei den für das Verfahren erforderlichen Originalunterlagen in einer Fremdsprache

100 – 350 CZK pro Seite

Wenn eine Partei oder ein Zeuge Ausländer ist oder Tschechisch nicht versteht

100 – 350 CZK pro Stunde

-

-

Letzte Aktualisierung: 28/02/2022

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Fallstudie 2 – Familienrecht – Sorgerecht – Tschechische Republik

In dieser Fallstudie zum Thema Familienrecht – Sorgerecht wurden die Mitgliedstaaten gebeten, der klagenden Partei Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Zwei Personen haben mehrere Jahre lang unverheiratet zusammengelebt. Sie haben ein dreijähriges Kind, als sie sich trennen. Durch eine Gerichtsentscheidung wird der Mutter das Sorgerecht für das Kind und dem Vater ein Umgangsrecht eingeräumt. Die Mutter beantragt, das Umgangsrecht des Vaters einzuschränken.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug – Sie sind Rechtsanwalt in Mitgliedstaat A: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet in Mitgliedstaat B zusammengelebt. Unmittelbar nach der Geburt des gemeinsamen Kindes trennt sich das Paar. Das Gericht in Mitgliedstaat B spricht der Mutter das Sorgerecht und dem Vater ein Umgangsrecht zu. Mutter und Kind ziehen mit Erlaubnis des Gerichts in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat A), während der Vater in Mitgliedstaat B bleibt. Einige Jahre später beantragt die Mutter in Mitgliedstaat A eine Änderung des Umgangsrechts des Vaters.

Kostenfestsetzung in der Tschechischen Republik

Ungefähre Kosten für Gerichtsverfahren, Rechtsmittelverfahren und alternative Streitbeilegung


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

ADR


Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Eingangsgebühren

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Kann alternative Streitbeilegung in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Keine

Nicht zutreffend (N/A)

N/A

Keine

N/A

N/A

Ja

Vertraglich festgelegt (400 CZK pro angefangene Stunde im Falle einer gerichtlich angeordneten Einführungssitzung mit einem Mediator)

Fall B

Keine

Nicht zutreffend (N/A)

N/A

Keine

N/A

N/A

Ja

Vertraglich festgelegt (400 CZK pro angefangene Stunde im Falle einer gerichtlich angeordneten Einführungssitzung mit einem Mediator)



Ungefähre Kosten eines Rechtsanwalts, eines zugelassenen Gerichtsvollziehers und eines Sachverständigen


Fallstudie

Prozessbevollmächtigter

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger


Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Muss ein Gerichtsvollzieher eingeschaltet werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Muss ein Sachverständiger herangezogen werden?

Kosten

Fall A

Nein

Vertraglich, 1 000 CZK pro Leistung nach dem Rechtsanwaltstarif

Nein

-

-

Nein

100 – 350 CZK pro Stunde

Fall B

Nein

Vertraglich, 1 000 CZK pro Leistung nach dem Rechtsanwaltstarif

Nein (hängt von dem anderen beteiligten Staat ab)

-

-

Nein

100 – 350 CZK pro Stunde


Kosten für Zeugenentschädigung, Hinterlegungen, Sicherheitsleistungen und andere einschlägige Gebühren


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Hinterlegung oder Sicherheitsleistung

Andere Gebühren


Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Beschreibung

Kosten

Fall A

Ja, abhängig von ihren tatsächlichen Kosten

Je nach den Umständen des Falles unterschiedlich

Nicht bei dieser Verfahrensart

-

-

-

Fall B

Ja, abhängig von ihren tatsächlichen Kosten

Je nach den Umständen des Falles unterschiedlich

Nicht bei dieser Verfahrensart

-

-

-



Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen



Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Erstattung


Wann und unter welchen Voraussetzungen wird Prozesskostenhilfe gewährt?

Wann wird die volle Prozesskostenhilfe gewährt?

Unter welchen Voraussetzungen?

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Verfahrenskosten verlangen?

Sollte die Erstattung nicht vollständig sein, wie hoch ist der übliche Prozentsatz der übernommenen Kosten?

Welche Kosten sind nicht erstattungsfähig?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe zurückzuzahlen ist?

Fall A

Nur Nichtregierungsorganisationen (NRO)

-

-

Normalerweise nicht Das Gericht kann jedoch eine Kostenerstattung gewähren, wenn dies durch die Umstände gerechtfertigt ist.

-

Hängt von der Entscheidung des Gerichts ab, in der Regel keine

Nein

Fall B

Siehe die Richtlinie über Prozesskostenhilfe in Streitsachen mit grenzüberschreitendem Bezug

-

-

Normalerweise nicht Das Gericht kann jedoch eine Kostenerstattung gewähren, wenn dies durch die Umstände gerechtfertigt ist.

-

Hängt von der Entscheidung des Gerichts ab, in der Regel keine

Nein


Dolmetsch- und Übersetzungskosten


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Gibt es andere Kosten bei Streitsachen mit grenzüberschreitendem Bezug?


Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Ungefähre Kosten

Fall A

Bei den für das Verfahren erforderlichen Originalunterlagen in einer Fremdsprache

100 – 350 CZK pro Seite

-

-

-

-

Fall B

Bei den für das Verfahren erforderlichen Originalunterlagen in einer Fremdsprache

100 – 350 CZK pro Seite

Wenn eine Partei oder ein Zeuge Ausländer ist oder Tschechisch nicht versteht

100 – 350 CZK pro Stunde

-

-

Letzte Aktualisierung: 28/02/2022

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 4 – Handelsrecht – Vertragsrecht – Tschechische Republik

In dieser Fallstudie zum Thema Handelsrecht – Vertragsrecht wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Verkäufer Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Unternehmen liefert Waren im Wert von 20 000 EUR. Der Käufer zahlt nicht, weil die Waren seiner Ansicht nach nicht dem entsprechen, was vereinbart war.

Der Verkäufer beschließt, auf Zahlung des vollen Kaufpreises zu klagen.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Ein Unternehmen mit Sitz in Mitgliedstaat B liefert Waren im Wert von 20 000 EUR an einen Käufer in Mitgliedstaat A. Der Vertrag ist in der Sprache des Mitgliedstaats B abgefasst und unterliegt dem Recht dieses Staates. Der Käufer in Mitgliedstaat A zahlt nicht, weil die Waren seiner Ansicht nach nicht dem entsprechen, was vereinbart war. Der Verkäufer beschließt, in Mitgliedstaat A auf der Grundlage des geschlossenen Kaufvertrags auf Zahlung des vollen Kaufpreises zu klagen.

Kostenfestsetzung in der Tschechischen Republik

Ungefähre Kosten für Gerichtsverfahren, Rechtsmittelverfahren und alternative Streitbeilegung


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

ADR


Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Eingangsgebühren

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Kann alternative Streitbeilegung in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

5 % des Betrags

(bei einem Streitwert unter 40 Mio. CZK)

Nicht zutreffend (N/A)

Nein

5 % des Betrags

Nicht zutreffend (N/A)

Nein

Ja,

(z. B. Schiedsverfahren oder Mediation)

Vertraglich festgelegt

Fall B

5 % des Betrags

(bei einem Streitwert unter 40 Mio. CZK)

Nicht zutreffend (N/A)

Nein

5 % des Betrags

Nicht zutreffend (N/A)

Nein

Ja,

(z. B. Schiedsverfahren oder Mediation)

Vertraglich festgelegt



Ungefähre Kosten eines Rechtsanwalts, eines zugelassenen Gerichtsvollziehers und eines Sachverständigen


Fallstudie

Prozessbevollmächtigter

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger


Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Muss ein Gerichtsvollzieher eingeschaltet werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Muss ein Sachverständiger herangezogen werden?

Kosten

Fall A

Nein

Vertraglich festgelegt

Nein

-

-

Nein

100 – 350 CZK pro Stunde

Fall B

Nein

Vertraglich festgelegt

Nein

-

-

Nein

100 – 350 CZK pro Stunde



Kosten für Zeugenentschädigung, Hinterlegungen, Sicherheitsleistungen und andere einschlägige Gebühren


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Hinterlegung oder Sicherheitsleistung

Andere Gebühren


Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Beschreibung

Kosten

Fall A

Ja, es werden die tatsächlichen Kosten gezahlt.

Je nach den Umständen des Falles unterschiedlich

In Handelssachen, wenn eine einstweilige Verfügung beantragt wird

50 000 CZK

-

-

Fall B

Ja, es werden die tatsächlichen Kosten gezahlt.

Je nach den Umständen des Falles unterschiedlich

In Handelssachen, wenn eine einstweilige Verfügung beantragt wird

50 000 CZK

-

-



Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen



Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Erstattung


Wann und unter welchen Voraussetzungen wird Prozesskostenhilfe gewährt?

Wann wird die volle Prozesskostenhilfe gewährt?

Unter welchen Voraussetzungen?

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Verfahrenskosten verlangen?

Sollte die Erstattung nicht vollständig sein, wie hoch ist der übliche Prozentsatz der übernommenen Kosten?

Welche Kosten sind nicht erstattungsfähig?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe zurückzuzahlen ist?

Fall A

Sehr selten in Handelssachen

-

-

Ja

Hängt von den Umständen des Falles ab

Es kann eine Entschädigung für alle Kosten gewährt werden.

Nein

Fall B

Siehe die Richtlinie über Prozesskostenhilfe in Streitsachen mit grenzüberschreitendem Bezug

-

-

Ja

Hängt von den Umständen des Falles ab

Es kann eine Entschädigung für alle Kosten gewährt werden.

Nein



Dolmetsch- und Übersetzungskosten


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen


Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Fall A

Bei den für das Verfahren erforderlichen Originalunterlagen in einer Fremdsprache

100 – 350 CZK pro Seite

-

-

Fall B

Bei den für das Verfahren erforderlichen Originalunterlagen in einer Fremdsprache

100 – 350 CZK pro Seite

Wenn eine Partei oder ein Zeuge Ausländer ist oder Tschechisch nicht versteht

100 – 350 CZK pro Stunde

Letzte Aktualisierung: 28/02/2022

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 5 – Handelsrecht – Haftung – Tschechische Republik

In dieser Fallstudie zum Thema Handelsrecht – Haftung wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kunden Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Hersteller von Heizungsanlagen liefert einen Heizkessel an einen Installateur. Der Installateur verkauft den Heizkessel an einen Kunden und baut ihn im Haus des Kunden ein. Kurz darauf bricht im Haus ein Brand aus. Alle Beteiligten (Hersteller der Heizungsanlage, Installateur, Endkunde) sind versichert. Die Ursache des Brandes ist umstritten. Niemand will den Kunden entschädigen.

Der Kunde beschließt, den Hersteller der Heizungsanlage, den Heizungsinstallateur und die Versicherungsgesellschaften auf vollen Schadenersatz zu verklagen.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Ein Hersteller von Heizungsanlagen in Mitgliedstaat B liefert einen Heizkessel an einen Installateur in Mitgliedstaat C. Der Installateur verkauft den Kessel an einen Kunden in Mitgliedstaat A und baut ihn dort im Haus des Kunden ein. Kurz darauf bricht im Haus ein Brand aus. Alle Beteiligten (Hersteller der Heizungsanlage, Installateur, Endkunde) sind in ihrem eigenen Mitgliedstaat versichert. Die Ursache des Brandes ist umstritten. Niemand will den Kunden entschädigen.

Der Kunde beschließt, den Hersteller der Heizungsanlage, den Heizungsinstallateur und die Versicherungsgesellschaft in Mitgliedstaat A auf vollen Schadenersatz in Mitgliedstaat A zu verklagen.

Kostenfestsetzung in der Tschechischen Republik

Ungefähre Kosten für Gerichtsverfahren, Rechtsmittelverfahren und alternative Streitbeilegung


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

ADR


Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Eingangsgebühren

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Kann alternative Streitbeilegung in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

5 % des Betrags (Versicherungsanspruch)

Nicht zutreffend (N/A)

Nein

5 % des Betrags

Nicht zutreffend (N/A)

Nein

Ja (fakultativ)

Vertraglich festgelegt (in der Regel 1 000 CZK pro Stunde; 3 Stunden)

Fall B

5 % des Betrags (Versicherungsanspruch)

Nicht zutreffend (N/A)

Nein

5 % des Betrags

Nicht zutreffend (N/A)

Nein

Ja (fakultativ)

Vertraglich festgelegt

Ungefähre Kosten eines Rechtsanwalts, eines zugelassenen Gerichtsvollziehers und eines Sachverständigen


Fallstudie

Prozessbevollmächtigter

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger


Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Muss ein Gerichtsvollzieher eingeschaltet werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Muss ein Sachverständiger herangezogen werden?

Kosten

Fall A

Nein

Vertraglich festgelegt

Nein

-

-

Nein

100 – 350 CZK pro Stunde

Fall B

Nein

Vertraglich festgelegt

Nein

-

-

Nein

100 – 350 CZK pro Stunde

Kosten für Zeugenentschädigung, Hinterlegungen, Sicherheitsleistungen und andere einschlägige Gebühren


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Hinterlegung oder Sicherheitsleistung

Andere Gebühren


Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Beschreibung

Kosten

Fall A

Ja, es werden die tatsächlichen Kosten gezahlt.

Je nach den Umständen des Falles unterschiedlich

Wenn eine einstweilige Verfügung beantragt wird

10 000 CZK

Kosten für Nachweiserbringung

Je nach den Umständen des Falles unterschiedlich

Fall B

Ja, es werden die tatsächlichen Kosten gezahlt.

Je nach den Umständen des Falles unterschiedlich

Wenn eine einstweilige Verfügung beantragt wird

10 000 CZK

Kosten für die Beweisführung

Je nach den Umständen des Falles unterschiedlich

Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen



Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Erstattung


Wann und unter welchen Voraussetzungen wird Prozesskostenhilfe gewährt?

Wann wird die volle Prozesskostenhilfe gewährt?

Unter welchen Voraussetzungen?

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Verfahrenskosten verlangen?

Sollte die Erstattung nicht vollständig sein, wie hoch ist der übliche Prozentsatz der übernommenen Kosten?

Welche Kosten sind nicht erstattungsfähig?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe zurückzuzahlen ist?

Fall A

Verbraucherschutzeinrichtungen, andere Nichtregierungsorganisationen (NRO)

Wenn es zum Schutz der Interessen einer Partei erforderlich ist, bestellt das Gericht einen Rechtsanwalt.

Der Antrag der Partei, ihr Vermögen und die Komplexität der Streitsache

Ja

Hängt von den Umständen des Falles ab

Es kann eine Entschädigung für alle Kosten gewährt werden.

Nein

Fall B

Siehe die Richtlinie über die Prozesskostenhilfe in Streitsachen mit grenzüberschreitendem Bezug oder das Europäische Verbraucherzentrum.

Wenn es zum Schutz der Interessen einer Partei erforderlich ist, bestellt das Gericht einen Rechtsanwalt.

Der Antrag der Partei, ihr Vermögen und die Komplexität der Streitsache

Ja

Hängt von den Umständen des Falles ab

Es kann eine Entschädigung für alle Kosten gewährt werden.

Nein

Dolmetsch- und Übersetzungskosten


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen


Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Fall A

Bei den für das Verfahren erforderlichen Originalunterlagen in einer Fremdsprache

100 – 350 CZK pro Seite

-

-

Fall B

Bei den für das Verfahren erforderlichen Originalunterlagen in einer Fremdsprache

100 – 350 CZK pro Seite

Wenn eine Partei oder ein Zeuge Ausländer ist oder Tschechisch nicht versteht

100 – 350 CZK pro Stunde

Letzte Aktualisierung: 28/02/2022

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Verfahrenskosten - Dänemark

Auf dieser Seite finden Sie Angaben zu den Verfahrenskosten in Dänemark.

Gebührenordnung für Rechtsberufe

Die Gebühren für Angehörige der Rechtsberufe sind nicht grundsätzlich geregelt. Allerdings hat der Oberste Gerichtshof (landsret) Richtsätze festgelegt, die öffentlich einsehbar sind. Es steht jedem frei, sich beim Disziplinarausschuss für Rechtsanwälte Link öffnet neues FensterAdvokatnævnet über die von einem Rechtsanwalt erhobenen Gebühren zu beschweren.

Kosten

Kosten in Zivilverfahren

Kosten für Prozessparteien in Zivilverfahren

Nach dänischem Recht muss der Kläger Gerichtsgebühren für die Einreichung der Klage entrichten. Der niedrigste Gebührensatz beträgt 500 DKK. Liegt der Streitwert über 50 000 DKK, beträgt die Gebühr 750 DKK zuzüglich 1,2 % des Betrags, um den der Streitwert 50 000 DKK überschreitet.

Bei einem Streitwert von mehr als 50 000 DKK wird eine zusätzliche Verhandlungsgebühr für die Gerichtsverhandlung erhoben. Sie entspricht der Gebühr, die bei Klageeinreichung zu entrichten ist. Somit muss der Kläger auch für die Gerichtsverhandlung 750 DKK zuzüglich 1,2 % des Betrags entrichten, um den der Streitwert 50 000 DKK überschreitet.

Für beide Gebührenarten (Gebühr für die Klageeinreichung und Gebühr für die Gerichtsverhandlung) wurde eine Obergrenze von 75 000 DKK festgelegt. In einigen Fällen (in denen es z. B. um die Ausübung hoheitlicher Gewalt geht) beträgt die Obergrenze lediglich 2000 DKK).

Bei einigen Arten von Zivilsachen, u. a. solche, die unter das Familienrecht fallen, werden keine Gerichtsgebühren erhoben.

Wann müssen die Kosten in Zivilverfahren entrichtet werden?

Wie vorstehend ausgeführt, muss die klagende Partei bei Klageeinreichung eine Gerichtsgebühr entrichten.

Die Gebühr für die Gerichtsverhandlung ist bis zum Verhandlungstermin, frühestens jedoch drei Monate vor der Verhandlung zu entrichten

Kosten in Strafverfahren

Kosten für Prozessparteien in Strafverfahren

Für Strafsachen werden in der Regel keine Gerichtsgebühren erhoben. Allerdings gibt es eine geringe Zahl von Strafsachen, in denen Privatklageverfahren geführt werden. Hierauf finden die Vorschriften über die Gerichtsgebühren in Zivilverfahren Anwendung.

Kosten in verfassungsrechtlichen Verfahren

Kosten für Prozessparteien in verfassungsrechtlichen Verfahren

Bei Verfassungssachen kann es sich entweder um Zivilsachen oder um Strafsachen handeln. Für das verfassungsrechtliche Verfahren gibt es in Dänemark keine gesonderten Vorschriften.

Informationspflichten des Rechtsanwalts/Rechtsbeistands bezüglich der Kosten

Rechte und Pflichten der Parteien

Unter Ziffer 16.8 des Verhaltenskodex der dänischen Rechtsanwaltskammer (Advokatsamfundets advokatetiske regler) heißt es:

„Der Rechtsanwalt sollte alles daran setzen, um unter Berücksichtigung der Wünsche und Anweisungen seines Mandanten eine für den Mandanten möglichst kostengünstige Lösung zu finden.“

Kostenfestsetzung - Rechtsgrundlagen

Wo kann man sich über dänische Kostengesetze informieren?

Informationen über dänische Kostengesetze sind über die Website der dänischen Rechtsanwaltskammer (Link öffnet neues FensterAdvokatsamfundet) und der dänischen Gerichte (Link öffnet neues FensterDanmarks Domstole) abrufbar.

In welchen Sprachen liegen Informationen über dänische Kostengesetze vor?

Die Informationen sind in dänischer und englischer Sprache verfügbar.

Wo kann man sich über Mediation informieren?

Informationen über die Mediation (retsmægling) sind auf der Website der dänischen Gerichte (Link öffnet neues FensterDanmarks Domstole) abrufbar.

Wo sind weitere Informationen über Verfahrenskosten erhältlich?

Websites mit Informationen über Verfahrenskosten

Die Website der dänischen Gerichtsverwaltung (Link öffnet neues FensterDomstolsstyrelsen) bietet allgemeine Informationen über das dänische Gerichtswesen sowie Kontaktangaben.

Wo sind Informationen über die durchschnittliche Dauer der einzelnen Verfahrensarten erhältlich?

Informationen über die durchschnittliche Dauer der unterschiedlichen Verfahren in Dänemark findet man auf der Website der dänischen Gerichte, Link öffnet neues FensterDanmarks Domstole.

Mehrwertsteuer

Wo gibt es Informationen zur Mehrwertsteuer?

In der Regel ist die Mehrwertsteuer in den angegebenen Gebührensätzen enthalten.

Prozesskostenhilfe

Anwendbare Einkommensgrenze bei Zivilsachen

Die Einkommensgrenzen für Prozesskostenhilfe werden einmal jährlich angepasst. Im Jahr 2019 galten die folgenden Einkommensschwellen:

  • Einzelperson: 329 000 DKK
  • Antragsteller, der verheiratet ist oder ein einer lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft lebt: 418 000 DKK
  • Betrag, der pro Kind hinzugerechnet wird: 57 000 DKK.

Jeder hat unabhängig vom Einkommen einen Anspruch auf eine kostenlose mündliche Rechtsberatung allgemeiner Art durch die für die Prozesskostenhilfe zuständigen Einrichtungen (advokatvagten und retshjælpen).

Anwendbare Einkommensgrenze für Angeklagte in Strafverfahren

Das Recht des Angeklagten auf einen Rechtsvertreter ist nicht vom Einkommen, sondern von der Art des Falls abhängig. Im Regelfall muss ein für schuldig befundener Angeklagter – unabhängig von der Höhe seines Einkommens – die Gebühren des Verteidigers bezahlen.

Anwendbare Einkommensgrenze in Strafverfahren für Opfer von Straftaten

Das Recht des Opfers auf einen Rechtsvertreter ist nicht vom Einkommen, sondern von der Art des Falls abhängig. Nach § 741 a des Gesetzes über die Ausübung der Rechtspflege (retsplejelovens) haben die Opfer hauptsächlich in Fällen, in denen es um Gewalt und Sexualdelikte geht, einen Anspruch auf einen Rechtsvertreter. In einer solchen Situation werden die Gebühren des Rechtsanwalts vom Staat übernommen.

Sonstige Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe für die Opfer von Straftaten

Siehe dazu die obige Antwort zu den Einkommensgrenzen, die in Strafsachen auf das Opfer anzuwenden sind.

Sonstige Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe für Angeklagte

Siehe dazu die obige Antwort zu den Einkommensgrenzen, die in Strafsachen auf den Angeklagten anzuwenden sind.

Gibt es kostenlose Gerichtsverfahren?

Wie vorstehend erläutert (siehe die Antwort unter „Kosten für Prozessparteien in Zivilverfahren“), sind bestimmte Zivilsachen völlig von Gerichtsgebühren befreit. Jedoch können im Verfahren andere Kosten (z. B. die Gebühren für den Rechtsanwalt) anfallen.

Wann muss die unterlegene Partei die Kosten der obsiegenden Partei übernehmen?

Die Vorschriften über den Kostenausgleich in Zivilsachen sind in Kapitel 30 des Gesetzes über die Ausübung der Rechtspflege (retsplejeloven) enthalten.

Grundsätzlich muss die unterlegene Partei die Kosten der obsiegenden Partei tragen. Allerdings kann das Gericht, wenn besondere Umstände es erfordern, entscheiden, dass die unterlegene Partei die Kosten der obsiegenden Partei nicht oder nur teilweise trägt.

Es dürfen nur die Kosten auferlegt werden, die für ein ordnungsgemäßes Verfahren notwendigerweise anfallen.

Vergütung von Sachverständigen

Die klagende Partei muss die Gebühren des Sachverständigen zahlen, wenn sie ein Gutachten zu einem bestimmten Sachverhalt angefordert hat.

Das Gericht entscheidet am Ende des Verfahrens darüber, ob die beklagte Partei die Sachverständigenkosten übernehmen muss. Dies hängt vom Ausgang der Sache ab.

Vergütung von Übersetzern und Dolmetschern

In Zivilsachen sind die Gebühren für Dolmetscher grundsätzlich von den prozessführenden Parteien zu zahlen.

In Strafsachen werden die Dolmetschgebühren von der Staatskasse übernommen.

Dokumente zum Thema

Bericht Dänemarks über die Transparenz von Verfahrenskosten (Danmarks rapport om undersøgelsen af åbenheden om sagsomkostninger (560 Kb))

Letzte Aktualisierung: 27/08/2019

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Verfahrenskosten - Deutschland

Diese Seite informiert über die Prozesskosten in Deutschland.

Link öffnet neues FensterFamilienrecht - Scheidung

Link öffnet neues FensterFamilienrecht -Sorgerecht der Kinder

Link öffnet neues FensterFamilienrecht - Unterhalt

Link öffnet neues FensterHandelsrecht - Verträge

Link öffnet neues FensterHandelsrecht - Haftung

Gebührenordnung für Rechtsberufe

Rechtsanwälte

In Deutschland gibt es nur eine Bezeichnung für Rechtsanwälte.

In Deutschland wird die Vergütung eines Rechtsanwalts entweder durch das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) bestimmt oder sie beruht auf einer Vereinbarung zwischen dem Rechtsanwalt und dem Mandanten. Honorarvereinbarungen sind immer als Alternative zu den gesetzlich vorgeschriebenen Gebühren möglich. Dabei müssen jedoch die Bestimmungen von § 49 b Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) und §§ 3 a bis 4 b Rechtsanwaltsvergütungsgesetz beachtet werden. Wenn ein Rechtsanwalt einen Mandanten vor Gericht vertritt, darf das vereinbarte Honorar nur über dem gesetzlich vorgeschriebenen Betrag liegen, nie darunter.

Das Kostenverzeichnis des RVG (Anlage 1 des RVG) nennt entweder Festgebühren oder Rahmengebühren für die einzelnen Leistungen. Normalerweise hängt die Gebühr vom Gegenstandswert ab. Wenn für einen Gegenstandswert Gebührenspannen angegeben werden, geben sie die höchste und die niedrigste Gebühr an, die für die jeweilige Leistung angesetzt werden kann. Die Gebührentabellen in Anlage 2 RVG geben die aktuellen Gebühren nach dem Gegenstandswert an. Die jeweils angemessene Gebühr innerhalb der genannten Gebührenspanne muss nach Billigkeit bestimmt werden. Hierbei werden insbesondere der Umfang und die Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit, die Bedeutung der Sache, die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Mandanten oder ein besonderes Haftungsrisiko des Rechtsanwalts berücksichtigt. Die Rahmengebühren finden unter anderem in Straf- und in Sozialrechtsfällen Anwendung.

Gerichtsvollzieher

Gerichtsvollzieher berechnen ihre Gebühren ausschließlich nach dem Gerichtsvollzieherkostengesetz (GvKostG). Für jede Tätigkeit des Gerichtsvollziehers ist eine bestimmte Gebühr festgesetzt.

Kosten

Kosten im Zivilverfahren

Kosten für Prozessparteien im Zivilverfahren

Üblicherweise erhält das Gericht eine Verfahrensgebühr, die sich nach der Höhe der Forderung berechnet. In Zivilrechtsfällen wird sie durch das Gerichtskostengesetz (GKG) und das Gesetz über Gerichtskosten in Familiensachen (FamGKG) bestimmt. Der Gebührensatz ist im Kostenverzeichnis (Anlage 1 des entsprechenden Gesetzes) festgesetzt. Anlage 2 listet in der Gebührentabelle die Gebühren nach dem Gegenstandswert auf. Bei zivilrechtlichen Verfahren im Allgemeinen und in Familienstreitsachen, insbesondere bei Unterhaltssachen, beträgt der Gebührensatz 3,0 und in Ehesachen 2,0. In Kindschaftssachen einschließlich des elterlichen Sorge- und Umgangsrechts beträgt der Gebührensatz 0,5. Der Verfahrenswert wird folgendermaßen ermittelt:

  • In Ehesachen wird der Verfahrenswert unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse des einzelnen Falls nach dem Ermessen ermittelt. Es werden insbesondere der Umfang und die Bedeutung der Sache sowie die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Ehegatten berücksichtigt. Für die Einkommensverhältnisse ist das dreifache Nettoeinkommen beider Ehegatten anzusetzen. Normalerweise legt das Gericht den Verfahrenswert in Höhe des dreifachen Nettoeinkommens fest.
  • In Familienstreitsachen richtet sich der Wert in der Regel nach der Höhe der Forderung; in Unterhaltssachen, ist für die zukünftige Unterhaltsleistung die Höhe des geltend gemachten Unterhalts, höchstens ein Jahresunterhalt maßgebend; Rückstände bis zur Einreichung des Antrags werden hinzugerechnet.
  • In Kindschaftssachen einschließlich des elterlichen Sorge- und Umgangsrechts beträgt der Verfahrenswert 3 000 EUR.

Wenn keine Vereinbarungen getroffen wurden, fallen für die Vertretung durch einen Rechtsanwalt vor Gericht Gebühren nach dem Gegenstandswert an. Er entspricht normalerweise dem Verfahrenswert, der zur Ermittlung der Gerichtskosten festgesetzt wurde. Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz legt genau fest, für welches Verfahren welche Gebühren zu welchen Sätzen berechnet werden können. Anlage 2 des RVG listet die Beträge der Gebühren nach dem Gegenstandswert auf. In erstinstanzlichen Zivilsachen erhält der Rechtsanwalt normalerweise eine Verfahrensgebühr in Höhe des 1,3-fachen Satzes und eine Terminsgebühr in Höhe des 1,2-fachen Satzes. Bei Abschluss eines Vergleichs in der ersten Instanz erhält der Rechtsanwalt zusätzlich eine Einigungsgebühr mit einem Gebührensatz von 1,0.

Wann müssen die Kosten in Zivilverfahren entrichtet werden?

In allgemeinen Zivilsachen, Unterhalts- und Ehesachen sind die Gerichtsgebühren direkt bei Klageerhebung bzw. Antragstellung zahlbar. In Familiensachen werden sie bei Abschluss des Verfahrens fällig. Sofern nichts anderes vereinbart wurde, werden die Leistungen des Rechtsanwalts bei Abschluss des Mandats vergütet. Er hat jedoch das gesetzlich verankerte Recht auf Zahlung eines Vorschusses.

Kosten im Strafverfahren

Kosten im Strafverfahren

Im Strafverfahren werden die Kosten erst nach der rechtskräftigen Verurteilung erhoben. Die Gerichtskosten richten sich nach dem Strafmaß und betragen in der ersten Instanz zwischen 140 EUR und 1000 EUR. Wenn keine Vereinbarungen mit dem Rechtsanwalt getroffen wurden, hat dieser sowohl als Verteidiger als auch als Vertreter sonstiger Beteiligter Anspruch auf Gebühren, die mit einem Betragsrahmen festgelegt sind.

Wann müssen die Kosten in Strafverfahren entrichtet werden?

Die Gerichtskosten werden nach der rechtskräftigen Verurteilung fällig. Sofern nichts anderes vereinbart wurde, werden die Leistungen des Rechtsanwalts bei Beendigung des Mandats vergütet. Er hat jedoch gesetzlich Anspruch auf Zahlung eines Vorschusses.

Kosten in Verfahren vor dem Verfassungsgericht

Kosten für Prozessparteien in Verfahren vor dem Verfassungsgericht

Das Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht ist kostenfrei, es sei denn die Verfassungsbeschwerde wurde missbräuchlich eingelegt (§ 34 Bundesverfassungsgerichtsgesetz). Vertretung, insbesondere durch einen Rechtsanwalt, ist nur bei einer mündlichen Verhandlung vor dem Bundesverfassungsgericht erforderlich (§ 22 Bundesverfassungsgerichtsgesetz).

Wann müssen die Kosten in Verfahren vor dem Verfassungsgericht entrichtet werden?

Sofern nichts anderes vereinbart wurde, werden die Leistungen des Rechtsanwalts bei Abschluss des Mandats vergütet. Er hat jedoch gesetzlich Anspruch auf Zahlung eines Vorschusses.

Informationspflichten des Rechtsanwalts/Rechtsbeistands

Rechte und Pflichten der Parteien

Der Rechtsanwalt ist dazu verpflichtet, den Mandaten vollumfänglich zu informieren und zu beraten. Er muss dem Mandanten den sichersten und am wenigsten riskanten Weg zur Erlangung seines Ziels vorschlagen. Er ist ebenso dazu verpflichtet, alle mit der Sache verbundenen Risiken aufzuzeigen, so dass der Mandant dazu in der Lage ist, in voller Kenntnis der Sachlage zu entscheiden. Die Informationsmenge hängt von der Einschätzung des Rechtsanwalts ab, wie viel der Mandant wissen muss. Er ist dazu verpflichtet, die Fragen seines Mandanten vollständig und wahrheitsgetreu zu beantworten. Vor Klageerhebung muss der Rechtsanwalt dem Mandanten die Aussichten und Risiken des Verfahrens darlegen. Dazu gehören das Kostenrisiko und die Erfolgsaussichten.

In bestimmten Fällen unterliegt der Rechtsanwalt einer besonderen Informationspflicht:

  • Richten sich die zu erhebenden Gebühren nach dem Gegenstandswert, hat der Rechtsanwalt vor Übernahme des Mandats darauf hinzuweisen (§ 49 Buchstabe b Absatz 5 Bundesrechtsanwaltsordnung).
  • Bei Honorarvereinbarungen muss der Rechtsanwalt darauf hinweisen, dass bei einer Kostenerstattung nicht mehr als die gesetzliche Vergütung erstattet wird (§ 3 Buchstabe a Absatz 1 Satz 3 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz).
  • Wird ein Erfolgshonorar vereinbart, muss der Rechtsanwalt den Mandanten darauf hinweisen, dass die Vereinbarung keinen Einfluss auf die gegebenenfalls vom Mandanten zu zahlenden sonstigen Kosten hat (§ 4 Buchstabe a Absatz 3 Satz 2 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz).
  • Vor Abschluss der Vereinbarung über die Vertretung vor einem Arbeitsgericht hat der Rechtsanwalt den Mandanten darauf hinzuweisen, dass keine Erstattung der Rechtsanwaltskosten möglich ist (§ 12 Buchstabe a Absatz 1 Satz 2 Arbeitsgerichtsgesetz).

Kostenfestsetzung - Rechtsgrundlagen

Wo kann man sich über Kostengesetze in Deutschland informieren?

Die entsprechenden Gesetze können entweder in Buchhandlungen erworben oder kostenfrei in ihrer aktuellen Fassung aus dem Internet heruntergeladen werden.

In welchen Sprachen liegen Informationen über Kostengesetze in Deutschland vor?

Auf Deutsch.

Wo sind weitere Informationen über Verfahrenskosten erhältlich?

Online-Informationen über Verfahrenskosten

Die Link öffnet neues Fensteraktuellen Gesetzesfassungen können auf der Website des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz abgerufen werden. Die verschiedenen Gesetze zu den Kosten können über Eingabe der entsprechenden Abkürzungen heruntergeladen werden (GKG, FamGKG, GNotKG, GvKostG und RVG).

Wo sind Informationen über die durchschnittliche Dauer der einzelnen Verfahrensarten erhältlich?

Das Statistische Bundesamt gibt eine Reihe jährlich erscheinender statistischer Veröffentlichungen zum Thema Rechtspflege heraus. Die Fachserie 10 Reihe 2.1 umfasst z. B. Daten zur Dauer von Zivilverfahren in ganz Deutschland. Die Daten werden nach den Ländern und den Bezirken der Oberlandesgerichte aufgeschlüsselt. Für die Amts- und Landgerichte sowie für die Oberlandesgerichte und für erst- und zweitinstanzliche Verfahren werden gesondert Daten bereitgestellt. Die Fachserie macht keine statistischen Angaben zur Verfahrenslänge bei den verschiedenen Sachen.

Wo sind Informationen über die durchschnittlichen Gesamtkosten der einzelnen Verfahrensarten erhältlich?

Es sind Bücher erhältlich, welche das durchschnittliche Kostenrisiko im Zivilverfahren behandeln.

Umsatzsteuer

Wo gibt es Informationen zur Umsatzsteuer? Wie hoch sind die Sätze?

Gerichte und Gerichtsvollzieher sind nicht umsatzsteuerpflichtig. Rechtsanwälte müssen einen Umsatzsteuersatz von 19 % anwenden. Dieser Betrag wird gesondert als Kosten berechnet. Er ist nicht in der Vergütung enthalten.

Prozesskostenhilfe

Anwendbare Einkommensgrenze bei Zivilsachen

Prozesskostenhilfe erhält auf Antrag jede Person, die nach ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen die Kosten der Prozessführung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann. Die beabsichtigte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung muss hinreichende Aussicht auf Erfolg bieten und darf nicht mutwillig erscheinen. Die prozessführende Partei hat allerdings ihr Vermögen einzusetzen, soweit dies zumutbar ist. Abhängig vom Einkommen kann einer Partei Prozesskostenhilfe entweder ratenfrei gewährt werden oder mit der Verpflichtung zur Ratenzahlung verbunden werden. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat eine Broschüre mit dem Titel „Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe“ herausgegeben. In dieser werden die am häufigsten gestellten Fragen anhand von Beispielen beantwortet.

Anwendbare Einkommensgrenze für Angeklagte in einem Strafverfahren

Im Strafverfahren finden die Einkommensgrenzen keine Anwendung auf Verdächtige oder Angeklagte. Für die Gewährung der Prozesskostenhilfe werden andere Kriterien herangezogen.

Anwendbare Einkommensgrenze im Strafverfahren für Opfer von Straftaten

Prozesskostenhilfe wird abhängig vom Einkommen gewährt. Hierzu werden unter Berücksichtigung der erwarteten Kosten des Falls und der sozialen Situation des Klägers (Unterhaltsverpflichtungen, Wohnkosten) flexible Einkommensgrenzen bestimmt. Prozesskostenhilfe kann auch mit der Verpflichtung zur Ratenzahlung gewährt werden.

Sonstige Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe für die Opfer von Straftaten

Opfer schwerer vorsätzlicher Gewalttaten können unabhängig von ihren finanziellen Verhältnissen Antrag auf kostenfreie Rechtsberatung stellen.

Sonstige Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe für Angeklagte

Für Verdächtige/Angeklagte wird Prozesskostenhilfe (Beiordnung eines Pflichtverteidigers) nicht einkommensabhängig, sondern abhängig von bestimmten rechtlichen Voraussetzungen gewährt. Zu diesen zählen die Schwere der Tat, die Gefahr bestimmter rechtlicher Folgen (Berufsverbot, Einweisung in eine psychiatrische oder neurologische Klinik), die Frage, ob sich der Angeklagte in Untersuchungshaft befindet oder ein Sicherungsverfahren durchgeführt wird, der Ausschluss des bisherigen Verteidigers vom Verfahren, die Schwierigkeit der Sach- oder Rechtslage und die Frage, ob sich der Angeklagte selbst verteidigen kann oder nicht.

Kostenfreiheit

Gemäß § 183 Sozialgerichtsgesetz (SGG) ist das Verfahren vor den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeit für Anspruchsberechtigte kostenfrei. Das sind Versicherte, Leistungsempfänger einschließlich Hinterbliebenenleistungsempfänger, Behinderte oder deren Sonderrechtsnachfolger, soweit sie in dieser jeweiligen Eigenschaft als Kläger oder Beklagte beteiligt sind. Kläger und Beklagte, die nicht zu den in § 183 genannten Personen gehören, haben gemäß § 184 SGG für jede Streitsache eine Gebühr zu entrichten. Die Höhe der Gebühr wird für das Verfahren vor den Sozialgerichten auf 150 EUR, vor den Landessozialgerichten auf 225 EUR und vor dem Bundessozialgericht auf 300 EUR festgesetzt. § 197 Buchstabe a SGG legt fest, dass abweichend von oben Stehendem die Kosten nach den Vorschriften des Gerichtskostengesetzes auch in Verfahren der Sozialgerichtsbarkeit erhoben werden, wenn weder der Kläger noch der Beklagte zu den in § 183 SGG genannten Personen gehören.

Für Strafverfahren gilt Folgendes: Soweit der Angeklagte freigesprochen, die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt oder das Verfahren eingestellt wird, fallen die Auslagen der Staatskasse und die notwendigen Auslagen des Angeschuldigten/Angeklagten der Staatskasse zur Last.

Wann muss die unterlegene Partei die Kosten der obsiegenden Partei übernehmen?

Die unterlegene Partei hat die Kosten der Gegenpartei zu erstatten, soweit sie zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung notwendig waren. Hierzu gehören die gesetzlichen Gebühren und Auslagen des Rechtsanwalts der obsiegenden Partei, die Reisekosten sowie der durch das Erscheinen vor Gericht verursachte Verdienstausfall.

Vergütung von Sachverständigen

Vom Gericht bestellte Sachverständige erhalten ein nach Stundensätzen bemessenes Honorar, das gesetzlich im Justizvergütungs- und –entschädigungsgesetz (JVEG) festgelegt ist. Dieser Betrag ist von den Verfahrensparteien zu entrichten.

Die Kosten eines Sachverständigen, den eine Partei privat zur Vorbereitung eines Rechtsstreits beauftragt, sind nicht Teil der Prozesskosten, über deren Erstattung im Urteil entschieden wird. Ihre Erstattung muss folglich gesondert beantragt werden. Wenn die Partei einen Sachverständigen für die Beratung während des Rechtsstreits beauftragt, hängt die Erstattung davon ab, ob die Beratung in dem betreffenden Fall erforderlich war. Die Vergütung eines Sachverständigen, der vom Gericht zur Erhebung des Sachverständigenbeweises bestellt wird, wird von der unterlegenen Partei bezahlt. Wenn jede Partei teils obsiegt, teils unterliegt, so tragen sie ihren Anteil an den Kosten in dem Umfang, in dem sie den Rechtsstreit gewonnen bzw. verloren haben.

Vergütung von Übersetzern und Dolmetschern

Vom Gericht bestellte Dolmetscher und Übersetzer erhalten eine ebenfalls im Justizvergütungs- und –entschädigungsgesetz (JVEG) festgelegte Vergütung. Diese ist von den Prozessparteien zu zahlen. Dolmetscher werden auf Stundenbasis bezahlt, Übersetzer erhalten eine Zeilenvergütung.

Im Strafverfahren gehen die Kosten für Dolmetscher- und Übersetzerleistungen, die für Angeklagte oder betroffene Parteien erforderlich sind, zu Lasten der Staatskasse, sofern sie für die Verteidigung oder die Ausübung der verfahrensmäßigen Rechte erforderlich sind.

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Dokumente zum Thema

Länderbericht Deutschland über die Studie zur KostentransparenzPDF(565 Kb)en

Letzte Aktualisierung: 05/11/2020

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 1 – Familienrecht – Scheidung - Deutschland

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Scheidung) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, der Partei, die die Scheidung einreicht, Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Paar heiratet. Später trennt sich das Paar und beschließt, sich scheiden zu lassen.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Zwei Staatsangehörige des Mitgliedstaats A heiraten in Mitgliedstaat A. Nach der Hochzeit zieht das Paar in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat B) und nimmt dort seinen Wohnsitz. Kurz darauf trennt sich das Paar und die Ehefrau kehrt in den Mitgliedstaat A zurück, während der Ehemann im Mitgliedstaat B bleibt. Das Paar beschließt, sich scheiden zu lassen. Kurz nach ihrer Rückkehr in Mitgliedstaat A reicht die Ehefrau in Mitgliedstaat B die Scheidung ein.


Kosten in Deutschland

Kosten für erstinstanzliche Verfahren und Rechtsmittelverfahren


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Fall A

Einkommens- und vermögensabhängig

Einkommens- und vermögensabhängig

Fall B

Einkommens- und vermögensabhängig

Einkommens- und vermögensabhängig



Kosten für Rechtsanwälte


Fallstudie

Rechtsanwalt

Durchschnittliche Kosten

Fall A

Einkommens- und vermögensabhängig

Fall B

Einkommens- und vermögensabhängig



Kosten für Zeugenentschädigung und Sicherheitsleistungen


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistung

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Fall A

Ja, aber Zeugen werden normalerweise nicht benötigt.

Nein

Fall B

Ja, aber Zeugen werden normalerweise nicht benötigt.

Nein



Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen



Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Erstattung

Voraussetzungen?

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Streitkosten verlangen?

Bei anteiliger Erstattung – wie hoch ist dieser Anteil in der Regel?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe zurückzuzahlen ist?

Fall A

Einkommens- und vermögensabhängig

Ja

Die Hälfte

Bei einer Verbesserung des Einkommens und der wirtschaftlichen Verhältnisse sowie bei Ratenzahlung.

Fall B



Kosten für Übersetzungs- und Dolmetscherleistungen


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Andere Kosten bei grenzübergreifenden Streitsachen?

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetscherleistungen notwendig

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Fall A

Fall B

Nach Ermessen des Gerichts

Üblicherweise 1,55 EUR je 55 Anschläge zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer

Nach Ermessen des Gerichts

70 EUR je Stunde zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer

Zustellung von Schriftstücken im Ausland

Letzte Aktualisierung: 05/11/2020

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Fallstudie 2 – Familienrecht – Sorgerecht - Deutschland

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Sorgerecht) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kläger Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht spricht der Mutter das Sorgerecht und dem Vater ein Umgangsrecht zu. Die Mutter erhebt Klage, um das Umgangsrecht des Vaters zu beschränken.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug – Sie sind Rechtsanwalt in Mitgliedstaat A: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet in Mitgliedstaat B zusammengelebt. Unmittelbar nach der Geburt des gemeinsamen Kindes trennt sich das Paar. Das Gericht in Mitgliedstaat B spricht der Mutter das Sorgerecht und dem Vater ein Umgangsrecht zu. Mutter und Kind ziehen mit Erlaubnis des Gerichts in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat A), während der Vater in Mitgliedstaat B bleibt. Einige Jahre später erhebt die Mutter in Mitgliedstaat A Klage, um das Umgangsrecht des Vaters ändern zu lassen.


Kosten in Deutschland

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Fall A

54,00 EUR

Berufung:108,00 EUR
Revision:162,00 EUR

Fall B

54,00 EUR

Berufung:108,00 EUR
Revision:162,00 EUR



Kosten für Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige


Fallstudie

Rechtsanwalt

Sachverständiger

Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Muss der Sachverständige in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Nein

Erste Instanz:
622,00 EUR

Nach Ermessen des Gerichts

100,00 EUR je Stunde zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer

Fall B

Nein

Erste Instanz:
622,00 EUR

Nach Ermessen des Gerichts

100,00 EUR je Stunde zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer



Kosten für die Zeugenentschädigung


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Fall A

Ja

Verdienstausfall max. 21 EUR je Stunde, Fahrtkosten und sonstige Auslagen

Fall B

Ja

Verdienstausfall max. 21 EUR je Stunde, Fahrtkosten und sonstige Auslagen



Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen



Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Erstattung

Voraussetzungen?

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Streitkosten verlangen?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe zurückzuzahlen ist?

Fall A

Einkommens- und vermögensabhängig

Ja

Bei einer Verbesserung des Einkommens und der wirtschaftlichen Verhältnisse sowie bei Ratenzahlung.

Fall B

Einkommens- und vermögensabhängig

Ja

Bei einer Verbesserung des Einkommens und der wirtschaftlichen Verhältnisse sowie bei Ratenzahlung.



Kosten für Übersetzungs- und Dolmetscherleistungen


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Andere Kosten bei grenzübergreifenden Streitsachen?

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetscherleistungen notwendig

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Ungefähre Kosten

Fall A

Fall B

Nach Ermessen des Gerichts

Üblicherweise 1,55 EUR je 55 Anschläge zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer

Nach Ermessen des Gerichts

70 EUR je Stunde zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer

Zustellung von Schriftstücken im Ausland

Letzte Aktualisierung: 05/11/2020

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Fallstudie 3 – Familienrecht – Unterhalt - Deutschland

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Unterhalt) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kläger Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht spricht der Mutter das Sorgerecht zu. Einziger Streitpunkt ist die Höhe des Unterhalts, den der Vater der Mutter für den Unterhalt und die Erziehung des Kindes schuldet. Die Mutter erhebt deswegen Klage.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug – Sie sind Rechtsanwalt in Mitgliedstaat A: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet in Mitgliedstaat B zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht in Mitgliedstaat B spricht der Mutter das Sorgerecht zu. Mit Zustimmung des Vaters ziehen Mutter und Kind in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat A) und nehmen dort ihren Wohnsitz.

Einziger Streitpunkt ist die Höhe des Unterhalts, den der Vater der Mutter für den Unterhalt und die Erziehung des Kindes schuldet. Die Mutter erhebt deswegen in Mitgliedstaat A Klage.


Kosten in Deutschland

Kosten für erstinstanzliche Verfahren und Rechtsmittelverfahren


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Fall A

Hängt von der Höhe der Unterhaltsforderung ab

Hängt von der Höhe der Unterhaltsforderung ab

Fall B

Hängt von der Höhe der Unterhaltsforderung ab

Hängt von der Höhe der Unterhaltsforderung ab


Kosten für Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige


Fallstudie

Rechtsanwalt

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger

Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Muss der Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten nach Urteilsverkündung

Muss der Sachverständige in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Ja

Hängt von der Höhe der Unterhaltsforderung ab

Nein

Hängt von der Art der Vollstreckungsmaßnahme ab

Nach Ermessen des Gerichts

Wird auf Stundenbasis abgerechnet. Höhe abhängig von dem jeweiligen Tätigkeitsbereich, jedoch max. 100 EUR zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer

Fall B

Ja

Hängt von der Höhe der Unterhaltsforderung ab

Nein

Hängt von der Art der Vollstreckungsmaßnahme ab

Nach Ermessen des Gerichts

Wird auf Stundenbasis abgerechnet. Höhe abhängig von dem jeweiligen Tätigkeitsbereich, jedoch max. 100 EUR zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer



Kosten für die Zeugenentschädigung


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Fall A

Ja

Verdienstausfall, max. 17 EUR je Stunde, Fahrtkosten und sonstige Auslagen

Fall B

Ja

Verdienstausfall, max. 17 EUR je Stunde, Fahrtkosten und sonstige Auslagen



Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen



Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Erstattung

Voraussetzungen?

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Streitkosten verlangen?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe zurückzuzahlen ist?

Fall A

Einkommens- und vermögensabhängig

Ja

Bei einer Verbesserung des Einkommens und der wirtschaftlichen Verhältnisse sowie bei Ratenzahlung.

Fall B

Einkommens- und vermögensabhängig

Ja

Bei einer Verbesserung des Einkommens und der wirtschaftlichen Verhältnisse sowie bei Ratenzahlung.



Kosten für Übersetzungs- und Dolmetscherleistungen


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Andere Kosten bei grenzübergreifenden Streitsachen?

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetscherleistungen notwendig

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Fall A

Fall B

Nach Ermessen des Gerichts

Üblicherweise 1,55 EUR je 55 Anschläge zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer

Nach Ermessen des Gerichts

70 EUR je Stunde zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer

Zustellung von Schriftstücken im Ausland

Letzte Aktualisierung: 05/11/2020

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 4 – Handelsrecht – Vertragsrecht - Deutschland

In dieser Fallstudie zum Handelsrecht (Vertragsrecht) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Verkäufer Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Unternehmen liefert Waren im Wert von 20 000 EUR. Der Käufer zahlt nicht, weil die Waren seiner Ansicht nach nicht dem entsprechen, was vereinbart war.

Der Verkäufer beschließt, auf Zahlung des vollen Kaufpreises zu klagen.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Ein Unternehmen mit Sitz in Mitgliedstaat B liefert Waren im Wert von 20 000 EUR an einen Käufer in Mitgliedstaat A. Der Vertrag ist in der Sprache des Mitgliedstaats B abgefasst und unterliegt dem Recht dieses Staats. Der Käufer in Mitgliedstaat A zahlt nicht, weil die Waren seiner Ansicht nach nicht dem entsprechen, was vereinbart war. Der Verkäufer beschließt, in Mitgliedstaat A auf der Grundlage des geschlossenen Kaufvertrags auf Zahlung des vollen Kaufpreises zu klagen.


Kosten in Deutschland

Kosten für erstinstanzliche Verfahren und Rechtsmittelverfahren


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Fall A

1035,00 EUR

Berufung:1 380,00 EUR 
Revision: 1 725,00 EUR

Fall B

1035,00 EUR

Berufung:1 380,00 EUR 
Revision: 1 725,00 EUR



Kosten für Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige


Fallstudie

Rechtsanwalt

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger

Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Muss der Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten nach Urteilsverkündung

Muss der Sachverständige in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Ja

Erste Instanz:
2 231 EUR

Nein

Hängt von der Art der Vollstreckungsmaßnahme ab

Nein

Wird auf Stundenbasis abgerechnet. Höhe abhängig von dem jeweiligen Tätigkeitsbereich, jedoch max. 125 EUR zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer

Fall B

Ja

Erste Instanz:
2 231 EUR

Nein

Nein

Wird auf Stundenbasis abgerechnet. Höhe abhängig von dem jeweiligen Tätigkeitsbereich, jedoch max. 125 EUR zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer



Kosten für die Zeugenentschädigung


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Fall A

Ja

Verdienstausfall, max. 21 EUR je Stunde, Fahrtkosten und sonstige Auslagen

Fall B

Ja

Verdienstausfall, max. 21 EUR je Stunde, Fahrtkosten und sonstige Auslagen



Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen



Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Erstattung

Wann und unter welchen Voraussetzungen ist Prozesskostenhilfe möglich?

Wann ist die Prozesskostenhilfe vollumfänglich?

Voraussetzungen?

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Streitkosten verlangen?

Welche Kosten sind nicht erstattungsfähig?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe zurückzuzahlen ist?

Fall A

Grundsätzlich keine Prozesskostenhilfe für juristische Personen außerhalb der EU

Allgemeine Voraussetzungen:

Die Partei lebt nicht in gesicherten finanziellen Verhältnissen (d.h. sie ist mittellos) und die geplante Klage bietet hinreichend Aussicht auf Erfolg und erscheint nicht mutwillig.

Wenn das nach bestimmten Abzügen wie Grundfreibeträgen für die mittellose Partei und ihre Familienangehörigen und nach Abzug von Wohn- und Heizungskosten verbleibende Einkommen 15 EUR nicht übersteigt.

Prozesskostenhilfe kann auch in anderen Fällen vollumfänglich gewährt werden, sie muss jedoch durch Ratenzahlungen erstattet werden. Die Ratenhöhe hängt von dem verbleibenden Einkommen ab.

1. Antrag (Anwalt nicht vorgeschrieben für den Antrag)

2. Verfahren noch nicht abgeschlossen

3. Siehe auch Spalte 1

Ja, in dem Ausmaß, in dem die Partei gewonnen hat

Kosten, die für die eigene Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung nicht grundlegend waren

Siehe Spalte 2

Fall B

Siehe Fall A oben

Siehe Fall A oben

Siehe Fall A oben

Siehe Fall A oben

Siehe Fall A oben

Siehe Fall A oben



Kosten für Übersetzungs- und Dolmetscherleistungen


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Andere Kosten bei grenzübergreifenden Streitsachen?

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetscherleistungen notwendig

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Fall A

Fall B

Im  Prinzip für alle Schriftsätze an das Gericht und für alle schriftlichen Beweise. Das Gericht kann darauf verzichten, die Übersetzung der Dokumente zu verfügen, wenn alle Richter, die mit dem Fall befasst sind, die Sprache verstehen

Üblicherweise 1,55 EUR je 55 Anschläge zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer

Die Gerichtssprache ist Deutsch. Wenn alle Anwesenden die fremde Sprache gut beherrschen, kann auf einen Dolmetscher verzichtet werden.

70 EUR je Stunde zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer

Zustellung von Schriftstücken im Ausland

Letzte Aktualisierung: 05/11/2020

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 5 – Handelsrecht – Haftung - Deutschland

In dieser Fallstudie zum Handelsrecht (Haftung) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kunden Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Hersteller von Heizgeräten liefert ein Heizgerät an einen Installateur. Der Installateur verkauft das Gerät weiter und installiert es im Haus des Kunden. Kurz danach bricht ein Brand aus. Alle Beteiligten (Heizgerätehersteller, Installateur, Kunde) sind versichert. Die Ursache des Feuers ist umstritten. Niemand will den Kunden entschädigen.

Der Kunde beschließt, Schadenersatzklage gegen den Heizgerätehersteller, den Installateur und die Versicherungsgesellschaften zu erheben.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Ein Heizgerätehersteller in Mitgliedstaat B liefert ein Heizgerät an einen Installateur in Mitgliedstaat C. Der Installateur verkauft das Gerät weiter und installiert es im Haus des Kunden in Mitgliedstaat A. Kurz danach bricht ein Brand aus. Alle Beteiligten (Heizgerätehersteller, Installateur und Kunde) sind in ihrem eigenen Mitgliedstaat versichert. Die Ursache des Feuers ist umstritten. Niemand will den Kunden entschädigen.

Der Kunde beschließt, in Mitgliedstaat A Schadenersatzklage gegen den Heizgerätehersteller, den Installateur und die Versicherungsgesellschaft in Mitgliedstaat A zu erheben.


Kosten in Deutschland

Kosten für erstinstanzliche Verfahren und Rechtsmittelverfahren


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Fall A

Hängt von der Höhe der Schadenersatzforderung ab

Hängt von der Höhe der Schadenersatzforderung ab

Fall B

Hängt von der Höhe der Schadenersatzforderung ab

Hängt von der Höhe der Schadenersatzforderung ab



Kosten für Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige


Fallstudie

Rechtsanwalt

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger

Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Muss der Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten nach Urteilsverkündung

Muss der Sachverständige in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Ja

Hängt von der Höhe der Forderung ab

Nein

Hängt von der Art der Vollstreckungsmaßnahme ab

Nicht gesetzlich vorgeschrieben. Hängt davon ab, ob das Gericht einen Sachverständigen für notwendig erachtet

Wird auf Stundenbasis abgerechnet. Höhe abhängig von dem jeweiligen Tätigkeitsbereich, jedoch max. 125 EUR zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer

Fall B

Ja

Hängt von der Höhe der Forderung ab

Nein

Hängt von der Art der Vollstreckungsmaßnahme ab

Siehe oben

Wird auf Stundenbasis abgerechnet. Höhe abhängig von dem jeweiligen Tätigkeitsbereich, jedoch max. 125 EUR zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer



Kosten für die Zeugenentschädigung

Fallstudie

Zeugenentschädigung

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Fall A

Ja

Verdienstausfall, max. 21 EUR je Stunde, Fahrtkosten und sonstige Auslagen

Fall B

Ja

Verdienstausfall, max. 21 EUR je Stunde, Fahrtkosten und sonstige Auslagen



Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen



Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Erstattung

Wann und unter welchen Voraussetzungen ist Prozesskostenhilfe möglich?

Wann ist die Prozesskostenhilfe vollumfänglich?

Voraussetzungen?

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Streitkosten verlangen?

Welche Kosten sind nicht erstattungsfähig?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe zurückzuzahlen ist?

Fall A

Siehe Fallstudie 4 oben

Siehe Fallstudie 4 oben

Siehe Fallstudie 4 oben

Siehe Fallstudie 4 oben

Siehe Fallstudie 4 oben

Siehe Fallstudie 4 oben

Fall B

Siehe Fallstudie 4 oben

Siehe Fallstudie 4 oben

Siehe Fallstudie 4 oben

Siehe Fallstudie 4 oben

Siehe Fallstudie 4 oben

Siehe Fallstudie 4 oben



Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen

Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Andere Kosten bei grenzübergreifenden Streitsachen?

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetscherleistungen notwendig

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Fall A

Fall B

Siehe Fallstudie 4 oben

Üblicherweise 1,55 EUR je 55 Anschläge zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer

Siehe Fallstudie 4 oben

70 EUR je Stunde zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer

Zustellung von Schriftstücken im Ausland

Letzte Aktualisierung: 05/11/2020

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Hinweis: Die ursprüngliche Sprachfassung dieser Seite Estnisch wurde unlängst geändert. Die Sprachfassung, die Sie ausgewählt haben, wird gerade von unserer Übersetzungsabteilung erstellt.

Verfahrenskosten - Estland

Diese Seite enthält Informationen über die Verfahrenskosten in Estland.

Gebührenordnung für Rechtsberufe

Rechtsberater

Die Gebühren von Rechtsberatern sind in Estland nicht geregelt.

Justiziare

Die Gebühren von Justiziaren sind in Estland nicht geregelt.

Prozessanwälte

Die Gebühren für Prozessanwälte sind in Estland nicht geregelt.

Gerichtsvollzieher

Die Link öffnet neues FensterGerichtsvollziehergebühren sind in Estland im Gerichtsvollziehergesetz geregelt. Die Gerichtsvollziehergebühr kann sich aus einer Gebühr für die Einleitung des Verfahrens, der Hauptgebühr für das Verfahren und einer zusätzlichen Gebühr für Vollstreckungstätigkeiten zusammensetzen. Ein Gerichtsvollzieher kann außerdem eine Gebühr für die Erbringung einer berufsspezifischen Dienstleistung verlangen.

Notare

Die Gebühren der Notare sind in Estland durch das Link öffnet neues FensterNotargebührengesetz geregelt. Die Notargebühren für eine notarielle Urkunde werden in der Regel auf der Grundlage von zwei allgemeinen Grundsätzen berechnet: entweder richten sie sich nach dem Wert des Geschäfts in der notariellen Urkunde, oder es gibt für bestimmte Urkunden feste Gebühren. Die Gebühren für berufsspezifische Leistungen eines Notars sind verhandelbar.

Rechtsanwälte

Die Rechtsanwaltsgebühren sind in Estland nicht geregelt, sondern werden mit dem Mandanten vertraglich ausgehandelt. Der Rechtsanwalt bzw. der Leiter einer Anwaltskanzlei unterbreitet dem Mandanten ein erstes Preisangebot und erklärt ihm die Zusammensetzung der Kosten. Der Mandant erstattet die notwendigen Aufwendungen, die dem Rechtsanwalt oder dem Leiter der Anwaltskanzlei bei der Erbringung der Rechtsdienstleistung entstanden sind.

Feste Kosten

Feste Kosten für Verfahrensbeteiligte in Zivilverfahren

Die festen Kosten in Zivilverfahren werden auf der Grundlage der Artikel 139-144 der Link öffnet neues FensterZivilprozessordnung festgesetzt und sind in gerichtliche und außergerichtliche Kosten unterteilt. Die Gerichtskosten setzen sich aus den staatlichen Gebühren, der Sicherheitsleistung und den Kosten für die Überprüfung einer Rechtssache zusammen. Das Gericht führt in jeder Instanz ein Verzeichnis der Verfahrenskosten, einschließlich der Kosten für die Überprüfung einer Rechtssache.

Abschnitt des Zivilverfahrens, in dem die festen Kosten zu entrichten sind

Folgende Kosten sind vorab von der Partei zu entrichten, die das Verfahren anstrengt oder die Verfahrenshandlungen vornehmen lässt:

  • eine staatliche Gerichtsgebühr,
  • eine Sicherheitsleistung im Falle einer Nichtigkeitsklage,
  • eine Sicherheitsleistung bei Einspruch gegen ein Versäumnisurteil,
  • eine Sicherheitsleistung für die Wiederaufnahme oder Neufestsetzung eines Verfahrens,
  • die Kosten für die Zustellung von Verfahrensschriftstücken durch den Gerichtsvollzieher,
  • die Kosten für die öffentliche Bekanntmachung von Ladungen oder Mitteilungen im öffentlichen Mitteilungsblatt Ametlikud Teadaanded (Amtliche Bekanntmachungen) oder in einer Zeitung,
  • andere Kosten für die Revision eines Verfahrens gemäß dem Kostenfestsetzungsbeschluss des Gerichts.

Sofern das Gericht nicht anders entscheidet, sind die von Sachverständigen, Dolmetschern und Übersetzern verlangten Gebühren im Voraus von der Partei zu bezahlen, die den Antrag gestellt hat, der zu den Kosten geführt hat.

Das Gericht legt die endgültigen Verfahrenskosten, die zu erstatten und aufzuerlegen sind, in seiner endgültigen Entscheidung in der Hauptsache oder in einer Entscheidung nach Inkrafttreten dieser endgültigen Entscheidung fest.

Feste Kosten in Strafverfahren

Feste Kosten für Verfahrensbeteiligte in Strafverfahren

Die festen Kosten für Verfahrensbeteiligte in Strafverfahren sind in den Artikeln 175-179 der Link öffnet neues FensterStrafprozessordnung festgelegt und werden in Verfahrenskosten, besondere Kosten und zusätzliche Kosten unterteilt.

Hat ein Verfahrensbeteiligter mehrere Verteidiger oder Prozessbevollmächtigte, wird deren Vergütung den Verfahrenskosten zugerechnet, sofern sie nicht eine angemessene Vergütung überschreitet, die normalerweise an einen Verteidiger oder Prozessbevollmächtigten geleistet wird.

Verteidigt sich ein Verdächtiger oder Angeklagter selbst, werden die notwendigen Kosten der Verteidigung in die Verfahrenskosten einbezogen. Übermäßige Kosten, die nicht angefallen wären, wenn ein Verteidiger hinzugezogen worden wäre, fließen nicht in die Verfahrenskosten ein.

Kosten, die Personen entstehen, die nicht am Verfahren beteiligt sind und die mit der Erstellung von Gutachten verbunden sind, werden nach den Bedingungen und Vorschriften im Gesetz über kriminaltechnische Untersuchungen vergütet.

Abschnitt des Strafverfahrens, in dem die festen Kosten der Verfahrensbeteiligten zu entrichten sind

Bei einem Freispruch kommt der Staat für die Verfahrenskosten auf. Im Falle eines Schuldspruchs hat der Verurteilte die Verfahrenskosten zu tragen. Im Falle eines teilweisen Freispruchs kommt der Staat in dem Maße für die Kosten auf, wie der Angeklagte freigesprochen wurde. Die Verpflichtung zur Vergütung der Verfahrenskosten entsteht, sobald die endgültige Entscheidung rechtskräftig wird.

Wird eine Zivilklage abgewiesen, sind die Verfahrenskosten für die Sicherung der Ansprüche vom Geschädigten zu übernehmen. Wird einer Zivilklage in vollem Umfang stattgegeben, sind die Verfahrenskosten im Zusammenhang mit der Sicherung der Ansprüche vom Verurteilten oder Beklagten zu übernehmen. Wird einer Zivilklage nur teilweise stattgegeben, teilt das Gericht die Verfahrenskosten für die Sicherung der Ansprüche unter Berücksichtigung aller Umstände zwischen Geschädigtem und Verurteiltem bzw. Beklagtem auf. Wird eine Rechtsmittelklage in einer Zivilsache abgewiesen, übernimmt der Staat die Verfahrenskosten im Zusammenhang mit der Sicherung der Ansprüche.

Feste Kosten in verfassungsrechtlichen Verfahren

In Estland können Privatpersonen keine Verfassungsklage erheben. Die Kosten für eine Verfassungsklage werden aus dem Staatshaushalt beglichen. Für die Vergütung von Sachverständigen kommt ebenfalls der Staat auf, und zwar nach den gleichen Modalitäten wie bei Zivilverfahren.

Abschnitt des verfassungsrechtlichen Verfahrens, in dem die festen Kosten der Verfahrensbeteiligten zu entrichten sind

In verfassungsrechtlichen Verfahren entstehen den Verfahrensbeteiligten keine festen Kosten.

Informationspflichten des Prozessbevollmächtigten

Rechte und Pflichten der Parteien

Rechtsanwälte haben ihre Mandanten über die Gesamtheit der von ihnen erbrachten Leistungen und alle hierfür anfallenden Kosten zu informieren. Der Rechtsanwalt bzw. der Leiter einer Anwaltskanzlei unterbreitet dem Mandanten ein erstes Preisangebot und erklärt ihm die Zusammensetzung der Kosten.

Anfallende Kosten

Von der obsiegenden Partei zu übernehmende Kosten

Die obsiegende Partei trägt die Kosten für die Vergütung des Prozessbevollmächtigten, die das Gericht für angemessen hält und die nicht von der unterliegenden Partei getragen werden müssen.

Von der unterliegenden Partei zu übernehmende Kosten

Die unterliegende Partei hat der obsiegenden Partei gemäß dem Kostenfestsetzungsbeschluss des Gerichts die Verfahrenskosten zu erstatten. Hierzu können gehören:

  • eine staatliche Gerichtsgebühr,
  • die Sicherheitsleistung,
  • Kosten für Zeugen, Sachverständige, Dolmetscher und Übersetzer sowie die Kosten für Gutachten, die von Personen erstellt werden, die nicht am Verfahren beteiligt sind und die nach dem Gesetz über kriminaltechnische Untersuchungen zu vergüten sind,
  • Kosten für Urkunden und Beweismittel,
  • Kosten für Lokaltermine einschließlich der dem Gericht entstandenen Reisekosten,
  • Kosten für die Aushändigung, Zustellung und Ausstellung von Verfahrensschriftstücken,
  • Kosten für die Ermittlung des Streitwerts in einer Zivilsache,
  • Kosten für die Vertreter und Prozessbevollmächtigten der Verfahrensbeteiligten,
  • Reise-, Post-, Telefon-, Unterbringungs- und ähnliche Kosten, die den Verfahrensbeteiligten im Zusammenhang mit dem Verfahren entstanden sind,
  • Verdienst- oder Einkommensausfälle der Verfahrensbeteiligten,
  • Kosten für gesetzlich vorgeschriebene Vorverfahren, es sei denn, die Klage wurde später als sechs Monate nach Abschluss des Vorverfahrens eingereicht,
  • Gerichtsvollziehergebühren für die Sicherung eines Anspruchs und für Ausgaben im Zusammenhang mit der Vollstreckung einer Sicherungsentscheidung,
  • Gerichtsvollziehergebühren für die Zustellung von Verfahrensschriftstücken,
  • Kosten für die Bearbeitung eines Antrags auf Prozesskostenhilfe bei der Übernahme von Verfahrenskosten,
  • Kosten für das beschleunigte Mahnverfahren,
  • Kosten für die Beteiligung an einem Schlichtungsverfahren, wenn das Gericht dies von den Beteiligten nach Artikel 4 Absatz 4 der Zivilprozessordnung verlangt oder wenn das Verfahren ein obligatorisches vorgerichtliches Schlichtungsverfahren nach Artikel 1 Absatz 4 des Schlichtungsgesetzes ist.

Der Verfahrensbeteiligte, der die Verfahrenskosten des Verfahrensbeteiligten, der Anspruch auf Erstattung der Verfahrenskosten hat, zu tragen hat, wird nur zur Zahlung der notwendigen und gerechtfertigten Kosten verurteilt.

Kostenfestsetzung – Rechtsgrundlagen

Wo finde ich Informationen über die Kostenfestsetzung in Estland?

Die Grundlagen der Kosten sind in den folgenden Rechtsakten festgelegt:

In welchen Sprachen sind Informationen über die Kostenfestsetzung in Estland erhältlich?

Informationen über die Kostenfestsetzung liegen auf Estnisch vor.

Englische Übersetzungen der estnischen Rechtsakte mit Informationen über Kosten und deren Festsetzung sind auf der Link öffnet neues FensterWebsite des Amtsblatts (Riigi Teataja) verfügbar.

Wo kann ich mich über Mediation/Schlichtung informieren?

Verantwortlich für die Umsetzung der Richtlinie 2008/52/EG über bestimmte Aspekte der Mediation in Zivil- und Handelssachen ist das Justizministerium. Allgemeine Fragen zur Mediation können Sie an folgende E-Mail-Adresse des Justizministeriums richten: Link öffnet neues Fensterinfo@just.ee.

Schlichtungsverfahren in Zivilsachen regelt das Link öffnet neues FensterSchlichtungsgesetz, in dem die Rechte und Pflichten von Mediatoren geregelt sind und das überdies Leitlinien für die Umsetzung und Vollstreckung einer mithilfe eines Mediators erzielten Einigung enthält. Folgende Personen bzw. Gremien können nach dem Gesetz ein Schlichtungsverfahren durchführen:

  • natürliche Personen, die von den Parteien mit der Durchführung des Verfahrens betraut werden,
  • Rechtsanwälte,
  • Notare,
  • in den vom Gesetz vorgesehenen Fällen eine staatliche oder kommunale Schlichtungsstelle.

Auf der Website des Link öffnet neues FensterEstnischen Mediatorenverbandes sind Informationen sowohl auf Estnisch als auch auf Englisch zu finden.

Der Link öffnet neues FensterEstnische Kinderschutzbund – eine gemeinnützige Vereinigung, die sich für die Rechte von Kindern einsetzt – berät Eltern und organisiert Schulungen zum Thema Familienmediation.

Wo sind weitere Informationen über Verfahrenskosten erhältlich?

Website zum Thema Kosten

Die Kosten eines Gerichtsverfahrens und die entsprechenden Beträge hängen von der Art, Dauer und Komplexität des Verfahrens ab. Die Primärquellen zu den Kosten eines Gerichtsverfahrens sind die Prozessordnungen und die Gebührenordnung. Das Justizministerium verwaltet und pflegt die Website für amtliche Veröffentlichungen Link öffnet neues FensterRiigi Teataja (Amtsblatt). Dort kann man Einsicht nehmen in

  • Gesetze und Verordnungen,
  • Erlasse des Staatspräsidenten,
  • Entscheidungen des Staatsgerichtshofs und internationale Abkommen sowie
  • Verordnungen der lokalen Regierungen.

Im Riigi Teataja können auch die amtlichen konsolidierten Fassungen von Gesetzen, Regierungsverordnungen und -verfügungen, Ministerialverordnungen, Beschlüssen des Präsidenten der Eesti Pank (Bank von Estland) und des Nationalen Wahlausschusses, Beschlüssen des Parlaments, Verordnungen von Gemeinde- und Stadträten sowie Verordnungen von Gemeinde- und Stadtverwaltungen eingesehen werden. Die Gesetzgebung und andere Texte werden seit 1990 im Riigi Teataja veröffentlicht.

Wo sind Informationen über die durchschnittliche Dauer der einzelnen Verfahrensarten erhältlich?

Auf der Link öffnet neues FensterWebsite der Gerichte können Statistiken zu Verfahren vor Gerichten erster und zweiter Instanz seit 1996 eingesehen werden.

Wo sind Informationen über die durchschnittlichen Gesamtkosten der einzelnen Verfahrensarten erhältlich?

  • Die Gebühren für die verschiedenen Verfahrensarten ergeben sich aus der Link öffnet neues FensterGebührenordnung.
  • Die Gerichtsvollziehergebühren sind im Link öffnet neues FensterGerichtsvollziehergesetz geregelt.
  • Über die durchschnittlichen Gesamtkosten der einzelnen Verfahrensarten liegen keine Statistiken vor.

Mehrwertsteuer

Wie wird hierüber informiert?

Die Gerichtsvollzieherkosten unterliegen der Mehrwertsteuer in Höhe von 20%.

Um sich die Mehrwertsteuer für die Verfahrenskosten erstatten zu lassen, hat der Antragsteller zu bestätigen, dass er nicht mehrwertsteuerpflichtig ist oder dass es für ihn aus einem anderen Grund nicht möglich ist, die Mehrwertsteuer zurückzuerhalten.

Welche Sätze gelten?

Seit dem 1. Juli 2009 beträgt der Mehrwertsteuersatz in Estland 20%.

Prozesskostenhilfe

Einkommensschwelle für Antragsteller im Bereich Zivilrecht

Staatlich finanzierte Prozesskostenhilfe ist eine der Formen der Verfahrenshilfe; jede Entscheidung über die Gewährung von staatlich finanzierter Prozesskostenhilfe in Zivilverfahren unterliegt den Vorschriften der Zivilprozessordnung über die Gewährung von Prozesskostenhilfe.

Verfahrenshilfe wird einer natürlichen Person nicht gewährt, wenn:

  1. die Verfahrenskosten voraussichtlich das Doppelte des durchschnittlichen Monatseinkommens des Antragstellers nicht übersteigen; für diese Berechnung wird das durchschnittliche Monatseinkommen der letzten vier Monate vor der Antragstellung herangezogen, abzüglich der Steuern und Pflichtversicherungsbeiträge, gesetzlichen Unterhaltszahlungen sowie angemessenen Ausgaben für Wohnung und Transport,
  2. der Antragsteller die Verfahrenskosten aus seinem vorhandenen Vermögen bestreiten kann, das ohne größere Schwierigkeiten veräußert werden kann und gegen das ein Anspruch nach dem Gesetz erhoben werden kann.

Bei der Beurteilung der finanziellen Situation eines Antragstellers werden das Vermögen und das Einkommen sowohl des Antragstellers als auch der mit ihm zusammenlebenden Familienangehörigen, die Zahl der vom Antragsteller unterhaltenen Personen, die angemessenen Ausgaben für die Wohnung und andere wichtige Faktoren berücksichtigt.

Sonstige Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe an Geschädigte

Der Staat kann gemäß der Zivilprozessordnung Verfahrenshilfe gewähren. Welche Arten von Prozesskostenhilfe gewährt werden und nach welchen Bedingungen und Vorschriften dies geschieht, ist im Link öffnet neues FensterGesetz über die staatlich finanzierte Prozesskostenhilfe geregelt.

Die staatlich finanzierte Prozesskostenhilfe wird natürlichen Personen gewährt, die zum Zeitpunkt der Beantragung der Prozesskostenhilfe ihren Wohnsitz in der Republik Estland oder einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union haben oder Staatsbürger der Republik Estland oder eines anderen Mitgliedstaats der Europäischen Union sind. Unabhängig von ihrem Herkunftsland und ihrer Staatsangehörigkeit erhält eine natürliche Person, die verdächtigt oder beschuldigt wird, die keinen Verteidiger beauftragt hat und in deren Strafsache die Hinzuziehung eines Verteidigers gesetzlich vorgeschrieben ist, oder die die Hinzuziehung eines Verteidigers beantragt, unabhängig von ihrer finanziellen Lage staatliche Prozesskostenhilfe. Das Verfahren zur Bestimmung des Wohnsitzes stützt sich auf Artikel 62 der Verordnung (EU) Nr. 1215/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (ABl. L 351 vom 20.12.2012, S. 1). Anderen natürlichen Personen wird nur dann Prozesskostenhilfe gewährt, wenn sich dies aus einer für Estland verbindlichen internationalen Verpflichtung ergibt.

Die Gründe für die Verweigerung staatlicher Prozesskostenhilfe sind in Artikel 7 des Gesetzes über die Link öffnet neues Fensterstaatlich finanzierte Prozesskostenhilfe aufgeführt.

Weitere Informationen zur staatlich finanzierten Prozesskostenhilfe sind auf der Link öffnet neues FensterWebsite der estnischen Rechtsanwaltskammer zu finden.

Andere Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe an Verdächtige und Beklagte

Für Verdächtige und Beklagte gelten die gleichen Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe wie für Geschädigte.

Kostenfreie Gerichtsverfahren

Die Gründe für die Befreiung von der Zahlung staatlicher Gebühren und für die Ermäßigung staatlicher Gebühren sind in Kapitel 3 der Link öffnet neues FensterGebührenordnung festgelegt.

Wann muss die unterliegende Partei die Kosten der obsiegenden Partei übernehmen?

Das für eine Zivilsache zuständige Gericht legt in seinem Urteil oder der abschließenden Entscheidung fest, wie die Verfahrenskosten auf die Parteien aufgeteilt werden. Sofern erforderlich, gibt das Gericht an, welcher Anteil der Verfahrenskosten von jeder Partei zu tragen ist. Revidiert ein höheres Gericht ein Urteil oder erlässt es ein neues Urteil, ohne die Sache für eine erneute Verhandlung zurückzuverweisen, muss es die Aufteilung der Verfahrenskosten gegebenenfalls ändern.

Das Gericht setzt die Höhe der Verfahrenskosten fest, die dem Verfahrensbeteiligten, der Anspruch auf Erstattung der Verfahrenskosten hat, von dem Verfahrensbeteiligten, der die Verfahrenskosten zu tragen hat, zuzusprechen sind, und zwar entweder

  1. in der gerichtlichen Entscheidung oder in der Entscheidung über die Einstellung des Verfahrens oder
  2. nach Beendigung des Gerichtsverfahrens durch Erlass eines Beschlusses über die Festsetzung der Verfahrenskosten.

Verfahrenshilfe, einschließlich Prozesskostenhilfe, wird gewährt, auch wenn der Empfänger der Verfahrenshilfe nach einem Gerichtsurteil verpflichtet ist, die Kosten der Gegenpartei zu tragen. Die unterliegende Partei muss somit die vollen Verfahrenskosten auch dann tragen, wenn sie von der Zahlung der Verfahrenskosten befreit ist oder wenn sie für die Begleichung dieser Kosten Verfahrenshilfe erhalten hat.

Nach der Entscheidung in der Sache ordnet das Gericht an, dass die beklagte Partei die Verfahrenskosten, von denen die klagende Partei befreit ist oder die sie in Raten zahlen darf, in die Staatskasse zahlt. Dieser Betrag muss in die Staatskasse eingezahlt werden und ist verhältnismäßig zu dem Teil der Klage, der abgeschlossen wurde.

Ist das Urteil rechtskräftig geworden oder wurde es vom Gericht für sofort vollstreckbar erklärt, kann der Gläubiger einen Gerichtsvollzieher mit der Vollstreckung des Urteils beauftragen. Wird im Urteil keine Frist für die freiwillige Erfüllung des vollstreckbaren Titels gesetzt, so wird diese vom Gerichtsvollzieher gesetzt. Die Frist darf nicht weniger als 10 Tage und nicht mehr als 30 Tage betragen. Sofern die die Vollstreckung betreibende Partei zustimmt, kann der Gerichtsvollzieher eine Frist von mehr als 30 Tagen zur freiwilligen Erfüllung des vollstreckbaren Titels setzen.

Sachverständigengebühren

Falls vom Gericht nicht anders angeordnet, sind die Sachverständigengebühren in dem vom Gericht festgelegten Umfang von der Partei im Voraus zu zahlen, die den Antrag gestellt hat, in dessen Zusammenhang die Kosten entstanden sind. Stellen beide Parteien einen Antrag oder lädt das Gericht einen Sachverständigen, werden die Kosten zu gleichen Teilen auf die Parteien verteilt.

Die Sachverständigen werden pro Stunde innerhalb der gesetzlich festgelegten Ober- und Untergrenzen vergütet. Die Vergütung für Sachverständige für eine Analyse beläuft sich auf das Zehn- bis Vierzigfache des gesetzlichen Mindeststundenlohns. Bei der Festlegung des Stundensatzes trägt das Gericht folgenden Elementen Rechnung:

  • Qualifikationen des Sachverständigen,
  • Komplexität der Aufgabe,
  • Einsatz unbedingt erforderlicher Hilfsmittel,
  • besondere Umstände, unter denen der Sachverständige seiner Tätigkeit nachgegangen ist.

Die Kosten, die im Vorfeld oder bei der Anfertigung des Sachverständigengutachtens anfallen, etwa Ausgaben für Mitarbeiter, Material und sonstige für die Untersuchung genutzte Hilfsmittel bis zu einer Höhe von insgesamt 20 % der Sachverständigengebühr, sowie die Reisekosten und alle infolge des Gerichtsverfahrens anfallenden Ausgaben, vor allem für Unterkunft und Verpflegung, werden ebenfalls erstattet.

Die Vergütung eines Sachverständigen sowie die erstattungsfähigen Kosten werden durch das Gericht festgesetzt, das den Sachverständigen hinzugezogen hat.

Sachverständige werden nur auf Antrag vergütet. Hat der Sachverständige seine Aufgabe erfüllt, zahlt das Gericht die Vergütung unabhängig davon, ob die Parteien eine Vorschusszahlung hierfür geleistet haben oder ob die Kostenübernahme durch die Parteien angeordnet wurde.

Die Preise für Untersuchungen, die in einer staatlichen gerichtsmedizinischen Einrichtung durchgeführt werden, und die Kosten, die einer gerichtsmedizinischen Einrichtung entstehen, sind im Gesetz über die gerichtsmedizinische Untersuchung festgelegt.

Sachverständigengebühren und Ausgaben für die Anfertigung eines Sachverständigengutachtens durch eine staatliche gerichtsmedizinische Einrichtung sind Teil der Verfahrenskosten und werden von der unterliegenden Partei nach demselben Modus wie die übrigen Verfahrenskosten getragen.

Gebühren von Übersetzern und Dolmetschern

Die Vergütung von nicht vom Gericht bestellten Dolmetschern, die an Gerichtsverfahren teilnehmen, bewegt sich zwischen dem Doppelten und dem Vierzigfachen des gesetzlichen Mindeststundenlohns. Der an Übersetzer zu zahlende Betrag wird nach Seiten berechnet und kann das bis zu Zwanzigfache des gesetzlichen Mindeststundenlohns betragen. Der Mindestlohn pro Stunde wird von der Regierung in einer Verordnung festgelegt.

Die Vergütungen für Dolmetscher und Übersetzer und die zu erstattenden Kosten bestimmt das Gericht, das den Dolmetscher oder Übersetzer bestellt hat.

Bei der Festlegung des Stundensatzes berücksichtigt das Gericht die Qualifikation des Dolmetschers oder Übersetzers, die Komplexität seiner Arbeit, unvermeidbare Kosten sowie etwaige besondere Umstände, unter denen der Dolmetscher oder Übersetzer hinzugezogen wurde.

Erstattet werden auch die Reisekosten, die einem Dolmetscher im Zusammenhang mit dem Gerichtsverfahren entstehen, sowie alle sonstigen notwendigen Ausgaben, vor allem für Unterkunft und Verpflegung.

Dolmetscher und Übersetzer werden nur auf Antrag vergütet. Das Gericht zahlt die Vergütung für Dolmetscher und Übersetzer unabhängig davon, ob die Parteien eine Vorschusszahlung hierfür geleistet haben oder ob die Übernahme der Kosten durch die Parteien angeordnet wurde.

Die Vergütungen für Dolmetscher und Übersetzer sind Bestandteil der Verfahrenskosten und sind von der unterliegenden Partei nach demselben Modus wie die Verfahrenskosten der obsiegenden Partei zu tragen.

Letzte Aktualisierung: 29/03/2022

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Verfahrenskosten - Irland

Diese Seite informiert über Verfahrenskosten in Irland.

Gebührenordnung für Rechtsberufe

Solicitors (nicht plädierende Anwälte)

Die Gebühren der nicht plädierenden Anwälte hängen davon ab, ob die anwaltliche Beratung und Vertretung in einem streitigen oder in einem nicht streitigen Verfahren in Anspruch genommen wird; aber auch die Art des Verfahrens beeinflusst das Honorar des Anwalts, sodass dieses auch davon abhängig, ob er in einem Gerichts-, Schlichtungs- oder Schiedsverfahren zurate gezogen wird. Bei Streitverfahren können die Kosten weiter aufgegliedert werden, und zwar nach Kosten, die der Mandant dem Anwalt direkt zu zahlen hat, und nach den Kosten der Gegenpartei, die einer Prozesspartei im Verfahren auferlegt werden.

Streitverfahren

Wichtigste Vorschriften des Primärrechts*:

  • Attorneys’ and Solicitors’ Act 1849 (Anwaltsgesetz aus dem Jahr 1849)
  • Attorneys’ and Solicitors’ Act 1870 (Anwaltsgesetz aus dem Jahr 1870)
  • Section 68, Solicitors’ (Amendment) Act 1994 (Paragraf 68 des Änderungsgesetzes (Solicitors) aus dem Jahr 1994)
  • Section 94, Courts of Justice Act 1924 (Paragraf 94 des Gerichtsgesetzes aus dem Jahr 1924)
  • Section 78, Courts of Justice Act 1936 (Paragraf 78 des Gerichtsgesetzes aus dem Jahr 1936)
  • Par. 8, Eighth Schedule, Courts (Supplemental Provisions) Act 1961 (Ziffer 8 des Achten Anhangs des Gerichtsgesetzes [Ergänzende Vorschriften] aus dem Jahr 1961)
  • Section 17, Courts Act 1981 (Paragraf 17 des Gerichtsgesetzes aus dem Jahr 1981)
  • Section 14, Courts Act 1991 (Paragraf 14 des Gerichtsgesetzes aus dem Jahr 1991)
  • Section 68, the Solicitors’ (Amendment) Act 1994 (Paragraf 68 des Änderungsgesetzes [Solicitors] aus dem Jahr 1994)
  • Sections 27 and 46, Courts and Court Officers Act 1995 (Paragrafen 27 und 46 des Gerichtsgesetzes und Gesetzes über Justizbeamten aus dem Jahr 1995)

Wichtigste Vorschriften des Sekundärrechts*:

  • Order 22 rule 4, 6 und 14(3); Order 27 rule 1A, Order 99 und Appendix W, Rules of the Superior Courts (Paragrafen 4, 6 und Paragraf 14 Absatz 3 der Verfahrensregel 22, Paragraf 1A der Verfahrensregel 27, Verfahrensregel 99 und Anhang W der Verfahrensordnung der Obergerichte)
  • Order 15, rules 14, 15 und 21 und Order 66, Circuit Court Rules (Paragrafen 14, 15 und 21 der Verfahrensregel 15 und Verfahrensregel 66 der Verfahrensordnung des Circuit Court [Landgericht])
  • Orders 51 und 52 und Schedule E, District Court Rules (Verfahrensregeln 51 und 52 sowie Anhang E der Verfahrensordnung des District Court [Amtsgericht]).

Fallrecht:

  • Gerichtliche Entscheidungen, in denen die maßgeblichen Rechtsvorschriften ausgelegt werden.

Nicht-streitige Verfahren

Wichtigste Vorschriften des Primärrechts*:

Solicitors’ Remuneration Act 1881 (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz [Solicitors] aus dem Jahr 1881).

Wichtigste Rechtsvorschriften des Sekundärrechts*:

  • Solicitors’ Remuneration General Order 1884 (Allgemeine Gebührenordnung für Solicitors aus dem Jahr 1884)
  • Solicitors’ Remuneration General Order 1960 (Allgemeine Gebührenordnung für Solicitors aus dem Jahr 1960)
  • Solicitors’ Remuneration General Order 1964 (Allgemeine Gebührenordnung für Solicitors aus dem Jahr 1964)
  • Solicitors’ Remuneration General Order 1970 (Allgemeine Gebührenordnung für Solicitors aus dem Jahr 1970)
  • Solicitors’ Remuneration General Order 1972 (Allgemeine Gebührenordnung für Solicitors aus dem Jahr 1972)
  • Solicitors’ Remuneration General Order 1978 (Allgemeine Gebührenordnung für Solicitors aus dem Jahr 1978)
  • Solicitors’ Remuneration General Order 1982 (Allgemeine Gebührenordnung für Solicitors aus dem Jahr 1982)
  • Solicitors’ Remuneration General Order 1984 (Allgemeine Gebührenordnung für Solicitors aus dem Jahr 1984)
  • Solicitors’ Remuneration General Order 1986 (Allgemeine Gebührenordnung für Solicitors aus dem Jahr 1986)
  • Rules 210 und 239, Land Registration Rules, 1972 (Paragrafen 210 und 239 der Grundbuchordnung aus dem Jahr 1972).

Fallrecht:

  • Gerichtliche Entscheidungen, in denen die maßgeblichen Rechtsvorschriften ausgelegt werden.

* Anmerkung: Bei Verweisung auf Rechtsvorschriften wird auf die jeweils gültige Fassung des Rechtsakts verwiesen. Nach 1922 erlassene oder geänderte Rechtsvorschriften können online über die Website des Link öffnet neues FensterIrish Statute Book und des irischen Parlaments (Link öffnet neues FensterHouses of the Oireachtas) eingesehen werden.

Lawyers (Rechtsanwälte)

Lawyer ist der Sammelbegriff für die beiden Ausprägungen des Anwaltsberufes in der irischen Rechtsordnung, den Solicitors und den Barristers.

Barristers (plädierende Anwälte)

Das Honorar der Barristers wird wie eine Ausgabe der Solicitors behandelt, denen es auch in Rechnung gestellt wird. Als Aufwendung der Solicitors unterliegt es einerseits deren Gebührenvorschriften, andererseits den gerichtlichen Entscheidungen zur Festsetzung der Entschädigung von Prozessanwälten, vgl. hierzu insbesondere Paragraf 27 des Court and Courts Officers Act, 1995 (Gerichtsgesetz und Gesetz über Justizbeamte aus dem Jahr 1995) sowie die Rechtssachen Kelly gegen Breen [1978] I.L.R.M. 63 (Irish Law Report Monthly aus dem Jahr 1978, Band 63), der irische Staat (Gallagher Shatter & Co.) gegen de Valera [1991] 2 I.R. 198 (Irish Reports, 1991, Band 2, Seite 198) und Superquinn gegen Bray Urban District Council [Verwaltung der Kommune Bray] (Nr. 2) [2001] 1 I.R. 459 (Irish Reports, 2001, Band 1, Seite 459).

Gerichtsvollzieher

Die Gebühren, die für die Ausführung gerichtlich angeordneter Maßnahmen durch den Gerichtsvollzieher (Sheriff), Gerichtsboten und Zustellungsbeamten anfallen, sind in der Sheriff's Fees and Expenses Order, 2005 (Gebührenordnung für Gerichtsvollzieher aus dem Jahr 2005) geregelt. Diese enthält auch Vorkehrungen für Gebühren, die bei der Hinterlegung eines Vollstreckungsbefehls fällig werden, sowie für Zwangsvollstreckungsgebühren, für Reisekosten und für Gebühren, die bei der Abholung und Verwahrung von gepfändeten Waren oder Tieren anfallen.

Advocates

Im irischen Rechtssystem gibt es keine eigene Kategorie von Anwälten, die als „advocate“ bezeichnet werden.

Feste Kosten

Feste Kosten in Zivilverfahren

Feste Kosten für Verfahrensbeteiligte in Zivilverfahren

Mit Ausnahme der durch die folgenden Rechtsvorschriften geregelten Sachverhalte werden Kostenpositionen grundsätzlich im Ermessenswege festgesetzt: Order 27 rule 1A (3) und rule 9 of the Rules of the Superior Courts (Paragraf 1A Absatz 3 und Paragraf 9 der Verfahrensregel 27 der Verfahrensordnung der Obergerichte); diese Rechtsvorschriften behandeln Kosten, die bei nicht fristgerechtem Einreichen eines Schriftsatzes für eine Prozesspartei anfallen, wenn die Gegenpartei aufgrund dieses Versäumnisses bereits den Erlass eines Versäumnisurteils beantragt hat; Anhang W der Rules of the Superior Courts und Anhang E der District Court Rules (Verfahrensordnung des Amtsgerichts).

Auch Gerichtsgebühren zählen zu den Kosten, die von den Parteien zu begleichen sind. Diese werden nach Maßgabe der Gebührenordnungen des Supreme Court (Oberster Gerichtshof), des High Court (Oberstes Zivil- und Strafgericht), des Circuit Court (Landgericht) und des District Court (Amtsgericht) festgesetzt.

Der folgenden Website sind weitere Informationen über Link öffnet neues FensterGerichtsgebühren zu entnehmen:

Abschnitt des Zivilverfahrens, in dem die festen Kosten zu entrichten sind

Paragraf 1A Absatz 3 und Paragraf 9 von Verfahrensregel 27 behandeln Kosten, die bei nicht fristgerechtem Einreichen eines Schriftsatzes seitens einer Prozesspartei anfallen, wenn die Gegenpartei aufgrund dieses Versäumnisses bereits den Erlass eines Versäumnisurteils beantragt hat. In Fällen, in denen diese Bestimmungen zur Anwendung kommen, werden die Kosten dann fällig, wenn der Antrag auf Erlass des Versäumnisurteils aus der Gerichtsliste gestrichen wird.

Die in Anhang W der Verfahrensordnung der Obergerichte dargelegten Kostenpositionen werden unter den folgenden Bedingungen fällig:

  • Der Mandant hat die Gebührenrechnung des Solicitor binnen eines Monats ab Eingang der Gebührenrechnung zu begleichen, es sei denn, er hat innerhalb der vorgenannten Frist die gerichtliche Prüfung der betreffenden Rechnung beantragt (vgl. hierzu Paragraf 2 des Attorneys‘ and Solicitors‘ Act 1849). Grundsätzlich ist dem Mandanten allerdings eine Frist von zwölf Monaten ab Eingang der Gebührenrechnung zur Beantragung und Erlangung einer gerichtlichen Kostenfestsetzung einzuräumen. Das zuständige Gericht kann auch noch nach Ablauf der Zwölfmonatsfrist oder nach Bezahlung der Gebührenrechnung die gerichtliche Festsetzung der Gebühren anordnen, wenn es die besonderen Umstände eines Falles verlangen und die Prüfung der anwaltlichen Gebührenrechnung innerhalb von zwölf Kalendermonaten nach ihrer Begleichung gerichtlich beantragt wird.
  • Wenn einer Partei die Kosten der Gegenpartei auferlegt werden, werden die Gebühren bei Ausstellung der amtlichen Bescheinigung über die Festsetzung der Gerichtskosten oder nach Maßgabe einer eventuell zwischen den Parteien getroffenen Zahlungsvereinbarung fällig.

Für die Kostenpositionen des Anhangs E der Verfahrensordnung des Amtsgerichts gilt Folgendes:

  • wenn ein Versäumnisurteil wegen der Unterlassung rechtzeitiger Einwendungen ergeht, sind die entstandenen Kosten von der säumigen Partei zu tragen.
  • alle anderen Gebühren werden bei Erlass des gerichtlichen Kostenbeschlusses zahlbar und sind von der Partei zu tragen, die zur Übernahme der Kosten verurteilt wurde.

Feste Kosten in Strafverfahren

Feste Kosten für Verfahrensbeteiligte in Strafverfahren

In Strafverfahren gibt es keine festen Kosten. Für die Durchführung eines Strafverfahrens werden keine Gerichtsgebühren erhoben.

In einem schnellgerichtlichen Verfahren kann der District Court einen Kostenbeschluss gegen einen Verfahrensbeteiligten aussprechen, allerdings nicht gegen den Director of Public Prosecutions (Leiter der Staatsanwaltschaft) oder einen Polizeibeamten, der die Rolle des Anklägers übernimmt. Am Circuit Court (Landgericht) und am Central Criminal Court (Strafabteilung des Obersten Zivil- und Strafgerichts), die für Strafsachen zuständig sind, in denen es zur öffentlichen Anklageerhebung kommt, kann die Kostenentscheidung unter den folgenden Bedingungen nach billigem Ermessen getroffen werden:

  • im Falle eines Freispruchs, der allerdings noch vor dem Court of Criminal Appeal (Rechtsmittelgericht für Strafsachen) angefochten werden kann,
  • wenn die Anklageschrift belanglose Punkte enthält, ungebührend lang oder in der Sache fehlerhaft ist,
  • wenn die Gerichtsverhandlung wegen Änderung der Anklage vertagt wird oder
  • wenn das Gericht verfügt, dass ein Anklagepunkt gesondert zu verhandeln ist.

Feste Kosten in verfassungsrechtlichen Verfahren

Feste Kosten für Verfahrensbeteiligte in verfassungsrechtlichen Verfahren

Die Zuständigkeit für verfassungsrechtliche Verfahren ist auf den High Court (Oberstes Zivil- und Strafgericht) und den Supreme Court (Oberster Gerichtshof) beschränkt. Für verfassungsrechtliche Verfahren gilt keine besondere Gebührenordnung. Die Kosten für verfassungsrechtliche Verfahren sind vielmehr in Anhang W der Rules of the Superior Courts (Verfahrensordnung der Obergerichte) festgelegt. Welche Gerichtsgebühren anfallen, ist in der Gebührenordnung des Supreme und des High Court niedergelegt.

Der folgenden Website sind weitere Informationen über Link öffnet neues FensterGerichtsgebühren zu entnehmen:

Abschnitt des verfassungsrechtlichen Verfahrens, in dem die festen Kosten zu entrichten sind

Gerichtsgebühren sind grundsätzlich beim Einreichen des betreffenden Schriftsatzes zu zahlen.

Informationspflichten des Prozessbevollmächtigten

Rechte und Pflichten der Parteien

Im Paragraf 68 des Solicitor’s (Amdendment) Act 1994 (Änderungsgesetz (Solicitors) aus dem Jahr 1994) wird Folgendes vorgesehen:

  1. „Bei der Annahme eines Mandats, spätestens jedoch, wenn es praktikabel erscheint, teilt der Solicitor dem Mandanten Folgendes in schriftlicher Form mit:
    1. die tatsächlich anfallenden Gebühren oder,
    2. wenn Angaben zu den tatsächlich anfallenden Gebühren noch nicht im Rahmen des Möglichen liegen, einen Kostenvoranschlag, der so kalkuliert ist, dass er den tatsächlich anfallenden Gebühren möglichst nahekommt, oder,
    3. wenn weder eine Aussage über die tatsächlich anfallenden Gebühren noch ein Kostenvoranschlag im Bereich des Möglichen liegt, die Kalkulationsbasis, die der Anwalt oder die Anwaltsfirma, bei der er beschäftigt ist, bei der Berechnung der Gebühren für die Erbringung der betreffenden Dienstleistung zur Anwendung bringt; bei Streitverfahren hat der Anwalt den Mandanten schriftlich davon in Kenntnis zu setzen, unter welchen Umständen er zur Übernahme der Kosten anderer Parteien verpflichtet werden kann, und gegebenenfalls über die Umstände zu unterrichten, in denen die Verbindlichkeiten des Mandanten aus der Gebührenrechnung des Anwalts nicht vollständig durch den Kostenbetrag, der dem Mandanten möglicherweise im Streitverfahren zulasten anderer Parteien oder zulasten der Versicherungsgeber anderer Parteien zugesprochen wird, befriedigt werden können.
  2. Mit der Ausnahme von Verfahren, die lediglich zur Eintreibung von Schulden oder einer festgestellten Forderung betrieben werden, darf ein Anwalt im Streitverfahren nicht auf der Grundlage tätig werden, dass seine Gebühren ganz oder teilweise in Form eines prozentualen anderen verhältnismäßigen Anteils von Schadensersatzbeträgen, Entschädigungssummen oder anderen Geldbeträgen berechnet werden, die gegenüber seinem Mandanten unter Umständen zahlbar sind oder zahlbar werden. Gebühren, die in Verletzung dieses Absatzes erhoben werden, sind unter keinen Umständen einklagbar.
  3. Es ist Anwälten im Streitverfahren untersagt, ihre Gebühren ganz oder teilweise von Schadensersatzbeträgen, Entschädigungssummen oder anderen Geldbeträgen in Abzug zu bringen, die ihren Mandanten gegenüber zahlbar werden, oder von diesen Beträgen Summen einzubehalten, die ihren Gebühren ganz oder teilweise entsprechen.
  4. Es steht nicht im Widerspruch zu den Bestimmungen von Absatz 3 des vorliegenden Paragrafen, wenn ein Anwalt zu einem beliebigen Zeitpunkt mit seinem Mandanten darin übereinkommt, dass im Streitverfahren für ihn oder für die Firma, bei der er beschäftigt ist, anfallende Gebühren aus den Beträgen beglichen werden, die gegebenenfalls in Form von Schadensersatzbeträgen, Entschädigungssummen oder anderen Geldbeträgen gegenüber dem Mandanten zahlbar sind oder werden.
  5. Nach Maßgabe von Absatz 4 des vorliegenden Paragrafen getroffene Vereinbarungen können nur dann vom Anwalt eingeklagt werden, wenn sie in schriftlicher Form vorliegen und einen Kostenvoranschlag enthalten, der so kalkuliert ist, dass er den tatsächlich anfallenden Gebühren möglichst nahekommt, und dessen Positionen der Anwalt bei jeder anderen Partei oder bei jedem Versicherungsgeber einer anderen Partei nach Treu und Glauben für eintreibbar hält, falls seinem Mandanten im Streitverfahren Schadensersatz, Entschädigungssummen oder andere Geldbeträge zuerkannt werden.
  6. Unbeschadet jeder anderen diesbezüglichen Rechtsvorschrift hat die für den Mandanten möglichst bald nach Beendigung des Streitverfahrens zu erstellende anwaltliche Gebührenrechnung Folgendes auszuweisen:
    1. eine zusammengefasste Darstellung der juristischen Dienstleistungen, die im Rahmen des betreffenden Streitverfahrens für den Mandanten erbracht wurden,
    2. den Gesamtbetrag der Schadensersatz- oder Entschädigungssumme oder jeder anderen Geldleistung, die dem Mandanten im betreffenden Streitverfahren zuerkannt wurde und
    3. Angaben zum Gesamtbetrag und den einzelnen Kostenpositionen der Gebühren, die der Anwalt im Auftrag seines Mandanten von jeder anderen Partei oder von jedem Versicherungsgeber einer anderen Partei eingezogen hat.
    4. Darüber hinaus sind in der Gebührenrechnung die Gebühren, die Auslagen, Ausgaben, Spesen und Kosten, die für die Erbringung der juristischen Dienstleistung seitens des Anwalts angefallen sind, jeweils gesondert auszuweisen.
  7. Keine Bestimmung des vorliegenden Paragrafen steht dem entgegen, dass eine Person ihr gesetzlich verankertes Recht ausübt, den Anwalt aufzufordern, seine Gebührenrechnung dem zuständigen Gericht zur Überprüfung vorzulegen, wenn es zu Gebührenstreitigkeiten zwischen Anwalt und Mandant oder zwischen den Prozessparteien kommt. Es ist auch keine Bestimmung des vorliegenden Paragrafen geeignet, die in Paragraf 9 dieses Gesetzes niedergelegten Rechte einer Person oder der Law Society of Ireland in irgendeiner Weise einzuschränken.
  8. Wenn die Gebührenrechnung eines Rechtsanwalts für die Erbringung juristischer Dienstleistungen ganz oder teilweise von seinem Mandanten angefochten wird, hat der Anwalt Folgendes zu unternehmen:
    1. Er muss alle sachdienlichen Maßnahmen in die Wege leiten, um eine gütliche Einigung mit dem Mandanten herbeizuführen und
    2. seinen Mandanten schriftlich davon in Kenntnis setzen, dass er über das Recht verfügt,

i) den Anwalt aufzufordern, die Gebührenrechnung ganz oder teilweise von einem Taxing Master des High Court (Kostenfestsetzungsbeamter des Obersten Zivil- und Strafgerichts) überprüfen zu lassen und

ii) sich nach Maßgabe von Paragraf 9 des vorliegenden Gesetzes bei der Law Society of Ireland darüber zu beschweren, dass ihm eine Gebührenrechnung ausgestellt wurde, die seiner Auffassung nach unmäßig hoch ist.

  1. Für die Zwecke dieses Paragrafen sind unter „Gebühr“ das Honorar, die Auslagen, Kosten, Spesen und Ausgaben des Rechtsanwalts zu verstehen.
  2. Die Bestimmungen dieses Paragrafen gelten unbeschadet der Vorschriften des Attorneys and Solicitors (Ireland) Act 1849 (Rechtsanwaltsgesetz (Irland) aus dem Jahr 1849) und des Attorneys and Solicitors Act 1870 (Rechtsanwaltsgesetz aus dem Jahr 1870).“

In Artikel 12 Absatz 6 des Verhaltenskodex des General Council der Bar of Ireland (Vorstands der irischen Anwaltskammer) wird Folgendes vorgesehen:

„Ein Barrister hat bei der Annahme eines Mandats zur Erbringung juristischer Dienstleistungen, spätestens jedoch wenn dies praktikabel erscheint, dem beauftragenden Solicitor oder, wenn seine Dienste im Rahmen des Direct Professional Access Scheme [Regelung zur Ermöglichung der direkten Kontaktaufnahme zum Barrister] ohne die Einschaltung eines Solicitor mittels Direktauftrag in Anspruch genommen werden, dem Mandanten auf Antrag Folgendes in schriftlicher Form mitzuteilen und zu bestätigen:

  1. die tatsächlich anfallenden Gebühren oder,
  2. wenn Angaben zu den tatsächlich anfallenden Gebühren noch nicht im Rahmen des Möglichen liegen, einen Kostenvoranschlag, der so kalkuliert ist, dass er den tatsächlich anfallenden Gebühren möglichst nahekommt, oder,
  3. wenn Angaben zu den tatsächlich anfallenden Gebühren beziehungsweise ein Kostenvoranschlag der tatsächlich anfallenden Gebühren nicht im Rahmen des Möglichen liegen, die Grundlage für die Berechnung der anfallenden Gebühren.

Die Aufmachung des Schreibens, in dem diese Informationen gegeben werden, ist dem Gutdünken des Barrister überlassen.“

Kostenfestsetzung – Rechtsgrundlagen

Wo finde ich Informationen über die Kostenfestsetzung in Irland?

Weitere Informationen sind der Website des Amtes zur Festsetzung der Kosten im Streitverfahren (Link öffnet neues FensterTaxing Master’s Office) zu entnehmen. Von dieser Webseite kann auch einschlägiges Informationsmaterial heruntergeladen werden.

In welchen Sprachen sind Informationen über die Rechtsgrundlagen der Kostenfestsetzung in Irland erhältlich?

Informationen über die Rechtsgrundlagen der Kostenfestsetzung in Irland sind in englischer Sprache erhältlich.

Wo kann ich mich über Mediation/Schlichtung informieren?

  • Nach Maßgabe von Paragraf 7 Absatz 1 des Judicial Separation and Family Law Reform Act 1989 (Gesetz zur Reform des Trennungs-– und Familienrechts aus dem Jahr 1989) muss das Gericht im Fall der Beantragung eines Beschlusses zur Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft prüfen, ob die Aussöhnung der Parteien noch möglich ist, und kann deshalb das Verfahren jederzeit aussetzen, wenn hierüber Einvernehmen zwischen den Parteien besteht, um den Ehegatten die Möglichkeit zu geben, abzuwägen, ob mit oder ohne die Unterstützung einer dritten Person eine Aussöhnung erzielt werden kann.
  • Gemäß Paragraf 7 Absatz 3 kann das Gericht das Verfahren aussetzen, wenn hierüber Einvernehmen zwischen den Parteien besteht, um den Ehegatten Gelegenheit zu geben, im Hinblick auf die Trennungsbedingungen mit oder ohne die Unterstützung einer dritten Person eine möglichst weitreichende Einigung zu erzielen.
  • Die Absätze 1 und 3 des Paragrafen 8 des Family Law (Divorce) Act, 1996 (Scheidungsgesetz aus dem Jahr 1996) enthalten vergleichbare Bestimmungen für Scheidungsverfahren.
  • Das Mediationsverfahren bei Streitsachen wegen Körperverletzung ist in den Paragrafen 15 und 16 des Civil Liability and Courts Act, 2004 (Gerichtsgesetz und Gesetz über zivilrechtliche Haftung aus dem Jahr 2004) gesetzlich verankert.
  • Aufgrund von Order 63A rule 6(1)(xiii) (Paragraf 6 Absatz 1 Ziffer XIII von Verfahrensregel 63A) in Verbindung mit Order 63B rule 6(1)(xiii) (Paragraf 6 Absatz 1 Ziffer XIII von Verfahrensregel 63B) der Rules of the Superior Courts (Verfahrensordnung der Obergerichte) kann der Richter im wirtschaftsrechtlichen und im wettbewerbsrechtlichen Verfahren am High Court (Oberstes Zivil- und Strafgericht) auf Antrag einer der Parteien oder aufgrund seines eigenen Ermessens anordnen, dass das Verfahren oder jeder strittige Punkt eines Verfahrens um den Zeitraum vertagt wird, der 28 Tage nicht überschreiten darf und den der Richter für angemessen erachtet, um den Parteien die Möglichkeit einzuräumen, zu prüfen, ob das Verfahren oder der betreffenden Streitpunkt nicht an eine Mediations-, Schlichtungs- oder schiedsrichterliche Stelle verwiesen werden kann, und dass der Richter die Frist zur Erfüllung einer jedweden Bestimmung dieser Verfahrensordnung oder einer jedweden Anordnung des Gerichts verlängern kann, wenn zwischen den Parteien Einvernehmen darüber besteht, dass das Verfahren oder der betreffende Streitpunkt eines Verfahrens tatsächlich an eine derartige Stelle verwiesen werden kann.

Weitere Informationen über Mediationsverfahren sind von der Internetseite des Amts für Familienförderung, der Link öffnet neues FensterFamily Support Agency abrufbar.

Wo sind Informationen über die durchschnittliche Dauer der einzelnen Verfahrensarten erhältlich?

Angaben zur durchschnittlichen Verfahrensdauer der einzelnen Verfahrensarten können den im Internet veröffentlichten Jahresberichten des Gerichtsdienstes entnommen werden: Link öffnet neues FensterCourts Service Annual Reports.

Mehrwertsteuer

Wie wird hierüber informiert? Welche Sätze gelten?

Diese Angaben sind der Internetseite der irischen Zoll- und Steuerbehörde zu entnehmen: Link öffnet neues FensterIrish Tax and Customs Service.

Prozesskostenhilfe

Einkommensschwelle für Antragsteller im Bereich Zivilrecht

In Zivilverfahren liegt der Grenzwert des verfügbaren Einkommens nach Abzug der festgelegten Freibeträge für Unterhaltszahlungen, Unterkunft, Steuerzahlungen und Sozialversicherungsbeiträge bei 18 000 EUR.

Weitere Informationen sind der Internetseite des Ministeriums für Justiz, Gleichbehandlung und Rechtsreform, Link öffnet neues FensterDepartment of Justice, Equality and Law Reform und dem Portal des Link öffnet neues FensterLegal Aid Board (Rat für Prozesskostenhilfe), der für die Gewährung von Prozesskostenhilfe zuständig ist, zu entnehmen.

Einkommensschwelle für Antragsteller im Bereich des Strafrechts (Angeklagte)

Aufgrund der Regelung des Ministeriums für Justiz, Gleichbehandlung und Rechtsreform zur Gewährung von Prozesskostenhilfe in Strafsachen, dem Link öffnet neues FensterCriminal Legal Aid Scheme (Regelung zur Gewährung von Prozesskostenhilfe im Strafprozess), ist die unentgeltliche Gewährung von Prozesskostenhilfe für die Strafverteidigung bedürftiger Personen in bestimmten Fällen möglich. Eine festgelegte Einkommensschwelle besteht nicht, der Angeklagte ist vielmehr vom Prozessgericht davon in Kenntnis zu setzen, ob er über einen Anspruch auf Prozesskostenhilfe verfügt. Durch die Bewilligung von Prozesskostenhilfe wird es dem Antragsteller ermöglicht, die Dienste eines Solicitor und in bestimmten Fällen von bis zu zwei Prozessanwälten in Anspruch zu nehmen, um seine Verteidigung oder etwaige Rechtsmittelverfahren vorzubereiten und zu betreiben. Die Bewilligung der Prozesskostenhilfe obliegt den Richtern. Anträge auf Prozesskostenhilfe können entweder

  1. persönlich,
  2. durch den Prozessbevollmächtigten des Antragstellers oder
  3. durch ein Schreiben an die Adresse des Court Registrar (Urkundsbeamter) beim zuständigen Gericht gestellt werden.

Wer Prozesskostenhilfe beantragt, muss dem Gericht in hinreichender Weise glaubhaft machen, dass er selbst nicht in der Lage ist, für seine Verteidigung bei Gericht aufzukommen. Die Gewährung von Prozesskostenhilfe ist ausschließlich dem richterlichen Ermessen anheimgestellt und wird durch keinerlei finanzielle Leitlinien geregelt. Das zuständige Gericht muss darüber hinaus zur Überzeugung gelangen, dass es aufgrund der „Schwere der Anklage“ oder der „außergewöhnlichen Umstände“ eines Falles zur Wahrung einer wirksamen Rechtspflege erforderlich ist, dass dem Antragsteller Prozesskostenhilfe zugesprochen wird. Bei einer Anklage wegen Mordes oder bei Rechtsmittelverfahren vor dem Supreme Court (Obersten Gerichtshof) zur Anfechtung von Entscheidungen des Court of Criminal Appeal (Rechtsmittelgericht für Strafsachen) reicht allerdings die Bedürftigkeit des Antragstellers für die Gewährung der kostenfreien Prozesskostenhilfe aus.

Wer kostenfreie Prozesskostenhilfe beantragt, kann vom Gericht durch das Ausfüllen eines entsprechenden Formblatts zur Offenlegung seiner finanziellen Verhältnisse verpflichtet werden. Wer auf diesem Vordruck bewusst falsche Angaben macht oder wesentliche Tatsachen verschweigt, begeht eine strafbare Handlung, die mit Geldstrafe und/oder Freiheitsentzug bedroht ist.

Einkommensschwelle für Antragsteller im Bereich des Strafrechts (Opfer)

Für Personen, die in bestimmten Fällen Strafanzeige wegen sexueller Gewalt erstattet haben, besteht bei der Beantragung von Prozesskostenhilfe kein Grenzwert im Hinblick auf das verfügbare Einkommen, wenn die Verteidigung beabsichtigt, die sexuelle Vorgeschichte dieser Person vor Gericht geltend zu machen.

Weitere Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe (Opfer)

Personen, die in bestimmten Fällen wegen sexueller Gewalt Anzeige erstattet haben, wird Prozesskostenhilfe ohne Weiteres gewährt. Die Opfer anderer Straftaten müssen die allgemeingültigen Voraussetzungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe erfüllen.

Weitere Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe (Angeklagte)

Mit Ausnahme der oben erläuterten Bedingungen gibt es keine Kriterien für die Gewährung von Prozesskostenhilfe. Für Minderjährige bestehen keine Sonderregelungen.

Kostenfreie Verfahren

In bestimmten Fällen, insbesondere in familienrechtlichen Verfahren und in Verfahren, die das Wohl eines Kindes betreffen, kann die Befreiung von den Gerichtsgebühren erteilt werden. Die vollständigen Bedingungen für die Entbindung von der Zahlung der Gerichtsgebühren sind den maßgeblichen Gebührenordnungen zu entnehmen, die auf der Internetseite des irischen Gerichtsdiensts (Court Service) veröffentlicht sind: Link öffnet neues FensterGebührenordnungen und Bedingungen für die Befreiung von der Zahlung der Gerichtsgebühren.

Wann muss die unterliegende Partei die Kosten der obsiegenden Partei übernehmen?

Die Kostenentscheidung ist dem Ermessen des Gerichts anheimgestellt. Die Ausübung dieses Ermessens muss im Einklang mit bestimmten Prinzipien und Regeln stehen, die sich in der Vergangenheit bewährt haben und auf die Rechtsprechung der Gerichte zurückzuführen sind. Die wichtigste Kostenregelung ist das Unterliegensprinzip, das besagt, dass die unterliegende Partei die Kosten der obsiegenden Partei trägt. Es bestehen allerdings Ausnahmen zu dieser Regel, die von den konkreten Umständen des jeweiligen Falles abhängen. So kann zum Beispiel der Fall eintreten, dass die unterliegende Partei nur einen Teil der Kosten der obsiegenden Partei übernehmen muss, wenn das Gericht zur Überzeugung gelangt, dass das Verfahren durch die obsiegende Partei verschleppt oder in ungebührender Weise in die Länge gezogen wurde, oder dass die obsiegende Partei sich bei einzelnen Streitpunkten nicht behaupten konnte, auch wenn sie den Rechtsstreit insgesamt gewann. In anderen Fällen, insbesondere bei verfassungsrechtlichen Verfahren und bei Verfahren, in denen eine Angelegenheit in öffentlichem Interesse geltend gemacht wird, kann es geschehen, dass die Kosten der unterliegenden Partei ganz oder teilweise erstattet werden.

Sachverständigengebühren

Für die Prozesskostenhilfe im Zivilverfahren hat der Legal Aid Board, der für die Gewährung von Prozesskostenhilfe zuständig ist, eine Gebührenskala eingeführt, die der Entschädigung der verschiedenen Kategorien von Sachverständigen zugrunde gelegt wird. Darüber hinaus ist die vorgenannte Stelle ermächtigt, die Sachverständigengebühren zu erhöhen, wenn aufgrund der besonderen Anforderungen eines Falles die Inanspruchnahme eines bestimmten oder eines besonders qualifizierten Sachverständigen notwendig ist. In diesen Fällen wird die Vergütung persönlich mit dem Sachverständigen unter Berücksichtigung des erforderlichen Arbeitsaufwands und Fachwissens sowie des Gegenstandswerts beziehungsweise der Bedeutung des Falles für die Person, der Prozesskostenhilfe gewährt wird, vereinbart.

Wenn im Strafverfahren eine Bescheinigung über die Gewährung von Prozesskostenhilfe erteilt wurde, erstreckt sich das Criminal Legal Aid Scheme (Regelung zur Gewährung von Prozesskostenhilfe in Strafsachen) auch auf angemessene und nachvollziehbare Ausgaben der Strafverteidigung, also auch auf Sachverständigengebühren.

Gebühren von Übersetzern und Dolmetschern

Im Zivilverfahren ist die Vergütung von Übersetzern und Dolmetschern prinzipiell im ersten Rechtszug festzulegen. Sie unterliegt der Vereinbarung zwischen dem Übersetzer oder Dolmetscher und der betroffenen Prozesspartei. Obliegen die Gebühren einer Partei, die die Dienste eines Übersetzers oder Dolmetschers in Anspruch genommen hat, allerdings aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung der Gegenpartei, unterliegt das Entgelt des Übersetzers oder Dolmetschers der gerichtlichen Kostenfestsetzung seitens eines Taxing Masters (Kostenfestsetzungsbeamter), genauer gesagt eines Legal Costs Assessors (amtlicher Gerichtskostengutachter).

Wurde Prozesskostenhilfe gewährt, führt die Bewilligungsstelle eine Ausschreibung durch und wählt ein Unternehmen aus, das sich darauf beworben hat.

Wenn im Strafverfahren eine Bescheinigung über die Gewährung von Prozesskostenhilfe erteilt wurde, erstreckt sich das Criminal Legal Aid Scheme (Regelung zur Gewährung von Prozesskostenhilfe in Strafsachen) auch auf angemessene und nachvollziehbare Ausgaben der Strafverteidigung, also auch auf das Entgelt von Übersetzern und Dolmetschern.

Dokumente zum Thema

Der von der irischen Regierung im Rahmen der Studie zur Kostentransparenz bei zivilrechtlichen Verfahren in der Europäischen Union erstellte Bericht PDF(400 Kb)en

Letzte Aktualisierung: 06/12/2021

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Hinweis: Die ursprüngliche Sprachfassung dieser Seite Griechisch wurde unlängst geändert. Die Sprachfassung, die Sie ausgewählt haben, wird gerade von unserer Übersetzungsabteilung erstellt.

Verfahrenskosten - Griechenland

Diese Seite enthält Informationen über die Verfahrenskosten in Griechenland.

Gebührenordnung für Rechtsberufe

Rechtsanwälte

Die Rechtsanwaltsgebühren sind in den Artikeln 58 ff. des Gesetzes Nr. 4194/2013 «Rechtsanwaltsordnung» (Staatsanzeiger, Reihe I, Nr. 208) festgelegt. Gemäß diesen Bestimmungen wird die Rechtsanwaltsgebühr durch eine schriftliche Vereinbarung mit dem Auftraggeber oder seinem Vertreter frei festgelegt und deckt einen Teil des Verfahrens oder das gesamte Verfahren oder bestimmte Verfahrenshandlungen oder juristische Aufgaben jeglicher Art, sei es gerichtlich oder außergerichtlich, ab.

Gibt es keine einschlägige schriftliche Vereinbarung, in der die Höhe der Gebühren festgelegt ist, so richtet sich diese nach dem Wert des Streitgegenstandes (Artikel 63 Absatz 1); kann der Streitgegenstand nicht in Geld bemessen werden, so wird die Gebühr gemäß Anhang I der Rechtsanwaltsordnung (Artikel 63 Absatz 2) berechnet, in der auf «ANHANG Ι/Tabelle der in gerichtlichen Verfahren anfallenden Rechtsanwaltsgebühren verwiesen wird.

Rechtsberater – Rechtsbeistände

Es wird nicht zwischen plädierenden und nicht plädierenden Rechtsanwälten unterschieden.

Gerichtsvollzieher

Die Gebühren für Gerichtsvollzieher werden gesondert festgelegt. Die Gebühren für Gerichtsvollzieher werden in Artikel 50 des Gesetzes 2318/1995 «Gerichtsvollzieherordnung» (Staatsanzeiger, Reihe I, Nr. 126), geändert durch Artikel 2 des Gesetzes 4336/2015, festgelegt. Gemäß diesen Bestimmungen werden die Gebühren der Gerichtsvollzieher in einem gemeinsamen Beschluss des Finanz- und des Justizministers festgelegt. Derzeit gilt der Beschluss Nr. 21798 vom 11. März 2016 (Staatsanzeiger, Serie II, Nr. 709/2016). Die Gebühren können jedoch je nach Komplexität der Aufgabe nach Vereinbarung erhöht werden.

Notare

Die Notargebühren sind in besonderen Bestimmungen festgelegt, und zwar in Artikel 40 des Gesetzes 2830/2000.

Feste Kosten

Feste Kosten in Strafverfahren

Feste Kosten für Verfahrensbeteiligte in Strafverfahren

Die Rechtsanwaltsgebühren in Strafsachen sind in der Rechtsanwaltsordnung geregelt (Artikel 58 ff.).

Abschnitt des Strafverfahrens, in dem die festen Kosten zu entrichten sind

Die Rechtsanwälte vereinbaren mit ihren Mandanten, wann ihre Gebühren zu entrichten sind. Die Gebühren werden in der Regel entsprechend dem Fortgang des Verfahrens in Tranchen gezahlt.

Feste Kosten in verfassungsrechtlichen Verfahren

Feste Kosten für Verfahrensbeteiligte in verfassungsrechtlichen Verfahren

Für Verwaltungssachen werden die Gebühren ebenfalls auf die vorstehend beschriebene Weise festgesetzt.

Abschnitt des verfassungsrechtlichen Verfahrens, in dem die festen Kosten der Verfahrensbeteiligten zu entrichten sind

Die Rechtsanwälte vereinbaren mit ihren Mandanten, wann ihre Gebühren zu entrichten sind. Die Gebühren werden in der Regel entsprechend dem Fortgang des Verfahrens in Tranchen gezahlt.

Informationen, die von den Rechtsbeiständen vorab zu erteilen sind

Rechte und Pflichten der Parteien

Der Verhaltenskodex für Rechtsanwälte enthält besondere Verpflichtungen, wie Rechtsanwälte ihre Pflichten gegenüber ihren Mandanten zu erfüllen haben. Jede Verletzung dieser Pflichten stellt ein Disziplinarvergehen dar. Auf die Gebühren wird im Zusammenhang mit diesen Pflichten nicht ausdrücklich hingewiesen.

Informationsquellen für Kostenangaben

Wo finde ich Informationen über die Kostenfestsetzung in Griechenland?

Informationen zu den Rechtsanwaltsgebühren können in der Rechtsanwaltsordnung oder bei den Rechtsanwaltskammern eingeholt werden.

Angaben zu den Notargebühren sind bei der Abteilung für Rechtsberufe – Gerichtsvollzieher – Notare – Grundbuch- und Katasterämter (Tmima Dikigorikou Leitourgimatos – Dikastikon Epimeliton – Symvolaiografeion – Ypothikofilakeion kai Ktimatologikon Grafeion) des Justizministeriums oder bei den Notarkammern (Symvolaiografiki Syllogoi) (juristische Personen des öffentlichen Rechts) erhältlich.

In welchen Sprachen sind Informationen über die Kostenfestsetzung in Griechenland erhältlich?

Informationen über die Kostenfestsetzung liegen nur auf Griechisch vor.

Wo kann ich mich über Mediation/Schlichtung informieren/?

Weitere Informationen sind auf der einschlägigen Seite des Portals zu finden, insbesondere in Bezug auf die Mediation in Griechenland.

Wo sind weitere Informationen über Verfahrenskosten erhältlich?

Verfügbare Website mit Kostenangaben

Es gibt keine Website mit solchen Informationen.

Wo sind Informationen über die durchschnittliche Dauer der einzelnen Verfahrensarten erhältlich?

Hierzu liegen für Griechenland keine Informationen vor.

Wo sind Informationen über die durchschnittlichen Gesamtkosten der einzelnen Verfahrensarten erhältlich?

Über die Gesamtkosten eines Verfahrens in Griechenland liegen keine Informationen vor

Mehrwertsteuer

Wie wird diese Information zur Verfügung gestellt?

Die Dienstleistungen von Rechtsanwälten unterliegen der Mehrwertsteuer. Die entsprechenden Informationen können bei der Steuerabteilung (Τmima Forologias) des Link öffnet neues FensterFinanzministeriums oder bei den Rechtsanwaltskammern eingeholt werden.

Wie hoch sind die Sätze?

24%

Prozesskostenhilfe

Einkommensschwelle für Prozesskostenhilfe in Zivilsachen

Gemäß Artikel 194 der Zivilprozessordnung wird Personen Prozesskostenhilfe gewährt, die nachweisen, dass sie die Kosten von Gerichtsverfahren ohne Gefährdung ihres oder des Lebensunterhalts ihrer Familien nicht bezahlen können.

Unter den in diesem Artikel genannten Voraussetzungen kann Prozesskostenhilfe auch Ausländern und Staatenlosen gewährt werden.

Nach dem Gesetz 3226/2004 kann Prozesskostenhilfe in Zivilsachen einkommensschwachen Bürgern gewährt werden (wenn ihr jährliches Familieneinkommen zwei Drittel des Mindestjahreseinkommens nicht übersteigt, das im allgemeinen nationalen Kollektivarbeitsvertrag festgelegt ist).

Die Prozesskostenhilfe deckt die Verfahrenskosten sowie die Gebühren von Notaren, Gerichtsvollziehern und Rechtsanwälten ab (Artikel 199 der Zivilprozessordnung).

Einkommensschwelle für Prozesskostenhilfe für Angeklagte in Strafverfahren

Gemäß Artikel 340 der Strafprozessordnung wird für einen Angeklagten, der keinen Rechtsbeistand hat, aus der entsprechenden Liste der örtlichen Rechtsanwaltskammer ein Pflichtverteidiger bestellt.

Nach dem Gesetz 3226/2004 wird einkommensschwachen Bürgern wie oben dargelegt Prozesskostenhilfe in Strafsachen gewährt.

Einkommensschwelle für Prozesskostenhilfe in Strafverfahren für Opfer von Straftaten

Nach den Bestimmungen des Gesetzes 3226/2004 kann einkommensschwachen Bürgern der EU-Mitgliedstaaten sowie einkommensschwachen Drittstaatsangehörigen und Staatenlosen Prozesskostenhilfe gewährt werden, sofern sie ihren rechtmäßigen oder gewöhnlichen Aufenthalt in der EU haben.

Sonstige Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe für die Opfer von Straftaten

Prozesskostenhilfe wird einkommensschwachen Bürgern der EU-Mitgliedstaaten sowie einkommensschwachen Drittstaatsangehörigen und Staatenlosen gewährt, sofern sie ihren rechtmäßigen oder gewöhnlichen Aufenthalt in der EU haben. Es gibt keine weiteren Bedingungen.

Sonstige Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe für Angeklagte

Keine.

Kostenfreie Gerichtsverfahren

Keine.

Wann muss die unterliegende Partei die Kosten der obsiegenden Partei übernehmen?

Nachdem das Gericht sein Urteil gefällt hat, muss die unterliegende Partei in der Regel die Verfahrenskosten und die der obsiegenden Partei entstandenen Kosten entsprechend dem Anteil des Obsiegens oder Unterliegens jeder Partei übernehmen. Das Gericht muss auch diesen Teil des Urteils für vollstreckbar erklären. Die Ausgaben und Kosten werden nach den oben genannten Regeln berechnet, wobei vor allem den Bestimmungen für die Gebühren der Angehörigen von Rechtsberufen Rechnung getragen wird. Normalerweise liegt der errechnete Betrag unter den tatsächlichen Kosten.

Sachverständigengebühren

Sachverständige legen ihre Gebühren selbst fest, die auf Antrag in die vom Gericht gewährte Prozesskostenhilfe einbezogen werden.

Gebühren von Übersetzern und Dolmetschern

Übersetzer und Dolmetscher setzen ihre Gebühren selbst fest, die auf Antrag in die vom Gericht gewährte Prozesskostenhilfe einbezogen werden.

Links zum Thema

Link öffnet neues FensterVersammlung der griechischen Anwaltskammern

Link öffnet neues FensterAnwaltskammer Athen

Link öffnet neues FensterAnwaltskammer Piräus

Link öffnet neues FensterAnwaltskammer Thessaloniki

Link öffnet neues FensterKoordinationskomitee der Notarkammern Griechenlands

Link öffnet neues FensterNotarkammer des Berufungsgerichts von Thessaloniki

Link öffnet neues FensterKoordinationskomitee der Notarkammern Griechenlands

Link öffnet neues FensterVerband der griechischen Gerichtsvollzieher

Dokumente zum Thema

Griechischer Bericht über die Studie zur KostentransparenzPDF(849 Kb)en

Letzte Aktualisierung: 06/12/2021

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Verfahrenskosten - Spanien

Diese Seite enthält Informationen über die Verfahrenskosten in Spanien.

Link öffnet neues FensterFamilienrecht – Scheidung

Link öffnet neues FensterFamilienrecht – Sorgerecht

Link öffnet neues FensterFamilienrecht – Unterhalt

Link öffnet neues FensterHandelsrecht – Vertragsrecht

Link öffnet neues FensterHandelsrecht – Haftung

Rechtsrahmen für die Gebühren von Angehörigen der Rechtsberufe

Rechtsanwälte

In Spanien gibt es nur eine Kategorie von Rechtsanwälten (abogado), die nach dem Beitritt zu einer regionalen Rechtsanwaltskammer (Colegio de Abogados) in allen Arten von Verfahren und an allen Arten von Gerichten auftreten können.

Rechtsanwälte legen ihre Gebühren anhand von Richtlinien fest, die von der Rechtsanwaltskammer veröffentlicht werden. Diese Richtlinien beruhen auf allgemeingültigen Kriterien für die Erstellung von Gebührenrechnungen, beispielsweise der Komplexität des Falles und der Verhältnismäßigkeit, und werden von allen Rechtsanwälten bei der Gebührenberechnung eingehalten.

In den Richtlinien wird stets unterschieden, bei welcher Gerichtsbarkeit der Rechtsstreit geführt wird.

Feste Kosten

Feste Kosten in Zivilverfahren

Feste Kosten für Verfahrensbeteiligte in Zivilverfahren

In Artikel 241 Absatz 1 Ziffer 1 der Zivilprozessordnung (Ley de Enjuiciamiento Civil) sind die Gebühren von Rechtsanwälten und Prozessbevollmächtigten (procuradores) in Fällen, in denen ihr Beistand vorgeschrieben ist, ausdrücklich geregelt. Diese Gebühren gehen als Kostenposition in die Kostenfestsetzung ein.

In der Zivilprozessordnung ist festgelegt, dass Rechtsanwälte ihre Gebühren nach Maßgabe der Richtlinien ihrer Berufsordnung festsetzen.

Abschnitt des Zivilverfahrens, in dem die festen Kosten zu entrichten sind

Die Mandanten sind stets verpflichtet, ihre Anwaltsgebühren zu zahlen und Vorschusszahlungen auf die Gebühr ihres Prozessbevollmächtigten zu leisten. Die Mandanten kennen zwar von Beginn an den ungefähren Betrag, doch erst bei Abschluss des Verfahrens ist die Endsumme der Gebührenrechnung genau bekannt. Anwälte und Prozessbevollmächtigte können gegen ihre Mandanten auch Forderungen im Wege besonderer Verfahren geltend machen, beispielsweise in Form eines Gebührenvorschusses (provisión de fondos, während das Verfahren andauert) oder im Rahmen eines Gebührenvollstreckungsverfahrens (jura de cuentas, nach Abschluss des Verfahrens).

In der Praxis zahlen die Mandanten üblicherweise einen Vorschuss und warten dann die Kostenentscheidung ab. Muss die Gegenpartei die Kosten tragen, legen der Rechtsanwalt und der Prozessbevollmächtigte ihre Gebührenrechnungen dem Gericht vor. Sobald die Gebührenrechnungen genehmigt sind, werden sie von der Gegenpartei beglichen.

Seit Inkrafttreten des Gesetzes 10/2012 werden Gerichtsgebühren erhoben.

Was sind Gerichtsgebühren?

Gerichtsgebühren sind eine nationale Steuer, die in bestimmten Fällen von juristischen Personen für die Klageerhebung vor Gericht oder die Nutzung von Dienstleistungen der Justizverwaltung zu zahlen ist. Für die Erhebung dieser Steuer ist rechtlich das Ministerium für Finanzen und Öffentliche Verwaltung zuständig. Die Gebührenpflicht wurde am 1. April 2003 eingeführt. Derzeit wird sie durch das Gesetz 10/2012 vom 20. November 2012 über bestimmte Gebühren im Rahmen der Justizverwaltung und des Nationalen Instituts für Toxikologie und forensische Wissenschaft geregelt. Das Gesetz 10/2012 wurde zweimal geändert, zunächst durch den Königlichen Erlass 3/2013 vom 22. Februar 2013 und später durch den Königlichen Erlass 1/2015 vom 27. Februar 2015. Mit der zweiten Änderung wurde vor allem die Abschaffung der Gerichtsgebühren für Privatpersonen in allen Gerichtsbarkeiten und für alle Verfahrensarten eingeführt – Privatpersonen müssen seit dem Inkrafttreten des Gesetzes 10/2012 Gerichtsgebühren zahlen.

Rechtssachen, in denen die Zahlung von Gerichtsgebühren obligatorisch ist (kostenpflichtiger Vorgang)

Gemäß Artikel 1 des Gesetzes 10/2012 handelt es sich bei der Gebühr für die Ausübung der rechtsprechenden Gewalt in Zivil-, Verwaltungs- (contencioso-administrativo) und Arbeitssachen um eine nationale Gebühr, die in ganz Spanien in den vom oben stehenden Gesetz vorgesehenen Fällen erhoben wird, ungeachtet der von den Autonomen Gemeinschaften im Rahmen ihrer finanziellen Befugnisse verlangten Gebühren und Steuern. Jedoch werden diese Gebühren nicht für denselben kostenpflichtigen Vorgang erhoben.

Gemäß Artikel 2 entsteht ein kostenpflichtiger Vorgang durch folgende Verfahrenshandlungen:

  • Klageerhebung in einem beliebigen Verfahren zur Einleitung eines Erkenntnisverfahrens und in Verfahren zur Vollstreckung außergerichtlicher Vollstreckungstitel in Zivilsachen, Einreichung einer Widerklage und Erstantrag zur Einleitung eines Mahnverfahrens oder des Europäischen Mahnverfahrens,
  • Antrag auf Zwangsinsolvenz und Anmeldung von Nebenforderungen in Insolvenzverfahren,
  • Einleitung eines Verfahrens in Verwaltungssachen,
  • Einlegung außerordentlicher Rechtsmittel wegen Verfahrensfehlern in Zivilverfahren,
  • Einlegung von Rechtsmitteln (apelación oder casación) in Zivil- und Verwaltungssachen,
  • Einlegung von Rechtsmitteln (suplicación oder casación) in Arbeitssachen,
  • Widerspruch gegen die Vollstreckung eines Rechtstitels.

Wer muss die Gerichtsgebühren zahlen?

Gemäß Artikel 3 hat derjenige die Gebühr zu entrichten, der die rechtsprechende Gewalt in Anspruch nimmt und dadurch einen kostenpflichtigen Vorgang auslöst.

Entsprechend des vorherigen Absatzes wird von einem einzelnen kostenpflichtigen Vorgang ausgegangen, wenn durch die Einleitung der Verfahrenshandlung, die den kostenpflichtigen Vorgang darstellt, mehrere Hauptklagen betroffen sind, die auf denselben Rechtsgrund zurückgehen. In diesem Fall errechnet sich die Höhe der Gebühren durch Addition der Beträge für die einzelnen verbundenen Klagen.

Die Gebühren können vom Prozessbevollmächtigten (procurador) oder Rechtsanwalt (abogado) im Namen des Steuerpflichtigen entrichtet werden, insbesondere wenn der Steuerpflichtige nicht in Spanien ansässig ist. Nicht in Spanien ansässige Personen müssen keine Steueridentifikationsnummer zum Zwecke der Selbstveranlagung vorweisen. Weder der Prozessbevollmächtigte noch der Rechtsanwalt haften in steuerlicher Hinsicht für diese Zahlung.

Befreiungen:

  • Befreiungen für bestimmte Arten von Handlungen:
    • Erhebung einer Klage und Einlegung nachfolgender Rechtsmittel in Verfahren, die sich speziell mit dem Schutz von Grundrechten und bürgerlichen Freiheitsrechten befassen, sowie Rechtsmittel im Zusammenhang mit dem Verhalten der für Wahlen zuständigen Verwaltungsstellen,
    • Antrag auf freiwilligen Konkurs des Schuldners,
    • Erstantrag auf Erlass eines Zahlungsbefehls und Antrag auf Erlass eines Vollstreckungsbescheids zur Geltendmachung des betreffenden Betrags, sofern dieser 2000 EUR nicht übersteigt. Diese Befreiung gilt nicht, wenn die Forderung auf einem außergerichtlichen vollstreckbaren Titel nach Artikel 517 der Zivilprozessordung beruht (Gesetz 1/2000 vom 7. Januar 2000),
    • Einleitung eines Verfahrens in Verwaltungssachen wegen ausbleibender Antwort oder unterlassener Maßnahmen seitens einer Verwaltungsstelle,
    • Erhebung einer Klage zur Durchsetzung von Schiedssprüchen der Schlichtungsausschüsse für Verbraucherangelegenheiten (Juntas Arbitrales de Consumo),
    • Klagen, die vom Insolvenzverwalter im Zusammenhang mit der Insolvenzmasse erhoben werden, sofern diesen Klagen vom Handelsgericht (Juez de lo Mercantil) stattgegeben wird,
    • Verfahren zur gerichtlichen Teilung von Nachlässen, außer in Fällen, in denen ein Einwand erhoben wird oder Streit über die Einbeziehung oder den Ausschluss von Vermögenswerten besteht. Hier fallen Gebühren für die Verhandlung und für den strittigen Betrag oder den Betrag an, der sich aus der Anfechtung der Nachlassverteilung ergibt, die von der Gegenpartei zu zahlen sind; widersprechen beide Parteien, trägt jede Partei die Gebühren für den sie betreffenden Betrag.
  • Befreiungen für bestimmte Personen:
    • Privatpersonen,
    • juristische Personen, die Anspruch auf Prozesskostenhilfe haben und die nachweisen können, dass sie die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen erfüllen,
    • die Staatsanwaltschaft (Ministerio Fiscal),
    • die Allgemeine Staatsverwaltung und die Verwaltung der Autonomen Gemeinschaften, Kommunalbehörden und alle ihnen unterstehenden öffentlichen Einrichtungen,
    • das spanische Parlament und die gesetzgebenden Versammlungen der Autonomen Gemeinschaften.

Feste Kosten in Strafverfahren

Feste Kosten für Verfahrensbeteiligte in Strafverfahren

Diese Gebühren bestimmen sich nach der Strafprozessordnung.

Jede Partei, die einer strafbaren Handlung angeklagt ist, die von einer Festnahme oder einer anderen Sicherungsmaßnahme betroffen ist oder die vor Gericht gestellt werden soll, kann das Recht auf Verteidigung ausüben, indem sie in dem Verfahren tätig wird, unabhängig davon, um welches Verfahren es sich handelt, sobald sie von diesem Verfahren Kenntnis erlangt hat, und wird entsprechend über dieses Recht unterrichtet.

Zur Ausübung dieses Rechts müssen die betreffenden Parteien durch einen Prozessbevollmächtigten (procurador) vertreten und durch einen Rechtsanwalt (abogado) verteidigt werden, wobei ihnen ein Prozessbevollmächtigter und ein Pflichtverteidiger vom Gericht zugewiesen werden, sollten sie selbst niemanden bestellen und dies beantragen. Prozessbevollmächtigter und Rechtsanwalt werden in jedem Fall vom Gericht bestimmt, wenn die Partei rechtlich nicht dazu befugt ist.

Alle an einer Rechtssache beteiligten Parteien sind verpflichtet, sofern ihnen nicht das Recht auf Prozesskostenhilfe zuerkannt wurde, für die Gebühren der sie vertretenden Prozessbevollmächtigten, der sie verteidigenden Anwälte, der auf ihr Betreiben hin aussagenden Sachverständigen sowie für die Entschädigungen der vor Gericht erscheinenden Zeugen aufzukommen, sollten die Sachverständigen und Zeugen bei ihrer Aussage eine Forderung geltend gemacht und das Gericht ihr stattgegeben haben.

Die Verfahrensbeteiligten sind weder während des Verfahrens noch nach seinem Abschluss verpflichtet, für die restlichen Prozesskosten aufzukommen, es sei denn, sie sind dazu verurteilt worden.

Hat ein Prozessbevollmächtigter, der von einer Streitpartei benannt wurde, der Vertretung der Partei zugestimmt, ist er verpflichtet, für die Gebühren der Anwälte aufzukommen, die sein Mandant zu seiner Verteidigung in Anspruch nimmt.

Eine Partei, die Anspruch auf Prozesskostenhilfe hat, kann ebenfalls einen Anwalt und Prozessbevollmächtigten ihrer Wahl benennen. Sie ist in diesem Fall jedoch verpflichtet, für die entsprechenden Gebühren in gleicher Weise aufzukommen wie diejenigen, denen keine Prozesskostenhilfe gewährt wird, es sei denn, die frei gewählten Vertreter verzichten auf ihre Gebühren gemäß Artikel 27 Prozesskostenhilfegesetz (Ley de Asistencia Jurídica Gratuita).

Abschnitt des Strafverfahrens, in dem die festen Kosten zu entrichten sind

Die Mandanten sind stets zur Zahlung der Gebührenrechnungen verpflichtet, die nach Abschluss eines Verfahrens gestellt werden. Bei Pflichtverteidigern ist kein Vorschuss zu leisten, weil in solchen Fällen üblicherweise die Prozesskostenhilfe greift.

Der Einsatz von Pflichtverteidigern ist gängige Praxis. Wird dem Mandanten Prozesskostenhilfe gewährt, kommt nicht er, sondern der Staat für die Anwaltsgebühren auf, es sei denn, die finanzielle Situation des Mandanten verbessert sich innerhalb von drei Jahren (in der Regel zahlt der Mandant aber nicht).

Informationspflichten des Prozessbevollmächtigten

Rechte und Pflichten der Parteien

Der Prozessbevollmächtigte (procurador) ist in seiner Eigenschaft als Vertreter der Partei verpflichtet, den Mandanten über alle Verfahrenshandlungen zu informieren.

Sowohl der Anwalt als auch der Prozessbevollmächtigte haben die Pflicht, dem Mandanten Auskunft zu erteilen, wann immer dieser es verlangt.

Kostenfestsetzung

Wo finde ich Informationen über die Kostenfestsetzung in Spanien?

Es gibt keine spezielle Website, die Informationen zu den Verfahrenskosten in Spanien enthält. Allerdings gibt es Websites, wie die der Rechtsanwaltskammern, auf denen Informationen zu den Tarifen ihrer Mitglieder zu finden sind.

In welchen Sprachen sind Informationen über Verfahrenskosten in Spanien erhältlich?

Die Informationen werden üblicherweise auf Spanisch zur Verfügung gestellt. Es lassen sich aber auch Informationen in den Amtssprachen der Autonomen Gemeinschaften finden.

Außerdem sind bestimmte Informationen einiger Seiten auf Englisch verfügbar.

Wo kann ich mich über Mediation/Schlichtung informieren?

Das Register der Mediatoren und Mediationseinrichtungen (Registro de Mediadores e Instituciones de Mediación) ist eine Informationsdatenbank, die der Öffentlichkeit über die Website des Justizministeriums kostenlos zugänglich ist. Im Register werden Angaben zu professionellen Mediatoren und Mediationseinrichtungen veröffentlicht, um der Öffentlichkeit den Zugang zu dieser Form der Streitbeilegung zu erleichtern.

Der Zugang zu den Suchmaschinen ist über die folgenden Links möglich:

Link öffnet neues Fensterhttps://remediabuscador.mjusticia.gob.es/remediabuscador/RegistroMediador

Link öffnet neues Fensterhttps://remediabuscador.mjusticia.gob.es/remediabuscador/RegistroInstitucion

Mediation

Unabhängig von der Bezeichnung ist die Mediation eine Form der Streitbeilegung, bei der zwei oder mehr Parteien freiwillig versuchen, mithilfe eines Mediators selbst eine Einigung zu erzielen.

Mediator

Privatpersonen können als Mediatoren tätig werden, wenn sie ihre bürgerlichen Rechte uneingeschränkt wahrnehmen können, sofern sie nicht durch Rechtsvorschriften, denen sie bei der Ausübung ihres Berufs unterliegen, an der Ausübung dieser Tätigkeit gehindert werden.

Juristische Personen, die Mediationsdienste erbringen – unabhängig davon, ob es sich um Berufsverbände oder andere gesetzlich festgelegte juristische Personen handelt – müssen eine Person als Mediator benennen. Diese Person muss alle gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien erfüllen.

Voraussetzungen für die Tätigkeit als Mediator

Für die Ausübung der Mediation benötigen Mediatoren einen offiziellen Hochschulabschluss oder eine fortgeschrittene Berufsausbildung sowie eine spezielle Ausbildung, die durch die Teilnahme an einem oder mehreren spezifischen Kursen bei entsprechend anerkannten Einrichtungen erworben wurde; die von diesen Einrichtungen vermittelte Ausbildung ist für die Ausübung der Mediation überall im Land gültig.

Die Mediatoren müssen außerdem eine Versicherung abschließen oder eine ähnliche Garantie vorweisen, um die zivilrechtliche Haftung zu decken, die sich aus ihrer Tätigkeit in den von ihnen vermittelten Streitfällen ergibt.

Insolvenzvermittler

Ein Insolvenzvermittler (mediador concursal) ist eine Person, die sowohl die Voraussetzungen für die Tätigkeit als Vermittler als auch die Voraussetzungen für die Tätigkeit als Insolvenzverwalter erfüllt, die in Artikel 27 Absatz 1 des Insolvenzgesetzes (Ley Concursal, Gesetz 22/2003 vom 9. Juli 2003) festgelegt sind. In den außergerichtlichen Zahlungsvereinbarungen nach Titel X des Insolvenzgesetzes können Notare oder Handelsregistrare Insolvenzvermittler bestellen. Auch juristische Personen können als Insolvenzvermittler tätig werden, sofern sie ihre Tätigkeit als Insolvenzvermittler über eine natürliche Person ausüben, die die oben genannten Voraussetzungen erfüllt.

Mediationseinrichtung

Bei den Mediationseinrichtungen kann es sich um spanische oder ausländische öffentliche oder private Einrichtungen oder Einrichtungen des öffentlichen Rechts handeln, deren Zweck die Förderung der Mediation ist. Diese Einrichtungen erleichtern den Zugang zur Mediation und deren Verwaltung, wozu auch die Ernennung von Mediatoren gehört; sie müssen bei der Ernennung dieser Personen Transparenz gewährleisten. Wenn der Zweck dieser Einrichtungen auch die Schiedsgerichtsbarkeit umfasst, müssen sie Maßnahmen ergreifen, um die beiden Tätigkeiten voneinander zu trennen.

Die Mediationseinrichtungen können nicht direkt Mediationsdienste erbringen, und ihre Beteiligung an der Mediation kann nicht über das gesetzlich vorgesehene Maß hinausgehen.

Mehrwertsteuer

Wie wird hierüber informiert?

Die spanische Steuerbehörde (Agencia Tributaria) stellt diese Informationen auf ihrer Link öffnet neues FensterWebsite zur Verfügung.

Welche Sätze gelten?

Die spanische Steuerbehörde informiert darüber auf ihrer Link öffnet neues FensterWebsite.

Prozesskostenhilfe

Was versteht man darunter?

Nach Artikel 119 der spanischen Verfassung werden Personen, die nachweisen können, dass sie nicht über genügend wirtschaftliche Mittel zur Führung eines Rechtsstreits verfügen, im Rahmen der Prozesskostenhilfe eine Reihe von Leistungen gewährt, darunter die Befreiung von der Zahlung der Gebühren für Rechtsanwälte und Prozessbevollmächtigte, eine Kostenbefreiung im Zusammenhang mit Gutachten, etwaigen Kautionen usw.

Der Anspruch auf Prozesskostenhilfe umfasst im Großen und Ganzen folgende Leistungen:

kostenlose Beratung vor Beginn des Verfahrens,

Rechtsbeistand für Untersuchungshäftlinge oder Inhaftierte,

kostenlose Verteidigung und Vertretung durch einen Rechtsanwalt bzw. einen Prozessbevollmächtigten während des Verfahrens,

kostenlose Veröffentlichung von Bekanntmachungen und Erlassen, die während des Verfahrens vorschriftsmäßig in Amtsblättern erscheinen müssen,

Befreiung von Sicherheitsleistungen für Rechtsmittel,

kostenlose Hinzuziehung von Sachverständigen während des Verfahrens,

kostenlose Ausfertigung von Abschriften, Gutachten, gerichtlichen und notariellen Urkunden,

Minderung einzelner Gebühren für notarielle Tätigkeiten um 80 %,

Minderung einzelner Gebühren in Grundbuchsachen und Handelsregistersachen um 80 %.

Nach der Anpassung des Prozesskostenhilfegesetzes an die Richtlinie 2003/8/EG durch das Gesetz 16/2005 vom 18. Juli 2005 müssen darüber hinaus Empfänger von Prozesskostenhilfe in Streitsachen mit grenzüberschreitendem Bezug folgende Kosten nicht tragen:

  1. Dolmetschleistungen,
  2. Übersetzung von Dokumenten,
  3. Reisekosten, wenn der Antragsteller persönlich erscheinen muss,
  4. Kosten der Verteidigung durch einen Rechtsanwalt und der Vertretung durch einen Prozessbevollmächtigten (auch wenn dies nicht notwendig ist), wenn das Gericht diese Vertretung zur Wahrung der Gleichstellung der Streitparteien anordnet.

Wer ist anspruchsberechtigt?

Generell kann Prozesskostenhilfe von allen Bürgern beantragt werden, die sich in einem beliebigen Gerichtsverfahren befinden oder ein solches anzustrengen beabsichtigen, sofern sie nicht die erforderlichen wirtschaftlichen Mittel für den Rechtsstreit aufbringen können.

Bei Privatpersonen gilt die wirtschaftliche Bedürftigkeit als gegeben, wenn die Person nachweisen kann, dass ihre jährlichen Gesamtmittel und -einkünfte pro Haushalt das Doppelte des zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Einkommensindexes (Indicador Público de Renta de Efectos Múltiples, IPREM) nicht übersteigen.

Bei juristischen Personen muss zur Inanspruchnahme von Prozesskostenhilfe die Bemessungsgrundlage für die Körperschaftsteuer weniger als das Dreifache des aufs Jahr berechneten IPREM betragen.

In jedem Fall finden auch andere äußere Anzeichen Berücksichtigung, die auf die tatsächlichen finanziellen Verhältnisse des Antragstellers hindeuten.

Es bestehen Ausnahmen für Privatpersonen mit Behinderungen und/oder in familiären Verhältnissen, in denen eine Überschreitung der zuvor genannten Einkommensschwellen möglich ist. (Gemäß der 28. Zusatzbestimmung des Allgemeinen Haushaltsgesetzes (Ley de Presupuestos Generales del Estado) für 2009 betrug der IPREM für 2009 7381,33 EUR jährlich).

Konkret besteht Anspruch auf Prozesskostenhilfe für

  1. Spanische Staatsbürger, Staatsangehörige anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union und alle Ausländer mit Wohnsitz in Spanien, wenn sie nachweisen können, dass sie nicht über ausreichende Mittel für einen Rechtsstreit verfügen,
  2. die Verwaltungsorgane der sozialen Sicherheit und die gemeinsamen Dienste,
  3. folgende juristische Personen, wenn sie nachweisen, dass sie nicht über ausreichende Mittel für einen Rechtsstreit verfügen:

gemeinnützige Organisationen,

Stiftungen, die im entsprechenden Verwaltungsregister eingetragen sind:

  1. in Arbeitssachen: alle Arbeitnehmer und Begünstigten des Sozialversicherungssystems,
  2. in Strafsachen: alle Bürger, auch ausländische Staatsangehörige, die nachweisen können, dass sie nicht über ausreichende Mittel für einen Rechtsstreit verfügen, selbst wenn sie sich nicht rechtmäßig in Spanien aufhalten, haben Anspruch auf unentgeltliche Prozesskostenhilfe, Verteidigung und Vertretung,
  3. in Verwaltungssachen: alle ausländischen Staatsangehörigen, die nachweisen können, dass sie nicht über ausreichende Mittel für einen Rechtsstreit verfügen, selbst wenn sie sich nicht rechtmäßig in Spanien aufhalten, haben Anspruch auf Prozesskostenhilfe in allen Verfahren (einschließlich vorläufiger Verwaltungsverfahren) im Zusammenhang mit ihrem Antrag auf Asyl und das Ausländergesetz (Ley de la Extranjería).

Weitere Informationen

Voraussetzungen für die Beantragung von Prozesskostenhilfe

Privatpersonen

Die jährlichen Gesamtmittel und -einkünfte einer Person dürfen pro Haushalt das Doppelte des zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden IPREM nicht übersteigen.

Übersteigen die Einkünfte das Doppelte, jedoch nicht das Vierfache des IPREM, kann der Ausschuss für Prozesskostenhilfe (Comisión de Asistencia Jurídica Gratuita) ausnahmsweise Prozesskostenhilfe gewähren unter Berücksichtigung der familiären Verhältnisse des Antragstellers, der Anzahl der unterhaltsberechtigten Kinder oder sonstigen Angehörigen, seines Gesundheitszustands, einer etwaigen Behinderung, seiner finanziellen Verpflichtungen, möglicher Kosten im Zusammenhang mit der Verfahrenseinleitung oder sonstiger Umstände, in jedem Fall jedoch, wenn der Antragsteller Verwandter in aufsteigender Linie einer kinderreichen Familie einer besonderen Kategorie ist.

Der Verfahrensbeteiligte muss die eigenen Rechte und Interessen verteidigen.

Juristische Personen

Die juristische Person muss eine gemeinnützige Organisation oder eine Stiftung sein, die im entsprechenden Verwaltungsregister eingetragen ist.

Die Bemessungsgrundlage für die Körperschaftsteuer beträgt weniger als das Dreifache des aufs Jahr gerechneten IPREM.

Mit dem Inkrafttreten des Organgesetzes 1/2004 vom 28. Dezember 2004 über Maßnahmen zum umfassenden Schutz vor Gewalt gegen Frauen (Ley Orgánica 1/2004 de Medidas de Protección Integral contra la Violencia de Género) wird Frauen, die Opfer geschlechtsbezogener Gewalt sind, sofort Prozesskostenhilfe in vollem Umfang gewährt, ohne dass zuvor ein Antrag auf Prozesskostenhilfe gestellt werden muss. Die Prozesskostenhilfe bezieht sich nicht nur auf alle Gerichtsverfahren, sondern auch auf Verwaltungsverfahren (einschließlich polizeilicher Ermittlungen), die aufgrund geschlechtsspezifischer Gewalt eingeleitet werden. Die Prozesskostenhilfe wird bis zur Urteilsverkündung gewährt. Das bedeutet, dass der Aspekt der Prozesskostenhilfe niemals das Recht auf Verteidigung und wirksamen Rechtsschutz beeinträchtigt, der dem Opfer unabhängig davon gewährt wird, ob Prozesskostenhilfe beantragt wurde. Prozesskostenhilfe wird aber nur dann zugestanden, wenn die betroffene Partei nachträglich oder im Laufe des Verfahrens nachweisen kann, dass die Voraussetzungen für die Gewährung der Prozesskostenhilfe gemäß den allgemeinen Bestimmungen des Prozesskostenhilfegesetzes und der begleitenden Verordnungen (in der durch die Sechste Schlussbestimmung des Organgesetzes 1/2004 diesbezüglich geänderten Fassung) tatsächlich vorliegen.

Wann muss die unterliegende Partei die Verfahrenskosten tragen?

Die Artikel 394 bis 398 der Zivilprozessordnung beziehen sich auf die Kostenentscheidung in Zivilsachen.

In Erkenntnisverfahren trägt die Partei die Kosten der ersten Instanz, deren Anträge vollständig zurückgewiesen wurden, es sei denn, der Fall wirft ernste faktische oder rechtliche Zweifel auf, die der Klärung bedürfen.

Wenn den Anträgen teilweise stattgegeben oder die Anträge teilweise zurückgewiesen wurden, trägt jede Partei die eigenen Kosten sowie die gemeinsamen Kosten je zur Hälfte, außer es gibt genügend Indizien, um die Kosten aufgrund leichtfertiger Prozessführung nur einer der Parteien aufzuerlegen.

Werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei auferlegt, muss diese Partei von dem Teil, der den Rechtsanwälten und weiteren Sachverständigen zusteht, die keiner Gebührenordnung unterliegen, maximal einen Betrag zahlen, der ein Drittel der Verfahrenskosten nicht übersteigt, wobei dies für jeden Verfahrensbeteiligten gilt, zu dessen Lasten die Kostenentscheidung ausfällt. Zu diesem Zweck, und nur dazu, werden für Anträge, deren Streitwert nicht bezifferbar ist, 18 000 EUR angesetzt, sofern das Gericht aufgrund der Komplexität des Falles nichts anderes verfügt.

Die Bestimmungen des vorhergehenden Absatzes sind nicht anwendbar, wenn das Gericht erklärt, dass die zur Kostenübernahme verurteilte Partei leichtfertig gehandelt hat.

Hat die zur Kostenübernahme verurteilte Partei Anspruch auf Prozesskostenhilfe, muss sie die Kosten, die bei der Verteidigung der gegnerischen Seite entstanden sind, lediglich in den im Prozesskostenhilfegesetz ausdrücklich bezeichneten Fällen tragen.

In keinem Fall werden die Kosten der Staatsanwaltschaft auferlegt, wenn sie in einem Verfahren als Partei auftritt.

Sachverständigengebühren

Die in einem Gerichtsverfahren auftretenden Experten werden als Gutachter bzw. Sachverständige (peritos) bezeichnet. Ein Register der Rechtsexperten (Registro de Peritos Judiciales) befindet sich bei jedem Obergericht (Tribunal Superior de Justicia).

Gemäß Artikel 241 Absatz 1 Ziffer 4 der Zivilprozessordnung sind „Sachverständigengebühren und sonstige Zahlungen, die an im Verfahren aufgetretene Personen zu leisten sind“, als gesonderter Posten in der Kostenfestsetzung vorgesehen. Hierbei handelt es sich um Kosten, die von Personen verursacht werden, die zwar nicht Verfahrensbeteiligte sind, denen jedoch Unkosten entstehen, weil sie zur Erbringung einer Dienstleistung vor Gericht erscheinen.

Gemäß Artikel 243 der Zivilprozessordnung erfolgt die Kostenfestsetzung in allen Arten von Verfahren und Anträgen durch den Urkundsbeamten des Gerichts, das in der Rechtssache oder in dem Rechtsmittelverfahren verhandelt hat. Nicht aufgenommen in die Kostenfestsetzung werden Gebühren für Schriftstücke und Urkunden im Zusammenhang mit dem Verfahren, die unzweckmäßig, überflüssig oder gesetzlich unzulässig sind. Ebenso wenig werden Posten in Gebührenrechnungen von Rechtsanwälten berücksichtigt, die nicht im Einzelnen aufgeschlüsselt sind oder sich auf Gebühren beziehen, die nicht im Prozess angefallen sind.

Der Urkundsbeamte kürzt die Gebühren von Rechtsanwälten und anderen Angehörigen der Rechtsberufe, die keiner Gebührenordnung unterliegen, wenn sie ein Drittel der Verfahrenskosten übersteigen und die zur Zahlung der Kosten verurteilte Partei nicht leichtfertig gehandelt hat.

Ebenso wenig werden Kosten für Handlungen oder Zwischenfeststellungen berücksichtigt, zu deren Zahlung die obsiegende Partei bei der Kostenentscheidung im Hauptsacheverfahren ausdrücklich verurteilt wurde.

Gebühren von Übersetzern und Dolmetschern

Es gibt keine offiziellen Tarife für die Leistungen beeidigter Übersetzer und Dolmetscher. Beeidigte Übersetzer und Dolmetscher setzen die Gebühren für ihre Leistungen nach eigenem Ermessen fest. Sie sind jedoch verpflichtet, dem Sprachendienst des Außenministeriums und der Provinzvertretung der Regierung ihre geltenden Tarife anzuzeigen. Diese Mitteilung muss im Januar eines jeden Jahres erfolgen.

Links zum Thema

Link öffnet neues FensterSpanische Nationale Steuerverwaltungsbehörde/Mehrwertsteuer

Dokumente zum Thema

Bericht Spaniens über die Studie zur Kostentransparenz PDF(640 Kb)en

Letzte Aktualisierung: 14/12/2021

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 1 – familienrecht – scheidung - Spanien

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Scheidung) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, der Partei, die die Scheidung einreicht, Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Ohne Auslandsbezug: Ein Paar heiratet. Später trennt sich das Paar und beschließt, sich scheiden zu lassen.

Fall B – Mit Auslandsbezug: Zwei Staatsangehörige desselben Mitgliedstaats (Mitgliedstaat A) heiraten. Die Hochzeit findet in Mitgliedstaat A statt. Nach der Hochzeit zieht das Paar in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat B) und nimmt dort seinen Wohnsitz. Kurz darauf trennt sich das Paar. Die Ehefrau kehrt in den Mitgliedstaat A zurück, während der Ehemann im Mitgliedstaat B bleibt. Das Paar beschließt, sich scheiden zu lassen. Kurz nach ihrer Rückkehr in Mitgliedstaat A reicht die Ehefrau in Mitgliedstaat B die Scheidung ein.

Kosten in Spanien

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitbeilegung

Fall-studie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Alternative Streitbeilegung

Eingangskosten

Allgemeine Kosten

Sonstige Kosten

Eingangskosten

Allgemeine Kosten

Sonstige Kosten

Besteht diese Möglichkeit in derartigen Fällen?

Kosten

Fall A

Sicherheits-leistungen für Rechtsanwalt und Prozessbevoll-mächtigten, außer es besteht Anspruch auf Prozesskostenhilfe gemäß Gesetz 1/1996 über Prozesskostenhilfe

Bei Scheidungen in gegenseitigem Einvernehmen sind die Parteien von der Zahlung der Gerichtsgebühren befreit. In strittigen Scheidungsverfahren sind Gerichtsgebühren zu entrichten, es sei denn, die beantragten Maßnahmen beziehen sich ausschließlich auf Minderjährige.

Dies sind die allgemeinen Verfahrenskosten. Sie werden der Partei auferlegt, deren Anträge vollständig zurückgewiesen wurden (Grundsatz, dass die unterliegende Partei die Kosten trägt), es sei denn, der Fall wirft ernste faktische oder rechtliche Zweifel auf, die der Klärung bedürfen (Art. 394 Absatz 1 Zivilprozessordnung). Wenn dem Antrag teilweise stattgegeben oder der Antrag teilweise zurückgewiesen wurde, trägt jede Partei die eigenen Kosten sowie die gemeinsamen Kosten je zur Hälfte.

In strittigen Scheidungsverfahren greift der Grundsatz, wonach die unterliegende Partei die Kosten trägt (Artikel 394 Absatz 2 Zivilprozessordnung).

Kosten im Zusammenhang mit Sachverständigen und der Ausfertigung von Abschriften, Beglaubigungen, notariellen Urkunden, Schriftstücken und Auszügen aus öffentlichen Registern

Wie im erstinstanzlichen Verfahren

Es gilt dieselbe Regelung wie im erstinstanzlichen Verfahren.

Es gilt dieselbe Regelung wie im erstinstanzlichen Verfahren.

In Spanien ist die Mediation in Familiensachen vorgesehen, zuständig sind aber die Autonomen Gemeinschaften.

Die Autonomen Gemein-schaften sehen im Prinzip eine kostenlose Mediation vor.

Fall B

Sicherheits-leistungen für Rechtsanwalt und Prozess-bevollmächtigten, außer es besteht Anspruch auf Prozesskostenhilfe gemäß Gesetz 1/1996 über Prozesskostenhilfe

Bei Scheidungen in gegenseitigem Einvernehmen sind die Parteien von der Zahlung der Gerichtsgebühren befreit. In strittigen Scheidungs-verfahren sind Gerichtsgebühren zu entrichten, es sei denn, die beantragten Maßnahmen beziehen sich ausschließlich auf Minderjährige.

Dies sind die allgemeinen Verfahrenskosten. In strittigen Scheidungsverfahren werden die Kosten der Partei auferlegt, deren Anträge vollständig zurückgewiesen wurden (Artikel 394 Absatz 1 Zivilprozessordnung).

Beibringung von Beweisen, Erstellung einer Scheidungsfolgen-vereinbarung

Die Partei, die Rechtsmittel einlegt, muss zunächst eine Sicherheit hinterlegen, außer sie hat Anspruch auf Prozesskostenhilfe.

Es gilt dieselbe Regelung wie im erstinstanzlichen Verfahren.

Es gilt dieselbe Regelung wie im erstinstanzlichen Verfahren.

In Spanien ist die Mediation in Familiensachen vorgesehen, zuständig sind aber die Autonomen Gemeinschaften.

Etwaige Gebühren für Fachleute, die an der Mediation beteiligt sind

Kosten für Rechtsanwälte, Gerichtsvollzieher und Sachverständige

Fall-studie

Rechtsanwälte

Gerichtsvollzieher

Sachverständige

Besteht Anwaltszwang?

Kosten

Muss der Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Muss ein Sachverständiger hinzugezogen werden?

Kosten

Fall A

Es besteht Anwaltszwang und die Pflicht zur Hinzuziehung eines Prozessbevollmächtigten (Artikel 750 Zivilprozessordnung).

Für die Gebührenrechnungen des Anwalts und des Prozessbevollmächtigten muss ein Vorschuss hinterlegt werden. In strittigen Scheidungsverfahren muss die unterliegende Partei die Kosten nach der Urteilsverkündung übernehmen.

Nicht zutreffend

Keine

Keine

Sachverständige sind an solchen Verfahren in der Regel nicht beteiligt.

Keine

Fall B

Es besteht Anwaltszwang und die Pflicht zur Hinzuziehung eines Prozessbevollmächtigten (Artikel 750 Zivilprozessordnung).

Für die Gebührenrechnungen des Anwalts und des Prozessbevollmächtigten muss ein Vorschuss hinterlegt werden. In strittigen Scheidungsverfahren muss die unterliegende Partei die Kosten nach der Urteilsverkündung übernehmen.

Nicht zutreffend

Keine

Keine

Sachverständige sind an solchen Verfahren in der Regel nicht beteiligt.

Keine

Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistungen und sonstige Gebühren

Fall-studie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistungen

Sonstige Gebühren

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Beschreibung

Kosten

Fall A

Zeugen haben Anspruch darauf, dass die Partei, von der sie benannt wurden, sie für die Nachteile, die ihnen durch ihr Erscheinen vor Gericht entstanden sind, entschädigt (Artikel 375 Absatz 1 Zivilprozessordnung).

Sie sind teilweise in den Verfahrenskosten enthalten.

Es sind keine Sicherheiten zu hinterlegen.

Keine

Standesamtliche Urkunden, Heiratsurkunden oder Geburtsurkunden etwaiger Kinder, sofern diese Unterlagen für die Anspruchsbegründung relevant sind (Artikel 777 Absatz 2 Zivilprozessordnung)

Je nach Dokument

Fall B

Zeugen haben Anspruch darauf, dass die Partei, von der sie benannt wurden, sie für die Nachteile, die ihnen durch ihr Erscheinen vor Gericht entstanden sind, entschädigt (Artikel 375 Absatz 1 Zivilprozessordnung).

Sie sind teilweise in den Verfahrens-kosten enthalten.

Es sind keine Sicherheiten zu hinterlegen.

Keine

Standesamtliche Urkunden, Heiratsurkunden oder Geburtsurkunden etwaiger Kinder, sofern diese Unterlagen für die Anspruchsbegründung relevant sind (Artikel 777 Absatz 2 Zivilprozessordnung)

Je nach Dokument

Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen

Fall-studie

Prozesskostenhilfe

Erstattungen

Wann und unter welchen Voraussetzungen wird sie gewährt?

Wann wird sie in vollem Umfang gewährt?

Voraussetzungen

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Prozesskosten verlangen?

Fall A

Es muss nachgewiesen werden, dass keine ausreichenden wirtschaftlichen Mittel zur Führung des Rechtsstreits (z. B. zur Zahlung des Rechtsanwalts und des Prozessbevollmächtigten) zur Verfügung stehen.

Die wirtschaftliche Bedürftigkeit gilt dann als gegeben, wenn die Partei nachweisen kann, dass ihre jährlichen Gesamtmittel und -einkünfte pro Haushalt das Doppelte des zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Einkommensindikators (IPREM) nicht übersteigen.

Dies hängt von der Vereinbarung mit dem Anwalt ab, sofern eine solche getroffen wurde.

Fall B

Es muss nachgewiesen werden, dass keine ausreichenden wirtschaftlichen Mittel zur Führung des Rechtsstreits (z. B. zur Zahlung des Rechtsanwalts und des Prozessbevollmächtigten) zur Verfügung stehen.

Die wirtschaftliche Bedürftigkeit gilt dann als gegeben, wenn die Partei nachweisen kann, dass ihre jährlichen Gesamtmittel und -einkünfte pro Haushalt das Doppelte des zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Einkommensindikators (IPREM) nicht übersteigen.

Dies hängt von der Vereinbarung mit dem Anwalt ab, sofern eine solche getroffen wurde.


Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen

Fall-studie

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Wie hoch sind die Kosten ungefähr?

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Wie hoch sind die Kosten ungefähr?

Fall A

Fall B

Bei allen amtlichen oder privaten Dokumenten aus dem Ausland, die nach den geltenden rechtlichen Bestimmungen vorzulegen sind

(Übersetzung durch beeidigte und staatlich anerkannte Übersetzer)

Übersetzer legen ihre Tarife selbst fest.

Dolmetscher werden bei Bedarf zum Verfahren hinzugezogen.

Dolmetscher legen ihre Tarife selbst fest.

Letzte Aktualisierung: 14/12/2021

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 2 – familienrecht – sorgerecht - Spanien

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Sorgerecht) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kläger Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Ohne Auslandsbezug: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht spricht der Mutter das Sorgerecht und dem Vater ein Umgangsrecht zu. Die Mutter erhebt Klage, um das Umgangsrecht des Vaters zu beschränken.

Fall B – Mit Auslandsbezug – Sie sind Rechtsanwalt in Mitgliedstaat A: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet in Mitgliedstaat B zusammengelebt. Unmittelbar nach der Geburt des gemeinsamen Kindes trennt sich das Paar. Das Gericht in Mitgliedstaat B spricht der Mutter das Sorgerecht und dem Vater ein Umgangsrecht zu. Mutter und Kind ziehen in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat A), wozu sie aufgrund der gerichtlichen Entscheidung berechtigt sind, während der Vater in Mitgliedstaat B bleibt. Einige Jahre später erhebt die Mutter in Mitgliedstaat A Klage, um das Umgangsrecht des Vaters ändern zu lassen.

Kosten in Spanien

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitbeilegung

Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Alternative Streitbeilegung

Eingangskosten

Allgemeine Kosten

Eingangskosten

Besteht diese Möglichkeit in derartigen Fällen?

Fall A

Vorschusszahlung an den Rechtsanwalt (abogado) und den Prozessbevollmächtigten (procurador), außer es besteht Anspruch auf Prozesskostenhilfe gemäß Gesetz 1/1996 über Prozesskostenhilfe

Wenn es in dem Verfahren ausschließlich um die Vormundschaft und das Sorgerecht für Minderjährige geht, sind keine Gebühren zu zahlen (Artikel 4 Absatz 1 Gesetz 10/2012).

Dies sind die allgemeinen Verfahrenskosten. Nach der Kostenfestsetzung werden sie der Partei auferlegt, deren Anträge vollständig zurückgewiesen wurden (Artikel 394 Absatz 1 Zivilprozessordnung).

Die Partei, die Rechtsmittel einlegt, muss zunächst eine Sicherheit hinterlegen, außer sie hat Anspruch auf Prozesskostenhilfe (15. Zusatzbestimmung des Organgesetzes über die rechtsprechende Gewalt, LOPJ).

Wenn es in dem Verfahren ausschließlich um die Vormundschaft und das Sorgerecht für Minderjährige geht, sind keine Gebühren zu zahlen (Artikel 4 Absatz 1 Gesetz 10/2012).

Die Parteien können sich auf eine andere Umgangsregelung einigen. Dies muss in Form einer Vereinbarung geschehen, die durch den Staatsanwalt bekanntgemacht und gerichtlich genehmigt wird.

Die Parteien können in gegenseitigem Einvernehmen die Aussetzung des Verfahrens beantragen und gemäß Gesetz 5/2012 vom 6. Juli 2012 eine Mediation in Anspruch nehmen.

Informationen über Mediationsdienste finden Sie im Justizverwaltungsportal. Eine gerichtsinterne Mediation wird von den Gerichten kostenlos angeboten.

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Kosten für Rechtsanwälte, Gerichtsvollzieher und Sachverständige

Fallstudie

Rechtsanwälte

Gerichtsvollzieher

Sachverständige

Besteht Anwaltszwang?

Kosten

Muss der Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Muss ein Sachverständiger hinzugezogen werden?

Fall A

Es besteht Anwaltszwang und die Pflicht zur Hinzuziehung eines Prozessbevollmächtigten (Artikel 750 Zivilprozessordnung).

Bei gegenseitigem Einvernehmen können sich die Parteien von einem gemeinsamen Anwalt verteidigen und einem gemeinsamen Prozessbevollmächtigten vertreten lassen.

Für die Gebührenrechnungen des Anwalts und des Prozessbevollmächtigten muss ein Vorschuss hinterlegt werden. In Streitverfahren muss möglicherweise die unterliegende Partei die Kosten übernehmen.

Nicht zutreffend

Keine

Keine

Eventuell müssen bestimmte Sachverständige (z. B. Psychologen) hinzugezogen werden.

Die Partei, die die Hinzuziehung des Sachverständigen begehrt, muss ihn auch bezahlen, es sei denn, der gerichtliche psychosoziale Dienst wird in Anspruch genommen.

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistungen und sonstige Gebühren

Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistungen

Sonstige Gebühren

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Beschreibung

Fall A

Zeugen haben Anspruch darauf, dass die Partei, von der sie benannt wurden, sie für die Nachteile, die ihnen durch ihr Erscheinen vor Gericht entstanden sind, entschädigt (Artikel 375 Absatz 1 Zivilprozessordnung).

Sie sind teilweise in den Verfahrenskosten enthalten.

Es sind keine Sicherheiten zu hinterlegen.

Keine

Standesamtliche Urkunden, z. B. Geburtsurkunden der Kinder (derzeit kostenlos), oder andere für die Anspruchsbegründung relevante Unterlagen

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen

Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Erstattungen

Wann und unter welchen Voraussetzungen wird sie gewährt?

Voraussetzungen

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Prozesskosten verlangen?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe zurückzuzahlen ist?

Fall A

Es muss nachgewiesen werden, dass keine ausreichenden wirtschaftlichen Mittel zur Führung des Rechtsstreits (z. B. zur Zahlung des Rechtsanwalts und des Prozessbevollmächtigten) zur Verfügung stehen.

Die wirtschaftliche Bedürftigkeit gilt als gegeben, wenn die Person nachweisen kann, dass ihre jährlichen Gesamtmittel und -einkünfte pro Haushalt das Doppelte des zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Einkommensindikators (IPREM) nicht übersteigen.

Dies hängt von der Vereinbarung mit dem Anwalt ab, sofern eine solche getroffen wurde. Wurde keine Vereinbarung getroffen, werden die Kosten der Partei auferlegt, deren Anträge vollständig zurückgewiesen wurden (Artikel 394 Absatz 1 Zivilprozessordnung), wobei einige Ausnahmen gelten.

Folgende Kosten können nach der Kostenfestsetzung erstattet werden: Anwaltshonorare, sofern sie ein Drittel des Streitwerts nicht übersteigen, das Honorar des Prozessbevollmächtigten sowie sonstige Gebühren.

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen

Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Wie hoch sind die Kosten ungefähr?

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Wie hoch sind die Kosten ungefähr?

Fall B

Bei allen amtlichen oder privaten Dokumenten aus dem Ausland, die nach den geltenden rechtlichen Bestimmungen vorzulegen sind (Übersetzung durch beeidigte und staatlich anerkannte Übersetzer)

Die Tarife der Übersetzer sind unterschiedlich.

Dolmetscher werden bei Bedarf zum Verfahren hinzugezogen. Dolmetscher sind erforderlich, wenn eine Person, die der betreffenden Sprache nicht kundig ist, befragt werden, eine Erklärung abgeben oder von einer Gerichtsentscheidung in Kenntnis gesetzt werden muss. Wird der Dolmetscher vom Gericht bestellt, fallen für die Parteien keine Kosten an. Jede Person, die der betreffenden Sprache kundig ist und zuvor die korrekte Übertragung eidesstattlich versichert hat, kann als Dolmetscher zugelassen werden.

In anderen Fällen fallen Kosten an, wobei die Tarife der Dolmetscher unterschiedlich sind.

Letzte Aktualisierung: 14/12/2021

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 3 – familienrecht – unterhalt - Spanien

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Unterhalt) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kläger Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Ohne Auslandsbezug: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht spricht der Mutter das Sorgerecht zu. Einziger Streitpunkt ist die Höhe des Kindesunterhalts, den der Vater der Mutter für den Unterhalt und die Erziehung des Kindes schuldet. Die Mutter erhebt deswegen Klage.

Fall B – Mit Auslandsbezug – Sie sind Rechtsanwalt in Mitgliedstaat A: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet in Mitgliedstaat B zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht in Mitgliedstaat B spricht der Mutter das Sorgerecht zu. Mit Zustimmung des Vaters ziehen Mutter und Kind in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat A) und nehmen dort ihren Wohnsitz.

Einziger Streitpunkt ist die Höhe des Kindesunterhalts, den der Vater der Mutter für den Unterhalt und die Erziehung des Kindes schuldet. Die Mutter erhebt deswegen in Mitgliedstaat A Klage.

Kosten in Spanien

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitbeilegung



Fall-studie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Alternative Streitbeilegung

Eingangskosten

Allgemeine Kosten

Sonstige Kosten

Eingangskosten

Allgemeine Kosten

Sonstige Kosten

Besteht diese Möglichkeit in derartigen Fällen?

Kosten

Fall A

Vorschusszahlung an den Rechtsanwalt (abogado) und den Prozessbevollmächtigten (procurador), außer die Partei hat Anspruch auf Prozesskostenhilfe gemäß Gesetz 1/1996 über Prozesskostenhilfe

Dies sind die allgemeinen Verfahrenskosten. In strittigen Scheidungsverfahren werden die allgemeinen Kosten der Partei auferlegt, deren Anträge vollständig zurückgewiesen wurden (Artikel 394 Absatz 1 Zivilprozessordnung).

Im Familienrecht ist es gängige Praxis, dass die Verfahrenskosten nicht einer Partei zugerechnet, sondern aufgeteilt werden, wobei jede Partei die eigenen Kosten trägt. In bestimmten Fällen können die Kosten jedoch der Partei auferlegt werden, deren Anträge zurückgewiesen wurden.

Sind nur einige der eingereichten Anträge erfolgreich, muss jede Partei lediglich die eigenen Kosten tragen.

Geht es in der Sache ausschließlich um die Zahlung des Kindesunterhalts, fallen keine Kosten an (Artikel 4 Absatz 1 Gesetz 10/2012).

Beibringung von Beweisen, Erstellung einer Scheidungsfolgen-vereinbarung. Wird ein Sachverständigen-gutachten beantragt, muss der Sachverständige bezahlt werden. Bei gegenseitigem Einvernehmen sind die Kosten für die Erstellung der Scheidungsfolgen-vereinbarung normalerweise in den Anwaltskosten enthalten.

Die Partei, die Rechtsmittel einlegt, muss zunächst eine Sicherheit hinterlegen, außer sie hat Anspruch auf Prozesskostenhilfe.

Es gilt dieselbe Regelung wie im erst-instanzlichen Verfahren.

Es gilt dieselbe Regelung wie im erst-instanzlichen Verfahren.

Die Parteien können eine Scheidungsfolgen-vereinbarung beschließen, in der sie die Höhe des Unter-halts freiwillig regeln. Die Vereinbarung muss durch den Staatsanwalt bekanntgemacht und gerichtlich genehmigt werden.

Etwaige Gebühren für Fachleute, die am Verhandlungs-prozess beteiligt sind

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A


Kosten für Rechtsanwälte, Gerichtsvollzieher und Sachverständige

Fallstudie

Rechtsanwälte

Gerichtsvollzieher

Sachverständige

Besteht Anwaltszwang?

Kosten

Muss der Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Muss ein Sachverständiger hinzugezogen werden?

Kosten

Fall A

Die Parteien müssen von einem Rechtsanwalt (abogado) verteidigt und von einem Prozessbevollmächtigten (procurador) vertreten werden (Artikel 750 Zivilprozessordnung).

Bei gegenseitigem Einvernehmen können die Parteien sich an nur einen Anwalt und nur einen Prozessbevollmächtigten wenden, um die gemeinsame Vereinbarung auszuarbeiten und dem Gericht vorzulegen.

Für die Gebührenrechnungen des Anwalts und des Prozessbevollmächtigten muss ein Vorschuss hinterlegt werden. In Streitverfahren muss möglicherweise die unterliegende Partei die Kosten übernehmen.

Ist kein Vertreter der Streitparteien

In Verfahren dieser Art nicht zutreffend

Keine

Keine

Sachverständige werden in derartigen Verfahren in der Regel nicht hinzugezogen.

Keine

Wird ein Sachverständigengutachten beantragt, fallen Kosten für den Sachverständigen an, es sei denn, der Sachverständige wird vom gerichtlichen psychosozialen Dienst gestellt.

Fall B

Es besteht Anwaltszwang und die Pflicht zur Hinzuziehung eines Prozessbevollmächtigten (Artikel 750 Zivilprozessordnung).

Bei gegenseitigem Einvernehmen können die Parteien sich an nur einen Anwalt und nur einen Prozessbevollmächtigten wenden, um die gemeinsame Vereinbarung auszuarbeiten und dem Gericht vorzulegen.

Für die Gebührenrechnungen des Anwalts und des Prozessbevollmächtigten muss ein Vorschuss hinterlegt werden. In Streitverfahren muss möglicherweise die unterliegende Partei die Kosten übernehmen.

Ist kein Vertreter der Streitparteien

In Verfahren dieser Art nicht zutreffend

Keine

Keine

Sachverständige werden in derartigen Verfahren in der Regel nicht hinzugezogen.

Keine

Wird ein Sachverständigengutachten beantragt, fallen Kosten für den Sachverständigen an, es sei denn, der Sachverständige wird vom gerichtlichen psychosozialen Dienst gestellt.

Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistungen und sonstige Gebühren

Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistungen

Sonstige Gebühren

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Beschreibung

Kosten

Fall A

Zeugen haben Anspruch darauf, dass die Partei, von der sie benannt wurden, sie für die Nachteile, die ihnen durch ihr Erscheinen vor Gericht entstanden sind, entschädigt (Artikel 375 Absatz 1 Zivilprozessordnung).

Sie sind teilweise in den Verfahrenskosten enthalten.

Es sind keine Sicherheiten zu hinterlegen.

Keine

Auszüge aus dem Geburts-, Heirats- oder Sterberegister, Heiratsurkunden oder Geburtsurkunden etwaiger Kinder, Unterlagen für die Anspruchsbegründung (Artikel 777 Absatz 2 Zivilprozessordnung)

Je nach Dokument

Fall B

Zeugen haben Anspruch darauf, dass die Partei, von der sie benannt wurden, sie für die Nachteile, die ihnen durch ihr Erscheinen vor Gericht entstanden sind, entschädigt (Artikel 375 Absatz 1 Zivilprozessordnung).

Sie sind teilweise in den Verfahrenskosten enthalten.

Es sind keine Sicherheiten zu hinterlegen.

Keine

Auszüge aus dem Geburts-, Heirats- oder Sterberegister, Heiratsurkunden oder Geburtsurkunden etwaiger Kinder, Unterlagen für die Anspruchsbegründung (Artikel 777 Absatz 2 Zivilprozessordnung)

Je nach Dokument

Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen

Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Erstattungen

Wann und unter welchen Voraussetzungen wird sie gewährt?

Wann wird sie in vollem Umfang gewährt?

Voraussetzungen

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Prozesskosten verlangen?

Fall A

Es muss nachgewiesen werden, dass keine ausreichenden wirtschaftlichen Mittel zur Führung des Rechtsstreits (z. B. zur Zahlung des Rechtsanwalts und des Prozessbevollmächtigten) zur Verfügung stehen.

Die wirtschaftliche Bedürftigkeit gilt als gegeben, wenn die Person nachweisen kann, dass ihre jährlichen Gesamtmittel und -einkünfte pro Haushalt das Doppelte des zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Einkommensindikators (Indicador Público de Renta de Efectos Múltiples, IPREM) nicht übersteigen.

Der in Spanien geltende Einkommensindikator (IPREM) dient als Referenz für die Gewährung beispielsweise von Beihilfen, Stipendien, Zuschüssen und Arbeitslosengeld. Dieser Referenzbetrag kann hier berechnet werden: Link öffnet neues Fensterhttp://www.iprem.com.es

Die obsiegende Partei kann die Prozesskosten erstattet bekommen, wenn die Gegenpartei zur Kostenübernahme verurteilt wird.

Fall B

Es muss nachgewiesen werden, dass keine ausreichenden wirtschaftlichen Mittel zur Führung des Rechtsstreits (z. B. zur Zahlung des Rechtsanwalts und des Prozessbevollmächtigten) zur Verfügung stehen.

Die wirtschaftliche Bedürftigkeit gilt als gegeben, wenn die Person nachweisen kann, dass ihre jährlichen Gesamtmittel und -einkünfte pro Haushalt das Doppelte des zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Einkommensindikators (IPREM) nicht übersteigen.

Der in Spanien geltende Einkommensindikator (IPREM) dient als Referenz für die Gewährung beispielsweise von Beihilfen, Stipendien, Zuschüssen und Arbeitslosengeld. Dieser Referenzbetrag kann hier berechnet werden: Link öffnet neues Fensterhttp://www.iprem.com.es

Die obsiegende Partei kann die Prozesskosten erstattet bekommen, wenn die Gegenpartei zur Kostenübernahme verurteilt wird.

Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen

Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Wie hoch sind die Kosten ungefähr?

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Wie hoch sind die Kosten ungefähr?

Fall A

Fall B

Bei allen amtlichen oder privaten Dokumenten aus dem Ausland, die nach den geltenden rechtlichen Bestimmungen vorzulegen sind (Übersetzung durch beeidigte und staatlich anerkannte Übersetzer)

Übersetzer legen ihre Tarife selbst fest.

Dolmetscher werden bei Bedarf zum Verfahren hinzugezogen.

Dolmetscher legen ihre Tarife selbst fest.

Wird der Dolmetscher vom Gericht bestellt, fallen für die Parteien keine Kosten an.

Letzte Aktualisierung: 14/12/2021

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 4 – handelsrecht – vertragsrecht - Spanien

In dieser Fallstudie zum Handelsrecht (Vertragsrecht) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Verkäufer Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Ohne Auslandsbezug: Ein Unternehmen liefert Waren im Wert von 20 000 EUR. Der Käufer zahlt nicht, weil die Waren seiner Ansicht nach nicht dem entsprechen, was vereinbart war.

Der Verkäufer beschließt, auf Zahlung des vollen Kaufpreises zu klagen.

Fall B – Mit Auslandsbezug: Ein Unternehmen mit Sitz in Mitgliedstaat B liefert Waren im Wert von 20 000 EUR an einen Käufer in Mitgliedstaat A. Der Vertrag ist in der Sprache des Mitgliedstaats B abgefasst und unterliegt dem Recht dieses Staats. Der Käufer in Mitgliedstaat A zahlt nicht, weil die Waren seiner Ansicht nach nicht dem entsprechen, was vereinbart war. Der Verkäufer beschließt, in Mitgliedstaat A auf der Grundlage des geschlossenen Kaufvertrags auf Zahlung des vollen Kaufpreises zu klagen.

Kosten in Spanien

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitbeilegung

Fall-studie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Alternative Streitbeilegung

Eingangs-kosten

Allgemeine Kosten

Sonstige Kosten

Eingangskosten

Allgemeine Kosten

Sonstige Kosten

Besteht diese Möglichkeit in derartigen Fällen?

Kosten

Fall A

In einem Mahnverfahren nach Artikel 812 ff Zivilprozess-ordnung (LEC) ist unabhängig vom Streitwert für die erste Geltendmachung der Forderung prinzipiell kein Anwalt erforderlich.

In einem Erkenntnis-verfahren müssen bei Forderungen über 2000 EUR ein Rechtsanwalt und ein Prozessbe-vollmächtigter hinzugezogen werden.

Bei Widerspruch des Schuldners müssen ein Anwalt und ein Prozessbe-vollmächtigter hinzugezogen werden, sofern der Streitwert den in der Zivilprozess-ordnung festgelegten Betrag übersteigt (derzeit 2000 EUR).

Außerdem fällt eine Gebühr an, deren Höhe je nach Art des Verfahrens und Streitwert unterschiedlich ist (vorausgesetzt, der Streitwert übersteigt 2000 EUR), außer der Antragsteller hat Anspruch auf Prozesskosten-hilfe gemäß Gesetz 1/1996 über Prozesskosten-hilfe.

Dies sind die allgemeinen Verfahrenskosten. Sie werden der Partei auferlegt, deren Anträge vollständig zurückgewiesen wurden (Artikel 394 Absatz 1 Zivilprozess-ordnung).

Beibringung von Beweisen

Zeugen-entschädigung

Sachverständigengutachten

Erfolgt kein Widerspruch des Schuldners, fallen praktisch keine Verfahrenskosten an. Widerspricht der Schuldner, gilt die allgemeine Regelung, d. h., die Partei, die Rechtsmittel einlegt, muss die Kosten tragen und zunächst eine Sicherheit hinterlegen, außer sie hat Anspruch auf Prozesskostenhilfe.

Es gilt dieselbe Regelung wie im erstinstanzlichen Verfahren.

Es gilt dieselbe Regelung wie im erst-instanzlichen Verfahren.

Die Streitparteien können sich über den geschuldeten Betrag ohne Vermittlung durch einen Dritten einigen. In diesem Fall muss die Vereinbarung gerichtlich genehmigt werden. Außerdem können sie zur Streitbeilegung einen Mediationsdienst in Anspruch nehmen, auch wenn bereits ein Verfahren eingeleitet wurde. Mit dem Gesetz 5/2012 vom 6. Juli 2012 über die Mediation in Zivil- und Handelssachen wurde die Richtlinie 2008/52/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Mai 2008 in spanisches Recht umgesetzt. Unbeschadet der von den Autonomen Gemeinschaften erlassenen Vorschriften legt dieses Gesetz einen Mindestrahmen für die Mediation fest. Nach diesem Gesetz können die Parteien während der Voruntersuchung davon in Kenntnis gesetzt werden, dass sie Mediationsdienste zur Beilegung des Streits in Anspruch nehmen können. Je nach Art der Sache kann das Gericht die Parteien dazu auffordern, eine Einigung zu erzielen, um damit das Verfahren einzustellen. Außerdem können die Parteien nach Artikel 19 Absatz 4 eine Aussetzung des Verfahrens beantragen, um eine Mediation oder ein Schiedsverfahren in Anspruch zu nehmen.

Bei Erzielung einer Einigung werden 60 % der Gerichtsgebühren erstattet.
Eine vom Gericht angebotene Mediation ist normalerweise kostenlos.
Bei einer außergerichtlichen Mediation können die Parteien einen Mediator frei wählen, wobei die Kosten frei verhandelbar sind. Das Gesetz 5/2012 besagt, dass, unabhängig davon, ob die Mediation zu einer Einigung führt, die Kosten für die Mediation von den Streitparteien zu gleichen Teilen zu tragen sind, sofern nichts anderes vereinbart ist.

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Kosten für Rechtsanwälte, Gerichtsvollzieher und Sachverständige

Fallstudie

Rechtsanwälte

Gerichtsvollzieher

Sachverständige

Besteht Anwaltszwang?

Kosten

Muss der Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Muss ein Sachverständiger hinzugezogen werden?

Kosten

Fall A

Zu einem Mahnverfahren kommt es nur bei Widerspruch des Schuldners.
Bei einem Streitwert über 2000 EUR besteht Anwaltszwang in einem Erkenntnisverfahren oder in einem Mahnverfahren bei Widerspruch des Schuldners. In diesen Fällen müssen die Parteien einen Rechtsanwalt hinzuziehen und von einem Prozessbevollmächtigten vertreten werden (Artikel 31 Zivilprozessordnung).

Die Kosten sind je nach Streitwert und Art des Verfahrens unterschiedlich.

Nicht zutreffend

Nein, jedoch wird die Hinzuziehung von Sachverständigen in bestimmten Rechtssachen empfohlen. Die Kosten trägt die Partei, die die Hinzuziehung eines Sachverständigen beantragt.

Die Kosten sind je nach Umfang und Gegenstand des Sachverständigengutachtens unterschiedlich.

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistungen und sonstige Gebühren

Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistungen

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Fall A

Zeugen haben Anspruch darauf, dass die Partei, von der sie benannt wurden, sie für die Nachteile, die ihnen durch ihr Erscheinen vor Gericht entstanden sind, entschädigt (Artikel 375 Absatz 1 Zivilprozessordnung).

Die Kostenfestsetzung erfolgt durch den Urkundsbeamten entsprechend der Forderung des Zeugen (Fahrtkosten, Tagegeld usw.), wobei die Kosten nachzuweisen sind.

Es sind keine Sicherheiten zu hinterlegen. Sicherheiten sind nur erforderlich, wenn Rechtsmittel gegen bestimmte Entscheidungen eingelegt werden.

Die Kosten sind je nach angefochtener Entscheidung unterschiedlich. Sie können zwischen 25 EUR und 50 EUR betragen.

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen

Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Erstattungen

Wann und unter welchen Voraussetzungen wird sie gewährt?

Wann wird sie in vollem Umfang gewährt?

Voraussetzungen

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Prozesskosten verlangen?

Wann und unter welchen Voraussetzungen ist eine Erstattung möglich?

Wann ist eine Erstattung in vollem Umfang möglich?

Voraussetzungen

Fall A

Es muss nachgewiesen werden, dass keine ausreichenden wirtschaftlichen Mittel zur Führung des Rechtsstreits (z. B. zur Zahlung der Kosten für den Rechtsanwalt, den Prozessbevollmächtigten und den Sachverständigen) zur Verfügung stehen.

Die Kommission für Prozesskostenhilfe bestimmt die Dienstleistungen, für die Prozesskostenhilfe gewährt werden kann. Prozesskostenhilfe kann nur für eine der gesetzlich vorgesehenen Dienstleistungen beantragt werden (z. B. für die Übernahme der Gerichtsgebühren).

Die wirtschaftliche Bedürftigkeit gilt als gegeben, wenn die Person nachweisen kann, dass ihre jährlichen Gesamtmittel und -einkünfte pro Haushalt das Doppelte des zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Einkommensindikators (IPREM) nicht übersteigen.

Generell können folgende Kosten nach der Kostenfestsetzung erstattet werden: das gesamte Anwaltshonorar oder ein Großteil davon, sofern dieser Betrag ein Drittel des Streitwerts nicht übersteigt, das Honorar des Prozessbevollmächtigten und eine entsprechende Vorschusszahlung sowie gegebenenfalls die Honorare von Sachverständigen.

Wenn die Gegenpartei zur Kostenübernahme verurteilt wird (Artikel 394 Zivilprozessordnung), ist eine Erstattung nach Kostenfestsetzung durch den Urkundsbeamten möglich.

Wenn die Gegenpartei zur Kostenübernahme verurteilt wird

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen

Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Welche Kosten fallen ungefähr an?

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Wie hoch sind die Kosten ungefähr?

Fall A

Dokumenten, die nicht in Spanisch oder in der Sprache der Autonomen Gemeinschaft, in der die Sache verhandelt wird, abgefasst sind, muss eine Übersetzung beigefügt werden. Die Übersetzung kann selbst veranlasst werden. Ficht eine der Parteien die Übersetzung an, weil diese nicht korrekt ist, und begründet dies entsprechend, ordnet der Urkundsbeamte eine offizielle Übersetzung der strittigen Textpassage an. In diesem Fall trägt die Partei die Kosten, die das Dokument eingereicht hat. Ist die offizielle Übersetzung mit der von der Partei selbst beauftragten Übersetzung im Wesentlichen identisch, trägt die Partei die Kosten, die die Übersetzung angefochten hat.

Die Kosten sind je nach Gegenstand der Übersetzung unterschiedlich.

Wenn eine Person befragt werden, eine Erklärung abgeben oder von einer Gerichtsentscheidung in Kenntnis gesetzt werden muss und des Spanischen oder gegebenenfalls der Amtssprache der Autonomen Gemeinschaft, in der das Verfahren stattfindet, nicht kundig ist, kann jede Person, die der betreffenden Sprache kundig ist und zuvor die korrekte Übertragung eidesstattlich versichert hat, als Dolmetscher zugelassen werden.

Die Kosten sind je nachdem, ob ein professioneller Dolmetscher hinzugezogen wird oder nicht, unterschiedlich.

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Letzte Aktualisierung: 14/12/2021

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 5 – handelsrecht – haftung - Spanien

In dieser Fallstudie zum Handelsrecht (Haftung) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kunden Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Ohne Auslandsbezug: Ein Hersteller von Heizgeräten liefert ein Heizgerät an einen Installateur. Der Installateur verkauft das Gerät weiter und installiert es im Haus des Kunden. Kurz danach bricht ein Brand aus. Alle Beteiligten (Heizgerätehersteller, Installateur, Kunde) sind versichert. Die Ursache des Feuers ist umstritten. Niemand will den Kunden entschädigen.

Der Kunde beschließt, Schadenersatzklage gegen den Heizgerätehersteller, den Installateur und die Versicherungsgesellschaften zu erheben.

Fall B – Mit Auslandsbezug: Ein Heizgerätehersteller in Mitgliedstaat B liefert ein Heizgerät an einen Installateur in Mitgliedstaat C. Der Installateur verkauft das Gerät weiter und installiert es im Haus des Kunden in Mitgliedstaat A. Kurz danach bricht ein Brand aus. Alle Beteiligten (Heizgerätehersteller, Installateur und Kunde) sind in ihrem eigenen Mitgliedstaat versichert. Die Ursache des Feuers ist umstritten. Niemand will den Kunden entschädigen.

Der Kunde beschließt, in Mitgliedstaat A Schadenersatzklage gegen den Heizgerätehersteller, den Installateur und die Versicherungsgesellschaft in Mitgliedstaat A zu erheben.

Kosten in Spanien

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitbeilegung

Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Alternative Streitbeilegung

Eingangskosten

Allgemeine Kosten

Sonstige Kosten

Eingangskosten

Allgemeine Kosten

Sonstige Kosten

Besteht diese Möglichkeit in derartigen Fällen?

Fall A

Vorschusszahlung an den Rechtsanwalt (abogado) oder den Prozessbevollmächtigten (procurador) sowie allgemein Gebühren je nach Art des Verfahrens und Streitwert (sofern dieser 2000 EUR übersteigt), außer die Partei hat Anspruch auf Prozesskostenhilfe gemäß Gesetz 1/1996 über Prozesskostenhilfe

Dies sind die allgemeinen Verfahrenskosten. Sie werden der Partei auferlegt, deren Anträge vollständig zurückgewiesen wurden (Artikel 394 Absatz 1 Zivilprozessordnung).

Beibringung von Beweisen:

- Zeugenentschädigung

- Sachverständigengutachten

Die Partei, die Rechtsmittel einlegt, muss zunächst eine Sicherheit hinterlegen, außer sie hat Anspruch auf Prozesskostenhilfe.

Es gilt dieselbe Regelung wie im erstinstanzlichen Verfahren.

Es gilt dieselbe Regelung wie im erstinstanzlichen Verfahren.

Die Streitparteien können sich über den geschuldeten Betrag ohne Vermittlung durch einen Dritten einigen. In diesem Fall muss die Vereinbarung gerichtlich genehmigt werden. Außerdem können sie zur Streitbeilegung einen Mediationsdienst in Anspruch nehmen, auch wenn bereits ein Verfahren eingeleitet wurde.

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Kosten für Rechtsanwälte, Gerichtsvollzieher und Sachverständige

Fallstudie

Rechtsanwälte

Gerichtsvollzieher

Sachverständige

Besteht Anwaltszwang?

Kosten

Muss der Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Muss ein Sachverständiger hinzugezogen werden?

Fall A

Übersteigt der Streitwert 2000 EUR, besteht Anwaltszwang und die Pflicht zur Hinzuziehung eines Prozessbevollmächtigten (Artikel 31 Zivilprozessordnung).

Die Kosten sind je nach Streitwert und Art des Verfahrens unterschiedlich.

Nicht zutreffend

Die Hinzuziehung von Sachverständigen wird empfohlen (Bewertung des Verlustes). Die Kosten trägt die Partei, die das Sachverständigengutachten beantragt hat.

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistungen und sonstige Gebühren

Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistungen

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht

Fall A

Zeugen haben Anspruch darauf, dass die Partei, von der sie benannt wurden, sie für die Nachteile, die ihnen durch ihr Erscheinen vor Gericht entstanden sind, entschädigt (Artikel 375 Absatz 1 Zivilprozessordnung).

Es sind keine Sicherheiten zu hinterlegen.

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen

Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Erstattungen

Wann und unter welchen Voraussetzungen wird sie gewährt?

Wann wird sie in vollem Umfang gewährt?

Voraussetzungen

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Prozesskosten verlangen?

Fall A

Es muss nachgewiesen werden, dass keine ausreichenden wirtschaftlichen Mittel zur Führung des Rechtsstreits (z. B. zur Zahlung des Rechtsanwalts und des Prozessbevollmächtigten) zur Verfügung stehen.

Die wirtschaftliche Bedürftigkeit gilt als gegeben, wenn die Person nachweisen kann, dass ihre jährlichen Gesamtmittel und -einkünfte pro Haushalt das Doppelte des zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Einkommensindikators (IPREM) nicht übersteigen.

Dies hängt von der Vereinbarung mit dem Anwalt ab, sofern eine solche getroffen wurde. Generell können folgende Kosten nach der Kostenfestsetzung erstattet werden: das gesamte Anwaltshonorar oder ein Großteil davon, sofern dieser Betrag ein Drittel des Streitwerts nicht übersteigt, das Honorar des Prozessbevollmächtigten und eine entsprechende Vorschusszahlung sowie gegebenenfalls die Honorare von Sachverständigen.

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen

Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Wie hoch sind die Kosten ungefähr?

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Wie hoch sind die Kosten ungefähr?

Fall A

Dokumenten, die nicht in Spanisch oder in der Sprache der Autonomen Gemeinschaft, in der die Sache verhandelt wird, abgefasst sind, muss eine Übersetzung beigefügt werden. Die Übersetzung kann selbst veranlasst werden. Ficht eine der Parteien die Übersetzung an, weil diese nicht korrekt ist, und begründet dies entsprechend, ordnet der Urkundsbeamte eine offizielle Übersetzung der strittigen Textpassage an. In diesem Fall trägt die Partei die Kosten, die das Dokument eingereicht hat. Ist die offizielle Übersetzung mit der von der Partei selbst beauftragten Übersetzung im Wesentlichen identisch, trägt die Partei die Kosten, die die Übersetzung angefochten hat.

Die Kosten sind unterschiedlich.

Wenn eine Person in einem Verfahren befragt werden, eine Erklärung abgeben oder persönlich von einer Gerichtsentscheidung in Kenntnis gesetzt werden muss und die Person des Spanischen oder gegebenenfalls der Amtssprache der Autonomen Gemeinschaft, in der das Verfahren stattfindet, nicht kundig ist, kann jede Person, die der betreffenden Sprache kundig ist und zuvor die korrekte Übertragung eidesstattlich versichert hat, als Dolmetscher zugelassen werden.

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Es ist schwierig, die Kosten im Voraus zu bestimmen.

Letzte Aktualisierung: 14/12/2021

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

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Verfahrenskosten - Frankreich

Dieser Abschnitt enthält eine Übersicht über die in Frankreich geltenden Verfahrenskosten. Eine differenziertere Analyse der Prozesskosten finden Sie in folgenden Fallstudien:

Link öffnet neues FensterFamilienrecht - Scheidung

Link öffnet neues FensterFamilienrecht - Sorgerecht

Link öffnet neues FensterFamilienrecht - Unterhaltsansprüche

Link öffnet neues FensterHandelsrecht - Vertrag

Link öffnet neues FensterHandelsrecht - Haftung

Gebührenordnung für Rechtsberufe

Die Kosten setzen sich aus einem festen und einem variablen Teil zusammen (häufig als prozentualer Anteil des Streitwerts).

Es muss unterschieden werden zwischen:

  • Den Justizhilfskräften (auxiliaires de justice) (Anwälte, Justizbevollmächtigte), deren Vergütung nur teilweise tariflich festgelegt ist. Zum überwiegenden Teil werden die Honorare frei mit dem Mandanten vereinbart.
  • Den unbesoldeten Amtsträgern und Urkundsbeamten (officiers publics ou ministériels), deren Vergütung im Rahmen des Verordnungsrechts der französischen Regierung festgelegt wird.

Berufungsanwälte (Avoués)

Das Entgelt für die Berufungsanwälte (avoués), Justizhilfskräfte/Anwälte (auxiliaires de justice, avocats) bei den Berufungsgerichten wurde per Verordnung Nr. 80-608 vom 30. Juli 1980 festgelegt.

Der Tarif für die Prozessvertretung durch Anwälte, die den Rechtsbürger in erster Instanz vertreten, wird durch entsprechende Regelungen (Dekret Nr. 72-784 vom 25. August 1972 und Nr. 75-785 vom 21. August 1975) festgelegt.

Gerichtsvollzieher (Huissiers de justice)

Das Entgelt für die für Ladungen und Zustellungen von Klageschriften und Entscheidungen des Gerichts zuständigen Gerichtsvollzieher ist im Dekret Nr. 96-1080 vom 12. Dezember 1996 festgelegt.


Feste Verfahrenskosten

Feste Verfahrenskosten im zivilrechtlichen Verfahren

Feste Kosten für die Prozessparteien im Zivilverfahren

In Zivilsachen entstehen rechtsbezogene Kosten, die für die Weiterführung des Verfahrens unerlässlich sind und deren Höhe entweder auf der Grundlage von Rechtsvorschriften oder durch richterliche Entscheidung tariflich festgesetzt wird. Diese Kosten werden als Aufwand geltend gemacht.

Sie umfassen:

  1. Die Abgaben, Steuern, Gebühren oder von den Gerichtssekretariaten bzw. der Steuerverwaltung eingezogenen Gebühren. Solche Abgaben und Steuern sind selten, seit mit dem Gesetz Nr. 77-1468 vom 30. Dezember 1977 der Grundsatz der Unentgeltlichkeit von Rechtsgeschäften vor Zivil- und Verwaltungsgerichten gilt;
  2. die Kosten für die Übersetzung von Unterlagen, sofern sie gesetzlich oder im Rahmen eines internationalen Vertrags notwendig wird;
  3. die Zeugenentschädigung;
  4. die Vergütung der Sachverständigen;
  5. die Auslagen für tariflich festgesetzte Kosten (Vergütungen der Gerichtsvollzieher, Berufungsanwälte, Anwälte);
  6. die Gebühren der unbesoldeten Amtsträger und Urkundsbeamten (officiers publics ou ministériels);
  7. die Vergütung der Anwälte, soweit sie geregelt ist, einschließlich der Verteidigergebühr;
  8. die durch die Zustellung eines Schriftstücks im Ausland entstandenen Kosten;
  9. die Dolmetsch- und Übersetzungskosten, die durch Beweiserhebungsmaßnahmen erforderlich werden, die im Ausland auf Antrag der Gerichte im Rahmen der Verordnung (EG) Nr. 1206/2001 des Rates vom 28. Mai 2001 über die Zusammenarbeit zwischen den Gerichten der Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der Beweisaufnahme in Zivil- oder Handelssachen durchgeführt werden;
  10. die auf dem Gebiet des Familienrechts und des Rechtsschutzes für Erwachsene und Minderjährige geforderten Sozialerhebungen;
  11. die Vergütung der vom Richter zur Anhörung des Minderjährigen bestellten Person.

Stufe des Zivilverfahrens, in der feste Kosten zu entrichten sind:

Die Kosten für das Zivilverfahren umfassen sämtliche von den Beteiligten im Vorfeld oder im Laufe eines Verfahrens verauslagten oder geschuldeten Beträge.

Dies sind vor der Eröffnung des Verfahrens beispielsweise Kosten für die Konsultation von Juristen und Sachverständigen sowie Reisekosten.

Im Verlauf des Verfahrens können an die Justizhilfskräfte und Amtsträger und Urkundsbeamte zu entrichtende Verfahrenskosten sowie vom Staat erhobene Gebühren und Beratungshonorare anfallen.

Nach dem Verfahren können Kosten für die Ausführung der Entscheidung entstehen.

Verfahrenskosten beim Verfassungsgericht

Den Prozessparteien in einem verfassungsrechtlichen Verfahren entstehenden festen Kosten

Da bei Verfahren in Frankreich die Befassung des Verfassungsrats durch Einzelpersonen nicht vorgesehen ist, erübrigt sich die Beantwortung dieser Frage.


Informationspflichten des Anwalts/Rechtsbeistands

Information zu den Rechten und Pflichten der Parteien

Es gehört zu den Berufspflichten der Justizhilfskräfte (auxiliaires de justice), ihren Mandanten entsprechende Informationen über ihre Rechte und Pflichten zu vermitteln.

Informationsquellen zu den Verfahrenskosten

Wo sind Informationen über Verfahrenskosten in Frankreich erhältlich?

Auf den Websites des Link öffnet neues FensterMinisteriums für Justiz und der Link öffnet neues Fensterverschiedenen Berufsgruppen

In welchen Sprachen sind Informationen über die Verfahrenskosten in Frankreich erhältlich?

Die Informationen stehen auf Französisch zur Verfügung.

Wo sind weitere Informationen über Verfahrenskosten erhältlich?

Es existiert keine Website, auf der die Verfahrenskosten veröffentlicht werden.

Mehrwertsteuer (MwSt.)

Wo sind entsprechende Informationen erhältlich? Welches sind die geltenden Steuersätze?

Die Kosten werden ohne Mehrwertsteuer angegeben. Der MwSt.-Satz beträgt stets 19,6 % mit Ausnahme der Leistungen, die Anspruchsberechtigten für die Prozesskostenhilfe gewährt werden (5,5 %).

Prozesskostenhilfe

Welche Einkommensgrenzen gelten für die Gewährung von Prozesskostenhilfe im zivilrechtlichen Bereich?

Bei der Prozesskostenhilfe wird nicht nach Zivil- oder Strafrechtsbereich bzw. nach der Art des Streitfalls unterschieden. Es hängt ausschließlich vom Einkommen des Antragstellers ab, ob sie gewährt wird oder nicht.

Somit können alle natürlichen Personen, die französische Staatsbürger sind, sowie Angehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und gemeinnützige juristische Personen, die ihr Recht gerichtlich vertreten möchten und nicht über ausreichende Einkünfte verfügen, Prozesskostenhilfe beantragen.

Desgleichen können ausländische Staatsbürger, die gewöhnlich regelmäßig in Frankreich ansässig sind, im zivilrechtlichen Bereich Prozesskostenhilfe erhalten. Im strafrechtlichen Bereich hingegen ist diese Voraussetzung des regelmäßigen Wohnsitzes nicht erforderlich. Auch gegenüber Minderjährigen kann diese Bedingung unabhängig von dem Verfahren, das gegen sie anhängig ist (Zivil-, Verwaltungs- oder Strafrecht), nicht geltend gemacht werden.

 

Als Einkommen wird das monatliche Durchschnittseinkommen des Antragstellers auf Prozesskostenhilfe im letzten Kalenderjahr sowie gegebenenfalls das Einkommen der gewöhnlich mit in seinem Haushalt lebenden Personen berücksichtigt. Im letzteren Fall werden die Obergrenzen für die Zulassung zur Prozesskostenhilfe heraufgesetzt, indem Berichtigungen aufgrund von Familienlasten vorgenommen werden.

Personen, die bestimmte Mindestsozialleistungen erhalten (wie zusätzliche Beihilfen aus dem Nationalen Solidaritätsfonds oder das garantierte Mindesteinkommen), sind vom Nachweis ihres unzureichenden Einkommens ausgenommen.

Darüber hinaus werden bestimmte soziale Zuwendungen (Familienzulagen, Sozialleistungen, Wohngeld) bei den Einkünften nicht berücksichtigt.

Prozesskostenhilfe kann je nach Einkommen vollständig oder teilweise gewährt werden. Die für den Anspruch maßgeblichen Einkommensobergrenzen werden jährlich im Rahmen der Finanzgesetzgebung aktualisiert. Für 2009 darf das 2008 erhaltene monatliche Durchschnittseinkommen für eine alleinlebende Person:

  • für die Inanspruchnahme der vollständigen Prozesskostenhilfe höchstens 911 EUR,
  • für die Inanspruchnahme der teilweisen Prozesskostenhilfe von 912 bis 1 367 EUR betragen.

Diese Obergrenzen werden für jede der ersten beiden, im Haushalt des Antragstellers lebenden unterhaltsberechtigten Personen (Kinder, Ehegatte, Lebensgefährte, Partner des zivilen Solidaritätspakts, Verwandter in aufsteigender Linie usw.) um 164 EUR und ab der dritten unterhaltsberechtigten Person um 104 EUR heraufgesetzt.

Gelten für Geschädigte andere Voraussetzungen zum Erhalt der Prozesskostenhilfe?

Im Prinzip wird die Eigenschaft der jeweiligen Verfahrenspartei (ob sie zum Beispiel Opfer oder Angeklagter ist) nicht berücksichtigt. Hinsichtlich der Gewährung oder Ablehnung der Prozesskostenhilfe wird in der Behandlung zwischen Opfern, Beschuldigten, Antragstellern oder Beklagten nicht unterschieden.

Allerdings wurden mit dem Gesetz über die Entwicklung und Planung in der Justiz (loi d’orientation et de programmation pour la justice) vom 9. September 2002 die Bedingungen des Zugangs zur Justiz von Opfern schwerster Straftaten, bei denen vorsätzlich das Leben oder die Unversehrtheit einer Person bedroht wurde (Straftaten, die in den Artikeln 221-1 bis 221-5, 222-1 bis 222-6, 222-8, 222-10, 222-14 (1 und 2), 222-23 bis 222-26, 421-1 (1) und 421-3 (1 bis 4) Strafgesetzbuch genannt sind und danach verfolgt werden), sowie deren anspruchsberechtigten Angehörigen verbessert, damit sie zur Wiedergutmachung der aus der Verletzung der Person entstandenen Schäden Klage führen können, indem ihnen für die Inanspruchnahme der Prozesskostenhilfe der Nachweis ihres Einkommens erlassen wird. Diese Bestimmung gilt vor allem für Opfer von Vergewaltigung oder gewöhnlichen Gewalttaten bei Minderjährigen unter 15 Jahren oder besonders schutzbedürftigen Personen, die den Tod oder eine ständige Behinderung zur Folge hatten.

Darüber hinaus kann unabhängig von der Eigenschaft des Antragstellers auf Prozesskostenhilfe im Verfahren (Kläger/Beklagter, Geschädigter/Beschuldigter) ausnahmsweise von der Bedingung des Einkommens abgesehen werden, sobald deren Lage unter dem Gesichtspunkt des Streitgegenstands oder der voraussichtlichen Verfahrenskosten von besonderem Interesse ist.

Diese Bestimmung kann insbesondere im Zusammenhang mit bestimmten Umständen, unter denen die Straftat begangen wurde, auf den durch eine Straftat Geschädigten angewendet werden.

Bestehen bei Beschuldigten andere Voraussetzungen für die Prozesskostenhilfe?

Im Prinzip gelten keine besonderen Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe für Beklagte, die vor Gericht stehen. Werden allerdings Rechtsmittel eingelegt (Berufung, Widerspruch, Revision), so wird die Lage der in Berufung befindlichen Beklagten gebessert, wenn sie bereits zuvor Prozesskostenhilfe in Anspruch genommen haben, denn diese Personen bewahren automatisch das Recht, diese Hilfe zu ihrer Verteidigung in Anspruch zu nehmen.

Allerdings sei auf die allgemeine, sowohl auf den Kläger als auch auf den Beklagten anwendbare Regel verwiesen, wonach keine Prozesskostenhilfe gewährt wird, wenn die für diese Hilfe aufgewendeten Kosten im Rahmen einer Rechtschutzversicherung oder eines gleichwertigen Schutzinstruments übernommen werden. Gibt es kostenfreie Verfahren?

Bei den bürgernahen Gerichten (juridiction de proximité) und Instanzgerichten (tribunal d’instance) sind die Parteien nicht zur Einschaltung eines Anwalts verpflichtet. Bei Verfahren mit einem Streitwert bis zu 4 000 EUR können diese Gerichte nach einem vereinfachten Verfahren angerufen werden, ohne dass die Parteien einen Gerichtsvollzieher hinzuziehen müssen.

Anträge auf Revision von Maßnahmen zur Ausübung des elterlichen Sorgerechts sowie Adoptionsverfahren in Fällen, in denen das Kind vor seinem 15. Lebensjahr aufgenommen wurde, Maßnahmen nach einer Scheidung sowie Unterhaltsverfahren können ohne Einschaltung eines Anwalts, im Wege der einfachen Antragstellung gestellt werden.

Wie bei sämtlichen Zivilgerichtsverfahren werden von diesen Gerichten keine Gebühren für die Befassung des Gerichts oder die Ausstellung von Entscheidungen erhoben.

Wann muss die im Verfahren unterlegene Partei die Kosten der obsiegenden Partei übernehmen?

In Zivilsachen muss in jedem Endurteil und jeder Endentscheidung über die im Verfahren vor dem Gericht entstandenen Kosten entschieden werden.

Im Prinzip gehen die Kosten (vorher festgelegte Kosten – frais tarifés s. o.) zu Lasten der unterlegenen Partei. Gleichwohl kann der Richter durch eine begründete Entscheidung die gesamten Kosten oder einen Teil davon der anderen Partei auferlegen.

Eine Partei kann auch beantragen, von ihr verauslagte Kosten, soweit diese nicht in den Auslagen enthalten sind, insgesamt oder teilweise der anderen Partei aufzuerlegen. Dies gilt beispielsweise für die Anwaltsvergütung und -gebühren, die Kosten und die Festsetzung durch den Gerichtsvollzieher sowie dessen Fahrtkosten. In diesem Fall verurteilt der Richter die zur Übernahme der Kosten bestimmte Partei oder gegebenenfalls die unterlegene Partei, den durch ihn zu bestimmenden Betrag als Kosten, die nicht in den Auslagen enthalten sind, an die andere Partei zu zahlen. Dabei berücksichtigt er die Billigkeit oder die wirtschaftliche Lage der verurteilten Partei. Er kann auch von Amts wegen aus Gründen, die denselben Erwägungen geschuldet sind, erklären, dass von dieser Verurteilung Abstand genommen wird.

Vergütung von Sachverständigen

In Zivilsachen wird die Vergütung der vom Richter ernannten Sachverständigen durch gerichtliche Verfügung festgelegt.

Wenn er einem Sachverständigen einen Auftrag erteilt, setzt der Richter eine dessen Vergütung entsprechende Vorauszahlung fest. Die Höhe dieser Vorauszahlung soll so weit wie möglich seiner voraussichtlichen endgültigen Vergütung entsprechen. Er bestimmt auch die Partei/die Parteien, von der/denen die Vorauszahlung bei der Geschäftsstelle des Gerichts hinterlegt werden soll.

Nach Vorliegen des Berichts des Sachverständigen legt der Richter die Vergütung des Letzteren in Abhängigkeit von den erbrachten Leistungen, der Einhaltung der vorgegebenen Termine und der Qualität der geleisteten Arbeit fest. Er berechtigt den Sachverständigen, im Rahmen des geschuldeten Betrags die bei der Geschäftsstelle hinterlegten Beträge entgegen zu nehmen, und ordnet gegebenenfalls die Bezahlung der ergänzenden Beträge an den Sachverständigen an, wobei er die Partei/die Parteien benennt, der/denen die Bezahlung obliegt.

Das Endurteil oder die Endentscheidung enthält die Festlegung der dem Sachverständigen zustehenden Vergütung. Im Prinzip geht diese zu Lasten der unterlegenen Partei, sofern der Richter nicht durch eine begründete Entscheidung die gesamten Kosten oder einen Teil davon einer anderen Partei auferlegt.

Die nicht vom Richter festgelegte Vergütung der Sachverständigen wird hingegen zwischen dem Sachverständigen und seinem Kunden frei vereinbart. Diese sind nicht in den Auslagen enthalten. Eine Partei kann beim Richter beantragen, dass er die unterliegende Partei oder gegebenenfalls die für die Kosten aufkommende Partei zur Zahlung eines Betrags im Rahmen der verauslagten Vergütung verurteilt. Der Richter entscheidet unter Berücksichtigung der Billigkeit oder der wirtschaftlichen Lage der verurteilten Partei.


Vergütung von Übersetzern und Dolmetschern

Diese Kosten trägt die unterliegende Partei, vorausgesetzt dass der Richter nicht durch eine begründete Entscheidung die gesamten Kosten oder einen Teil davon einer anderen Partei auferlegt.

Dokumente zum Thema

Bericht Frankreichs über die Studie zur KostentransparenzPDF(1312 Kb)en

Letzte Aktualisierung: 08/11/2019

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Hinweis: Die ursprüngliche Sprachfassung dieser Seite Französisch wurde unlängst geändert. Die Sprachfassung, die Sie ausgewählt haben, wird gerade von unserer Übersetzungsabteilung erstellt.

Fallstudie 1 – familienrecht – scheidung - Frankreich

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Scheidung) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, der Partei, die die Scheidung einreicht, Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Paar heiratet. Später trennt sich das Paar und beschließt, sich scheiden zu lassen.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Zwei Staatsangehörige des Mitgliedstaats A heiraten in Mitgliedstaat A. Nach der Hochzeit zieht das Paar in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat B) und nimmt dort seinen Wohnsitz. Kurz darauf trennt sich das Paar und die Ehefrau kehrt in den Mitgliedstaat A zurück, während der Ehemann im Mitgliedstaat B bleibt. Das Paar beschließt, sich scheiden zu lassen. Kurz nach ihrer Rückkehr in Mitgliedstaat A reicht die Ehefrau in Mitgliedstaat B die Scheidung ein.


Verfahrenskosten in Frankreich

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung (MARC)


Fall-beispiel

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Verfahren der alternativen Streitschlichtung

Gerichts-gebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Ausferti-gungs-gebüh-ren

Sonstige Gebüh-ren

Ein-gangs-gebüh-ren

Ausferti-gungs-gebüh-ren

Sonstige Gebüh-ren

Steht diese Option bei diesem Falltyp zur Verfü-gung?

Kosten

Fall A

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Die Mediation ist im Interesse einer möglichen Annäherung der Parteien im Hinblick auf die Folgen der Scheidung möglich, wobei für die Verkündung der Scheidung auf jeden Fall eine gerichtliche Verfügung erforderlich ist.

Die Kosten für die Mediation werden von den Beteiligten getragen, können jedoch im Rahmen der Prozess-kostenhilfe übernom-men werden.

Fall B

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem



Kosten für Anwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige


Fall-beispiel

Anwalt

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger

Besteht Anwalts-zwang?

Durch-schnitt-liche Kosten

Besteht Anwalts-zwang?

Kosten vor der Urteilsver-kündung

Kosten nach der Urteilsverkün-dung

Müssen Sachver-ständige in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Ja

Freie Festle-gung der Honorare

Ja bei Ladung

Nein bei beidersei-tigem Antrag.

Ladung: 18,70 EUR

Zustellung: 26,70 EUR

Zustellung: 26,70 EUR

Beiziehung eines Notars erforderlich, sofern der Gemein-schaft eine Immobilie zufällt.

werden festgelegt

Fall B

Idem

Idem

Idem

Klage aus einem anderen Mitglied-staat – 50 EUR

Klage in einen anderen Mitglied-staat gerichtet - 36,30 EUR

Klage aus einem anderen Mitgliedstaat – 50 EUR

Klage in einen anderen Mitgliedstaat gerichtet - 36,30 EUR

Idem

Idem



Kosten für Zeugenentschädigung, Vereidigung und andere Sicherheitsleistungen sowie sonstige Gebühren


Fall-beispiel

Zeugenentschädigung

Vereidigung und andere Sicherheitsleistungen

Sonstige Gebühren

Erhalten die Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Beschreibung

Kosten

Fall A

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Fall B

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem



Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen



Fall-beispiel

Prozesskostenhilfe

Wann und unter welchen Voraussetzungen tritt sie in Kraft?

Wann wird vollständige Prozesskostenhilfe geleistet?

Voraussetzungen

Fall A

Prozesskostenhilfe kann vor dem Verfahren und während des Verfahrens durch einen der Ehegatten beantragt werden. Gewährt wird sie, wenn:

- die von dem Ehegatten eingeleitete Scheidungsklage nicht eindeutig unzulässig oder unbegründet erscheint;

- seine erklärten Einkünfte die gesetzlich festgelegten Obergrenzen nicht übersteigen;

- die Kosten für das Scheidungsverfahren nicht durch eine Rechtsschutzversicherung abgedeckt sind.

Der Staat übernimmt sämtliche Verfahrenskosten, wenn der betreffende Ehegatte Anspruch auf die vollständige Prozesskostenhilfe hat.

Vollständige Prozesskostenhilfe wird geleistet, wenn die vom Antragsteller erklärten monatlichen Einkünfte für die vollständige Hilfe 911 EUR nicht übersteigen.

Bis zu einem Einkommen von 1 367 EUR wird die Prozesskostenhilfe teilweise geleistet.

Die Einkommensobergrenzen werden für die ersten beiden unterhaltsberechtigten Personen um 164 EUR und für die dritte Person und alle weiteren Personen um 104 EUR heraufgesetzt.

Fall B

Idem

Idem

Idem




Fall-beispiel

Erstattungen

Kann der obsiegende Beteiligte die Erstattung der Streitbeilegungskosten erwirken?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe an die Einrichtung zurückgezahlt werden muss, die diese Hilfe geleistet hat?

Fall A

Nein, sofern sich die Beteiligten einig sind, gilt der Grundsatz der Kostenaufteilung, es sei denn, die Beteiligten einigen sich oder der Richter entscheidet anderweitig.

Wenn das Scheidungsurteil dem Ehegatten die Kosten des Verfahrens auferlegt, der keine Prozesskostenhilfe erhält, so muss dieser die vom Staat für die Verteidigung des Prozesskostenhilfe empfangenden Ehegatten verauslagten Kosten an die Staatskasse zurückzahlen.

Fall B

Idem

Idem



Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen


Fall-beispiel

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Fall A

Die für den Richter bestimmten Schriftstücke bedürfen der Übersetzung.

Dazu liegen keine statistischen Angaben vor.

Wenn der Richter die Sprache, in der sich die Beteiligten verständigen, nicht beherrscht.

Die Vergütung wird vom Richter festgelegt.

Fall B

Idem

Idem

Idem

Idem


Letzte Aktualisierung: 08/11/2019

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Fallstudie 2 – familienrecht – sorgerecht - Frankreich

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Sorgerecht) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kläger Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht spricht der Mutter das Sorgerecht und dem Vater ein Umgangsrecht zu. Die Mutter erhebt Klage, um das Umgangsrecht des Vaters zu beschränken.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug – Sie sind Rechtsanwalt in Mitgliedstaat A: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet in Mitgliedstaat B zusammengelebt. Unmittelbar nach der Geburt des gemeinsamen Kindes trennt sich das Paar. Das Gericht in Mitgliedstaat B spricht der Mutter das Sorgerecht und dem Vater ein Umgangsrecht zu. Mutter und Kind ziehen mit Erlaubnis des Gerichts in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat A), während der Vater in Mitgliedstaat B bleibt. Einige Jahre später erhebt die Mutter in Mitgliedstaat A Klage, um das Umgangsrecht des Vaters ändern zu lassen.


Verfahrenskosten in Frankreich

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung


Fall-beispiel

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Verfahren der alternativen Streitschlichtung

Eingangs-gebühren

Ausferti-gungs-gebüh-ren

Sonstige Gebüh-ren

Eingangs-gebühren

Ausferti-gungs-gebüh-ren

Sonstige Gebüh-ren

Steht diese Option bei diesem Falltyp zur Verfügung?

Gebühren

Fall A

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Gerichts-interne Mediation ist möglich.

Gerichts-externe Mediation ist ebenfalls möglich.

Die Kosten für die Mediation werden von den Parteien getragen. Die Vergü-tung wird vom Richter festgelegt, doch können die Kosten im Rahmen der Prozess-kostenhilfe geltend gemacht werden.

Eine Vergütungs-vereinba-rung zwischen dem Mediator und den Parteien ist empfehlens-wert.

Fall B

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem



Kosten für Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige


Fall-beispiel

Anwalt

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger

Besteht Anwalts-zwang?

Durch-schnitt-liche Kosten

Besteht Anwalts-zwang?

Kosten vor der Urteils-verkündung

Kosten nach der Urteils-verkündung

Müssen Sach-verstän-dige in Anspruch genom-men werden?

Kosten

Fall A

Nein

Nein

Ja bei Ladung

Nein bei Antrag-stellung

Ladung: 18,70 EUR

Zustellung: 26,70 EUR

Bei Nicht-bekanntgabe der Entschei-dung durch die Geschäfts-stelle des Gerichts kostet die Zustellung durch den Gerichts-vollzieher 26,70 EUR.

Nein

Festle-gung durch den Richter

Fall B

Idem

Idem

Idem

Klage aus einem anderen Mitgliedstaat – 50 EUR

Klage in einen anderen Mitgliedstaat gerichtet – 36,30 EUR

Klage aus einem anderen Mitgliedstaat – 50 EUR

Klage in einen anderen Mitgliedstaat gerichtet – 36,30 EUR

Idem

Idem



Kosten für Zeugenentschädigung, Vereidigung und andere Sicherheitsleistungen sowie sonstige Gebühren


Fall-beispiel

Zeugenentschädigung

Vereidigung und andere Sicherheitsleistungen

Sonstige Gebühren

Erhalten die Zeugen eine Entschädigung?

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Beschreibung

Kosten

Fall A

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Fall B

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem


Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen



Fall-beispiel

Prozesskostenhilfe

Wann und unter welchen Voraussetzungen tritt sie in Kraft?

Wann wird vollständige Prozesskostenhilfe geleistet?

Voraussetzungen

Fall A

Die Prozesskostenhilfe kann vor dem Verfahren oder während des Verfahrens beantragt werden. Sie wird gewährt, wenn die erklärten Einkünfte die gesetzlich festgelegten Obergrenzen nicht übersteigen.

Der Staat übernimmt sämtliche Verfahrenskosten, wenn der betreffende Elternteil Anspruch auf die vollständige Prozesskostenhilfe hat.

Vollständige Prozesskostenhilfe wird geleistet, wenn die vom Antragsteller erklärten monatlichen Einkünfte für die vollständige Hilfe 911 EUR nicht übersteigen.

Bis zu einem Einkommen von 1 367 EUR wird die Prozesskostenhilfe teilweise geleistet.

Die Einkommensobergrenzen werden für die ersten beiden unterhaltsberechtigten Personen um 164 EUR und für die dritte Person und alle weiteren Personen um 104 EUR heraufgesetzt.

Fall B

Idem

Idem

Idem



Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen


Fall-beispiel

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Fall A

Die für den Richter bestimmten Schriftstücke bedürfen der Übersetzung.

Dazu liegen keine statistischen Angaben vor.

Wenn der Richter die Sprache, in der sich die Beteiligten verständigen, nicht beherrscht.

Die Vergütung wird vom Richter festgelegt.

Fall B

Idem

Idem

Idem

Idem


Letzte Aktualisierung: 08/11/2019

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Hinweis: Die ursprüngliche Sprachfassung dieser Seite Französisch wurde unlängst geändert. Die Sprachfassung, die Sie ausgewählt haben, wird gerade von unserer Übersetzungsabteilung erstellt.

Fallstudie 3 – familienrecht – unterhalt - Frankreich

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Unterhalt) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kläger Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht spricht der Mutter das Sorgerecht zu. Einziger Streitpunkt ist die Höhe des Unterhalts, den der Vater der Mutter für den Unterhalt und die Erziehung des Kindes schuldet. Die Mutter erhebt deswegen Klage.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug – Sie sind Rechtsanwalt in Mitgliedstaat A: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet in Mitgliedstaat B zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht in Mitgliedstaat B spricht der Mutter das Sorgerecht zu. Mit Zustimmung des Vaters ziehen Mutter und Kind in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat A) und nehmen dort ihren Wohnsitz.

Einziger Streitpunkt ist die Höhe des Unterhalts, den der Vater der Mutter für den Unterhalt und die Erziehung des Kindes schuldet. Die Mutter erhebt deswegen in Mitgliedstaat A Klage.


Verfahrenskosten in Frankreich

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung


Fall-beispiel

Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Verfahren der alternativen Streitschlichtung

Ein-gangs-gebüh-ren

Ausferti-gungs-gebühren

Sonsti-ge Gebüh-ren

Ein-gangs-gebüh-ren

Ausferti-gungs-gebühren

Sonsti-ge Gebüh-ren

Steht diese Option bei diesem Falltyp zur Verfügung?

Kosten

Fall A

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Gerichts-interne Mediation ist möglich.

Gerichts-externe Mediation ist ebenfalls möglich.

Die Kosten für die Mediation werden von den Beteiligten getragen. Die Honorare werden vom Richter festgelegt, wobei die Kosten für die Mediation im Rahmen der Prozess-kostenhilfe übernom-men werden können.

Es empfiehlt sich, zwischen dem Mediator und den Beteiligten einen Honorar-vertrag abzu-schließen.

Fall B

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem



Kosten für Anwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige


Fall-beispiel

Anwalt

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger

Besteht Anwalts-zwang?

Durchschnitt-liche Kosten

Besteht Anwalts-zwang?

Kosten vor der Urteils-verkün-dung

Kosten nach der Urteils-verkün-dung

Müssen Sachverständige in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

werden vom Richter festgelegt

Fall B

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem


Kosten für Zeugenentschädigung, Vereidigung und andere Sicherheitsleistungen sowie sonstige Gebühren


Fall-beispiel

Entschädigung der Zeugen

Vereidigung und andere Sicherheitsleistungen

Sonstige Gebühren

Erhalten die Zeugen eine Entschädi-gung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Beschrei-bung

Kosten

Fall A

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Fall B

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem

Idem



Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen



Fall-beispiel

Prozesskostenhilfe

Wann und unter welchen Voraussetzungen tritt sie in Kraft?

Wann wird vollständige Prozesskostenhilfe geleistet?

Voraussetzungen

Fall A

Prozesskostenhilfe kann vor oder während des Verfahrens von der Mutter beantragt werden. Sie wird gewährt, wenn die erklärten Einkünfte die gesetzlich festgelegten Obergrenzen nicht übersteigen.

Der Staat übernimmt sämtliche Verfahrenskosten, wenn die Mutter Anspruch auf die vollständige Prozesskostenhilfe hat.

Vollständige Prozesskostenhilfe wird geleistet, wenn die von der Mutter erklärten monatlichen Einkünfte für die vollständige Hilfe 911 EUR nicht übersteigen.

Bis zu einem Einkommen von 1 367 EUR wird die Prozesskostenhilfe teilweise geleistet.

Die Einkommensobergrenzen werden für die ersten beiden unterhaltsberechtigten Personen um 164 EUR und für die dritte Person und alle weiteren Personen um 104 EUR heraufgesetzt.

Fall B

Idem

Idem

Idem




Fall-beispiel

Erstattungen

Kann der obsiegende Beteiligte die Erstattung der Streitbeilegungskosten erwirken?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe an die Einrichtung zurückgezahlt werden muss, die diese Hilfe geleistet hat?

Fall A

Ja, wenn der richterliche Beschluss in diesem Sinne lautet.

Wenn mit Beschluss des Familienrichters die Kosten des Verfahrens dem Vater auferlegt werden, der keinen Anspruch auf Prozesskostenhilfe hat, so muss dieser die vom Staat für die Verteidigung der Prozesskostenhilfe empfangenden Mutter verauslagten Kosten an die Staatskasse zurückzahlen.

Fall B

Idem

Idem



Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen


Fall-beispiel

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Fall A

Die für den Richter bestimmten Schriftstücke bedürfen der Übersetzung.

Zu den Kosten liegen keine statistischen Angaben vor.

Wenn der Richter die Sprache, in der sich die Beteiligten verständigen, nicht beherrscht.

Die Vergütung wird vom Richter festgelegt

Fall B

Idem

Idem

Idem

Idem


Letzte Aktualisierung: 08/11/2019

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 4 – handelsrecht – vertragsrecht - Frankreich

In dieser Fallstudie zum Handelsrecht (Vertragsrecht) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Verkäufer Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Unternehmen liefert Waren im Wert von 20 000 EUR. Der Käufer zahlt nicht, weil die Waren seiner Ansicht nach nicht dem entsprechen, was vereinbart war.

Der Verkäufer beschließt, auf Zahlung des vollen Kaufpreises zu klagen.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Ein Unternehmen mit Sitz in Mitgliedstaat B liefert Waren im Wert von 20 000 EUR an einen Käufer in Mitgliedstaat A. Der Vertrag ist in der Sprache des Mitgliedstaats B abgefasst und unterliegt dem Recht dieses Staats. Der Käufer in Mitgliedstaat A zahlt nicht, weil die Waren seiner Ansicht nach nicht dem entsprechen, was vereinbart war. Der Verkäufer beschließt, in Mitgliedstaat A auf der Grundlage des geschlossenen Kaufvertrags auf Zahlung des vollen Kaufpreises zu klagen.


Verfahrenskosten in Frankreich

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung


Fall-beispiel

Verfahren

Eingangsgebühren

Ausfertigungsgebühren

Sonstige Gebühren

Fall A

Tribunal de grande instance (Landgericht): Nein, Eingangsgebühren fallen nicht an.

Handelsgericht: Ja, Eingangsgebühren fallen in Höhe von mindestens 69,97 EUR an.

Tribunal de grande instance (Landgericht): Nein

Tribunal de grande instance (Landgericht): Nein

Fall B

Tribunal de grande instance (Landgericht): Nein, Eingangsgebühren fallen nicht an.

Handelsgericht: Ja, Eingangsgebühren fallen in Höhe von mindestens 69,97 EUR an.

Tribunal de grande instance (Landgericht): Nein

Tribunal de grande instance (Landgericht): Nein




Fall-beispiel

Rechtsmittelverfahren

Verfahren der alternativen Streitschlichtung

Eingangsgebühren

Ausfertigungsgebühren

Sonstige Gebühren

Steht diese Option bei diesem Falltyp zur Verfügung?

Kosten

Fall A

Nein

Nein

Nein

Ja

Schlichtung

Gerichtsinterne Mediation

Gerichtsexterne Mediation

Unentgeltlich

Honorare werden vom Richter festgelegt.

Vereinbarung zwischen den Beteiligten und dem Mediator

Fall B

Nein

Nein

Nein

Ja

Schlichtung

Gerichtsinterne Mediation

Gerichtsexterne Mediation

Unentgeltlich

Honorare werden vom Richter festgelegt.

Vereinbarung zwischen den Beteiligten und dem Mediator



Kosten für Anwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige


Fall-beispiel

Anwalt

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger

Besteht Anwalts-zwang?

Durch-schnittliche Kosten

Besteht Anwalts-zwang?

Kosten vor der Urteils-verkündung

Kosten nach der Urteils-verkün-dung

Müssen Sachverstädige in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Tribunal de grande instance (Landgericht): Ja

Handels-gericht: Nein

Berufungs-gericht: Ja

Anwälte (avocats):

Es liegen keine statistischen Angaben vor

Berufungs-anwälte (avoués):

983 EUR

Ja

Ladung: 18,70 EUR

Zustellung: 26,70 EUR

Zustellung: 26,70 EUR

Nein

Honorare werden vom Richter festgelegt.

Fall B

Tribunal de grande instance (Landgericht): Ja

Handels-gericht: Nein

Berufungs-gericht: Ja

Anwälte (avocats):

Es liegen keine statistischen Angaben vor

Berufungsan-wälte (avoués):

983 EUR

Ja

Ladung: 18,70 EUR

Zustellung: 26,70 EUR

Zustellung: 26,70 EUR

Nein

Honorare werden vom Richter festgelegt.



Kosten für Zeugenentschädigung, Vereidigung und andere Sicherheitsleistungen sowie sonstige Gebühren


Fall-beispiel

Zeugenentschädigung

Vereidigung und andere Sicherheitsleistungen

Erhalten die Zeugen eine Entschädigung?

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Fall A

Ja (Verordnung vom 27. Dezember 1920 über die Änderung des Zeugenentgelts)

Nein

Fall B

Ja (Verordnung vom 27. Dezember 1920 über die Änderung des Zeugenentgelts)

Nein


Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen



 Fall-beispiel

Prozesskostenhilfe

Wann und unter welchen Voraussetzungen wird sie geleistet?

Wann wird vollständige Prozesskostenhilfe geleistet?

Voraussetzungen

Fall A

Juristische Personen mit Gewinnerzielungsabsicht (z. B. Handelsgesellschaften) können keine Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen. Diese wird in Frankreich lediglich natürlichen Personen sowie unter bestimmten Voraussetzungen gemeinnützigen juristischen Personen und Verwaltern von Gemeinschaftseigentum gewährt.

Der Staat übernimmt sämtliche Prozesskosten, wenn die Mutter Anspruch auf die vollständige Prozesskostenhilfe hat.

Vollständige Prozesskostenhilfe wird geleistet, wenn die vom Antragsteller erklärten monatlichen Einkünfte für die vollständige Hilfe 911 EUR nicht übersteigen

Bis zu einem Einkommen von 1 367 EUR wird die Prozesskostenhilfe teilweise geleistet.

Die Einkommensobergrenzen werden für die ersten beiden unterhaltsberechtigten Personen um 164 EUR und für die dritte Person und alle weiteren Personen um 104 EUR heraufgesetzt.

Fall B

Idem

Idem

Idem




Fall-beispiel

Erstattungen

Kann der obsiegende Beteiligte die Erstattung der Streitbeilegungskosten erwirken?

Wie hoch ist die Erstattung im Allgemeinen, wenn sie nicht vollständig erfolgt?

Welche Kosten werden generell nicht erstattet?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe an die Einrichtung zurückgezahlt werden muss, die diese Hilfe geleistet hat?

Fall A

Ja

Erstattung der gesamten tariflichen Kosten, sofern der Richter nicht anders entscheidet.

Nichttarifliche Kosten: Entschädigung wird vom Richter nach Billigkeit festgelegt

Wenn die Kosten durch die Entscheidung des Richters der Partei auferlegt werden, die keine Prozess-kostenhilfe erhält, so muss diese die vom Staat für die Verteidigung der Partei, die Prozess-kostenhilfe erhält, verauslagten Kosten an die Staatskasse zurückzahlen.

Fall B

Ja

Erstattung der gesamten tariflichen Kosten, sofern der Richter nicht anders entscheidet.

Nichttarifliche Kosten: Entschädigung wird vom Richter nach Billigkeit festgelegt

Idem


Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen


 Fall-beispiel

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Fall A

Die für den Richter bestimmten Schriftstücke bedürfen der Übersetzung.

Dazu liegen keine statistischen Angaben vor.

Wenn der Richter die Sprache, in der sich die Beteiligten verständigen, nicht beherrscht.

Die Vergütung wird vom Richter festgelegt.

Fall B

Die für den Richter bestimmten Schriftstücke bedürfen der Übersetzung.

Beweisaufnahme im Rahmen der Verordnung 1206/2001 vom 28. Mai 2001

Dazu liegen keine statistischen Angaben vor.

Wenn der Richter die Sprache, in der sich die Beteiligten verständigen, nicht beherrscht.

Beweisaufnahme im Rahmen der Verordnung 1206/2001 vom 28. Mai 2001

Die Vergütung wird vom Richter festgelegt.

Letzte Aktualisierung: 08/11/2019

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Fallstudie 5 – handelsrecht – haftung - Frankreich

In dieser Fallstudie zum Handelsrecht (Haftung) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kunden Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Hersteller von Heizgeräten liefert ein Heizgerät an einen Installateur. Der Installateur verkauft das Gerät weiter und installiert es im Haus des Kunden. Kurz danach bricht ein Brand aus. Alle Beteiligten (Heizgerätehersteller, Installateur, Kunde) sind versichert. Die Ursache des Feuers ist umstritten. Niemand will den Kunden entschädigen.

Der Kunde beschließt, Schadenersatzklage gegen den Heizgerätehersteller, den Installateur und die Versicherungsgesellschaften zu erheben.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Ein Heizgerätehersteller in Mitgliedstaat B liefert ein Heizgerät an einen Installateur in Mitgliedstaat C. Der Installateur verkauft das Gerät weiter und installiert es im Haus des Kunden in Mitgliedstaat A. Kurz danach bricht ein Brand aus. Alle Beteiligten (Heizgerätehersteller, Installateur und Kunde) sind in ihrem eigenen Mitgliedstaat versichert. Die Ursache des Feuers ist umstritten. Niemand will den Kunden entschädigen.

Der Kunde beschließt, in Mitgliedstaat A Schadenersatzklage gegen den Heizgerätehersteller, den Installateur und die Versicherungsgesellschaft in Mitgliedstaat A zu erheben.


Verfahrenskosten in Frankreich

Kosten für erstinstanzliche Verfahren (frais de procès)- Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung (MARC)


Fall-beispiel

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Verfahren der alternativen Streitschlichtung (MARC)

Eingangs-gebühren

Ausfertigungs-gebühren

Sonstige Kosten

Eingangs-gebühren

Ausfertigungs-gebühren

Sonstige Kosten

Steht diese Option bei diesem Falltyp zur Verfügung?

Kosten

Fall A

Tribunal de grande instance (Landgericht): Eingangsgebühren fallen nicht an

Handelsgericht: Ja, Eingangs-gebühren fallen in Höhe von mindestens 69,97 EUR an.

Tribunal de grande instance (Land-gericht): Nein

Tribunal de grande instance (Landgericht: Nein

Nein

Nein

Nein

Ja

Schlichtung

Gerichts-interne Mediation

Gerichts-externe Mediation

Unentgeltlich

Honorare werden vom Richter festgelegt.

Verein-barung zwischen den Beteiligten und dem Mediator

Fall B

Tribunal de grande instance (Landgericht): Nein

Handelsgericht: Ja, Eingangs-gebühren fallen in Höhe von mindestens 69,97 EUR an.

Tribunal de grande instance (Land-gericht): Nein

Tribunal de grande instance (Landgericht): Nein

Nein

Nein

Nein

Ja

Schlichtung

Gerichts-interne Mediation

Gerichts-externe Mediation

Unentgeltlich

Honorare werden vom Richter festgelegt.

Verein-barung zwischen den Beteiligten und dem Mediator



Kosten für Anwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige


Fall-beispiel

Anwalt

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger

Besteht Anwalts-zwang?

Durch-schnittliche Kosten

Besteht Anwalts-zwang?

Kosten vor der Urteils-verkündung

Kosten nach der Urteils-verkündung

Müssen Sachverständige in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Tribunal de grande instance (Landgericht): Ja

Handelsgericht: Nein

Berufungs-gericht: Ja

Anwälte:

Dazu liegen keine statistischen Angaben vor

Berufungsanwälte:

983 EUR

Ja

Ladung: 18,70 EUR

Zustellung: 26,70 EUR

Zustellung: 26,70 EUR

Nein

Honorare werden vom Richter festgelegt

Fall B

Tribunal de grande instance (Landgericht): Ja

Handelsgericht: Nein

Berufungs-gericht: Ja

Anwälte:

Dazu liegen keine statistischen Angaben vor

Berufungsanwälte:

983 EUR

Ja

Ladung: 18,70 EUR

Zustellung: 26,70 EUR

Zustellung: 26,70 EUR

Nein

Honorare werden vom Richter festgelegt


Kosten für Zeugenentschädigung


Fall-beispiel

Zeugenentschädigung

Erhalten die Zeugen eine Entschädigung?

Fall A

Ja (Verordnung vom 27. Dezember 1920 über die Änderung des Entgelts für Zeugen)

Fall B

Ja (Verordnung vom 27. Dezember 1920 über die Änderung des Entgelts für Zeugen)



Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen



Fall-beispiel

Prozesskostenhilfe

Wann und unter welchen Voraussetzungen tritt sie in Kraft?

Wann wird vollständige Prozesskostenhilfe geleistet?

Voraussetzungen

Fall A

Prozesskostenhilfe kann vor dem Verfahren oder während des Verfahrens vom Käufer – als natürliche oder juristische gemeinnützige Person – beantragt werden. Gewährt wird sie, wenn:

- die vom Käufer eingeleitete Klage nicht eindeutig unzulässig oder unbegründet erscheint;

- die erklärten Einkünfte die gesetzlich festgelegten Obergrenzen nicht übersteigen;

- die Verfahrenskosten nicht durch eine Rechtsschutzversicherung abgedeckt sind.

Der Staat übernimmt sämtliche Verfahrenskosten, wenn der Käufer Anspruch auf vollständige Prozesskostenhilfe hat.

Vollständige Prozesskostenhilfe wird geleistet, wenn die vom Antragsteller erklärten monatlichen Einkünfte für die vollständige Hilfe 911 EUR nicht übersteigen.

Bis zu einem Einkommen von 1 367 EUR wird die Prozesskostenhilfe teilweise geleistet.

Die Einkommens-obergrenzen werden für die ersten beiden unterhaltsberechtigten Personen um 164 EUR und für die dritte Person und alle weiteren Personen um 104 EUR heraufgesetzt.

Fall B

Idem

Idem

Idem


Fall-beispiel



Erstattung

Kann der obsiegende Beteiligte die Erstattung der Streitbeilegungskosten erwirken?

Kann der obsiegende Beteiligte die Erstattung der Streitbeilegungskosten erwirken?

Kann der obsiegende Beteiligte die Erstattung der Streitbeilegungskosten erwirken?

Kann der obsiegende Beteiligte die Erstattung der Streitbeilegungskosten erwirken?

Fall A

Ja

Erstattung der gesamten tariflichen Kosten, sofern der Richter nicht anders entscheidet.

Nichttarifliche Kosten: Entschädigung wird vom Richter nach Billigkeit festgelegt.

Wenn die Kosten durch die Entscheidung des Richters der Partei auferlegt werden, die keine Prozesskosten-hilfe erhält, so muss diese die vom Staat für die Verteidigung der Partei, die Prozess-kostenhilfe erhält, verauslagten Kosten an die Staatskasse zurückzahlen.

Fall B

Ja

Erstattung der gesamten tariflichen Kosten, sofern der Richter nicht anders entscheidet.

Nichttarifliche Kosten: Entschädigung wird vom Richter nach Billigkeit festgelegt

Idem


Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen


Fall-beispiel

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Fall A

Die für den Richter bestimmten Schriftstücke bedürfen der Übersetzung.

Dazu liegen keine statistischen Angaben vor.

Wenn der Richter die Sprache, in der sich die Beteiligten verständigen, nicht beherrscht.

Die Vergütung wird vom Richter festgelegt.

Fall B

Die für den Richter bestimmten Schriftstücke bedürfen der Übersetzung.

Beweisaufnahme im Rahmen der Verordnung 1206/2001 vom 28. Mai 2001

Dazu liegen keine statistischen Angaben vor.

Wenn der Richter die Sprache, in der sich die Beteiligten verständigen, nicht beherrscht.

Beweisaufnahme im Rahmen der Verordnung 1206/2001 vom 28. Mai 2001

Die Vergütung wird vom Richter festgelegt.


Letzte Aktualisierung: 08/11/2019

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Verfahrenskosten - Kroatien

Diese Seite enthält Informationen über die Verfahrenskosten in Kroatien.

Kosten der Rechtsanwälte

Die Kroatische Rechtsanwaltskammer (Hrvatska odvjetnička komora) erstellt und verabschiedet auf der Grundlage des Gesetzes über den Rechtsanwaltsberuf (Zakon o odvjetništvu) und im Einvernehmen mit dem Justizminister einen Link öffnet neues FensterTarif für die Vergütung und Kostenerstattung von Rechtsanwälten (Tarifa o nagradama i naknadi troškova za rad odvjetnika). Mit dem Tarif werden die Methode zur Bewertung, Berechnung und Bezahlung der Dienstleistungen von Rechtsanwälten und die Kosten bestimmt, die die Parteien einem Rechtsanwalt oder einer Anwaltskanzlei für die aufgrund einer Vollmacht oder eines Beschlusses der zuständigen Behörde erbrachten Dienstleistungen gemäß dem Gesetz über die Rechtsberufe zu zahlen haben.

Die Kosten der Vertretung umfassen die Leistungen der Rechtsanwälte zuzüglich der Mehrwertsteuer und der für die Erbringung dieser Leistungen erforderlichen Auslagen. Die Kosten der Vertretung gehen zulasten des Mandanten (der Partei).

In dem Tarif für die Vergütung und Kostenerstattung von Rechtsanwälten ist insbesondere die Erstattung der Kosten für die verschiedenen Verfahrensarten (Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren, Zivilverfahren usw.) geregelt.

Die Anwälte sind verpflichtet, sich bei jeder erbrachten Leistung an den Tarif zu halten und der Partei eine Rechnung auszustellen.

Die Tarifpositionen können um 100 % erhöht werden, wenn die Rechtssache besondere Sach- und Fachkenntnisse erfordert oder wenn sie besonders komplex ist oder ein besonderes Haftungsrisiko für die erbrachten Leistungen mit sich bringt.

Besondere Sach- und Fachkenntnisse werden insbesondere bei komplexen Streitsachen oder Verfahren oder bei der Bearbeitung bestimmter Vertragstypen anerkannt, wenn die Kenntnis oder Prüfung ausländischen Rechts oder juristischer Fachliteratur oder das Studium oder die Erforschung spezieller Themen aus den Bereichen Ingenieurwesen, Chemie, Technik, Natur- und Physikwissenschaften, Medizin, Sozialwissenschaften oder der Gebrauch einer Fremdsprache usw. erforderlich sind.

Unter Berücksichtigung aller Umstände der erbrachten Leistungen und des Nutzens für die Partei können die Anwälte auch bestimmte Gebührenpositionen um 50 % reduzieren.

Nach dem Ethikkodex der Rechtsanwälte (Kodeks odvjetničke etike) sind sie verpflichtet, dem Mandanten den ungefähren Betrag der Vertretungskosten mitzuteilen und ihn auf die Möglichkeit hinzuweisen, dass die dem Mandanten zugesprochenen und der Gegenpartei in Rechnung zu stellenden Kosten niedriger sein können als der in der Rechnung des Rechtsanwalts angegebene Betrag.

Kosten des Strafverfahrens

In der Link öffnet neues FensterStrafprozessordnung (Zakon o kaznenom postupku, Narodne novine (NN, Amtsblatt der Republik Kroatien) Nr. 152/08, 76/09, 80/11, 121/11, 91/12, 143/12, 56/13 und 145/13, 152/14, 70/17, im Folgenden „Strafprozessordnung von 2008“) werden die Kosten des Strafverfahrens definiert, wobei darunter alle Kosten zu verstehen sind, die von der Einleitung bis zum Abschluss des Strafverfahrens anfallen, sowie die Kosten im Zusammenhang mit der Beweisaufnahme vor dem Strafverfahren und die Kosten im Zusammenhang mit der Gewährung von Prozesskostenhilfe. Zu den Kosten eines Strafverfahrens gehören:

  1. Auslagen im Zusammenhang mit Zeugen, Gerichtssachverständigen, Dolmetschern und anderen Experten, Kosten für technische Aufzeichnungen, Transkription von Tonaufnahmen und Kosten für Ermittlungen vor Ort, Kosten für die Vervielfältigung oder Aufzeichnung von Akten oder Teilen von Akten,
  2. Kosten für die Beförderung des Angeklagten,
  3. Auslagen im Zusammenhang mit dem Erscheinen des Angeklagten oder der festgenommenen Person,
  4. Kosten für die Beförderung und Reisekosten von Personen, die in amtlicher Eigenschaft handeln,
  5. Kosten für die medizinische Versorgung eines Angeklagten, der keinen Anspruch auf medizinische Versorgung hat, während er sich in Untersuchungshaft oder in einer vom Gericht angeordneten medizinischen Einrichtung befindet, sowie die Kosten für die Entbindung,
  6. ein Pauschalbetrag,
  7. die Vergütung und die notwendigen Auslagen des Verteidigers, die notwendigen Auslagen des Privatklägers und des Geschädigten, der als Ankläger auftritt, und ihrer Rechtsvertreter sowie die Vergütung und die notwendigen Auslagen ihrer Bevollmächtigten,
  8. die notwendigen Auslagen des Geschädigten und seines Rechtsvertreters sowie die Vergütung und die notwendigen Auslagen seines Bevollmächtigten.

Die in Absatz 2 Nummern 1 bis 5 genannten Kosten, mit Ausnahme der Kosten der aus dem Staatshaushalt finanzierten Behörden und der notwendigen Auslagen des dem Geschädigten zugewiesenen Verteidigers und Bevollmächtigten als Ankläger in Verfahren wegen Straftaten, die von Amts wegen verfolgt werden, sind aus den Mitteln der mit der Durchführung des Strafverfahrens betrauten Behörde zu zahlen und werden zu einem späteren Zeitpunkt von den Personen eingezogen, die zu ihrer Deckung verpflichtet sind.

Die unter den Nummern 1 bis 5 aufgeführten Kosten des Strafverfahrens sind aus den Mitteln der mit der Durchführung des Verfahrens betrauten Behörde zu zahlen und werden zu einem späteren Zeitpunkt von den Personen eingezogen, die zu ihrer Deckung verpflichtet sind; hiervon ausgenommen sind die Kosten, die den aus dem Staatshaushalt finanzierten Behörden entstehen, sowie die notwendigen Auslagen des dem Geschädigten zugewiesenen Verteidigers und Bevollmächtigten als Ankläger in Verfahren wegen von Amts wegen verfolgten Straftaten.

Unabhängig vom Ausgang des Strafverfahrens tragen Angeklagte, Geschädigte, Geschädigte als Ankläger, Privatkläger, Verteidiger, Rechtsvertreter, Bevollmächtigte, Zeugen, Gerichtssachverständige, Dolmetscher und Angehörige der freien Berufe die Kosten für ihr Erscheinen, die Verzögerungen bei der Beweisaufnahme oder Anhörung und die sonstigen Kosten des Verfahrens, die durch ihr Verschulden entstanden sind, sowie einen Teil des Pauschalbetrags.

Angeklagte, die für schuldig befunden werden, tragen die Kosten des Strafverfahrens, sofern sie nicht ganz oder teilweise von den Kosten befreit werden können. Werden mehrere Angeklagte für schuldig befunden, so trägt jeder von ihnen den angemessenen Teil der Kosten, oder, falls sich dies als unmöglich erweist, werden sie gesamtschuldnerisch zur Zahlung der Kosten verurteilt.

In seiner Kostenentscheidung kann das Gericht den Angeklagten von seiner Verpflichtung zur vollständigen oder teilweisen Übernahme der folgenden Kosten befreien: Kosten im Zusammenhang mit Zeugen, Gerichtssachverständigen, Dolmetschern und anderen Experten, Kosten für technische Aufzeichnungen, Transkription von Tonaufnahmen und Kosten für Ermittlungen vor Ort, Kosten für die Vervielfältigung oder Aufzeichnung von Akten oder Teilen von Akten, Kosten für die Beförderung des Angeklagten, Auslagen im Zusammenhang mit dem Erscheinen des Angeklagten oder der festgenommenen Person, Kosten für die Beförderung und Reisekosten von Personen, die in amtlicher Eigenschaft handeln, Kosten für die medizinische Versorgung eines Angeklagten, der keinen Anspruch auf medizinische Versorgung hat, während er sich in Untersuchungshaft oder in einer vom Gericht angeordneten medizinischen Einrichtung befindet, Kosten für die Entbindung, einem Pauschalbetrag sowie der Vergütung und der notwendigen Auslagen des bestellten Verteidigers. Werden diese Umstände nach Erlass einer Kostenentscheidung festgestellt, kann der vorsitzende Richter (predsjednik vijeća) eine besondere Entscheidung erlassen, die den Angeklagten von seiner Pflicht zur Übernahme der Kosten des Strafverfahrens befreit. Das Gericht kann den Angeklagten auffordern, eine von der Steuerverwaltung ausgestellte Bescheinigung vorzulegen, die seine finanziellen Verhältnisse und sein Einkommen bestätigt.

Stellt sich jedoch zehn Jahre nach dem Zeitpunkt, zu dem die Entscheidung über die Verfahrenskosten des Strafverfahrens rechtskräftig geworden ist, heraus, dass ein Verurteilter aufgrund seiner finanziellen Verhältnisse in der Lage ist, die Kosten des Strafverfahrens einschließlich der Kosten des bestellten Verteidigers ganz oder teilweise zu tragen, so kann der vorsitzende Richter auf Antrag des Staatsanwalts (državni odvjetnik) dem Verurteilten, nachdem dieser auf den Antrag reagiert hat, die vollständige oder teilweise Übernahme dieser Kosten auferlegen.

Nach der Strafprozessordnung von 2008 ist der Angeklagte nicht verpflichtet, die Kosten des Verfahrens in jedem Fall zu tragen. Wird das Strafverfahren eingestellt oder ergeht ein Urteil, mit dem der Angeklagte von der Anklage freigesprochen oder die Anklage abgewiesen wird, gehen die Kosten des Strafverfahrens und die dem Angeklagten entstandenen notwendigen Auslagen sowie die Vergütung des Verteidigers zulasten des Staatshaushalts.

Der Privatkläger und der Geschädigte als Ankläger haben die Kosten des Strafverfahrens, die notwendigen Auslagen des Angeklagten sowie die Vergütung und die notwendigen Auslagen seines Verteidigers zu tragen, wenn das Verfahren durch ein Urteil beendet wird, durch das der Angeklagte von der Anklage freigesprochen oder die Anklage abgewiesen wird, oder durch eine Entscheidung, mit der das Verfahren eingestellt wird, sofern es nicht bereits eingestellt worden ist, oder wenn ein Urteil ergeht, mit dem die Anklage wegen des Todes des Angeklagten oder wegen Verjährung der Strafverfolgung infolge unverschuldeter Verzögerung des Verfahrens durch den Geschädigten als Ankläger oder durch den Privatkläger eingestellt wird. Wird das Verfahren wegen Rücknahme der Anklage oder Unterlassung der Strafverfolgung eingestellt, so können sich der Angeklagte und der Privatkläger oder der Geschädigte als Ankläger über ihre jeweiligen Kosten einigen. Sind mehrere Privatkläger oder Geschädigte als Ankläger tätig, so tragen sie die Kosten gesamtschuldnerisch.

Rechtsgrundlage für die Bestimmung von Verfahrenskosten

Informationen über die Kosten eines Strafverfahrens sind in Titel X, Artikel 145 bis 152 der Link öffnet neues FensterStrafprozessordnung von 2008, im Link öffnet neues FensterGesetz über die Rechtsberufe, im Link öffnet neues FensterTarif für die Vergütung und Kostenerstattung von Rechtsanwälten und im Link öffnet neues FensterGesetz über die Gerichtsgebühren (Zakon o sudskim pristojbama) enthalten (im Falle eines Strafverfahrens, das durch eine Privatklage eingeleitet wird, beträgt die Gerichtsgebühr 250,00 HRK).

Online-Informationen über die Verfahrenskosten

Alle diese Rechtsakte sind im Amtsblatt der Republik Kroatien, Link öffnet neues FensterNarodne novine, oder auf der Website der Link öffnet neues FensterKroatischen Rechtsanwaltskammer verfügbar.

Mehrwertsteuer

Da Rechtsanwälte zur Zahlung der Mehrwertsteuer (MwSt) verpflichtet sind, unterliegen auch ihre Dienstleistungen dieser Steuerpflicht. Die Mehrwertsteuer wird in Höhe von 25 % auf jede von einem Rechtsanwalt ausgestellte Rechnung erhoben. Es wird darauf hingewiesen, dass die im Tarif für die Vergütung der Rechtsanwälte und die Kostenerstattung aufgeführten Tabellen keine Mehrwertsteuer enthalten, die bei der Rechnungsstellung erhoben wird.

Kosten eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens

Zu den Kosten eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens gehören:

  • Auslagen, die dem staatlichen Verwaltungsorgan in seiner Eigenschaft als bevollmächtigter Staatsanwalt durch die Feststellung einer Straftat mit technischen Mitteln oder durch die Durchführung der erforderlichen Analysen und in Bezug auf Sachverständigengutachten entstehen,
  • alle Auslagen des Gerichts, die im Voraus aus dem Staatshaushalt gezahlt werden, während das Verfahren durchgeführt wird (Auslagen für Zeugen, Gerichtssachverständige, Dolmetscher und andere Experten, Kosten für Ermittlungen vor Ort, Kosten für das Erscheinen des Angeklagten oder anderer Personen, Reisekosten und Vergütungen für Personen, die in amtlicher Eigenschaft handeln, usw.),
  • ein Pauschalbetrag für die Kosten von Ordnungswidrigkeitsverfahren

a) die den mit der Durchführung des Verfahrens betrauten Behörden entstehen,

b) die dem Amtsgericht (općinski sud) entstehen, das über einen Einspruch gegen einen vorgeschriebenen Vorführungsbefehl in einer Ordnungswidrigkeit entscheidet,

c) die dem kroatischen Hohen Gericht für Ordnungswidrigkeiten (Visoki prekršajni sud) bei der Verkündung seines endgültigen Urteils über die Haftung des Angeklagten für die Ordnungswidrigkeit entstehen, wenn es über einen Einspruch sowohl des Staatsanwalts als auch des Angeklagten oder nur über einen Einspruch des Angeklagten entschieden hat,

  • Kosten für die medizinische Versorgung des Angeklagten, der während der Untersuchungshaft oder des Aufenthalts in einer medizinischen Einrichtung auf Anordnung des Gerichts keinen Anspruch auf medizinische Versorgung hat,
  • Reisekosten des Angeklagten,
  • die notwendigen Auslagen des Geschädigten und des Geschädigten als Ankläger sowie ihrer Rechtsvertreter und Bevollmächtigten,
  • die notwendigen Auslagen und die Vergütung des Verteidigers des Angeklagten.

Der Pauschalbetrag wird innerhalb der in einer besonderen Verordnung festgelegten Grenzen unter Berücksichtigung der Komplexität und Dauer des Verfahrens sowie der finanziellen Verhältnisse des Angeklagten festgesetzt.

Das Gericht zieht die aus dem Staatshaushalt im Voraus gezahlten Verfahrenskosten zu einem späteren Zeitpunkt vom Angeklagten oder anderen Personen ein, die gemäß den Bestimmungen dieses Gesetzes zur Deckung der Kosten verpflichtet sind.
Das Gericht führt eine gesonderte Liste der folgenden entstandenen Kosten: Auslagen, die dem staatlichen Verwaltungsorgan in seiner Eigenschaft als bevollmächtigter Staatsanwalt durch die Feststellung von Ordnungswidrigkeiten mit technischen Mitteln oder durch die Durchführung der erforderlichen Analysen und in Bezug auf Sachverständigengutachten entstehen, alle Auslagen des Gerichts, die im Voraus aus dem Staatshaushalt gezahlt werden, während das Verfahren durchgeführt wird (Auslagen für Zeugen, Gerichtssachverständige, Dolmetscher und andere Experten, Kosten für Ermittlungen vor Ort, Kosten für das Erscheinen des Angeklagten oder anderer Personen, Reisekosten und Vergütungen für Personen, die in amtlicher Eigenschaft handeln, usw.), Kosten für die medizinische Versorgung des Angeklagten, der während der Untersuchungshaft oder des Aufenthalts in einer medizinischen Einrichtung auf Anordnung des Gerichts keinen Anspruch auf medizinische Versorgung hat.

Die Person, die die Erstattung dieser Kosten beantragt, muss dem Gericht eine Kostenaufstellung zusammen mit den erforderlichen Informationen und Nachweisen für die entstandenen Kosten vorlegen.

Die Kosten für Dolmetschleistungen in Minderheitensprachen in Kroatien, die sich aus der Anwendung der Bestimmungen der Verfassung und des Gesetzes über die Rechte der nationalen Minderheiten auf Gebrauch ihrer Sprache und Schrift in der Republik Kroatien (Zakon o uporabi jezika i pisma nacionalnih manjina u Republici Hrvatskoj) ergeben, werden den Personen, die nach diesem Gesetz verpflichtet sind, die Kosten des Verfahrens zu tragen, nicht in Rechnung gestellt.
Die Vorschriften über die Kostenerstattung bei Ordnungswidrigkeitsverfahren werden vom Justizminister erlassen.

Die Bestimmung der Kostenpflichtigen und die Frage der Beratung über die Verfahrenskosten sind in den Artikeln 139 und 140 des Link öffnet neues FensterGesetzes über Ordnungswidrigkeiten geregelt (Prekršajni zakon; NN Nr. 107/07, 39/13, 157/13, 110/15, 70/17 und 118/18).

Kosten eines Zivilverfahrens

Die Kosten eines Zivilverfahrens umfassen die erstattungsfähigen Ausgaben, die im Laufe oder zum Zweck des Verfahrens entstanden sind. Bestimmte Kosten, wie Gerichtsgebühren, stehen im Zusammenhang mit den Aufgaben der für die Durchführung des Verfahrens zuständigen Behörde; andere Kosten, wie die Kosten für Sachverständigengutachten oder Dolmetschleistungen, beziehen sich auf die Kosten, die an den Gerichtssachverständigen oder -dolmetscher zu zahlen sind. Zu den Kosten eines Zivilverfahrens gehören auch die Reise- und Aufenthaltskosten sowie der Verdienstausfall, der Zeugen erstattet wird, aber der größte Teil entfällt auf die Kosten für die Vertretung der Parteien durch den Rechtsanwalt.

Die meisten Bestimmungen über die Kosten von Zivilverfahren sind in der Link öffnet neues FensterZivilprozessordnung (Zakon o parničnom postupku) zu finden, einschließlich der Kosten für die Beweisaufnahme (Artikel 168 der Zivilprozessordnung), der Kosten für die Beantragung einer gütlichen Streitbeilegung bei Schadensersatzklagen oder der Kosten, die einer klagenden Partei entstehen, um ihre individuellen Rechte zu schützen. Zuvor müssen die Parteien jedoch eine gütliche Streitbeilegung beantragen (Artikel 186 Buchstabe a der Zivilprozessordnung).

Diese Kosten werden in der Regel von der antragstellenden Partei getragen, können ihr aber später als Teil der Verfahrenskosten erstattet werden, je nach Erfolg im Verfahren.

Bei den im Rahmen eines Zivilverfahrens anfallenden Kosten handelt es sich um die Kosten, die zum Nachweis bestimmter Tatsachen erforderlich sind (Kosten für die Beweisführung, Kosten für das Erscheinen von Zeugen) sowie um die Kosten für die Vertretung.

Die Erstattung all dieser Kosten durch die Gegenpartei hängt vom Erfolg des Verfahrens ab. Grundsätzlich trägt jede Partei im Voraus die Kosten, die ihr durch ihre Handlungen entstehen (Artikel 152 der Zivilprozessordnung), wobei die Partei, die im Verfahren vollständig obsiegt, Anspruch auf die volle Erstattung der Verfahrenskosten hat (Artikel 154 der Zivilprozessordnung). Es ist jedoch auch zu berücksichtigen, ob diese Kosten für das Verfahren erforderlich waren, da die Partei nur Anspruch auf die Erstattung solcher Kosten hat (Artikel 155 der Zivilprozessordnung).

Das Gericht kann jeder Partei ihre eigenen Kosten auferlegen, wenn sie im Verfahren nur teilweise obsiegt, oder einer Partei auferlegen, der anderen Partei und dem Streithelfer einen angemessenen Teil der Kosten zu erstatten.

Das Gericht kann entscheiden, dass eine Partei die gesamten Kosten der Gegenpartei und ihres Streithelfers zu tragen hat, wenn die Gegenpartei nur mit einem verhältnismäßig geringen Teil ihres Anspruchs unterlegen ist, sodass keine spezifischen Kosten entstehen.

Die beiden grundlegenden Prinzipien, auf denen eine Kostenentscheidung in einem Zivilverfahren beruht, sind das Erfolgsprinzip (causae) und das Verschuldensprinzip (culpe).

Eine Partei, der durch eigenes Verschulden oder durch ein von ihr verursachtes Ereignis Kosten entstehen, hat keinen Anspruch auf Erstattung der Kosten durch die Gegenpartei, unabhängig von ihrem Erfolg im Gerichtsverfahren (Artikel 156 der Zivilprozessordnung).

Der Anspruch auf Kostenerstattung im Falle der Einstellung des Verfahrens, eines Mehrparteienverfahrens oder eines gerichtlichen Vergleichs ist in Artikel 158 Absatz 1 und in Artikeln 159, 161 und 324 der Zivilprozessordnung geregelt.

Die Kosten eines Zivilverfahrens sowie die Gerichtsgebühren richten sich nach dem Wert des Streitgegenstands zum Zeitpunkt der Erhebung einer bestimmten Klage und nicht danach, welchen Wert dieser zum Zeitpunkt des Abschlusses der Hauptverhandlung haben könnte. Darüber hinaus werden die Kosten eines Zivilverfahrens proportional zum Erfolg im Verhältnis zum Wert des Streitgegenstands zum Zeitpunkt des Abschlusses der Hauptverhandlung bestimmt.

Die Verpflichtung zur Zahlung von Gerichtsgebühren ist im Link öffnet neues FensterGesetz über die Gerichtsgebühren geregelt.

Eine Prozesspartei kann das Recht auf Befreiung von der Zahlung der Verfahrenskosten und das Recht auf qualifizierte Prozesskostenhilfe in der Art und Weise und unter den Bedingungen ausüben, die in gesonderten Vorschriften über die unentgeltliche Prozesskostenhilfe festgelegt sind (Artikel 172 der Zivilprozessordnung).

Das Gericht entscheidet über die Kostenerstattung auf einen konkreten Antrag der Partei hin ohne mündliche Verhandlung. In dem Antrag muss die Partei die Kosten angeben, deren Erstattung sie beantragt. Der Kostenantrag ist von der Partei spätestens am Ende der mündlichen Verhandlung, die der Kostenentscheidung vorausgeht, zu stellen. Soll eine solche Entscheidung jedoch ohne vorherige mündliche Verhandlung ergehen, so muss die Partei den Kostenantrag in einen Antrag aufnehmen, über den das Gericht zu entscheiden hat. Das Gericht entscheidet über den Kostenantrag in einem Urteil oder Beschluss, mit dem das Verfahren vor diesem Gericht abgeschlossen wird (Artikel 164 der Zivilprozessordnung).

Eine in dem Urteil enthaltene Kostenentscheidung kann nur mit einer Beschwerde gegen den Beschluss angefochten werden, sofern nicht gleichzeitig die Entscheidung in der Hauptsache angefochten wird (Artikel 167 der Zivilprozessordnung).

Kosten eines Vollstreckungsverfahrens

Die Kosten eines Vollstreckungsverfahrens bestehen aus den Kosten, die den Parteien, dem Gericht und anderen Teilnehmern des Vollstreckungsverfahrens aus oder im Zusammenhang mit dem Vollstreckungsverfahren entstehen.

Im Link öffnet neues FensterVollstreckungsgesetz (Ovršni zakon) sind relativ wenige Bestimmungen über die Kosten eines solchen Verfahrens enthalten. Nur ein Artikel befasst sich ausschließlich mit der Kostenerstattung für das Vollstreckungsverfahren (Artikel 14 des Vollstreckungsgesetzes). Darin werden die Vorauszahlung der Verfahrenskosten, die Folgen der Nichteinhaltung der Verpflichtung zur Vorauszahlung der Verfahrenskosten durch die Parteien und die Anwendung dieser Bestimmungen in Sicherheitsverfahren geregelt.

Die Bestimmungen zur Anordnung der Kostenerstattung durch ein Gericht sind im Vollstreckungsgesetz nicht enthalten. Stattdessen werden gemäß Artikel 21 Absatz 1 des Vollstreckungsgesetzes die Bestimmungen der Zivilprozessordnung entsprechend angewandt.

Gemäß dem Link öffnet neues FensterGesetz über die Vollstreckung von Geldforderungen (Zakon o provedbi ovrhe na novčanim sredstvima) vom 1. Januar 2011 betreibt die Finanzagentur (FINA) die Vollstreckung in Geldforderungen von Unternehmen und Bürgern in Bezug auf alle ihre Konten und Termineinlagen bei allen Banken, entsprechend der persönlichen Identifikationsnummer des Vollstreckungsschuldners, ohne deren Zustimmung.

Gemäß Artikel 8 der Link öffnet neues FensterVorschriften über die Art und Höhe der Gebühren für die im Gesetz über die Vollstreckung von Geldforderungen festgelegten Leistungen (Pravilnik o vrstama i visini naknada za obavljanje poslova propisanih Zakonom o provedbi ovrhe na novčanim sredstvima) wird die Höhe der in den Vorschriften genannten Gebühren von der Leitung der FINA in ihrer Preisliste festgelegt, die vom Finanzminister genehmigt wird. Ein Auszug aus der Preisliste für die Dienstleistungen der FINA im Rahmen des Gesetzes über die Vollstreckung von Geldforderungen kann von der offiziellen Website der FINA heruntergeladen werden.

Die Verfahrenskosten im Zusammenhang mit der Anordnung und Durchführung der Vollstreckung und der Sicherheitsleistung müssen vom Vollstreckungsgläubiger oder Pfandrechtsgläubiger im Voraus gezahlt werden. Der Vollstreckungsgläubiger oder der Pfandrechtsgläubiger hat die Verfahrenskosten innerhalb einer vom Gericht gesetzten Frist im Voraus zu zahlen.

Bei der Vollstreckung in bewegliche Sachen verpflichtet das Gericht den Vollstreckungsgläubiger, die Kosten vorauszuzahlen, die erforderlich sind, um bestimmte Vollstreckungsmaßnahmen (Maßnahmen des Gerichtsvollziehers zum Zwecke der Beschlagnahme und Verwertung, des Verfalls, der Wegnahme und der Übergabe beweglicher Sachen an das Gericht oder den Vollstreckungsgläubiger oder einen Dritten) innerhalb einer bestimmten Frist durchzuführen. Der Vollstreckungsgläubiger kann gegen eine solche Entscheidung keine Rechtsmittel einlegen und ist verpflichtet, sie zu befolgen. Die Kosten werden auf das Einlagenkonto des Gerichts überwiesen.

Kommt der Vollstreckungsgläubiger oder Pfandgläubiger der Entscheidung des Gerichts über den Kostenvorschuss nicht innerhalb der vom Gericht gesetzten Frist nach und kann eine Vollstreckungsmaßnahme oder eine Sicherheitsleistung ohne die Zahlung der Kosten nicht durchgeführt werden, setzt das Gericht die Vollstreckung aus. Werden die für die Durchführung einer bestimmten für die Vollstreckung nicht unerlässlichen Maßnahme erforderlichen Kosten nicht innerhalb der vom Gericht gesetzten Frist vorgestreckt, wird die Maßnahme nicht durchgeführt (Artikel 14 Absatz 2 des Vollstreckungsgesetzes).

Bei der Vollstreckung in unbewegliches Vermögen ist eine der Vollstreckungshandlungen die Feststellung des Vermögenswertes. Dies geschieht durch eine Entscheidung des Gerichts nach dessen Ermessen im Anschluss an eine Anhörung, bei der die Parteien Gelegenheit haben, sich dazu zu äußern und Beweise vorzulegen (Artikel 92 Absatz 1 des Vollstreckungsgesetzes). Jede Partei kann jedoch auch vorschlagen, dass der Wert des unbeweglichen Vermögens durch ein von einem anerkannten Gerichtssachverständigen erstelltes Gutachten bestimmt wird. In diesem Fall muss die betreffende Partei die Kosten für das Gutachten vorauszahlen.

Neben den allgemeinen Bestimmungen über die Kostenerstattung im Vollstreckungsverfahren enthält das Vollstreckungsgesetz in dem Teil über die Vollstreckung in das unbewegliche Vermögen auch Bestimmungen über die Verfahrenskosten, die bei der Aufteilung des Einkaufpreises für die Abrechnung maßgeblich sind.

Der Verkaufserlös muss in erster Linie die Kosten des Vollstreckungsverfahrens für die Gerichtsgebühren und die für die Durchführung der Vollstreckungsmaßnahmen gezahlten Vorschüsse sowie die Steuern und sonstigen Abgaben decken, die für das vorangegangene Jahr fällig waren und auf das verkaufte Grundstück entfallen. Diese Kosten haben Vorrang vor allen anderen Forderungen, sowohl für die Parteien als auch für andere Verfahrensbeteiligte (Artikel 113 Absatz 1 Nummer 1 des Vollstreckungsgesetzes).

In Bezug auf die Rechtsstellung des Pfandgläubigers bei der Vollstreckung in unbewegliches Vermögen geht aus der Rechtsprechung hervor, dass neben den Parteien auch der Pfandgläubiger einen Anspruch auf die Erstattung der Verfahrenskosten hat.

Bei der Vollstreckung in unbewegliches Vermögen muss ein Gerichtsvollzieher herangezogen werden, der einen Anspruch auf Erstattung der Kosten hat. Dabei gelten die Bestimmungen der Zivilprozessordnung über die Kostenerstattung (die Kostenerstattung ist in Artikel 155 der Zivilprozessordnung vorgesehen, und die Modalitäten für die Erstattung der Verfahrenskosten sind in Artikel 154 der Zivilprozessordnung festgelegt).

Da das Vollstreckungsgesetz keine Bestimmungen über die Art und die Höhe der Verfahrenskosten enthält, wenden die über die Kosten entscheidenden Behörden die allgemeinen Bestimmungen der Zivilprozessordnung an, wonach das Gericht bei der Entscheidung darüber, welche Kosten einer Partei zu erstatten sind, nur die Kosten berücksichtigt, die zur Durchführung des Verfahrens notwendig waren. Über die notwendigen Kosten und die Höhe der Kosten entscheidet das Gericht nach sorgfältiger Prüfung aller Umstände, insbesondere unter Berücksichtigung der Vorschriften der Zivilprozessordnung über das Verfahren zur Vorbereitung der Hauptverhandlung, das schriftliche Stellungnahmen, eine vorbereitende Verhandlung und eine Hauptverhandlung umfasst (Artikel 155 der Zivilprozessordnung).

Neben den Kosten für die Vertretung des Vollstreckungsgläubigers durch einen Rechtsanwalt hat der Vollstreckungsgläubiger im Falle der Vollstreckung im Rahmen einer öffentlichen Urkunde auch Anspruch auf die Erstattung der Notargebühren.

Nach den Vorschriften über die Vergütung und Kostenerstattung der Notare in Vollstreckungsverfahren (Pravilnik o nagradama i naknadi troškova javnih bilježnika u ovršnom postupku) sind die Kosten für die Leistungen der Notare bei der Entgegennahme von Vollstreckungsanträgen vom Vollstreckungsgläubiger im Voraus zu zahlen. Kommt der Vollstreckungsgläubiger der Entscheidung des Gerichts, die Kosten im Voraus zu zahlen, nicht nach, wird das Vollstreckungsverfahren ausgesetzt (Artikel 14 Absatz 2 des Vollstreckungsgesetzes).

Allein die Tatsache, dass bewegliche Sachen nicht versteigert werden können und die Forderung des Vollstreckungsgläubigers unbefriedigt bleibt, bedeutet nicht, dass dem Vollstreckungsgläubiger keine notwendigen Kosten des Vollstreckungsverfahrens entstanden sind.

Die Kosten für die Einleitung des Verfahrens durch das Gericht von Amts wegen sind vom Gericht aus eigenen Mitteln im Voraus zu zahlen. Nach dem Vollstreckungsgesetz besteht die Möglichkeit, das Vollstreckungsverfahren von Amts wegen einzuleiten, sofern dies ausdrücklich gesetzlich vorgeschrieben ist.

Notare, die Vollstreckungen im Rahmen der öffentlichen Urkunden durchführen, haben bestimmte Kosten, wie Notargebühren oder Sachkosten, die sich auf die Kosten für die Zustellung oder Postdienste oder die Sachkosten für Papier usw. beziehen können, sowie Kosten im Zusammenhang mit der Abfassung von Vollstreckungsanträgen, wenn diese von einem Rechtsanwalt vorgenommen werden. Diese Kosten müssen vom Vollstreckungsgläubiger im Voraus gezahlt werden.

Die Vollstreckung aus einem vollstreckbaren Titel wird von den Gerichten durchgeführt. In diesem Fall bestehen die vom Vollstreckungsgläubiger im Voraus zu zahlenden Kosten aus den Gerichtsgebühren sowie den Kosten für die Vorbereitung der Vollstreckungsanträge durch Rechtsanwälte.

Der Vollstreckungsschuldner bzw. Pfandschuldner hat dem Vollstreckungsgläubiger bzw. Pfandgläubiger die notwendigen Kosten des Vollstreckungs- bzw. Sicherungsverfahrens zu erstatten (Artikel 14 Absatz 4 des Vollstreckungsgesetzes). Diese Rechtsvorschrift bildet die Grundlage für die Entscheidung über die Verfahrenskosten.

Ergeht eine Entscheidung über die erforderlichen Kosten [auf der Grundlage] des Vollstreckungstitels im Rahmen einer öffentlichen Urkunde oder eines Antrags, der dem zuständigen Gericht zur Entscheidung in der Sache und zur Zustellung der Entscheidung an die Parteien übermittelt wird, hat der Vollstreckungsgläubiger Anspruch auf Erstattung der gezahlten Notargebühren in einem einzigen Betrag, der von der Höhe der Forderung abhängt, und ist außerdem berechtigt, auf diesen Betrag Mehrwertsteuer zu erheben.

Die Fälle, in denen der Vollstreckungsgläubiger keinen Anspruch auf Erstattung der Verfahrenskosten hat, sind in Artikel 39 Absätze 1, 2 und 3 und Artikel 72 Absatz 1 des Vollstreckungsgesetzes geregelt.

Der Vollstreckungsgläubiger hat unabhängig vom Ausgang des Verfahrens Anspruch auf Erstattung der Kosten, die ihm durch ein Verschulden der Gegenpartei oder durch ein Ereignis, das dieser zugestoßen ist, entstanden sind (Artikel 156 der Zivilprozessordnung, anwendbar gemäß Artikel 21 Absatz 1 des Vollstreckungsgesetzes). Diese Bestimmung steht im Einklang mit den Bestimmungen der Zivilprozessordnung über die Erstattung der Verfahrenskosten nach dem Verschuldensprinzip.

Der Vollstreckungsschuldner (oder Pfandschuldner) hat jedoch auch Anspruch auf Erstattung der Verfahrenskosten, die der Vollstreckungsgläubiger zu Unrecht verursacht hat (Artikel 14 Absatz 5 des Vollstreckungsgesetzes).

Der Antrag auf Kostenerstattung sollte spätestens 30 Tage nach Abschluss des Verfahrens eingereicht werden (Artikel 14 Absatz 6 des Vollstreckungsgesetzes). Die Kostenentscheidung ergeht entweder im Rahmen des vollstreckbaren Titels oder als gesonderter Beschluss, der, sofern rechtskräftig, einen vollstreckbaren Titel darstellt, aus dem in anderen Vollstreckungsverfahren vollstreckt werden kann.

Vorschriften über die Kosten von Zivil- und Vollstreckungsverfahren:

Link öffnet neues FensterZivilprozessordnung (NN Nr. 53/91, 91/92, 58/93, 112/99, 88/01, 117/03, 88/05, 02/07, 84/08, 123/08, 57/11, 148/11, 25/13 und 89/14)

Link öffnet neues FensterVollstreckungsgesetz (NN Nr. 112/12, 25/13, 93/14, 55/16 und 73/17)

Link öffnet neues FensterGesetz über die Vollstreckung von Geldforderungen (NN Nr. 91/10 und 112/12)

Link öffnet neues FensterGesetz über die Gerichtsgebühren (NN Nr. 118/18)

Link öffnet neues FensterGesetz über unentgeltliche Prozesskostenhilfe (Zakon o besplatnoj pravnoj pomoći) (NN Nr. 143/13)

Link öffnet neues FensterTarif für die Vergütung und Kostenerstattung von Rechtsanwälten (NN Nr. 142/12, 103/14, 118/14 und 107/15)

Link öffnet neues FensterVorschriften über den vorläufigen Tarif der Notare (Pravilnik o privremenoj javnobilježničkoj tarifi) (NN Nr. 38/94, 82/94, 52/95 und 115/212)

Link öffnet neues FensterVorschriften über die Vergütung und Kostenerstattung der Notare in Vollstreckungsverfahren (NN Nr. 8/11 und 114/12)

Link öffnet neues FensterVorschriften über die Vergütung und Kostenerstattung von Notaren, die als gerichtlich bestellte Treuhänder in Nachlassverfahren tätig sind (Pravilnik o visini nagrade i naknade troškova javnog bilježnika kao povjerenika suda u ostavinskom postupku) (NN Nr. 135/03)

Link öffnet neues FensterVorschriften über den Tarif für Kostenerstattungen und Vergütungen für die Dienstleistungen von akkreditierten Kommissionären (Pravilnik o tarifi za naknadu troškova i nagradu za obavljanje javne komisione djelatnosti) (NN Nr. 115/12)

Link öffnet neues FensterVorschriften über die Art und die Höhe der Gebühren für die Durchführung des Verkaufs von unbeweglichem und beweglichem Vermögen im Rahmen von Vollstreckungsverfahren (Pravilnik o vrstama i visini naknada za obavljanje poslova provedbe prodaje nekretnina i pokretnina u ovršnom postupku) (NN Nr. 156/14)

Link öffnet neues FensterVorschriften über die Art und Höhe der Gebühren für die im Gesetz über die Vollstreckung von Geldforderungen festgelegten Leistungen (NN Nr. 105/10, 124/11, 52/12 und 6/13)

Link öffnet neues FensterGebührenordnung für die Wahrnehmung von Amtshandlungen außerhalb der Gerichtsgebäude (Pravilnik o naknadama za obavljanje službenih radnji izvan zgrade suda) (NN Nr. 38/14)

Alle diese Gesetze und Vorschriften können im Amtsblatt der Republik Kroatien (Narodne novine) oder auf der Website der Berufskammern und der FINA eingesehen werden.

Letzte Aktualisierung: 14/12/2021

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Verfahrenskosten - Zypern

Gebührenordnung für Rechtsberufe

In der Republik Zypern werden die Rechtspraktiker nicht in unterschiedliche Kategorien (etwa in Solicitors, Barristers) eingeteilt. Jeder Rechtspraktiker, der im Rechtsanwaltsverzeichnis steht, hat das gleiche Recht, vor einem nationalen Gericht aufzutreten und Recht im Allgemeinen zu praktizieren. Dies gilt unabhängig davon, ob er im Ausland den Titel „Solicitor“ oder „Barrister“ trägt. In Zypern wird für alle Rechtspraktiker der Begriff Rechtsanwalt (Δικηγόρος; Advocate) verwendet.

Rechtsanwälte (Δικηγόροι)

Die Gebühren für Rechtsdienstleistungen werden auf der Grundlage einer Gebührentabelle ermittelt, die vom Obersten Gerichtshof (Ανώτατο Δικαστήριο) gebilligt wurde.

Für außergerichtliche Leistungen gibt es Gebührentabellen, die eine Mindestgebühr festsetzen.

In beiden Fällen können sich der Rechtsanwalt und sein Mandant auf eine höhere Gebühr einigen.

In Gerichtssachen muss dies offiziell angegeben werden.

Es gibt in Zypern zwei verschiedenen Kategorien von Gerichtsvollziehern:

  1. Gerichtsvollzieher, die im privaten Sektor arbeiten, stellen Gerichtsdokumente zu
  2. Staatsbedienstete Gerichtsvollzieher führen Anweisungen zur Vollstreckung von Gerichtsentscheidungen aus (z. B. Anordnungen zur Beschlagnahme und zum Verkauf beweglicher Gegenstände).

Die Gebühren der im privaten Sektor tätigen Gerichtsvollzieher berechnen sich auf der Grundlage der Entfernung zu der Anschrift, an die etwas zugestellt wird.

Die als Staatsbedienstete tätigen Gerichtsvollzieher erhalten ein monatliches Gehalt. Eine Partei, die die Vollstreckung beantragt, zahlt die staatliche Stempelgebühr in der in der Verfahrensordnung festgelegten Höhe. Der Betrag hängt von der Art der Zwangsvollstreckungsmaßnahme und der Höhe des Betrags ab, der beigetrieben werden soll.

Kosten

Kosten im Zivilverfahren

Kosten für Prozessparteien im Zivilverfahren

Die Eingangskosten bei Gericht richten sich nach der Art des Antrags oder des Verfahrens. Sie sind bei Antragstellung zu entrichten. Die Gerichtsgebühren sind nicht als bestimmte Summe festgelegt. Ihre Höhe hängt davon ab, wie sich der Fall entwickelt. Die Gerichtsgebühren werden auf der Grundlage einer genehmigten Tabelle errechnet.

Wann müssen die Kosten im Zivilverfahren entrichtet werden?

Die Eingangskosten werden bei Antragstellung entrichtet.

Kosten im Strafverfahren

Kosten für Prozessparteien im Strafverfahren

Wenn der Angeklagte verurteilt wird, kann er zur Zahlung der Verfahrenskosten verurteilt werden. Wird er zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, wird es im Allgemeinen vermieden, ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen. Dann werden die Kosten vom Staat getragen. Dies ist auch der Fall, wenn der Angeklagte freigesprochen wird.

Wann müssen die Kosten im Strafverfahren entrichtet werden?

Die Kosten werden am Ende des Verfahrens beglichen, abzüglich der Eingangskosten, die in Form einer Stempelgebühr bei Anklageerhebung entrichtet wurden.

Kosten in Verfahren vor dem Verfassungsgericht

Kosten für die Prozessparteien in Verfahren vor dem Verfassungsgericht

Die Kosten werden auf der Grundlage der einschlägigen Tabelle errechnet.

Wann müssen die Kosten in Verfahren vor dem Verfassungsgericht entrichtet werden?

Die Kosten werden mit Ausnahme der Gerichtsgebühren am Ende des Verfahrens entrichtet. Die Gerichtsgebühren werden bei Einreichung der Antragsschrift entrichtet.

Informationspflichten des Rechtsanwalts/Rechtsbeistands

Rechte und Pflichten der Parteien

Die Pflichten des Rechtsanwalts gegenüber seinem Mandanten sind im Verhaltenskodex für Rechtsanwälte 2002 (Οι περί Δεοντολογίας των Δικηγόρων Κανονισμοί του 2002) (Amtsblatt der Republik, Anhang C(1) Nr. 237 vom 17.5.2002 (Verwaltungsvorschrift 237/2002) niedergelegt.

Kostenfestsetzung – Rechtsgrundlagen

Wo kann man sich über die Kostengesetze in Zypern informieren?

Die wichtigsten Kostengesetze können auf der Webseite des Link öffnet neues FensterObersten Gerichtshofs (Ανώτατο Δικαστηρίο Κύπρου) eingesehen werden.

Die Informationen liegen auf Griechisch vor.

Wo sind weitere Informationen über Verfahrenskosten erhältlich?

Online-Informationen über Verfahrenskosten:

Webseite des Link öffnet neues FensterObersten Gerichtshofs.

Wo sind Informationen über die durchschnittliche Dauer der einzelnen Verfahrensarten erhältlich?

Auf der Webseite des Link öffnet neues FensterObersten Gerichtshofs können auf Griechisch und Link öffnet neues FensterEnglisch Statistiken über die Arbeit der Gerichte der Republik Zypern eingesehen werden.

Mehrwertsteuer

Wo kann ich die entsprechenden Informationen erhalten?

Die Rechtsanwaltsgebühren unterliegen der Mehrwertsteuer in Höhe von 15%, vorausgesetzt, der jeweilige Rechtsanwalt hat sich als mehrwertsteuerpflichtig registrieren lassen.

Wie hoch sind die Sätze?

Der Mehrwertsteuersatz beträgt 15%.

Prozesskostenhilfe

Anwendbare Einkommensgrenze bei Zivilsachen

Bei Zivilsachen gibt es keine Prozesskostenhilfe.

Anwendbare Einkommensgrenze für Angeklagte im Strafverfahren

Angeklagte im Strafverfahren haben Anspruch auf Prozesskostenhilfe, wenn ihr Einkommen nicht ausreicht, einen Rechtsanwalt zu bezahlen und wenn das Gericht der Ansicht ist, dass die Prozesskostenhilfe im Interesse der Gerechtigkeit liegt. Es gibt keine festgelegte Einkommensgrenze. Das Gericht prüft die Anträge auf der Grundlage aller Angaben, einschließlich eines Berichts der Sozialfürsorge (Τμήμα Υπηρεσιών Κοινωνικής Ευημερίας) zum Einkommen und zu den Verpflichtungen des Angeklagten.

Anwendbare Einkommensgrenze im Strafverfahren für Opfer von Straftaten

Normalerweise werden Strafverfahren nicht durch das Opfer einer Straftat angestrengt, sondern durch den Staat, der die Kosten trägt. Es gibt folglich keine Bestimmungen zur Prozesskostenhilfe für Opfer.

Sonstige Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe für die Opfer von Straftaten

Normalerweise werden Strafverfahren nicht durch das Opfer einer Straftat angestrengt, sondern durch den Staat, der auch die Kosten trägt. Es gibt folglich keine Bestimmungen zur Prozesskostenhilfe für Opfer.

Sonstige Bedingungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe für Angeklagte

Nach den einschlägigen Rechtsvorschriften muss die Straftat, die der Angeklagte begangen hat, mindestens mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten bestraft werden können, damit er für Prozesskostenhilfe in Frage kommt. Diese Bestimmung wurde jedoch als verfassungswidrig angesehen und folglich kann angenommen werden, dass die Möglichkeit zur Prozesskostenhilfe in allen Fällen besteht.

Wann muss die unterlegene Partei die Kosten der obsiegenden Partei übernehmen?

Hier gilt generell, dass die unterlegene Partei die Kosten der obsiegenden Partei zu übernehmen hat. Die Kostenentscheidung obliegt jedoch dem Gericht, das auch anderweitig entscheiden kann.

Links zum Thema

Link öffnet neues FensterGerichtsgebühren und Kosten (Κλίμακες Δικαστικών και Δικηγορικών Εξόδων)

Link öffnet neues FensterStatistische Daten (Griechisch) (Στατιστικά Στοιχεία δικαστηρίων [ελληνικά])

Link öffnet neues FensterStatistische Daten (Englisch) (Στατιστικά Στοιχεία δικαστηρίων [αγγλικά])

Dokumente zum Thema

Länderbericht Zypern über die Studie zur KostentransparenzPDF(555 Kb)en

Letzte Aktualisierung: 11/04/2022

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Verfahrenskosten - Lettland

Diese Seite enthält Informationen über Verfahrenskosten in Lettland. Eine differenziertere Analyse der Prozesskosten finden Sie in folgenden Fallstudien:

Link öffnet neues FensterFamilienrecht – Scheidung

Link öffnet neues FensterFamilienrecht – Sorgerecht

Link öffnet neues FensterFamilienrecht – Unterhalt

Link öffnet neues FensterHandelsrecht – Vertragsrecht

Link öffnet neues FensterHandelsrecht – Haftung

Gebührenordnung für Rechtsberufe

1. Gerichtsvollzieher

Die Gebühren für die Tätigkeit vereidigter Gerichtsvollzieher (zvērināti tiesu izpildītāji) werden anhand der Link öffnet neues FensterGebührenordnung festgesetzt. Es dürfen keine von der Gebührenordnung abweichenden Sätze vereinbart werden.

2. Rechtsanwalt

Außer in Fällen, in denen staatliche Beratungs-/Prozesskostenhilfe gewährt wird, sind in Lettland keine festen Gebühren für die Tätigkeit vereidigter Rechtsanwälte (zvērināti advokāti) vorgeschrieben; das Honorar wird mit dem Mandanten vereinbart.

Nach § 57 Link öffnet neues FensterAnwaltsgesetz (Advokatūras likums) schließt der vereidigte Rechtsanwalt mit seinem Mandanten eine schriftliche Vereinbarung über die Vertretung bei Gericht und das dafür zu zahlende Honorar.

Existiert in einem Streitfall keine schriftliche Vereinbarung, kann ein Honorar in Höhe des doppelten Betrags der im Gesetz über staatliche Beratungs-/Prozesskostenhilfe angegebenen Summe festgesetzt werden; für sonstige Kosten gelten die gesetzlich vorgeschriebenen Höchstbeträge.

Nach § 12 Link öffnet neues FensterAnwaltsgesetz werden das Anwaltshonorar und andere bei dem Verfahren anfallende Kosten in gesetzlich vorgesehenen Fällen vom Staat übernommen. Im Link öffnet neues FensterGesetz über staatliche Beratungs-/Prozesskostenhilfe (Valsts nodrošinātās juridiskās palidzības likums) und in der Link öffnet neues FensterStrafprozessordnung (Kriminālprocesa likums) ist geregelt, unter welchen Voraussetzungen Beratungs-/Prozesskostenhilfe in Zivil-, Verwaltungs- und Strafverfahren gewährt werden kann und die Kosten für den Rechtsbeistand vom Staat getragen werden.

Die Honorare und Kosten des Rechtsbeistands im Rahmen der Beratungs-/Prozesskostenhilfe trägt der Staat gemäß der Link öffnet neues FensterVerordnung Nr. 1493 des Ministerkabinetts vom 22. Dezember 2009 zur Festlegung der Grundsätze für den Umfang der staatlichen Beratungs-/Prozesskostenhilfe, die Höhe der Zahlungen, die entsprechenden Kosten und die Zahlungsmodalitäten. Die Verordnung regelt die Höhe der Vergütung (Festbeträge oder Stundensätze), die der Staat dem Rechtsbeistand im Rahmen des Beratungs-/Prozesskostenhilfeverfahrens zahlt. Siehe auch die Antworten auf untenstehende Fragen.

Festkosten

Festkosten im Zivilverfahren

Festkosten für Prozessparteien im Zivilverfahren

An Festkosten für die prozessführenden Parteien fallen staatliche Gebühren (valsts nodevas), eine Geschäftsstellengebühr (kancelejas nodeva) und die Kosten für die Prüfung der Sache (ar lietas izskatīšanu saistītie izdevumi) an.

Wann müssen die Kosten im Zivilverfahren entrichtet werden?

Jedem Antrag bei Gericht müssen Belege beiliegen, aus denen hervorgeht, dass die staatlichen Gebühren und andere Gerichtskosten in der vorgeschriebenen Weise entrichtet worden sind.

Die Gebühr für die Tätigkeit des Gerichts (die staatliche Gebühr) und die Geschäftsstellengebühr sind wie folgt an die Staatskasse zu überweisen:

  • Empfänger: Staatskasse (Valsts kase)
  • Steuernummer des Empfängers: 90000050138
  • Kontonummer des Empfängers: LV55TREL1060190911200
  • Bank des Empfängers: Staatskasse (Valsts kase)
  • BIC: TRELLV22
  • Verwendungszweck: genaue Angaben zu der betreffenden Rechtssache

Gebühren für die Prüfung der Sache sind vorab zu entrichten.

Entschädigungen für Zeugen und Sachverständige (für Lokaltermine oder Zeugenvernehmungen vor Ort) sowie Zahlungen für die Zustellung gerichtlicher Ladungen, für Bekanntmachungen in Zeitungen und für die Sicherung einer Forderung sind von der Antrag stellenden Partei zu entrichten, bevor die Sache verhandelt wird.

Folgende Zahlungen sind vom Antragsteller zu leisten, bevor die Sache verhandelt wird:

  • Entschädigungen für Zeugen und Sachverständige;
  • Kosten im Zusammenhang mit Zeugenvernehmungen und Lokalterminen;
  • Kosten für die Ausstellung und Zustellung gerichtlicher Ladungen;
  • Kosten für das Auffinden der beklagten Partei;
  • Kosten für Bekanntmachungen in Zeitungen;
  • Kosten für die Sicherung einer Forderung.

Zahlungen im Zusammenhang mit der Verhandlung vor einem Bezirks- oder Stadtgericht (rajona (pilsētas) tiesa) oder einem Regionalgericht (apgabaltiesa) werden auf das Konto der Gerichtsverwaltung überwiesen:

  • Empfänger: Gerichtsverwaltung (Tiesu administrācija)
  • Kontonummer des Empfängers: LV51TREL2190458019000
  • Steuernummer des Empfängers: 90001672316
  • Bank des Empfängers: Staatskasse (Valsts kase)
  • BIC: TRELLV22
  • Weitere Angaben: 21499 (Code für die Zahlungskategorie) und weitere Angaben zur genauen Zuordnung wie Nummer der Rechtssache, Name des Beklagten und Angabe, ob natürliche oder juristische Person.

Festkosten im Strafverfahren

Festkosten für Prozessparteien im Strafverfahren

Der Beklagte in einem Strafverfahren zahlt keine Gerichtsgebühren. Die Link öffnet neues FensterStrafprozessordnung (Kriminālprocesa likums) enthält keine Gebührenregelung für Strafverfahren. Nach § 8 der Übergangsbestimmungen der Strafprozessordnung sind zivilrechtliche Forderungen, die vor Inkrafttreten des Gesetzes an Strafverfahren geknüpft waren, jetzt wie Schadenersatzforderungen zu behandeln. Wenn der zivilrechtlich Klagende nicht das Opfer bzw. der zivilrechtlich Beklagte nicht der Beschuldigte ist, wird über die zivilrechtliche Forderung jetzt nach Maßgabe der Link öffnet neues FensterZivilprozessordnung (Civilprocesa likums) entschieden. Spätestens einen Monat nach Inkrafttreten des Gesetzes informiert der Leiter des Verfahrens (procesa virzītājs) die anderen Parteien entsprechend.

Wann müssen die Kosten im Strafverfahren entrichtet werden?

Siehe Antwort auf die obenstehende Frage zu den Kosten für die prozessführenden Parteien im Strafverfahren.

Festkosten im verfassungsrechtlichen Verfahren

Festkosten für die Prozessparteien im verfassungsrechtlichen Verfahren

Für verfassungsrechtliche Verfahren werden grundsätzlich keine Gebühren erhoben.

Wann müssen die Kosten im verfassungsrechtlichen Verfahren entrichtet werden?

Für verfassungsrechtliche Verfahren werden grundsätzlich keine Gebühren erhoben.

Informationspflichten des Rechtsbeistands

Rechte und Pflichten der Parteien

Nach § 2.2 des Link öffnet neues FensterVerhaltenskodex der vereidigten lettischen Rechtsanwälte (Latvijas Zvērinātu advokātu Ētikas kodekss) sollen Anwälte sich fachlich kompetent und offen zu den Rechtssachen ihrer Mandanten äußern und angemessenen Rechtsbeistand leisten. Nach § 3.1 Verhaltenskodex dürfen Rechtsanwälte in Fällen, in denen sie nicht kompetent sind oder ihre Pflichten nicht angemessen erfüllen können, kein Mandat übernehmen. Vor Übernahme eines Mandats muss sich der Rechtsanwalt deshalb mit dem Fall vertraut machen und dazu Stellung nehmen. Das Link öffnet neues FensterAnwaltsgesetz erlegt vereidigten Rechtsanwälten bestimmte Pflichten auf und sieht beispielsweise vor, dass sie bei der Vertretung und Verteidigung der Rechte und legitimen Interessen der Person, die um Rechtsbeistand ersucht hat, alle im Gesetz vorgesehenen Gestaltungsmittel und Methoden anwenden.

Kostenfestsetzung – Rechtsgrundlagen

Wo kann man sich über die Kostengesetze in Lettland informieren?

Informationen über die Kostenfestsetzung in Gesetzen und Kabinettsverordnungen sind im Internet und in den bei den Gerichten erhältlichen Informationsbroschüren zu finden.

In welchen Sprachen sind Informationen über die Kostenfestsetzung in Lettland erhältlich?

Informationen über die Kosten für die Klageerhebung (ohne Angabe genauer Beträge) sind in allen EU-Amtssprachen auf der Website des Link öffnet neues FensterEuropäischen Justiziellen Netzes für Zivil- und Handelssachen (vgl. Abschnitt „Klage vor Gericht“) verfügbar.

Wo kann man sich über Mediation informieren?

Informationen über Mediation sind der Website Link öffnet neues FensterMediācija.lv zu entnehmen.

Wo sind weitere Informationen über Verfahrenskosten erhältlich?

Online-Informationen über Verfahrenskosten

Informationen über Verfahrenskosten werden im Link öffnet neues FensterNationalen Gerichtsportal bereitgestellt.

Die Website des Link öffnet neues FensterJustizministeriums gibt Auskunft über Gerichte, Gerichtsverfahren, Urteile von Verwaltungs- und anderen Gerichten und anderes Wissenswertes.

Wo sind Informationen über die durchschnittliche Dauer der einzelnen Verfahrensarten erhältlich?

Angaben zur Verfahrensdauer finden sich in den statistischen Berichten über die Arbeit der Gerichte auf der Website des Link öffnet neues FensterGerichtsinformationssystems (Tiesu informācijas sistēma).

Wo sind Informationen über die durchschnittlichen Gesamtkosten der einzelnen Verfahrensarten erhältlich?

Zu den durchschnittlichen Gesamtkosten der einzelnen Verfahrensarten liegen keine Informationen vor.

Mehrwertsteuer

Wo gibt es Informationen zur Mehrwertsteuer?

Auf staatliche Gebühren und Gerichtsgebühren wird keine Mehrwertsteuer erhoben.

Wie hoch sind die Sätze?

Auf staatliche Gebühren und Gerichtsgebühren wird keine Mehrwertsteuer erhoben.

Prozesskostenhilfe

Anwendbare Einkommensschwelle im Zivilverfahren

Gemäß dem Link öffnet neues FensterGesetz über staatliche Beratungs-/Prozesskostenhilfe (Valsts nodrošinātās juridiskās palidzības likums) wird Beratungs-/Prozesskostenhilfe für Personen gewährt,

  • die nach dem gesetzlich vorgesehenen Verfahren als arm oder in finanziellen Schwierigkeiten befindlich eingestuft worden sind;
  • die sich unvermittelt in einer persönlichen oder finanziellen Situation befinden, in der sie ihre Rechte nicht wahrnehmen können (z. B. aufgrund höherer Gewalt oder anderer von ihnen nicht zu beeinflussender Umstände);
  • die auf die Unterstützung staatlicher Stellen angewiesen sind.

In Fällen, in denen jemand aufgrund seiner besonderen Situation, seiner materiellen Umstände oder seines geringen Einkommens nicht in der Lage ist, selbst für einen Rechtsbestand aufzukommen, wird Beratungs-/Prozesskostenhilfe auch Personen gewährt,

  • die aufgrund internationaler Verpflichtungen des Landes Anspruch auf Beratungs-/Prozesskostenhilfe durch die Republik Lettland haben;
  • die ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union haben, wenn es sich um grenzübergreifende Streitfälle handelt.

Beratungs-/Prozesskostenhilfe wird auch in Verwaltungssachen gewährt (Widerspruch gegen Entscheidungen, die Asylanträge, angefochtene Rückführungsanordnungen und die Überprüfung von Ausweisungsanordnungen betreffen).

Anträge auf Beratungs-/Prozesskostenhilfe werden vom Link öffnet neues FensterAmt für Beratungs-/Prozesskostenhilfe (Juridiskās palīdzības administrācija) geprüft, das über die Gewährung oder Ablehnung von Beratungs-/Prozesskostenhilfe entscheidet und den Antragstellern die Entscheidung mitteilt.

Anwendbare Einkommensschwelle für Angeklagte im Strafverfahren

Gemäß Artikel 17 bis 19 des Link öffnet neues FensterGesetzes über die staatliche Beratungs-/Prozesskostenhilfe können Personen, die einen Anspruch auf Verteidigung im Strafverfahren haben, einen Antrag auf Beratungs-/Prozesskostenhilfe stellen, bevor das endgültige Urteil rechtskräftig wird. In Strafverfahren deckt die staatliche Beratungs-/Prozesskostenhilfe die Rechtsberatung sowie Unterstützung bei der Abfassung von Schriftstücken und die Vertretung im Vorverfahren und vor Gericht ab. Unter bestimmten in der Strafprozessordnung genannten Voraussetzungen beauftragt der Staat einen Rechtsanwalt mit der Vertretung des Angeklagten.

Nach Artikel 20 der Link öffnet neues FensterStrafprozessordnung hat jede Person, die einer Straftat verdächtigt oder beschuldigt wird, das Recht auf Verteidigung, d. h. das Recht zu erfahren, welcher Straftat sie verdächtigt oder beschuldigt wird, und das Recht, die Art ihrer Verteidigung vor Gericht selbst zu wählen. Sie kann sich selbst verteidigen oder sich durch eine Person ihrer Wahl, z. B. einen vereidigten Rechtsanwalt, vertreten lassen. Das Gesetz regelt, in welchen Fällen Anwaltszwang besteht. Wenn der Beschuldigte finanziell nicht in der Lage ist, einen vereidigten Rechtsanwalt mit seiner Verteidigung zu beauftragen, sorgt der Staat für die anwaltliche Vertretung; er übernimmt die Kosten und setzt gegebenenfalls fest, welcher Anteil vom Angeklagten getragen werden muss.

Gemäß Artikel 80 Link öffnet neues FensterStrafprozessordnung kann der Angeklagte oder eine andere Person in seinem Namen eine Vereinbarung mit einem Rechtsanwalt schließen. Der Leiter des Verfahrens (procesa virzītājs) ist nicht berechtigt, eine solche Vereinbarung zu schließen oder einen bestimmten Rechtsanwalt mit der Vertretung des Angeklagten zu betrauen. Er muss dem Angeklagten die erforderlichen Informationen übermitteln und ihm Gelegenheit geben, Kontakt zu einem Rechtsanwalt aufzunehmen. Wenn der Angeklagte in einem Verfahren, in dem Anwaltszwang besteht oder er eine Vertretung wünscht, kein Mandat erteilt hat, ersucht der Leiter des Verfahrens den dienstältesten vereidigten Rechtsanwalt um die Benennung eines Verteidigers. Innerhalb von drei Arbeitstagen muss der Anwalt dem Ermittlungsbeamten den Namen eines Rechtsanwalts mitteilen, der die Verteidigung übernimmt.

Artikel 81 Link öffnet neues FensterStrafprozessordnung, der einzelne Verfahrensschritte regelt, sieht für den Fall, dass kein Vertretungsmandat vorliegt oder der bestellte Anwalt nicht dem gesamten Verfahren folgen kann, vor, dass der Leiter des Verfahrens aus dem vom dienstältesten Anwalt erstellten Verzeichnis der Pflichtverteidiger für den Gerichtsbezirk einen Rechtsanwalt auswählt, der die Verteidigung in den einzelnen Abschnitten des Verfahrens (in Bezug auf den Angeklagten betreffenden Untersuchungen) übernimmt.

Nach Artikel 84 Absatz 2 Link öffnet neues FensterStrafprozessordnung sind die Höhe und die Zahlungsmodalitäten der Gebühren und Anwaltshonorare für Prozesskostenhilfe in Fällen, in denen der Angeklagte kein Vertretungsmandat erteilt hat, vom Kabinett festzulegen (vgl. Link öffnet neues FensterVerordnung Nr. 1493 des Ministerkabinetts vom 22. Dezember 2009 zur Festlegung der Grundsätze für den Umfang der staatlichen Beratungs-/Prozesskostenhilfe, die Höhe der Zahlungen, die entsprechenden Kosten und die Zahlungsmodalitäten).

Einkommensschwelle für Opfer im Strafverfahren

Im Strafverfahren kann das Opfer staatliche Beratungs-/Prozesskostenhilfe erhalten, d. h. ihm wird ein Anwalt zur Seite gestellt, der nach dem in der Link öffnet neues FensterStrafprozessordnung festgelegten Verfahren in den vorgesehenen Fällen bestellt wird.

Nach Artikel 104 Absatz 5 Link öffnet neues FensterStrafprozessordnung kann der Leiter des Verfahrens zudem in folgenden Fällen einen Anwalt mit der Vertretung eines Minderjährigen beauftragen:

  • wenn die Wahrung der Rechte und Interessen der minderjährigen Person gefährdet oder nicht gewährleistet ist;
  • auf begründeten Antrag einer erziehungsberechtigten Person (Mutter, Vater, Vormund, Großeltern, erwachsene Geschwister), bei der die minderjährige Person lebt und von der sie betreut wird, oder des Vertreters einer Kinderschutzeinrichtung oder des Vertreters einer nichtstaatlichen Organisation, die für den Schutz der Rechte von Kindern eintritt.

In Ausnahmefällen kann der Leiter des Verfahrens einen Rechtsanwalt bestellen, wenn die Wahrung der Rechte und Interessen des Opfers einer Straftat, das bedürftig ist oder sich in finanziellen Schwierigkeiten befindet, anders nicht zu gewährleisten ist. Die Anwaltshonorare und Zahlungsmodalitäten für derartige Fälle wurden vom Kabinett festgelegt (siehe Link öffnet neues FensterVerordnung Nr. 1493 des Ministerkabinetts vom 22. Dezember 2009 zur Festlegung der Grundsätze für den Umfang der staatlichen Beratungs-/Prozesskostenhilfe, die Höhe der Zahlungen, die entsprechenden Kosten und die Zahlungsmodalitäten).

Personen, die als Opfer anerkannt wurden, gewährt der Staat Beratungs-/Prozesskostenhilfe (Hilfe beim Aufsetzen von Schriftstücken und Vertretung im Vorverfahren und vor Gericht).

Weitere Voraussetzungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe für Opfer

Siehe Angaben zur Einkommensschwelle für Opfer im Strafverfahren.

Weitere Voraussetzungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe für Angeklagte

Siehe Angaben zur Einkommensschwelle für Angeklagte im Strafverfahren.

Kostenfreie Verfahren

Folgende Personen und Einrichtungen sind von der Zahlung von Gerichtskosten an den Staat befreit:

  • Kläger bei Forderungen von Arbeitnehmern hinsichtlich der Vergütung von Arbeitsleistungen und anderer Ansprüche aus einem rechtmäßigen Beschäftigungsverhältnis;
  • Kläger, wenn es um die vertragsgemäße Vergütung für Arbeitsleistungen geht und der Kläger eine Haftstrafe verbüßt;
  • Kläger bei Forderungen aufgrund erlittener Verletzungen, die zu Invalidität, zu anderen Gesundheitsschäden oder zum Tod führen;
  • Kläger im Zusammenhang mit Unterhaltsforderungen für ein Kind oder einen Elternteil sowie bei der Feststellung einer Vaterschaft, wenn die Klage in Verbindung mit einer Unterhaltsforderung für ein Kind eingereicht wird;
  • Antragsteller, wenn ein im Ausland ergangener Beschluss über Unterhaltsforderungen für ein Kind oder Elternteil anerkannt bzw. anerkannt und vollstreckt werden soll;
  • Kläger, wenn es um Schadenersatz für materielle und immaterielle Schäden infolge einer Straftat geht;
  • Staatsanwälte sowie nationale oder kommunale Behörden und Personen, die von Gesetzes wegen mit dem Schutz und der Wahrung der Rechte und Interessen Dritter vor Gericht betraut sind;
  • Antragsteller, wenn die Geschäftsunfähigkeit einer Person festgestellt und eine Betreuungsperson bestellt werden soll;
  • Antragsteller, wenn es um die Bestellung einer Betreuungsperson für eine Person geht, die zu einer geordneten Lebensführung oder einem angemessenen Umgang mit Geld nicht in der Lage ist oder die alkohol- oder drogenabhängig ist;
  • Beklagte, wenn es um die Verringerung der von einem Gericht festgelegten Unterhaltszahlungen für ein Kind oder Elternteil oder um die Verringerung von Unterhaltszahlungen geht, die das Gericht einem Geschädigten wegen erlittener Verletzungen zuerkannt hat, die zu Invalidität, zu anderen Gesundheitsschäden oder zum Tod führen;
  • Antragsteller, wenn ein Kind illegal über eine Grenze verbracht oder festgehalten wird;
  • Verwalter bei Forderungen zugunsten zahlungsunfähiger natürlicher oder juristischer Personen und Verwalter, die für juristische Personen unter den in Link öffnet neues Fenster§ 51 Absatz 3 Insolvenzgesetz (Maksātnespējas likums) genannten Bedingungen einen Antrag auf Insolvenzeröffnung stellen;
  • Vollstreckungsgläubiger im Zusammenhang mit der Einziehung von Geldern für die Staatskasse;
  • Vollstreckungsgläubiger, wenn die Einziehung auf der Grundlage eines einheitlichen Vollstreckungstitels erfolgt, der die Vollstreckung der Forderung in einem ersuchten Mitgliedstaat erlaubt;
  • Steuerbehörden im Zusammenhang mit dem Insolvenzantrag einer juristischen Person;
  • das Einbürgerungsamt (Pilsonības un migrācijas lietu pārvalde), wenn die lettische Staatsbürgerschaft aberkannt werden soll;
  • die Sozialversicherung (Valsts sociālās apdrošināšanas aģentūra) bei der Einziehung von Geldern für die Staatskasse zugunsten der Sozialversicherung oder von zuviel gezahlten Sozialleistungen oder Sozialversicherungsleistungen oder staatlichen Leistungen im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen.

Auch in anderen gesetzlich vorgesehenen Fällen können die Verfahrensparteien von der Zahlung von Gerichtskosten befreit sein. Ein Gericht oder Richter kann eine natürliche Person aufgrund ihrer finanziellen Situation ganz oder teilweise von der Zahlung von Gerichtskosten an die Staatskasse befreien oder Stundung oder Ratenzahlung der fälligen Gerichtskosten gewähren.

Wann muss die unterlegene Partei die Kosten der anderen Partei übernehmen?

Die Partei, zu deren Gunsten das Urteil gesprochen wurde, kann sich sämtliche Gerichtskosten von der unterlegenen Partei erstatten lassen. Wenn einem Antrag nur teilweise stattgegeben wurde, können die Kosten anteilig entsprechend dem vom Gericht anerkannten Teil der Forderung erstattet werden. Dem Beklagten werden die Kosten entsprechend dem vom Gericht abgewiesenen Teil der Forderung anteilig erstattet. Die Kosten eines Antrags auf Wiedereröffnung und erneute Verhandlung einer Rechtssache, in der ein Versäumnisurteil ergangen ist, werden nicht erstattet.

Wenn dem Antrag des Klägers ganz oder teilweise stattgegeben wird, muss der Beklagte die dem Kläger entstandenen Kosten wie Anwaltshonorare, durch Teilnahme am Gerichtsverfahren angefallene Kosten oder Ausgaben im Zusammenhang mit der Beweiserhebung in der gesetzlich vorgesehenen Höhe erstatten. Wenn der Antrag abgelehnt wird, muss der Kläger die dem Beklagten entstandenen Kosten erstatten.

Vergütung von Sachverständigen

Die Vergütung eines Sachverständigen wird von der Partei getragen, die seine Hinzuziehung beantragt hat, und ist zu zahlen, bevor eine Entscheidung ergeht. Eine Partei, die von der Zahlung von Gerichtskosten befreit ist, muss auch die Sachverständigenkosten nicht übernehmen. In dem Fall trägt die Gerichtsverwaltung die Sachverständigenkosten (mit Ausnahme der Kosten für Forensiker im Staatsdienst).

Vergütung von Übersetzern und Dolmetschern

Wenn eine Partei die im Verfahren verwendete Sprache nicht beherrscht (die Vertretung einer juristischen Person ausgenommen), muss das Gericht dafür Sorge tragen, dass sie sich mit den Unterlagen vertraut machen und mit Unterstützung eines Dolmetschers an dem Verfahren teilnehmen kann.

Dokumente zum Thema

Bericht über die Studie zur Kostentransparenz in LettlandPDF(742 Kb)en

Letzte Aktualisierung: 12/07/2021

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Die Sprachfassung, die Sie ausgewählt haben, wird gerade von unserer Übersetzungsabteilung erstellt.

Fallstudie 1 – familienrecht – scheidung - Lettland

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Scheidung) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, der Partei, die die Scheidung einreicht, Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Paar heiratet. Später trennt sich das Paar und beschließt, sich scheiden zu lassen.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Zwei Staatsangehörige des Mitgliedstaats A heiraten in Mitgliedstaat A. Nach der Hochzeit zieht das Paar in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat B) und nimmt dort seinen Wohnsitz. Kurz darauf trennt sich das Paar und die Ehefrau kehrt in den Mitgliedstaat A zurück, während der Ehemann im Mitgliedstaat B bleibt. Das Paar beschließt, sich scheiden zu lassen. Unmittelbar nach ihrer Rückkehr in Mitgliedstaat A reicht die Ehefrau in Mitgliedstaat B die Scheidung ein.

Kosten in Lettland

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitbeilegung

Fall

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Gebühr für die Antrag-stellung

Ausfertigungs-gebühren

Sonstige Gebühren

Gebühr für den Rechts-mittelantrag

Ausfertigungs-gebühren

Sonstige Gebühren

Fall A

100 LVL

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

100 LVL

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

Fall B

100 LVL

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

100 LVL

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

Kosten für Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige

Fall

Rechtsanwaltskosten

Kosten für Sachverständige

Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Muss ein Sachverständiger in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Nein.

Natürliche Personen können den Rechtsstreit vor Gericht selbst führen oder durch einen Bevollmächtigten führen lassen.

Die Kosten bei Inanspruchnahme eines zugelassenen Anwalts werden vertraglich geregelt.

HINWEIS: Die Kosten im Zusammenhang mit dem Rechtsbeistand durch einen Rechtsanwalt können in Zivilverfahren von der unterlegenen Partei bis zu höchsten 5 % des zulässigen Teils der Forderung oder – bei immateriellen Forderungen – zum Einheitssatz für Rechtsanwälte eingezogen werden.

Nein.

Die Prüfung durch einen Sachverständigen wird gerichtlich angeordnet, wenn sie von einer der Parteien beantragt wird und wenn die Klärung Sachverhalts die Fachkenntnis eines Sachverständigen auf dem Gebiet der Wissenschaft, Technologie, Kunst usw. erfordert.

Gemäß Kabinettsverordnung.

Fall B

Nein.

Natürliche Personen können den Rechtsstreit vor Gericht selbst führen oder durch einen Bevollmächtigten führen lassen.

Die Kosten bei Inanspruchnahme eines zugelassenen Anwalts werden vertraglich geregelt.

HINWEIS: Die Kosten im Zusammenhang mit dem Rechtsbeistand durch einen Rechtsanwalt können in Zivilverfahren von der unterlegenen Partei bis zu höchsten 5 % des zulässigen Teils der Forderung oder – bei immateriellen Forderungen – zum Einheitssatz für Rechtsanwälte eingezogen werden.

Nein.

Die Prüfung durch einen Sachverständigen wird gerichtlich angeordnet, wenn sie von einer der Parteien beantragt wird und wenn die Klärung des Sachverhalts die Fachkenntnis eines Sachverständigen auf dem Gebiet der Wissenschaft, Technologie, Kunst, usw. erfordert.

Gemäß Kabinettsverordnung.

Fall

Gerichtsvollzieher

Besteht Anwaltszwang?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Fall A

Nein.

Nicht anwendbar.

Nicht anwendbar.

Fall B

Nein.

Nicht anwendbar.

Nicht anwendbar.

Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistung und andere einschlägige Gebühren

Fall

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistungen

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es Sicherheitsleistungen und wie wird von ihnen Gebrauch gemacht?

Kosten

Fall A

Ja.

Wenn keine der Parteien von der Zahlung der Gerichtskosten befreit ist, einigen sie sich auf der Grundlage des Berechnungsverfahrens auf den Betrag, der einem Zeugen zu zahlen ist. Dieser Betrag erhöht sich um die Verwaltungskosten.

Davon ausgenommen sind Fälle, in denen das Gericht gesetzlich zur Beweiserhebung verpflichtet ist.

Die nachstehenden Kosten werden gemäß Kabinettsverordnung erstattet:

1 ) Reisekosten

2) Unterkunft

3) Verdienstausfall

Hat eine Person Grund zu der Annahme, dass die Vorlage der erforderlichen Beweise zu ihren Gunsten zu einem späteren Zeitpunkt behindert oder unmöglich gemacht werden könnte, kann sie verlangen, dass diese Beweise sichergestellt werden.

20 LVL (falls der Antrag eingereicht wird, bevor der Fall vor Gericht gebracht wird).

Fall B

Ja.

Wenn keine der Parteien von der Zahlung der Gerichtskosten befreit ist, einigen sie sich auf der Grundlage des Berechnungsverfahrens auf den Betrag, der einem Zeugen zu zahlen ist. Dieser Betrag erhöht sich um die Verwaltungskosten.

Davon ausgenommen sind Fälle, in denen das Gericht gesetzlich zur Beweiserhebung verpflichtet ist.

Die nachstehenden Kosten werden gemäß Kabinettsverordnung erstattet:

1 ) Reisekosten

2) Unterkunft

3) Verdienstausfall

Hat eine Person Grund zu der Annahme, dass die Vorlage der erforderlichen Beweise zu ihren Gunsten zu einem späteren Zeitpunkt behindert oder unmöglich gemacht werden könnte, kann sie verlangen, dass diese Beweise sichergestellt werden.

20 LVL (falls der Antrag eingereicht wird, bevor der Fall vor Gericht gebracht wird).

Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen

Fall

Erstattung

Wenn Kosten nicht vollständig erstattet werden, welcher Anteil wird in der Regel erstattet?

Welche Kosten werden nicht erstattet?

Fall A

Wenn das Gericht in einem Scheidungsfall ein Urteil erlässt, teilt es die Gerichtskosten unter den Parteien unter Berücksichtigung ihrer finanziellen Situation auf.

Wenn die Klagepartei die Klage zurücknimmt, muss sie die Gerichtskosten erstatten, die der beklagten Partei entstanden sind. In einem solchen Fall werden die von der Klagepartei bezahlten Gerichtskosten nicht von der beklagten Partei erstattet. Falls die Klagepartei ihre Klage jedoch nach Einreichung des Scheidungsantrags zurückzieht, weil die beklagte Partei ihrer Forderung freiwillig entsprochen hat, werden der Klagepartei ihre Kosten auf Antrag per Gerichtsbeschluss zugesprochen.

Fall B

Wenn das Gericht in einem Scheidungsfall ein Urteil erlässt, teilt es die Gerichtskosten unter den Parteien unter Berücksichtigung ihrer finanziellen Situation auf.

Wenn die Klagepartei die Klage zurücknimmt, muss sie die Gerichtskosten erstatten, die der beklagten Partei entstanden sind. In einem solchen Fall werden die von der Klagepartei bezahlten Gerichtskosten nicht von der beklagten Partei erstattet. Falls die Klagepartei ihre Klage jedoch nach Einreichung des Scheidungsantrags zurückzieht, weil die beklagte Partei ihrer Forderung freiwillig entsprochen hat, werden der Klagepartei ihre Kosten auf Antrag per Gerichtsbeschluss zugesprochen.

Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen

Fall

Übersetzung

Dolmetschen

Andere Kosten bei grenzübergreifenden Streitsachen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind solche Leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind solche Leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Ungefähre Kosten

Fall A

Gerichtsverfahren werden in der Amtssprache des Landes geführt.

Das Gericht erkennt die Rechte von Parteien (bei denen es sich nicht um Vertreter juristischer Personen handelt) an, die die im Gerichtsverfahren verwendete Sprache nicht beherrschen. Das heißt, bei der Prüfung des Fallmaterials und bei der Teilnahme an Gerichtsverhandlungen dürfen die Dienstleistungen eines Dolmetschers in Anspruch genommen werden.

Übersetzungsleistungen werden vom Gericht zur Verfügung gestellt.

Das Gericht kann auf Antrag beschließen, sein Urteil ohne inhaltliche Änderungen zu erläutern, wenn das Urteil noch nicht vollstreckt wurde und die Vollstreckungsfrist nicht abgelaufen ist.

Nicht anwendbar.

Die Prozessparteien reichen Unterlagen in einer Fremdsprache zusammen mit der beglaubigten Übersetzung in die gesetzlich geforderte Amtssprache des Staates ein.

Nicht festgelegt.

Fall B

Gerichtsverfahren werden in der Amtssprache des Landes geführt.

Das Gericht erkennt die Rechte von Parteien (bei denen es sich nicht um Vertreter juristischer Personen handelt) an, die die im Gerichtsverfahren verwendete Sprache nicht beherrschen. Das heißt, bei der Prüfung des Fallmaterials und bei der Teilnahme an Gerichtsverhandlungen dürfen die Dienstleistungen eines Dolmetschers in Anspruch genommen werden.

Übersetzungsleistungen werden vom Gericht zur Verfügung gestellt. Wenn Beweismittel im Ausland erhoben werden, müssen die tatsächlichen Übersetzungskosten abgedeckt werden.

Das Gericht kann auf Antrag beschließen, sein Urteil ohne inhaltliche Änderungen zu erläutern, wenn das Urteil noch nicht vollstreckt wurde und die Vollstreckungsfrist nicht abgelaufen ist.

Nicht anwendbar.

Die Prozessparteien reichen Unterlagen in einer Fremdsprache zusammen mit der beglaubigten Übersetzung in die gesetzlich geforderte Amtssprache des Staates ein.

Nicht festgelegt.

Letzte Aktualisierung: 12/07/2021

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Die Sprachfassung, die Sie ausgewählt haben, wird gerade von unserer Übersetzungsabteilung erstellt.

Fallstudie 2 – familienrecht – sorgerecht - Lettland

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Sorgerecht) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, der Klagepartei Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht spricht der Mutter das Sorgerecht und dem Vater ein Umgangsrecht zu. Die Mutter erhebt Klage, um das Umgangsrecht des Vaters zu beschränken.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug – Sie sind Rechtsanwalt in Mitgliedstaat A: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet in Mitgliedstaat B zusammengelebt. Unmittelbar nach der Geburt des gemeinsamen Kindes trennt sich das Paar. Das Gericht in Mitgliedstaat B spricht der Mutter das Sorgerecht und dem Vater ein Umgangsrecht zu. Mutter und Kind ziehen mit Erlaubnis des Gerichts in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat A), während der Vater in Mitgliedstaat B bleibt. Einige Jahre später erhebt die Mutter in Mitgliedstaat A Klage, um das Umgangsrecht des Vaters ändern zu lassen.

Kosten in Lettland

Kosten für erstinstanzliche Verfahren und Rechtsmittelverfahren

Fall

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Gebühr für die Klageerhebung

Ausfertigungsgebühren

Sonstige Gebühren

Gebühr für die Klageerhebung

Ausfertigungsgebühren

Sonstige Gebühren

Fall A

50 LVL

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

50 LVL

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

Fall B

50 LVL

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

50 LVL

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

Kosten für Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige

Fall

Rechtsanwaltskosten

Gerichtsvollzieher

Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Muss der Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Fall A

Nein.

Natürliche Personen können den Rechtsstreit vor Gericht selbst führen oder durch einen Bevollmächtigten führen lassen.

Die Kosten bei Inanspruchnahme eines zugelassenen Anwalts werden vertraglich geregelt.

HINWEIS: Die Kosten im Zusammenhang mit dem Rechtsbeistand durch einen Rechtsanwalt können in Zivilverfahren von der unterlegenen Partei bis zu höchsten 5 % des zulässigen Teils der Forderung oder – bei immateriellen Forderungen – zum Standardsatz für Rechtsanwälte eingezogen werden.

Nein.

Nicht anwendbar.

Gebühren für die Leistungen eines Gerichtsvollziehers fallen lediglich an, wenn eine der Parteien die gerichtlich angeordnete Umgangsregelung nicht einhält und die andere Partei die Vollstreckung des Gerichtsurteils veranlassen muss:

1) die staatliche Gebühr für einen schriftlichen Vollstreckungstitel beträgt 2 LVL (zahlbar durch die Klagepartei);

2) die Vergütung für einen zugelassenen Gerichtsvollzieher beträgt 93,70 LVL (eingezogen von der säumigen Partei);

3) sonstige Kosten in Verbindung mit der Vollstreckung eines Urteils (eingezogen von der säumigen Partei).

Fall B

Nein.

Natürliche Personen können den Rechtsstreit vor Gericht selbst führen oder durch einen Bevollmächtigten führen lassen.

Die Kosten bei Inanspruchnahme eines zugelassenen Anwalts werden vertraglich geregelt.

HINWEIS: Die Kosten im Zusammenhang mit dem Rechtsbeistand durch einen Rechtsanwalt können in Zivilverfahren von der unterlegenen Partei bis zu höchsten 5 % des zulässigen Teils der Forderung oder – bei immateriellen Forderungen – zum Standardsatz für Rechtsanwälte eingezogen werden.

Nein.

Nicht anwendbar.

Wenn ein Urteil nicht freiwillig vollstreckt wird:

1) die staatliche Gebühr für einen schriftlichen Vollstreckungstitel beträgt 2 LVL (zahlbar durch die Klagepartei);

2) die Vergütung für einen zugelassenen Gerichtsvollzieher beträgt 93,70 LVL (eingezogen von der säumigen Partei);

3) sonstige Kosten in Verbindung mit der Vollstreckung eines Urteils (eingezogen von der säumigen Partei).

Fall

Kosten für Sachverständige

Muss ein Sachverständiger in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Die Prüfung durch einen Sachverständigen wird gerichtlich angeordnet, wenn sie von einer der Parteien beantragt wird und wenn die Klärung des Sachverhalts die Fachkenntnis eines Sachverständigen auf dem Gebiet der Wissenschaft, Technologie, Kunst usw. erfordert.

Gemäß Kabinettsverordnung.

Fall B

Die Prüfung durch einen Sachverständigen wird gerichtlich angeordnet, wenn sie von einer der Parteien beantragt wird und wenn die Klärung des Sachverhalts die Fachkenntnis eines Sachverständigen auf dem Gebiet der Wissenschaft, Technologie, Kunst usw. erfordert.

Gemäß Kabinettsverordnung.

Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistung und andere einschlägige Gebühren

Fall

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistungen

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es Sicherheitsleistungen und wie wird von ihnen Gebrauch gemacht?

Kosten

Fall A

Ja.

Wenn keine der Parteien von der Zahlung der Gerichtskosten befreit ist, einigen sie sich auf der Grundlage des Berechnungsverfahrens auf den Betrag, der einem Zeugen zu zahlen ist. Dieser Betrag erhöht sich um die Verwaltungskosten.

Davon ausgenommen sind Fälle, in denen das Gericht gesetzlich zur Beweiserhebung verpflichtet ist.

Die nachstehenden Kosten werden gemäß Kabinettsverordnung erstattet:

1) Reisekosten

2) Unterkunft

3) Verdienstausfall

Hat eine Person Grund zu der Annahme, dass die Vorlage der erforderlichen Beweise zu ihren Gunsten zu einem späteren Zeitpunkt behindert oder unmöglich gemacht werden könnte, kann sie verlangen, dass diese Beweise sichergestellt werden.

20 LVL (falls der Antrag gestellt wird, bevor der Fall vor Gericht gebracht wird).

Fall B

Ja.

Wenn keine der Parteien von der Zahlung der Gerichtskosten befreit ist, einigen sie sich auf der Grundlage des Berechnungsverfahrens auf den Betrag, der einem Zeugen zu zahlen ist. Dieser Betrag erhöht sich um die Verwaltungskosten.

Davon ausgenommen sind Fälle, in denen das Gericht gesetzlich zur Beweiserhebung verpflichtet ist.

Die nachstehenden Kosten werden gemäß Kabinettsverordnung erstattet:

1) Reisekosten

2) Unterkunft

3) Verdienstausfall

Hat eine Person Grund zu der Annahme, dass die Vorlage der erforderlichen Beweise zu ihren Gunsten zu einem späteren Zeitpunkt behindert oder unmöglich gemacht werden könnte, kann sie verlangen, dass diese Beweise sichergestellt werden.

20 LVL (falls der Antrag gestellt wird, bevor der Fall vor Gericht gebracht wird).

Kostenerstattungen

Fall

Erstattung

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Prozesskosten verlangen?

Wenn Kosten nicht vollständig erstattet werden, welcher Anteil wird in der Regel erstattet?

Welche Kosten werden nicht erstattet?

Fall A

Ja.

Die Partei, zu deren Gunsten das Urteil lautet, kann sich ihre Gerichtskosten von der anderen Partei erstatten lassen.

Wenn eine Forderung teilweise erfüllt wird, werden die Gebühren für den Gerichtsvollzieher im Verhältnis zu dem Teil der Forderung erstattet, der erfüllt worden ist. Der beklagten Partei wird anteilig der Teil der Forderung erstattet, der in der Klage abgewiesen wurde.

Wenn die Klagepartei die Klage zurücknimmt, muss sie die Gerichtskosten erstatten, die der beklagten Partei entstanden sind. In einem solchen Fall werden die von der Klagepartei bezahlten Gerichtskosten nicht von der beklagten Partei erstattet. Falls die Klagepartei ihre Klage jedoch zurückzieht, weil die beklagte Partei ihrer Forderung freiwillig entsprochen hat, werden der Klagepartei ihre Kosten auf Antrag per Gerichtsbeschluss zugesprochen.

Fall B

Ja.

Die Partei, zu deren Gunsten das Urteil lautet, kann sich ihre Gerichtskosten von der anderen Partei erstatten lassen.

Wenn eine Forderung teilweise erfüllt wird, werden die Gebühren für den Gerichtsvollzieher im Verhältnis zu dem Teil der Forderung erstattet, der erfüllt worden ist. Der beklagten Partei wird anteilig der Teil der Forderung erstattet, der in der Klage abgewiesen wurde.

Wenn die Klagepartei die Klage zurücknimmt, muss sie die Gerichtskosten erstatten, die der beklagten Partei entstanden sind. In einem solchen Fall werden die von der Klagepartei bezahlten Gerichtskosten nicht von der beklagten Partei zurückerstattet. Falls die Klagepartei ihre Klage jedoch zurückzieht, weil die beklagte Partei ihrer Forderung freiwillig entsprochen hat, werden der Klagepartei ihre Kosten auf Antrag per Gerichtsbeschluss zugesprochen.


Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen

Fall

Übersetzung

Dolmetschen

Andere Kosten bei grenzübergreifenden Streitsachen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind solche Leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind solche Leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Ungefähre Kosten

Fall A

Gerichtsverfahren werden in der Amtssprache des Landes geführt.

Das Gericht erkennt die Rechte von Parteien (bei denen es sich nicht um Vertreter juristischer Personen handelt) an, die die im Gerichtsverfahren verwendete Sprache nicht beherrschen. Das heißt, bei der Prüfung des Fallmaterials und bei der Teilnahme an Gerichtsverhandlungen dürfen die Dienstleistungen eines Dolmetschers in Anspruch genommen werden.

Übersetzungsleistungen werden vom Gericht zur Verfügung gestellt.

Das Gericht kann auf Antrag beschließen, sein Urteil ohne inhaltliche Änderungen zu erläutern, wenn das Urteil noch nicht vollstreckt wurde und die Vollstreckungsfrist nicht abgelaufen ist.

Nicht anwendbar.

Die Prozessparteien reichen Unterlagen in einer Fremdsprache zusammen mit der beglaubigten Übersetzung in die gesetzlich geforderte Amtssprache des Staates ein.

Nicht festgelegt.

Fall B

Gerichtsverfahren werden in der Amtssprache des Landes geführt.

Das Gericht erkennt die Rechte von Parteien (bei denen es sich nicht um Vertreter juristischer Personen handelt) an, die die im Gerichtsverfahren verwendete Sprache nicht beherrschen. Das heißt, bei der Prüfung des Fallmaterials und bei der Teilnahme an Gerichtsverhandlungen dürfen die Dienstleistungen eines Dolmetschers in Anspruch genommen werden.

Übersetzungsleistungen werden vom Gericht zur Verfügung gestellt. Wenn Beweismittel im Ausland erhoben werden, müssen die tatsächlichen Übersetzungskosten abgedeckt werden.

Das Gericht kann auf Antrag beschließen, sein Urteil ohne inhaltliche Änderungen zu erläutern, wenn das Urteil noch nicht vollstreckt wurde und die Vollstreckungsfrist nicht abgelaufen ist.

Nicht anwendbar.

Die Prozessparteien reichen Unterlagen in einer Fremdsprache zusammen mit der beglaubigten Übersetzung in die gesetzlich geforderte Amtssprache des Staates ein.

Nicht festgelegt.

Letzte Aktualisierung: 12/07/2021

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Die Sprachfassung, die Sie ausgewählt haben, wird gerade von unserer Übersetzungsabteilung erstellt.

Fallstudie 3 – familienrecht – unterhalt - Lettland

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Unterhalt) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, der Klagepartei Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht spricht der Mutter das Sorgerecht zu. Einziger Streitpunkt ist die Höhe des Unterhalts, den der Vater der Mutter für den Unterhalt und die Erziehung des Kindes schuldet. Die Mutter erhebt deswegen Klage.

Fall B. Fall mit Auslandsbezug – Sie sind Rechtsanwalt in Mitgliedstaat A: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet in Mitgliedstaat B zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht in Mitgliedstaat B spricht der Mutter das Sorgerecht zu. Mit Zustimmung des Vaters ziehen Mutter und Kind in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat A) und nehmen dort ihren Wohnsitz.

Einziger Streitpunkt ist die Höhe des Unterhalts, den der Vater der Mutter für den Unterhalt und die Erziehung des Kindes schuldet. Die Mutter erhebt deswegen in Mitgliedstaat A Klage.

Kosten in Lettland

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitbeilegung

Fall

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Gebühr für die Klageerhebung

Ausfertigungsgebühren

Sonstige Kosten

Gebühr für die Klageerhebung

Ausfertigungsgebühren

Sonstige Kosten

Fall A

50 LVL

(Die Klagepartei ist von der Zahlung dieser Gebühr befreit. Die Gerichts-kosten werden in einem solchen Fall von der beklagten Partei zugunsten des Staates eingezogen.)

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

(Die Klagepartei ist von der Zahlung dieser Gebühr befreit. Die Gerichtskosten werden in einem solchen Fall von der beklagten Partei zugunsten des Staates eingezogen.)

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

50 LVL

(Die Klagepartei ist von der Bezahlung dieser Gebühr befreit. Die Gerichts-kosten werden in einem solchen Fall von der beklagten Partei zugunsten des Staates eingezogen.)

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

(Die Klagepartei ist von der Bezahlung dieser Gebühr befreit. Die Gerichts-kosten werden in einem solchen Fall von der beklagten Partei zugunsten des Staates eingezogen.)

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

Fall B

50 LVL

(Die Klagepartei ist von der Zahlung dieser Gebühr befreit. Die Gerichts-kosten werden in einem solchen Fall von der beklagten Partei zugunsten des Staates eingezogen.)

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

(Die Klagepartei ist von der Zahlung dieser Gebühr befreit. Die Gerichts-kosten werden in einem solchen Fall von der beklagten Partei zugunsten des Staates eingezogen.)

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

50 LVL

(Die Klagepartei ist von der Zahlung dieser Gebühr befreit. Die Gerichts-kosten werden in einem solchen Fall von der beklagten Partei zugunsten des Staates eingezogen.)

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

(Die Klagepartei ist von der Zahlung dieser Gebühr befreit. Die Gerichts-kosten werden in einem solchen Fall von der beklagten Partei zugunsten des Staates eingezogen.)

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten


Kosten für Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige

Fall

Rechtsanwaltskosten

Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Fall A

Nein.

Natürliche Personen können den Rechtsstreit vor Gericht selbst führen oder durch einen Bevollmächtigten führen lassen.

Die Kosten bei Inanspruchnahme eines zugelassenen Anwalts werden vertraglich geregelt.

HINWEIS: Die Kosten im Zusammenhang mit dem Rechtsbeistand durch einen Rechtsanwalt können in Zivilverfahren von der unterlegenen Partei bis zu höchsten 5 % des zulässigen Teils der Forderung oder – bei immateriellen Forderungen – zum Einheitssatz für Rechtsanwälte eingezogen werden.

Fall B

Nein.

Natürliche Personen können den Rechtsstreit vor Gericht selbst führen oder durch einen Bevollmächtigten führen lassen.

Die Kosten bei Inanspruchnahme eines zugelassenen Anwalts werden vertraglich geregelt.

HINWEIS: Die Kosten im Zusammenhang mit dem Rechtsbeistand durch einen Rechtsanwalt können in Zivilverfahren von der unterlegenen Partei bis zu höchsten 5 % des zulässigen Teils der Forderung oder – bei immateriellen Forderungen – zum Einheitssatz für Rechtsanwälte eingezogen werden.

Fall

Gerichtsvollzieher

Kosten für Sachverständige

Muss der Gerichts-vollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteilsver-kündung

Kosten nach Urteilsver-kündung

Muss ein Sachverständiger in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Nein.

Nicht anwendbar.

Wenn ein Urteil nicht freiwillig vollstreckt wird:

1) die staatliche Gebühr für einen schriftlichen Vollstreckungs-titel beträgt 2 LVL;

2) die Vergütung eines zugelassenen Gerichts-vollziehers hängt von der Höhe der Forderung zu Beginn des Vollstreckungs-verfahrens ab;

3) sonstige Kosten in Verbindung mit der Vollstreckung des Urteils.

Die Klagepartei ist von der Zahlung der Gebühren für die Vollstreckung des Urteils befreit. Diese Kosten werden von der beklagten Partei eingezogen.

Nein.

Die Prüfung durch einen Sachverständigen wird gerichtlich angeordnet, wenn sie von einer der Parteien beantragt wird und wenn die Klärung des Sachverhalts die Fachkenntnis eines Sachverständigen auf dem Gebiet der Wissenschaft, Technologie, Kunst usw. erfordert.

Gemäß Kabinetts-verordnung.

Fall B

Nein.

Nicht anwendbar.

Wenn ein Urteil nicht freiwillig vollstreckt wird:

1) die staatliche Gebühr für einen schriftlichen Vollstreckungstitel beträgt 2 LVL;

2) die Vergütung eines zugelassenen Gerichts-vollziehers hängt von der Höhe der Forderung zu Beginn des Vollstreckungs-verfahrens ab;

3) sonstige Kosten in Verbindung mit der Vollstreckung des Urteils.

Die Klagepartei ist von der Zahlung der Gebühren für die Vollstreckung eines Urteils befreit. Diese Gebühren werden von der beklagten Partei eingezogen.

Nein.

Die Prüfung durch einen Sachverständigen wird gerichtlich angeordnet, wenn sie von einer der Parteien beantragt wird und wenn die Klärung des Sachverhalts die Fachkenntnis eines Sachverständigen auf dem Gebiet der Wissenschaft, Technologie, Kunst usw. erfordert.

Gemäß Kabinetts-verordnung.

Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistung und andere einschlägige Gebühren

Fall

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistungen

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es Sicherheitsleistungen und wie wird von ihnen Gebrauch gemacht?

Kosten

Fall A

Ja.

Wenn keine der Parteien von der Zahlung der Gerichtskosten befreit ist, einigen sie sich auf der Grundlage des Berechnungs-verfahrens auf den Betrag, der einem Zeugen zu zahlen ist. Dieser Betrag erhöht sich um die Verwaltungskosten.

Davon ausgenommen sind Fälle, in denen das Gericht gesetzlich zur Beweiserhebung verpflichtet ist.

Die nachstehenden Kosten werden gemäß Kabinettsverordnung erstattet:

1 ) Reisekosten

2) Unterkunft

3) Verdienstausfall

Falls Grund zur Annahme besteht, dass die Vollstreckung eines Gerichtsurteils zu einem späteren Zeitpunkt behindert oder unmöglich gemacht werden könnte, kann das Gericht oder der Richter auf begründeten Antrag des Antragstellers den Beschluss fassen, die Forderung abzusichern.

0,5 % der Forderung, wenn ein Antrag auf Sicherung der Forderung gestellt wurde, allerdings nicht weniger als 50 LVL

Fall B

Ja.

Wenn keine der Parteien von der Zahlung der Gerichtskosten befreit ist, einigen sie sich auf der Grundlage des Berechnungs-verfahrens auf den Betrag, der einem Zeugen zu zahlen ist. Dieser Betrag erhöht sich um die Verwaltungskosten.

Davon ausgenommen sind Fälle, in denen das Gericht gesetzlich zur Beweiserhebung verpflichtet ist.

Die nachstehenden Kosten werden gemäß Kabinettsverordnung erstattet:

1 ) Reisekosten

2) Unterkunft

3) Verdienstausfall

Falls Grund zur Annahme besteht, dass die Vollstreckung eines Gerichtsurteils zu einem späteren Zeitpunkt behindert oder unmöglich gemacht werden könnte, kann das Gericht oder der Richter auf begründeten Antrag des Antragstellers den Beschluss fassen, die Forderung abzusichern.

0,5 % der Forderung, wenn ein Antrag auf Sicherung der Forderung gestellt wurde, allerdings nicht weniger als 50 LVL


Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen

Fall

Erstattung

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Prozesskosten verlangen?

Wenn Kosten nicht vollständig erstattet werden, welcher Anteil wird in der Regel erstattet?

Welche Kosten werden nicht erstattet?

Fall A

Ja.

Die Partei, zu deren Gunsten das Urteil lautet, kann sich ihre Gerichtskosten von der anderen Partei erstatten lassen.

Wenn eine Forderung teilweise erfüllt wird, werden die Gebühren für den Gerichtsvollzieher im Verhältnis zu dem Teil der Forderung erstattet, der erfüllt worden ist. Der beklagten Partei wird anteilig der Teil der Forderung erstattet, der in der Klage abgewiesen wurde.

Wenn die Klagepartei die Klage zurücknimmt, muss sie die Gerichtskosten erstatten, die der beklagten Partei entstanden sind. In einem solchen Fall werden die von der Klagepartei bezahlten Gerichtskosten nicht von der beklagten Partei zurückerstattet. Falls die Klagepartei ihre Klage jedoch zurückzieht, weil die beklagte Partei ihrer Forderung freiwillig entsprochen hat, werden der Klagepartei ihre Kosten auf Antrag per Gerichtsbeschluss zugesprochen.

Fall B

Ja.

Die Partei, zu deren Gunsten das Urteil lautet, kann sich ihre Gerichtskosten von der anderen Partei erstatten lassen.

Wenn eine Forderung teilweise erfüllt wird, werden die Gebühren für den Gerichtsvollzieher im Verhältnis zu dem Teil der Forderung erstattet, der erfüllt worden ist. Der beklagten Partei wird anteilig der Teil der Forderung erstattet, der in der Klage abgewiesen wurde.

Wenn die Klagepartei die Klage zurücknimmt, muss sie die Gerichtskosten erstatten, die der beklagten Partei entstanden sind. In einem solchen Fall werden die von der Klagepartei bezahlten Gerichtskosten nicht von der beklagten Partei zurückerstattet. Falls die Klagepartei ihre Klage jedoch zurückzieht, weil die beklagte Partei ihrer Forderung freiwillig entsprochen hat, werden der Klagepartei ihre Kosten auf Antrag per Gerichtsbeschluss zugesprochen.

Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen

Fall

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind solche Leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind solche Leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Fall A

Gerichtsverfahren werden in der Amtssprache des Landes geführt.

Das Gericht erkennt die Rechte von Parteien (bei denen es sich nicht um Vertreter juristischer Personen handelt) an, die die im Gerichtsverfahren verwendete Sprache nicht beherrschen. Das heißt, bei der Prüfung des Fallmaterials und bei der Teilnahme an Gerichtsverhand-lungen dürfen die Dienstleistungen eines Dolmetschers in Anspruch genommen werden.

Wenn Beweismittel im Ausland erhoben werden, werden die Übersetzungskosten vollständig abgedeckt.

Das Gericht kann auf Antrag beschließen, sein Urteil ohne inhaltliche Änderungen zu erläutern, wenn das Urteil noch nicht vollstreckt wurde und die Vollstreckungsfrist nicht abgelaufen ist.

Nicht anwendbar.

Fall B

Gerichtsverfahren werden in der Amtssprache des Landes geführt.

Das Gericht erkennt die Rechte von Parteien (bei denen es sich nicht um Vertreter juristischer Personen handelt) an, die die im Gerichtsverfahren verwendete Sprache nicht beherrschen. Das heißt, bei der Prüfung des Fallmaterials und bei der Teilnahme an Gerichtsverhand-lungen dürfen die Dienstleistungen eines Dolmetschers in Anspruch genommen werden.

Wenn Beweismittel im Ausland erhoben werden, werden die Übersetzungskosten vollständig abgedeckt.

Das Gericht kann auf Antrag beschließen, sein Urteil ohne inhaltliche Änderungen zu erläutern, wenn das Urteil noch nicht vollstreckt wurde und die Vollstreckungsfrist nicht abgelaufen ist.

Nicht anwendbar.

Fall

Andere Kosten bei grenzübergreifenden Streitsachen

Beschreibung

Ungefähre Kosten

Fall A

Die Prozessparteien reichen Unterlagen in einer Fremdsprache zusammen mit der beglaubigten Übersetzung in die gesetzlich geforderte Amtssprache des Staates ein.

Nicht festgelegt.

Fall B

Die Prozessparteien reichen Unterlagen in einer Fremdsprache zusammen mit der beglaubigten Übersetzung in die gesetzlich geforderte Amtssprache des Staates ein.

Nicht festgelegt.

Letzte Aktualisierung: 12/07/2021

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

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Fallstudie 4 – handelsrecht – vertragsrecht - Lettland

In dieser Fallstudie zum Handelsrecht (Vertragsrecht) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Verkäufer Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Unternehmen liefert Waren im Wert von 20 000 EUR. Der Käufer zahlt nicht, weil die Waren seiner Ansicht nach nicht dem entsprechen, was vertraglich vereinbart war.

Der Verkäufer beschließt, auf Zahlung des vollen Kaufpreises zu klagen.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Ein Unternehmen mit Sitz in Mitgliedstaat B liefert Waren im Wert von 20 000 EUR an einen Käufer in Mitgliedstaat A. Der Vertrag ist in der Sprache des Mitgliedstaats B abgefasst und unterliegt dem Recht dieses Staats. Der Käufer in Mitgliedstaat A zahlt nicht, weil die Waren seiner Ansicht nach nicht dem entsprechen, was vertraglich vereinbart war. Der Verkäufer beschließt, in Mitgliedstaat A auf Zahlung des vollen Kaufpreises zu klagen.

Kosten in Lettland

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitbeilegung

Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Gebühr für die Klageerhebung

Ausfertigungsgebühren

Sonstige Gebühren

Gebühr für die Klageerhebung

Ausfertigungsgebühren

Sonstige Gebühren

Fall A

394,90 LVL

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

394,90 LVL

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

Fall B

394,90 LVL

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

394,90 LVL

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

Fallstudie

Verfahren der alternativen Streitbeilegung

Besteht diese Möglichkeit für derartige Rechtssachen?

Kosten

Fall A

Die Parteien können einvernehmlich beschließen, den Rechtsstreit einem Schiedsgericht vorzulegen.

Schiedsgerichtsgebühren und/oder Gebühren in Verbindung mit der Prüfung des Rechtsstreits und schiedsrichterliche Gebühren

Die Gebühren in Verbindung mit Schiedsgerichtsverfahren sowie die Zahlungsfristen und Zahlungsmodalitäten werden vom Schiedsgericht in Abhängigkeit von der Höhe der Forderung, der Komplexität des Rechtsstreits und den Bedingungen des Schiedsgerichtsvertrags festgelegt.

Fall B

Die Parteien können einvernehmlich beschließen, den Rechtsstreit einem Schiedsgericht vorzulegen.

Schiedsgerichtsgebühren und/oder Gebühren in Verbindung mit der Prüfung des Rechtsstreits und schiedsrichterliche Gebühren

Die Gebühren in Verbindung mit Schiedsgerichtsverfahren sowie die Zahlungsfristen und Zahlungsmodalitäten werden vom Schiedsgericht in Abhängigkeit von der Höhe der Forderung, der Komplexität des Rechtsstreits und den Bedingungen des Schiedsgerichtsvertrags festgelegt.

Kosten für Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige

Fallstudie

Rechtsanwaltskosten

Gerichtsvollzieher

Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Muss der Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Fall A

Juristische Personen können vor Gericht durch im Einklang mit dem Gesetz agierende Spezialisten, durch die in der Satzung/den Statuten vorgesehenen Vertreter dieser Personen oder durch sonstige bevollmächtigte Vertreter vertreten werden.

Die Kosten bei Inanspruchnahme eines zugelassenen Anwalts werden vertraglich geregelt.

HINWEIS: Die Kosten im Zusammenhang mit dem Rechtsbeistand durch einen Rechtsanwalt können in Zivilverfahren von der unterlegenen Partei bis zu höchsten 5 % des zulässigen Teils der Forderung oder – bei immateriellen Forderungen – zum Standardsatz für Rechtsanwälte eingezogen werden.

Nein.

Wenn ein Beschluss zur Sicherung der Forderung erlassen wird:

1) für die Sicherung einer Forderung durch Beschlagnahme von Geldmitteln von Kreditinstituten oder Dritten: 46,90 LVL;

2) für die Sicherung einer Forderung, indem der beklagten Partei per Unterlassungs-verfügung die Einstellung der fraglichen Geschäftspraxis aufgegeben wird: 26 LVL

Wenn ein Urteil nicht freiwillig vollstreckt wird:

1) die staatliche Gebühr für einen schriftlichen Vollstreckungstitel beträgt 2 LVL;

2) die Vergütung eines zugelassenen Gerichtsvollziehers hängt von der Höhe der Forderungen zu Beginn des Gerichtsverfahrens ab;

3) sonstige Kosten in Verbindung mit der Vollstreckung eines Urteils.

Fall B

Juristische Personen können vor Gericht durch im Einklang mit dem Gesetz agierende Spezialisten, durch die in der Satzung/den Statuten vorgesehenen Vertreter dieser Personen oder durch sonstige bevollmächtigte Vertreter vertreten werden.

Die Kosten bei Inanspruchnahme eines zugelassenen Anwalts werden vertraglich geregelt.

HINWEIS: Die Kosten im Zusammenhang mit dem Rechtsbeistand durch einen Rechtsanwalt können in Zivilverfahren von der unterlegenen Partei bis zu höchsten 5 % des zulässigen Teils der Forderung oder – bei immateriellen Forderungen – zum Standardsatz für Rechtsanwälte eingezogen werden.

Nein.

Wenn ein Beschluss zur Sicherung der Forderung erlassen wird:

1) für die Sicherung einer Forderung durch Beschlagnahme von Geldmitteln von Kreditinstituten oder Dritten: 46,90 LVL;

2) für die Sicherung einer Forderung, indem der beklagten Partei per Unterlassungs- verfügung die Einstellung der fraglichen Geschäftspraxis aufgegeben wird: 26 LVL.

Wenn ein Urteil nicht freiwillig vollstreckt wird:

1) die staatliche Gebühr für einen schriftlichen Vollstreckungstitel beträgt 2 LVL;

2) die Vergütung eines zugelassenen Gerichtsvollziehers hängt von der Höhe der Forderungen zu Beginn des Gerichtsverfahrens ab;

3) sonstige Kosten in Verbindung mit der Vollstreckung eines Urteils.

Fallstudie

Kosten für Sachverständige

Muss ein Sachverständiger in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Die Prüfung durch einen Sachverständigen wird gerichtlich angeordnet, wenn sie von einer der Parteien beantragt wird und wenn die Klärung des Sachverhalts die Fachkenntnis eines Sachverständigen auf dem Gebiet der Wissenschaft, Technologie, Kunst usw. erfordert.

Gemäß Kabinettsverordnung.

Fall B

Die Prüfung durch einen Sachverständigen wird gerichtlich angeordnet, wenn sie von einer der Parteien beantragt wird und wenn die Klärung des Sachverhalts die Fachkenntnis eines Sachverständigen auf dem Gebiet der Wissenschaft, Technologie, Kunst usw. erfordert.

Gemäß Kabinettsverordnung.

Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistung und andere einschlägige Gebühren

Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistungen

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es Sicherheitsleistungen und wie wird von ihnen Gebrauch gemacht?

Kosten

Fall A

Ja.

Wenn keine der Parteien von der Zahlung der Gerichtskosten befreit ist, einigen sie sich auf der Grundlage des Berechnungsverfahrens auf den Betrag, der einem Zeugen zu zahlen ist. Dieser Betrag erhöht sich um die Verwaltungskosten.

Davon ausgenommen sind Fälle, in denen das Gericht gesetzlich zur Beweiserhebung verpflichtet ist.

Die nachstehenden Kosten werden gemäß Kabinettsverordnung erstattet:

1 ) Reisekosten

2) Unterkunft

3) Verdienstausfall

Falls Grund zur Annahme besteht, dass die Vollstreckung eines Gerichtsurteils zu einem späteren Zeitpunkt behindert oder unmöglich gemacht werden könnte, kann das Gericht oder der Richter auf begründeten Antrag des Antragstellers den Beschluss fassen, die Forderung abzusichern.

0,5 % des Forderungsbetrags, wenn ein Antrag auf Sicherstellung der Forderung gestellt wurde, allerdings nicht weniger als 50 LVL

Fall B

Ja.

Wenn keine der Parteien von der Zahlung der Gerichtskosten befreit ist, einigen sie sich auf der Grundlage des Berechnungsverfahrens auf den Betrag, der einem Zeugen zu zahlen ist. Dieser Betrag erhöht sich um die Verwaltungskosten.

Davon ausgenommen sind Fälle, in denen das Gericht gesetzlich zur Beweiserhebung verpflichtet ist.

Die nachstehenden Kosten werden gemäß Kabinettsverordnung erstattet:

1 ) Reisekosten

2) Unterkunft

3) Verdienstausfall

Falls Grund zur Annahme besteht, dass die Vollstreckung eines Gerichtsurteils zu einem späteren Zeitpunkt behindert oder unmöglich gemacht werden könnte, kann das Gericht oder der Richter auf begründeten Antrag des Antragstellers den Beschluss fassen, die Forderung abzusichern.

0,5 % des Forderungsbetrags, wenn ein Antrag auf Sicherstellung der Forderung gestellt wurde, allerdings nicht weniger als 50 LVL

Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen

Fallstudie

Erstattung

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Prozesskosten verlangen?

Wenn Kosten nicht vollständig erstattet werden, welcher Anteil wird in der Regel erstattet?

Welche Kosten werden nicht erstattet?

Fall A

Ja.

Die Partei, zu deren Gunsten das Gerichtsurteil lautet, kann sich ihre Kosten von der anderen Partei erstatten lassen.

Wenn eine Forderung teilweise erfüllt wird, werden die Gebühren für den Gerichtsvollzieher im Verhältnis zu dem Teil der Forderung erstattet, der erfüllt worden ist. Der beklagten Partei wird anteilig der Teil der Forderung erstattet, der in der Klage abgewiesen wurde.

Wenn die Klagepartei die Klage zurücknimmt, muss sie die Gerichtskosten erstatten, die der beklagten Partei entstanden sind. In einem solchen Fall werden die von der Klagepartei bezahlten Gerichtskosten nicht von der beklagten Partei erstattet. Falls die Klagepartei ihre Klage jedoch zurückzieht, weil die beklagte Partei ihrer Forderung freiwillig entsprochen hat, werden der Klagepartei ihre Kosten auf Antrag per Gerichtsbeschluss zugesprochen.

Fall B

Ja.

Die Partei, zu deren Gunsten das Gerichtsurteil lautet, kann sich ihre Kosten von der anderen Partei erstatten lassen.

Wenn eine Forderung teilweise erfüllt wird, werden die Gebühren für den Gerichtsvollzieher im Verhältnis zu dem Teil der Forderung erstattet, der erfüllt worden ist. Der beklagten Partei wird anteilig der Teil der Forderung erstattet, der in der Klage abgewiesen wurde.

Wenn die Klagepartei die Klage zurücknimmt, muss sie die Gerichtskosten erstatten, die der beklagten Partei entstanden sind. In einem solchen Fall werden die von der Klagepartei bezahlten Gerichtskosten nicht von der beklagten Partei zurückerstattet. Falls die Klagepartei ihre Klage jedoch zurückzieht, weil die beklagte Partei ihrer Forderung freiwillig entsprochen hat, werden der Klagepartei ihre Kosten auf Antrag per Gerichtsbeschluss zugesprochen.

Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind solche Leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind solche Leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Fall A

Gerichtsverfahren werden in der Amtssprache des Landes geführt.

Das Gericht erkennt die Rechte von Parteien (bei denen es sich nicht um Vertreter juristischer Personen handelt) an, die die im Gerichtsverfahren verwendete Sprache nicht beherrschen. Das heißt, bei der Prüfung des Fallmaterials und bei der Teilnahme an Gerichtsverhandlungen dürfen die Dienstleistungen eines Dolmetschers in Anspruch genommen werden.

Unterschiedliche Kosten, da vertraglich vereinbart.

Das Gericht kann auf Antrag beschließen, sein Urteil ohne inhaltliche Änderungen zu erläutern, wenn das Urteil noch nicht vollstreckt wurde und die Vollstreckungsfrist nicht abgelaufen ist.

Nicht anwendbar.

Fall B

Gerichtsverfahren werden in der Amtssprache des Landes geführt.

Das Gericht erkennt die Rechte von Parteien (bei denen es sich nicht um Vertreter juristischer Personen handelt) an, die die im Gerichtsverfahren verwendete Sprache nicht beherrschen. Das heißt, bei der Prüfung des Fallmaterials und bei der Teilnahme an Gerichtsverhandlungen dürfen die Dienstleistungen eines Dolmetschers in Anspruch genommen werden.

Unterschiedliche Kosten, da vertraglich vereinbart.

Das Gericht kann auf Antrag beschließen, sein Urteil ohne inhaltliche Änderungen zu erläutern, wenn das Urteil noch nicht vollstreckt wurde und die Vollstreckungsfrist nicht abgelaufen ist.

Nicht anwendbar.


Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen

Fallstudie

Sonstige Kosten in Verbindung mit Rechtsstreitigkeiten?

Beschreibung

Ungefähre Kosten

Fall A

Die Prozessparteien reichen Unterlagen in einer Fremdsprache zusammen mit der beglaubigten Übersetzung in die gesetzlich geforderte Amtssprache des Staates ein.

Nicht festgelegt.

Fall B

Die Prozessparteien reichen Unterlagen in einer Fremdsprache zusammen mit der beglaubigten Übersetzung in die gesetzlich geforderte Amtssprache des Staates ein.

Nicht festgelegt.

Letzte Aktualisierung: 12/07/2021

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

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Fallstudie 5 – handelsrecht – haftung - Lettland

In dieser Fallstudie zum Handelsrecht (Haftung) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kunden Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Hersteller von Heizgeräten liefert ein Heizgerät an einen Installateur. Der Installateur verkauft das Gerät weiter und installiert es im Haus des Kunden. Kurz danach bricht ein Brand aus. Alle Beteiligten (Heizgerätehersteller, Installateur, Kunde) sind versichert. Die Ursache des Feuers ist umstritten. Niemand will den Kunden entschädigen.

Der Kunde beschließt, Schadenersatzklage gegen den Heizgerätehersteller, den Installateur und die Versicherungsgesellschaften zu erheben.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Ein Heizgerätehersteller in Mitgliedstaat B liefert ein Heizgerät an einen Installateur in Mitgliedstaat C. Der Installateur verkauft das Gerät weiter und installiert es im Haus des Kunden in Mitgliedstaat A. Kurz danach bricht ein Brand aus. Alle Beteiligten (Heizgerätehersteller, Installateur und Kunde) sind in ihrem eigenen Mitgliedstaat versichert. Die Ursache des Feuers ist umstritten. Niemand will den Kunden entschädigen.

Der Kunde beschließt, in Mitgliedstaat A Schadenersatzklage gegen den Heizgerätehersteller, den Installateur und die Versicherungsgesellschaft zu erheben.

Kosten in Lettland

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitbeilegung

Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Gebühr für die Klageerhebung

C Ausfertigungsgebühren

Sonstige Kosten

Gebühr für die Einleitung des Rechtsmittelverfahrens

Ausfertigungsgebühren

Sonstige Kosten

Fall A

Abhängig von der Höhe der Forderung

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

1) Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

2) Prozesskosten

Die Gebühr für die Einleitung des Rechtsmittelverfahrens entspricht der Gebühr für die Klageerhebung (in einem besonderen Verfahren); bei Vermögensstreitig-keiten berechnet sich die Gebühr hingegen nach dem Streitwert des erstinstanzlichen Verfahrens.

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

Prozesskosten

Fall B

Abhängig von der Höhe der Forderung

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

Prozesskosten

Die Gebühr für die Einleitung des Rechtsmittelverfahrens entspricht der Gebühr für die Klageerhebung (in einem besonderen Verfahren); bei Vermögensstreitig-keiten berechnet sich die Gebühr hingegen nach dem Streitwert des erstinstanzlichen Verfahrens.

Kopiergebühren: 0,12 LVL

Gebühren für beglaubigte Kopien: 0,61 LVL

Gebühren im Zusammenhang mit der Prüfung des Falls

Prozesskosten

Fallstudie

Verfahren der alternativen Streitbeilegung

cBesteht diese Möglichkeit für derartige Rechtssachen?

Kosten

Fall A

Die Parteien können einvernehmlich beschließen, den Rechtsstreit einem Schiedsgericht vorzulegen.

Die Kosten für ein Schiedsgerichtsverfahren umfassen Gebühren für die Prüfung des Rechtsstreits und die Vergütung der Schiedsrichter.

Die Schiedsgerichtsgebühren sowie die Zahlungsfristen und Zahlungsmodalitäten werden vom Schiedsgericht in Abhängigkeit von der Höhe der Forderung, der Komplexität des Rechtsstreits und den Bedingungen des Schiedsvertrags festgelegt.

Fall B

Die Parteien können einvernehmlich beschließen, den Rechtsstreit einem Schiedsgericht vorzulegen.

Die Kosten für ein Schiedsgerichtsverfahren umfassen Gebühren für die Prüfung des Rechtsstreits und die Vergütung der Schiedsrichter.

Die Schiedsgerichtsgebühren sowie die Zahlungsfristen und Zahlungsmodalitäten werden vom Schiedsgericht in Abhängigkeit von der Höhe der Forderung, der Komplexität des Rechtsstreits und den Bedingungen des Schiedsvertrags festgelegt.

Kosten für Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständige

Fallstudie

Rechtsanwaltskosten

Gerichtsvollzieher

Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Muss der Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Fall A

Juristische Personen können vor Gericht durch im Einklang mit dem Gesetz agierende Spezialisten, durch die in der Satzung/den Statuten vorgesehenen Vertreter dieser Personen oder durch bevollmächtigte Vertreter vertreten werden.

Die Kosten bei Inanspruchnahme eines zugelassenen Anwalts werden vertraglich geregelt.

HINWEIS: Die Kosten im Zusammenhang mit dem Rechtsbeistand durch einen Rechtsanwalt können in Zivilverfahren von der unterlegenen Partei bis zu höchsten 5 % des zulässigen Teils der Forderung oder – bei immateriellen Forderungen – zum Einheitssatz für Rechtsanwälte eingezogen werden.

Nein.

Wenn ein Beschluss zur Sicherung der Forderung erlassen wird:

1) für die Sicherung einer Forderung durch Beschlagnahme von Geldmitteln von Kreditinstituten oder Dritten: 46,90 LVL;

{2) für die Sicherung einer Forderung, indem der beklagten Partei per Unterlassungs-verfügung die Einstellung der fraglichen Geschäftspraxis aufgegeben wird: 26 LVL

Wenn ein Urteil nicht freiwillig vollstreckt wird:

die Gebühr für einen schriftlichen Vollstreckungstitel beträgt 2 LVL;

2) die Vergütung eines zugelassenen Gerichtsvollziehers hängt von der Höhe der Förderung zu Beginn des Gerichtsverfahrens ab;

3) sonstige Kosten in Verbindung mit der Vollstreckung eines Urteils.

Fall B

Juristische Personen können vor Gericht durch im Einklang mit dem Gesetz agierende Spezialisten, durch die in der Satzung/den Statuten vorgesehenen Vertreter dieser Personen oder durch bevollmächtigte Vertreter vertreten werden.

Die Kosten bei Inanspruchnahme eines zugelassenen Anwalts werden vertraglich geregelt.

HINWEIS: Die Kosten im Zusammenhang mit dem Rechtsbeistand durch einen Rechtsanwalt können in Zivilverfahren von der unterlegenen Partei bis zu höchsten 5 % des zulässigen Teils der Forderung oder – bei immateriellen Forderungen – zum Standardsatz für Rechtsanwälte eingezogen werden.

Nein.

Wenn ein Beschluss zur Sicherung der Forderung erlassen wird:

1) für die Sicherung einer Forderung durch Beschlagnahme von Geldmitteln von Kreditinstituten oder Dritten: 46,90 LVL;

2) für die Sicherung einer Forderung, indem der beklagten Partei per Unterlassungsverfügung die Einstellung der fraglichen Geschäftspraxis aufgegeben wird: 26 LVL

Wenn ein Urteil nicht freiwillig vollstreckt wird:

1) die Gebühr für einen schriftlichen Vollstreckungstitel beträgt 2 LVL;

2) die Vergütung eines zugelassenen Gerichtsvollziehers hängt von der Höhe der Forderung zu Beginn des Gerichtsverfahrens ab;

3) sonstige Kosten in Verbindung mit der Vollstreckung eines Urteils.

Fallstudie

Kosten für Sachverständige

Muss ein Sachverständiger in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Die Prüfung durch einen Sachverständigen wird gerichtlich angeordnet, wenn sie von einer der Parteien beantragt wird und wenn die Klärung des Sachverhalts die Fachkenntnis eines Sachverständigen auf dem Gebiet der Wissenschaft, Technologie, Kunst usw. erfordert.

Gemäß Kabinettsverordnung.

Fall B

Die Prüfung durch einen Sachverständigen wird gerichtlich angeordnet, wenn sie von einer der Parteien beantragt wird und wenn die Klärung des Sachverhalts die Fachkenntnis eines Sachverständigen auf dem Gebiet der Wissenschaft, Technologie, Kunst usw. erfordert.

Gemäß Kabinettsverordnung.

Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistung und andere einschlägige Gebühren

Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistungen

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es Sicherheitsleistungen und wie wird von ihnen Gebrauch gemacht?

Kosten

Fall A

Ja.

Wenn keine der Parteien von der Zahlung der Gerichtskosten befreit ist, einigen sie sich auf der Grundlage des Berechnungsverfahrens auf den Betrag, der einem Zeugen zu zahlen ist. Dieser Betrag erhöht sich um die Verwaltungskosten.

Davon ausgenommen sind Fälle, in denen das Gericht gesetzlich zur Beweiserhebung verpflichtet ist.

Die nachstehenden Kosten werden gemäß Kabinettsverordnung erstattet:

1 ) Reisekosten

2) Unterkunft

3) Verdienstausfall

Falls Grund zur Annahme besteht, dass die Vollstreckung eines Gerichtsurteils zu einem späteren Zeitpunkt behindert oder unmöglich gemacht werden könnte, kann das Gericht oder der Richter auf begründeten Antrag des Antragstellers den Beschluss fassen, die Forderung zu sichern.

0,5 % der Forderung, wenn ein Antrag auf Sicherung der Forderung gestellt wurde, allerdings nicht weniger als 50 LVL.

Fall B

Ja.

Wenn keine der Parteien von der Zahlung der Gerichtskosten befreit ist, einigen sie sich auf der Grundlage des Berechnungsverfahrens auf den Betrag, der einem Zeugen zu zahlen ist. Dieser Betrag erhöht sich um die Verwaltungskosten.

Davon ausgenommen sind Fälle, in denen das Gericht gesetzlich zur Beweiserhebung verpflichtet ist.

Die nachstehenden Kosten werden gemäß Kabinettsverordnung erstattet:

1 ) Reisekosten

2) Unterkunft

3) Verdienstausfall

Falls Grund zur Annahme besteht, dass die Vollstreckung eines Gerichtsurteils zu einem späteren Zeitpunkt behindert oder unmöglich gemacht werden könnte, kann das Gericht oder der Richter auf begründeten Antrag des Antragstellers den Beschluss fassen, die Forderung zu sichern.

0,5 % der Forderung, wenn ein Antrag auf Sicherung der Forderung gestellt wurde, allerdings nicht weniger als 50 LVL.

Kosten für Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen

Fallstudie

Erstattung

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Prozesskosten verlangen?

Wenn Kosten nicht vollständig erstattet werden, welcher Anteil wird in der Regel erstattet?

Welche Kosten werden nicht erstattet?

Fall A

Ja.

Die Partei, zu deren Gunsten das Urteil lautet, kann sich ihre Gerichtskosten von der anderen Partei erstatten lassen.

Wenn eine Forderung teilweise erfüllt wird, werden die Gebühren für den Gerichtsvollzieher im Verhältnis zu dem Teil der Forderung erstattet, der erfüllt worden ist. Der beklagten Partei wird anteilig der Teil der Forderung erstattet, der in der Klage abgewiesen wurde.

Wenn die Klagepartei die Klage zurücknimmt, muss sie die Gerichtskosten erstatten, die der beklagten Partei entstanden sind. In einem solchen Fall werden die von der Klagepartei bezahlten Gerichtskosten nicht von der beklagten Partei erstattet. Falls die Klagepartei ihre Klage jedoch zurückzieht, weil die beklagte Partei ihrer Forderung freiwillig entsprochen hat, werden der Klagepartei ihre Kosten auf Antrag per Gerichtsbeschluss zugesprochen.

Fall B

Ja.

Die Partei, zu deren Gunsten das Urteil lautet, kann sich ihre Gerichtskosten von der anderen Partei erstatten lassen.

Wenn eine Forderung teilweise erfüllt wird, werden die Gebühren für den Gerichtsvollzieher im Verhältnis zu dem Teil der Forderung erstattet, der erfüllt worden ist. Der beklagten Partei wird anteilig der Teil der Forderung erstattet, der in der Klage abgewiesen wurde.

Wenn die Klagepartei die Klage zurücknimmt, muss sie die Gerichtskosten erstatten, die der beklagten Partei entstanden sind. In einem solchen Fall werden die von der Klagepartei bezahlten Gerichtskosten nicht von der beklagten Partei erstattet. Falls die Klagepartei ihre Klage jedoch zurückzieht, weil die beklagte Partei ihrer Forderung freiwillig entsprochen hat, werden der Klagepartei ihre Kosten auf Antrag per Gerichtsbeschluss zugesprochen.

Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen

Fallstudie

Übersetzung

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind solche Leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Fall A

Gerichtsverfahren werden in der Amtssprache des Landes geführt.

Das Gericht erkennt die Rechte von Parteien (bei denen es sich nicht um Vertreter juristischer Personen handelt) an, die die im Gerichtsverfahren verwendete Sprache nicht beherrschen. Das heißt, bei der Prüfung des Fallmaterials und bei der Teilnahme an Gerichtsverhandlungen dürfen die Dienstleistungen eines Dolmetschers in Anspruch genommen werden.

Unterschiedliche Kosten, da vertraglich vereinbart

Fall B

Gerichtsverfahren werden in der Amtssprache des Landes geführt.

Das Gericht erkennt die Rechte von Parteien (bei denen es sich nicht um Vertreter juristischer Personen handelt) an, die die im Gerichtsverfahren verwendete Sprache nicht beherrschen. Das heißt, bei der Prüfung des Fallmaterials und bei der Teilnahme an Gerichtsverhandlungen dürfen die Dienstleistungen eines Dolmetschers in Anspruch genommen werden.

Unterschiedliche Kosten, da vertraglich vereinbart

Fallstudie

Dolmetschen

Andere Kosten bei grenzübergreifenden Streitsachen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind solche Leistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Ungefähre Kosten

Fall A

Das Gericht kann auf Antrag beschließen, sein Urteil ohne inhaltliche Änderungen zu erläutern, wenn das Urteil noch nicht vollstreckt wurde und die Vollstreckungsfrist nicht abgelaufen ist.

Nicht anwendbar

Die Prozessparteien reichen Unterlagen in einer Fremdsprache zusammen mit der beglaubigten Übersetzung in die gesetzlich geforderte Amtssprache des Staates ein.

Nicht festgelegt

Fall B

Das Gericht kann auf Antrag beschließen, sein Urteil ohne inhaltliche Änderungen zu erläutern, wenn das Urteil noch nicht vollstreckt wurde und die Vollstreckungsfrist nicht abgelaufen ist.

Nicht anwendbar

Die Prozessparteien reichen Unterlagen in einer Fremdsprache zusammen mit der beglaubigten Übersetzung in die gesetzlich geforderte Amtssprache des Staates ein.

Nicht festgelegt

Letzte Aktualisierung: 12/07/2021

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Verfahrenskosten - Litauen

Diese Seite enthält Informationen über Verfahrenskosten in Litauen.

Link öffnet neues FensterFamilienrecht – Scheidung

Link öffnet neues FensterFamilienrecht – Sorgerecht für Kinder

Link öffnet neues FensterFamilienrecht – Unterhaltspflichten

Link öffnet neues FensterWirtschaftsrecht – Vertrag

Link öffnet neues FensterWirtschaftsrecht – Haftpflicht

Gebührenordnung für Rechtsberufe

1. Solicitor (solisitoriai)

Dieses Berufsbild existiert in Litauen nicht.

2. Rechtsanwalt (advokatai)

Die Honorare von Rechtsanwälten sind in Litauen nicht offiziell geregelt. Sie hängen von der Komplexität des Falls und vom Ressourcenbedarf ab. Die Gebühren dürfen jedoch den empfohlenen und von dem Justizminister sowie dem Vorsitzenden des Rates der litauischen Anwaltskammer (Lietuvos advokatų tarybos pirmininkas) gebilligten Höchstbetrag nicht überschreiten.

3. Barrister (baristeriai)

Dieses Berufsbild existiert in Litauen nicht.

4. Gerichtsvollzieher

Ein Gerichtsvollzieher wird nur beauftragt, wenn der Schuldner der Entscheidung des Gerichts nicht nachkommt und ein vollstreckbarer Titel vorliegt. Betrag, Zahlungsmodalitäten und Erlass von Vollstreckungskosten sind in den Anweisungen zur Urteilsvollstreckung geregelt. Alle Vollstreckungskosten müssen vom Vollstreckungsgläubiger getragen werden. Die Gerichtsvollziehergebühren müssen während oder nach der gerichtlichen Pfändung vom Schuldner eingezogen werden.

Der Betrag ist abhängig von der Art der Vollstreckung und der Zahl der durchgeführten Vollstreckungsmaßnahmen. Einige Vollstreckungskosten sind Fixkosten, andere werden zu einem Stundensatz von 60 LTL oder anteilig zum Wert des Vermögens, das der Vollstreckung unterliegt, berechnet.

Fixkosten

Fixkosten im Zivilverfahren

Fixkosten für die prozessführende Partei im Zivilverfahren

Die Prozesskosten im Zivilverfahren setzen sich zusammen aus den Stempelgebühren sowie den Kosten für den Anwalt, die Zustellung von Gerichtsdokumenten, Sachverständige, Zeugen, gerichtliche Pfändung usw. In einigen Fällen ist die Stempelgebühr in der Zivilprozessordnung festgehalten. Die Prozesskosten sind in Abschnitt VIII der Zivilprozessordnung (Civilinio proceso kodeksas) geregelt.

Phase des Zivilverfahrens, in der die Fixkosten der prozessführenden Parteien fällig werden

Die Stempelgebühren werden üblicherweise entrichtet, bevor die Sache vor Gericht verhandelt wird.

Fixkosten im Strafverfahren

Fixkosten für die prozessführenden Parteien im Strafverfahren

In Strafverfahren gibt es keine Fixkosten.

Fixkosten in verfassungsrechtlichen Verfahren

Fixkosten für die prozessführenden Parteien in einem verfassungsrechtlichen Verfahren

Verfassungsrechtliche Verfahren sind kostenlos, können jedoch nicht von jedermann eingeleitet werden.

Informationspflichten des Rechtsanwalts/Rechtsbeistands

Der Rechtsanwalt/Rechtsbeistand unterliegt keinerlei gesetzlichen Informationspflichten.

Von der obsiegenden Partei zu tragende Kosten

Die Prozesskosten sind in Abschnitt VIII der Zivilprozessordnung geregelt.

Kostenfestsetzung – Rechtsgrundlagen

Wo sind weitere Informationen über die Kostenfestsetzung in Litauen erhältlich?

Weitere Informationen sind dem Länderbericht Litauens im Rahmen der Studie zur KostentransparenzPDF(950 Kb)en zu entnehmen.

In welchen Sprachen sind Informationen über die Kostenfestsetzung in Litauen erhältlich?

Die Informationen sind in englischer Sprache erhältlich.

Wo kann man sich über Mediation informieren?

Weitere Informationen bietet die Website über das Link öffnet neues Fenstergerichtliche Mediationsverfahren.

Prozesskostenhilfe

Voraussetzungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe

Das litauische Gesetz unterscheidet zwischen zwei Arten von staatlich gewährter Prozesskostenhilfe:

  1. Die „primäre Prozesskostenhilfe“ (pirminė teisinė pagalba) umfasst Prozesskostenhilfe nach Maßgabe des Gesetzes über staatlich garantierte Prozesskostenhilfe, Rechtsberatung sowie die Abfassung von Schriftstücken zur Vorlage bei zentralstaatlichen und kommunalen Behörden mit Ausnahme von Verfahrensunterlagen. Ebenfalls von der Prozesskostenhilfe abgedeckt sind Beratungen zur außergerichtlichen oder gütlichen Streitbeilegung sowie die Ausarbeitung von Vergleichsvereinbarungen.
  2. Die „sekundäre Prozesskostenhilfe“ (antrinė teisinė pagalba) umfasst die Abfassung von Schriftstücken sowie die Verteidigung und Vertretung vor Gericht. Sie erstreckt sich auch auf Vollstreckungsmaßnahmen sowie die Vertretung während der außergerichtlichen Phase im Vorfeld der Verhandlung, wenn ein solches Verfahren gesetzlich oder durch einen Gerichtsbeschluss vorgesehen ist. Die Prozesskostenhilfe deckt außerdem die Prozesskosten in Zivilverfahren, in Verwaltungsverfahren sowie für eine Zivilklage in einer Strafsache ab.

Alle Staatsbürger der Republik Litauen und der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, alle sonstigen natürlichen Personen mit rechtmäßigem Wohnsitz in Litauen oder einem anderen EU-Mitgliedstaat sowie alle anderen Personen, die hierfür aufgrund der von Litauen unterzeichneten internationalen Abkommen in Frage kommen, haben unabhängig von ihrem Einkommen Anspruch auf primäre Prozesskostenhilfe.

Alle Staatsbürger der Republik Litauen und der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie alle sonstigen natürlichen Personen mit rechtmäßigem Wohnsitz in der Republik Litauen oder einem anderen EU-Mitgliedstaat können einen Antrag auf sekundäre Prozesskostenhilfe stellen. Damit der Antrag gewährt wird, dürfen Vermögen und Jahreseinkommen einer Person die im Gesetz über staatliche Prozesskostenhilfe festgelegten Obergrenzen nicht übersteigen.

Die Bedürftigkeit bemisst sich nach einheitlichen Schwellenwerten (wer einen bestimmten Betrag unterschreitet, gilt als bedürftig.

Anspruch auf Prozesskostenhilfe

Zur Ermittlung des Anspruchs auf Prozesskostenhilfe werden zwei verschiedene Vermögens- und Einkommensgrenzen zugrunde gelegt. So dürfen weder die Höhe des Vermögens und des Einkommens des Antragstellers noch sein jährliches Nettoeinkommen (in den vergangenen zwölf Monaten) die gesetzlich festgelegten Obergrenzen für einen vollen bzw. teilweisen Anspruch überschreiten.

Bei der Gewährung von sekundärer Prozesskostenhilfe ist Bedürftigkeit jedoch nicht das einzige Kriterium.

Ein voller Anspruch auf Prozesskostenhilfe besteht, wenn das Jahreseinkommen einer Person 8 000 LTL (2 318,8 EUR) zzgl. 3 000 LTL (869,6 EUR) für jeden Unterhaltsberechtigten nicht übersteigt. Ein teilweiser Anspruch auf Prozesskostenhilfe besteht, wenn das Jahreseinkommen einer Person 12 000 LTL (3 478,2 EUR) zzgl. 4 400 LTL (1 275,3 EUR) für jeden Unterhaltsberechtigten nicht übersteigt. Die Verpflichtungen des Antragstellers gegenüber seinen Unterhaltsberechtigten werden bei der Feststellung der Bedürftigkeit nicht berücksichtigt.

Die vermögens- und einkommensabhängige sekundäre Prozesskostenhilfe wird gewährt in Höhe von

  1. 100 % – wenn aufgrund von Vermögen und Einkommen der Person ein voller Anspruch besteht
  2. 50 % – wenn aufgrund von Vermögen und Einkommen der Person ein teilweiser Anspruch besteht.

Den in Artikel 12 des Prozesskostenhilfegesetzes genannten Personen (siehe unten) muss der Staat unabhängig von Vermögen und Einkommen zu 100 % sekundäre Prozesskostenhilfe gewähren. Eine Ausnahme bilden Personen, die frei über ihr Vermögen und Einkommen verfügen können (siehe Artikel 12 Unterabsatz 6). In ihrem Fall übernimmt der Staat 50 % der sekundären Prozesskostenhilfe.

Folgende Personengruppen haben gemäß Artikel 12 des litauischen Prozesskostenhilfegesetzes unabhängig von der festgestellten Vermögens- und Einkommenshöhe Anspruch auf sekundäre Prozesskostenhilfe:

  1. Personen in Strafverfahren (gemäß Artikel 51 der Strafprozessordnung) und in anderen gesetzlich festgelegten Verfahren, in denen die physische Anwesenheit eines Verteidigers vorgeschrieben ist
  2. die Geschädigten in Schadenersatzverfahren bei Schäden infolge unerlaubter Handlungen einschließlich der Geltendmachung von Ansprüchen auf Schadenersatz im Rahmen eines Strafverfahrens
  3. Personen, denen Sozialhilfe für Familien  bzw. Alleinlebende mit niedrigem Einkommen gemäß litauischem Recht gewährt wird
  4. Personen in Pflegeheimen
  5. Schwerbehinderte, erwerbsunfähige Personen, Personen im Rentenalter, Personen mit ausgeprägten besonderen Bedürfnissen. Auch ein Vormund (Pfleger) hat Anspruch auf Prozesskostenhilfe, wenn er sie zur Vertretung und Wahrung der Rechte und Interessen seines Mündels (Pflegekinds) benötigt
  6. Personen, die nachgewiesen haben, dass sie aus objektiven Gründen nicht über ihr Vermögen und ihre Mittel verfügen können und deren frei verfügbares Vermögen und Jahreseinkommen aus den genannten Gründen die gesetzlich festgelegten Schwellenwerte für die Gewährung von Prozesskostenhilfe nicht überschreitet
  7. Personen, die an schweren psychischen Störungen leiden, sofern es um ihre Zwangseinweisung und -behandlung nach dem Gesetz über Hilfen für psychisch Kranke geht. Auch ein Vormund (Pfleger) hat Anspruch auf Prozesskostenhilfe, wenn er sie zur Vertretung und Wahrung der Rechte und Interessen seines Mündels (Pflegekinds) benötigt
  8. Schuldner im Pfändungsverfahren, wenn in dessen einzige Wohnung vollstreckt wird
  9. Eltern oder andere Bevollmächtigte Minderjähriger im Zusammenhang mit Ausweisungsverfahren
  10. Minderjährige, wenn sich diese zur Wahrung ihrer gesetzlich geschützten Rechte oder Interessen eigenständig an ein Gericht wenden, mit Ausnahme von Personen, die nach dem Gesetz die Ehe eingegangen sind oder vom Gericht für geschäftsfähig erklärt wurden
  11. Personen, die sich in einem Verfahren zur Feststellung ihrer Geschäftsfähigkeit als nicht geschäftsfähig erwiesen haben
  12. Personen in Verfahren, bei denen es um die Eintragung einer Geburt geht
  13. Sonstige Personen in Angelegenheiten, die in den von der Republik Litauen unterzeichneten Verträgen vorgesehen sind.

Vergütung von Sachverständigen

Das Gericht entschädigt Sachverständige für den Verdienstausfall – an ihrer Arbeitsstelle oder bei ihrer üblichen Tätigkeit – an jedem Tag, den sie vor Gericht verbringen. Sachverständige werden für die Durchführung erforderlicher Untersuchungen bezahlt. Außerdem werden ihnen die Ausgaben im Zusammenhang mit ihrem Erscheinen vor Gericht sowie Reise- und Unterkunftskosten vergütet und ein Taggeld gewährt. Eine Partei, die die Hinzuziehung eines Sachverständigen beantragt, muss eine vom Gericht festgesetzte Vorauszahlung leisten. Beantragen beide Parteien die Hinzuziehung eines Sachverständigen, wird die Vorauszahlung von den Parteien zu gleichen Teilen getragen. Die Vorauszahlung wird auf ein Sonderkonto des Gerichts überwiesen.

Lädt das Gericht in gesetzlich (z.B. in der litauischen Zivilprozessordnung - Lietuvos Respublikos civilinis kodeksas) geregelten Fällen von sich aus Zeugen (liudytojai) oder Sachverständige ((ekspertai), werden die dafür anfallenden Kosten aus dem Staatshaushalt beglichen. Dabei kann es sich um eine Untersuchung oder eine Inaugenscheinnahme eines Tatortes handeln.

Die Höhe der Vorauszahlung richtet sich nach den voraussichtlichen Kosten. Das Gericht vergütet die Arbeit der Sachverständigen, sobald diese ihre Aufgabe erfüllt haben. Es begleicht auch die Kosten für von Spezialeinrichtungen in Rechnung gestellte Untersuchungen. Diese Zahlungen erfolgen über das Sonderkonto des Gerichts bei einem ortsansässigen Geldinstitut. Die an Sachverständige und Spezialeinrichtungen entrichteten Summen müssen, wenn kein Vorschuss von den Parteien verlangt wurde, vom Sonderkonto des Gerichts beglichen und von der unterlegenen Partei oder bei teilweise abgewiesenen Forderungen anteilsmäßig von den Parteien getragen werden. Das Justizministerium setzt die maximale Höhe dieser Kosten fest.

Vergütung von Übersetzern und Dolmetschern

Das Gericht entschädigt Übersetzer für den Verdienstausfall – an ihrer Arbeitsstelle oder bei ihrer üblichen Tätigkeit – an jedem Tag, den sie vor Gericht verbringen. Übersetzer werden für ihre Übersetzungstätigkeit bezahlt. Außerdem werden ihnen die Ausgaben im Zusammenhang mit ihrem Erscheinen vor Gericht sowie Reise- und Unterkunftskosten vergütet und ein Taggeld gewährt. Eine Partei, die dem Gericht Unterlagen vorlegt und deren Übersetzung in eine Fremdsprache wünscht, muss eine vom Gericht festgesetzte Vorauszahlung leisten.

Das Gericht muss die Kosten für Übersetzer aus den hierfür vorgesehenen staatlichen Mitteln decken, es sei denn, es handelt sich um die Übersetzung von den Parteien vorgelegten Verfahrensunterlagen in eine Fremdsprache. Die Kosten für Dolmetsch- und Übersetzungsleistungen während einer Verhandlung sind aus dem Staatshaushalt zu begleichen. Das Justizministerium setzt die maximale Höhe dieser Kosten fest.

Dokumente zum Thema

Litauens Bericht für die Studie zur KostentransparenzPDF(950 Kb)en

Letzte Aktualisierung: 06/11/2020

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 1 – familienrecht – scheidung - Litauen

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Scheidung) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, der Partei, die die Scheidung einreicht, Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Paar heiratet. Später trennt sich das Paar und beschließt, sich scheiden zu lassen.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Zwei Staatsangehörige des Mitgliedstaats A heiraten in Mitgliedstaat A. Nach der Hochzeit zieht das Paar in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat B) und nimmt dort seinen Wohnsitz. Kurz darauf trennt sich das Paar und die Ehefrau kehrt in den Mitgliedstaat A zurück, während der Ehemann im Mitgliedstaat B bleibt. Das Paar beschließt, sich scheiden zu lassen. Kurz nach ihrer Rückkehr in Mitgliedstaat A reicht die Ehefrau in Mitgliedstaat B die Scheidung ein.

Kosten in Litauen

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung (ADR)


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Fall A

Bei Ehepartnern, die eine Scheidung in beiderseitigem Einvernehmen beantragen, entfallen die Kosten für die Gerichtsverhandlung.

Parteien eines Verfahrens entrichten 10 LTL für jede zusätzliche Kopie eines Gerichtsdokuments und 1 LTL pro Seite.

Die unterlegene Partei übernimmt die Gerichtskosten der obsiegenden Partei, auch wenn erstere nicht zur Zahlung von Gerichtskosten an den Staat verpflichtet ist.

Fall B

Für ausländische natürliche oder juristische Personen gelten hinsichtlich Befreiung, Minderung, Stundung und Fristen im Zusammenhang mit Zahlungen dieselben Bedingungen wie für litauische Staatsbürger.

Wie oben

Wie oben



Fallstudie

Rechtsmittelverfahren

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Fall A

Bei Ehepartnern, die eine Scheidung in beiderseitigem Einvernehmen beantragen, entfallen die Kosten für die Gerichtsverhandlung.

Parteien eines Verfahrens entrichten 10 LTL für jede zusätzliche Kopie eines Gerichtsdokuments und 1 LTL pro Seite.

Die unterlegene Partei übernimmt die Gerichtskosten der obsiegenden Partei, auch wenn erstere nicht zur Zahlung von Gerichtskosten an den Staat verpflichtet ist.

Fall B

Wie oben

Wie oben

Wie oben



Fallstudie

Alternativen Streitschlichtung

Existiert diese Option für den beschriebenen Fall?

Kosten

Fall A

Ja. Nachdem in einem Vorgespräch die wesentlichen Streitpunkte geklärt wurden, bietet das Gericht den Parteien die Möglichkeit, einen für beide Seiten annehmbaren Kompromiss zu schließen und die Sache gütlich beizulegen.

Kostenlos

Fall B

Wie oben

Wie oben



Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständiger


Fallstudie

Rechtsanwalt

Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Fall A

Nein

Vgl. Abschnitt „Gebührenordnung für Rechtsberufe“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“

Fall B

Wie oben

Wie oben



Fallstudie

Gerichtsvollzieher

Muss ein Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Fall A

Nein

Nein. Der Gerichtsvollzieher wird erst nach Erlass eines vollstreckbaren Titels tätig.

In Abhängigkeit von den Anweisungen zur Vollstreckung des Urteils. Die Kosten werden beim Schuldner eingezogen.

Der Betrag ist abhängig von der Art der Vollstreckung und der Zahl der durchgeführten Vollstreckungsmaßnahmen. Möglich sind ein Festbetrag, ein Stundensatz von 60 LTL oder ein bestimmter Prozentsatz der zu pfändenden Gegenstände..

Fall B

Wie oben

Wie oben

Wie oben



Fallstudie

Sachverständiger

Muss ein Sachverständiger in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Das Gericht kann mit Einverständnis der Parteien in Fragen, die ein besonderes Wissen in Bereichen wie z.B. Wissenschaft, Medizin, Kunst, Technik oder Handwerk erfordern, einen Sachverständigen hinzuziehen oder ein Gutachten erstellen lassen.

Die antragstellende Partei muss eine Vorauszahlung in Höhe einer vom Gericht festgesetzten Summe leisten. Der Staat oder eine dazu autorisierte Einrichtung legt den Maximalbetrag fest. Die unterlegene Partei übernimmt die Gerichtskosten der obsiegenden Partei, auch wenn erstere nicht zur Zahlung von Gerichtskosten an den Staat verpflichtet ist.

Fall B

Wie oben

Wie oben



Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistungen und andere einschlägige Gebühren

Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistung

Andere Gebühren

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Beschreibung

Kosten

Fall A

Ja, die Zeugenentschädigungen zählen zu den Verhandlungskosten.

Vgl. Abschnitt „Vergütung von Sachverständigen“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Vgl. Abschnitt „Vergütung von Sachverständigen“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Das Gericht muss die materielle Situation der zahlungspflichtigen Partei berücksichtigen. Der Betrag hängt von der Art des Verfahrens ab und darf maximal 100 000 LTL ausmachen.

Sonstige Kosten:

1) Lokaltermin

2) Suche nach dem Beklagten;

3) Zustellung von Gerichtsdokumenten

4) Zustellung der Gerichtsentscheidung

5) Kostenersatz für die Tätigkeit als Vormund

6) sonstige erforderliche und begründete Kosten.

Vgl. Abschnitt über Sachverständigenkosten. Die Kosten für die Suche nach dem Antragsgegner müssen von der Partei, die die Suche beantragt hat, oder vom Gericht übernommen werden.

Vgl. Abschnitt über Gerichtsvollzieherkosten.

Die Vertretungstätigkeit eines Vormunds wird auf der Grundlage der vom Staat oder einer dazu autorisierten Einrichtung festgelegten Sätze und Verfahren vergütet. Die Vertretungskosten werden von der Partei getragen, auf deren Antrag ein Vormund bestellt wird. Die Kosten sind im Voraus zu bezahlen.

Fall B

Wie oben

Wie oben

Wie oben

Wie oben

Wie oben

Wie oben



Prozesskostenhilfe und sonstige Erstattungen



Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Wann und unter welchen Voraussetzungen wird Prozesskostenhilfe gewährt?

Wann erfolgt eine komplette Kostenübernahme?

Voraussetzungen?

Fall A

Zum Anspruch auf primäre Prozesskostenhilfe siehe Abschnitt „Prozesskostenhilfe“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Zum Anspruch auf sekundäre Prozesskostenhilfe siehe Abschnitt „Prozesskostenhilfe“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Bei der primären Prozesskostenhilfe übernimmt der Staat 100 % der Kosten.

Bei der sekundären Prozesskostenhilfe werden Vermögen und Einkommen einer Person berücksichtigt (vgl. Abschnitt über Prozesskostenhilfe in der Rubrik „Verfahrenskosten“).

Personen, die primäre Prozesskostenhilfe erhalten möchten, können bei der für ihren Wohnort zuständigen Kommunalbehörde einen entsprechenden Antrag stellen.

Personen, die sekundäre Prozesskostenhilfe erhalten möchten, müssen ihrem Antrag die erforderlichen Belege beifügen.

Fall B

Wie oben

Wie oben

Wie oben




Fallstudie

Erstattung

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Streitkosten verlangen?

Wenn keine komplette Kostenerstattung erfolgt: Wie hoch ist der Anteil, der üblicherweise erstattet wird?

Welche Kosten sind nicht erstattungsfähig?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe zurückzuzahlen ist?

Fall A

Für Ehepartner, die sich einvernehmlich scheiden lassen, fallen keine Streitkosten an.

Die vom Staat gewährte Prozesskostenhilfe und die beim Schuldner im Rahmen des Vollstreckungsverfahrens angefallenen Kosten.

Wenn aus den in Artikel 23 Absatz 1 Unterabsätze 1, 2 und 6 des einschlägigen Gesetzes genannten Gründen keine sekundäre Prozesskostenhilfe mehr gewährt wird. Die Kosten können von der Person, der die Prozesskostenhilfe gewährt wurde, mittels des gesetzlich vorgesehenen Verfahrens zurückgefordert werden.

Steht nach der Kostenübernahme eine Versicherung für die Kosten ein, ist die sekundäre Prozesskostenhilfe dem Staatshaushalt binnen eines Monats nach Erhalt der Versicherungssumme nach dem vom Justizminister festgelegten Verfahren zurückzuerstatten. Erstattet die betreffende Person die Kosten nicht zurück, werden sie nach dem geltenden Verfahren eingezogen.

Wird sekundäre Prozesskostenhilfe nach Artikel 12 Unterabsatz 6 des einschlägigen Gesetzes gewährt und ändern sich die Umstände (Artikel 11 Absatz 2 Unterabsatz 1), muss die betreffende Person die sekundäre Prozesskostenhilfe dem Staatshaushalt innerhalb der vorgeschriebenen Frist zurückerstatten. Erstattet die betreffende Person die Kosten nicht zurück, werden sie nach dem geltenden Verfahren eingezogen.

Wenn 50 % der sekundären Prozesskostenhilfe vom Staat übernommen werden und der Antragsteller innerhalb der vorgeschriebenen Frist seiner Verpflichtung zur Zahlung der anderen 50 % der Kosten des Zivil- oder Verwaltungsverfahrens nicht nachkommt, kann das Verfahren ohne Gerichtsentscheidung eingestellt werden. In diesem Fall muss der Antragsteller dem Staatshaushalt die sekundäre Prozesskostenhilfe innerhalb der vorgeschriebenen Frist zurückerstatten. Der Staat wird durch die zuständige Behörde vertreten.

Fall B

Wie oben

Wie oben

Wie oben

Wie oben



Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Andere Kosten bei grenzübergreifenden Streitsachen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Beschreibung

Ungefähre Kosten

Fall A

Alle Gerichtsunterlagen und deren Anhänge müssen dem Gericht in der Amtssprache vorgelegt werden.

Eine Partei, deren Gerichtsunterlagen in eine Fremdsprache übersetzt werden müssen, muss zur Deckung der Kosten eine vom Gericht festgesetzte Anzahlung leisten. Beantragen beide Parteien eine Übersetzung, wird die Anzahlung von den Parteien zu gleichen Teilen geleistet.

Personen, die der Amtssprache nicht mächtig sind, haben während des Verfahrens ein Anrecht auf Dolmetsch- bzw. Übersetzungsleistungen.

Die Kosten für Dolmetsch- und Übersetzungsleistungen trägt das Gericht aus Haushaltsmitteln.

Fall B

Wie oben

Wie oben

Wie oben

Wie oben


Letzte Aktualisierung: 06/11/2020

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 2 – familienrecht – sorgerecht - Litauen

In this case study on family law – custody of the children, Member States were asked to advise the suing party on litigation costs on litigation costs in order to consider the following situations:

Case A – National situation: Two persons have lived together unmarried for a number of years. They have a three year old child when they separate. A court decision grants custody of the child to the mother and a right of access to the father. The mother sues to limit the father’s right of access.

Case B – Transnational situation where you are a lawyer in Member State A: Two persons have lived together unmarried in a Member State (Member State B) for a number of years. They have a child together but separate immediately after the child’s birth. A court decision in Member State B gives the child’s custody to the mother with a right of access to the father. The mother and the child move to live in another Member State (Member State A) as authorized to do so by the Court decision and the father remains in Member State B. A few years later, the mother sues in Member State A to change the father’s right of access.


Kosten in Litauen

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung (ADR)


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Fall A

Die amtlichen Gebühren für Streitigkeiten getrennt lebender Elternteile zum Umgangsrecht betragen 100 LTL. Das Gericht kann diesen Betrag entsprechend dem im jeweiligen Quartal anwendbaren Verbraucherpreisindex (derzeit 132) anpassen.

Parteien eines Verfahrens entrichten 10 LTL für jede zusätzliche Kopie eines Gerichtsdokuments und 1 LTL pro Seite.

Die unterlegene Partei übernimmt die Gerichtskosten der obsiegenden Partei, auch wenn erstere nicht zur Zahlung von Gerichtskosten an den Staat verpflichtet ist.

Die amtlichen Gebühren für Streitigkeiten getrennt lebender Elternteile zum Umgangsrecht betragen 100 LTL. Das Gericht kann diesen Betrag entsprechend dem im jeweiligen Quartal anwendbaren Verbraucherpreisindex (derzeit 132) anpassen.

Parteien eines Verfahrens entrichten 10 LTL für jede zusätzliche Kopie eines Gerichtsdokuments und 1 LTL pro Seite.

Die unterlegene Partei übernimmt die Gerichtskosten der obsiegenden Partei, auch wenn erstere nicht zur Zahlung von Gerichtskosten an den Staat verpflichtet ist.

Fall B

Wie oben

Wie oben

Wie oben

Wie oben

Wie oben

Wie oben



Fallstudie

Alternative Streitbeilegung

Existiert diese Option für den beschriebenen Fall?

Kosten

Fall A

Ja. Nachdem in einem Vorgespräch die wesentlichen Streitpunkte geklärt wurden, bietet das Gericht den Parteien die Möglichkeit, einen für beide Seiten annehmbaren Kompromiss zu schließen und die Sache gütlich beizulegen.

Kostenlos

Fall B

Wie oben

Wie in Fall A



Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständiger


Fallstudie

Rechtsanwalt

Gerichtsvollzieher

Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Muss der Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Fall A

Nein

Vgl. Abschnitt über die Gebührenordnung für Rechtsberufe.

Nein

Nein

Nein. Der Gerichtsvollzieher wird erst nach Erlass eines vollstreckbaren Titels tätig.

Vollstreckungskosten: Der Gerichtsvollzieher erhält für jede Pfändungssache 60 LTL, eine Vergütung von 200 LTL sowie sonstige Vollstreckungskosten je nach Art und Menge der getroffenen Pfändungsmaßnahmen.

Fall B

Wie oben

Wie oben

Wie oben

Wie oben

Wie oben



Fallstudie

Sachverständiger

Muss ein Sachverständiger in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Das Gericht kann mit Einverständnis der Parteien in Fragen, die ein besonderes Wissen in Bereichen wie z.B. Wissenschaft, Medizin, Kunst, Technik oder Handwerk erfordern, einen Sachverständigen hinzuziehen oder ein Gutachten erstellen lassen.

Die antragstellende Partei muss eine Vorauszahlung in Höhe einer vom Gericht festgesetzten Summe leisten. Der Staat oder eine dazu autorisierte Einrichtung legt den Maximalbetrag fest. Die unterlegene Partei übernimmt die Gerichtskosten der obsiegenden Partei, auch wenn erstere nicht zur Zahlung von Gerichtskosten an den Staat verpflichtet ist.

Fall B

Wie oben

Wie oben



Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistungen und andere einschlägige Gebühren


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistung

Andere Gebühren

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Beschreibung

Kosten

Fall A

Ja, die Zeugenentschädigungen zählen zu den Verhandlungskosten.

Vgl. Abschnitt „Vergütung von Sachverständigen“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Vgl. Abschnitt „Vergütung von Sachverständigen“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Das Gericht muss die materielle Situation de zahlungspflichtigen Partei berücksichtigen. Der Betrag hängt von der Art des Verfahrens ab und darf maximal 100 000 LTL ausmachen.

Sonstige Kosten: 1) Lokaltermin; 2) Suche nach dem Beklagten; 3) Zustellung von Gerichtsdokumenten; 4) Erfüllung der Gerichtsentscheidung; 5) Kostenersatz für die Tätigkeit als Vormund; 6) sonstige erforderliche und begründete Kosten.

Vgl. Abschnitt „Vergütung von Sachverständigen“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Die Kosten für die Suche nach dem Antragsgegner müssen von der Partei, die die Suche beantragt hat, oder vom Gericht übernommen werden.

Vgl. Abschnitt über Gerichtsvollzieherkosten.

Die Vertretungstätigkeit eines Vormunds wird auf der Grundlage der vom Staat oder einer dazu autorisierten Einrichtung festgelegten Sätze und Verfahren vergütet. Die Vertretungskosten werden von der Partei getragen, auf deren Antrag ein Vormund bestellt wird. Die Kosten sind im Voraus zu bezahlen.

Fall B

Wie oben

Wie oben

Wie oben

Wie oben

Wie oben

Wie oben



Prozesskostenhilfe und sonstige Erstattungen



Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Wann und unter welchen Voraussetzungen wird Prozesskostenhilfe gewährt?

Wann erfolgt eine komplette Kostenübernahme?

Voraussetzungen?

Fall A

Zum Anspruch auf primäre Prozesskostenhilfe siehe Abschnitt „Prozesskostenhilfe“ in der Rubrik „Verfahrenskosten.

Zum Anspruch auf sekundäre Prozesskostenhilfe siehe Abschnitt „Prozesskostenhilfe“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Bei der primären Prozesskostenhilfe übernimmt der Staat 100 % der Kosten.

Bei der sekundären Prozesskostenhilfe werden Vermögen und Einkommen einer Person berücksichtigt (vgl. Abschnitt über Prozesskostenhilfe in der Rubrik „Verfahrenskosten“).

Personen, die primäre Prozesskostenhilfe erhalten möchten, können bei der für ihren Wohnort zuständigen Kommunalbehörde einen entsprechenden Antrag stellen.

Personen, die sekundäre Prozesskostenhilfe erhalten möchten, müssen ihrem Antrag die erforderlichen Belege beifügen.

Fall B

Wie oben

Wie oben

Wie oben




Fallstudie

Erstattung

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Streitkosten verlangen?

Welche Kosten sind nicht erstattungsfähig?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe zurückzuzahlen ist?

Fall A

Die obsiegende Partei kann sich die Prozesskosten von der unterlegenen Partei ersetzen lassen.

Die vom Staat gewährte Prozesskostenhilfe und die beim Schuldner im Rahmen des Vollstreckungsverfahrens angefallenen Kosten.

Wenn aus den in Artikel 23 Absatz 1 Unterabsätze 1, 2 und 6 des einschlägigen Gesetzes genannten Gründen keine sekundäre Prozesskostenhilfe mehr gewährt wird. Die Kosten können von der Person, der die Prozesskostenhilfe gewährt wurde, mittels des gesetzlich vorgesehenen Verfahrens zurückgefordert werden.

Steht nach der Kostenübernahme eine Versicherung für die Kosten ein, ist die sekundäre Prozesskostenhilfe dem Staatshaushalt binnen eines Monats nach Erhalt der Versicherungszahlung unter Berücksichtigung des vom Justizminister festgelegten Verfahrens zurückzuerstatten. Erstattet die betreffende Person die Kosten nicht zurück, werden sie nach dem geltenden Verfahren eingezogen.

Wird sekundäre Prozesskostenhilfe nach Artikel 12 Unterabsatz 6 des einschlägigen Gesetzes gewährt und ändern sich die Umstände (Artikel 11 Absatz 2 Unterabsatz 1), muss die betreffende Person die sekundäre Prozesskostenhilfe dem Staatshaushalt innerhalb der vorgeschriebenen Frist zurückerstatten. Erstattet die betreffende Person die Kosten nicht zurück, werden sie nach dem geltenden Verfahren eingezogen.

Wenn 50 % der sekundären Prozesskostenhilfe vom Staat übernommen werden und der Antragsteller innerhalb der vorgeschriebenen Frist seiner Verpflichtung zur Zahlung der anderen 50 % der Kosten des Zivil- oder Verwaltungsverfahrens nicht nachkommt, kann die Rechtssache ohne Gerichtsentscheidung eingestellt werden. In diesem Fall muss der Antragsteller dem Staatshaushalt die sekundäre Prozesskostenhilfe innerhalb der vorgeschriebenen Frist zurückerstatten. Der Staat wird durch die zuständige Behörde vertreten.



Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Fall A

Alle Gerichtsunterlagen und deren Anhänge müssen dem Gericht in der Amtssprache vorgelegt werden.

Eine Partei, deren Gerichtsunterlagen in eine Fremdsprache übersetzt werden müssen, muss zur Deckung der Gerichtskosten eine vom Gericht festgesetzte Vorauszahlung leisten. Beantragen beide Parteien eine Übersetzung, wird die Vorauszahlung von den Parteien zu gleichen Teilen getragen.

Personen, die der Amtssprache nicht mächtig sind, haben während des Verfahrens ein Anrecht auf Dolmetsch- bzw. Übersetzungsleistungen.

Die Kosten für Dolmetsch- und Übersetzungsleistungen trägt das Gericht aus Haushaltsmitteln.

Fall B

Wie oben

Wie oben

Wie oben

Wie oben


Letzte Aktualisierung: 06/11/2020

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 3 – familienrecht – unterhalt - Litauen

In dieser Fallstudie zum Familienrecht (Unterhalt) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kläger Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht spricht der Mutter das Sorgerecht zu. Einziger Streitpunkt ist die Höhe des Unterhalts, den der Vater der Mutter für den Unterhalt und die Erziehung des Kindes schuldet. Die Mutter erhebt deswegen Klage.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug – Sie sind Rechtsanwalt in Mitgliedstaat A: Ein Paar hat mehrere Jahre unverheiratet in Mitgliedstaat B zusammengelebt. Als sich das Paar trennt, ist das gemeinsame Kind drei Jahre alt. Das Gericht in Mitgliedstaat B spricht der Mutter das Sorgerecht zu. Mit Zustimmung des Vaters ziehen Mutter und Kind in einen anderen Mitgliedstaat (Mitgliedstaat A) und nehmen dort ihren Wohnsitz.

Einziger Streitpunkt ist die Höhe des Unterhalts, den der Vater der Mutter für den Unterhalt und die Erziehung des Kindes schuldet. Die Mutter erhebt deswegen in Mitgliedstaat A Klage.


Kosten in Litauen

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung (ADR)


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Fall A

Für Kläger, die auf Unterhaltszahlungen klagen, fallen keine Kosten für die gerichtliche Anhörung an.

Parteien eines Verfahrens entrichten 10 LTL für jede zusätzliche Kopie eines Gerichtsdokuments und 1 LTL pro Seite.

Die unterlegene Partei übernimmt die Gerichtskosten der obsiegenden Partei, auch wenn erstere nicht zur Zahlung von Gerichtskosten an den Staat verpflichtet ist.

Fall B

Für ausländische natürliche oder juristische Personen gelten hinsichtlich Befreiung, Minderung, Stundung und Fristen im Zusammenhang mit der Zahlung von Prozesskosten dieselben Voraussetzungen wie für litauische Staatsbürger.

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Fallstudie

Rechtsmittelverfahren

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Fall A

Für Kläger, die auf Unterhaltszahlungen klagen, fallen keine Kosten für die gerichtliche Anhörung an.

Parteien eines Verfahrens entrichten 10 LTL für eine zusätzliche Kopie eines Gerichtsdokuments und 1 LTL pro Seite.

Die unterlegene Partei übernimmt die Gerichtskosten der obsiegenden Partei, auch wenn erstere nicht zur Zahlung von Gerichtskosten an den Staat verpflichtet ist.

Fall B

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Fallstudie

Alternative Streitschlichtung

Existiert diese Option für den beschriebenen Fall?

Kosten

Fall A

Ja. Nachdem in einem Vorgespräch die wesentlichen Streitpunkte geklärt wurden, bietet das Gericht den Parteien die Möglichkeit, einen für beide Seiten annehmbaren Kompromiss zu schließen und die Sache gütlich beizulegen.

Kostenlos

Fall B

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Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständiger


Fallstudie

Rechtsanwalt

Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Fall A

Nein

Vgl. Abschnitt über die Gebührenordnung für Rechtsberufe.

Fall B

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Fallstudie

Gerichtsvollzieher

Muss der Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Fall A

Nein

Nein

Nein. Der Gerichtsvollzieher wird erst nach Erlass eines vollstreckbaren Titels tätig.

Vollstreckungskosten:

1) Regelmäßige Unterhaltszahlungen werden mittels Lohnpfändung vollstreckt. Der Gerichtsvollzieher erhält für jede Pfändungssache 30 LTL sowie sonstige Vollstreckungskosten je nach Art und Anzahl der getroffenen Pfändungsmaßnahmen.

2) Werden Unterhaltszahlungen aus dem Vermögen des Schuldners vollstreckt, sind die Vollstreckungskosten und die Vergütung des Gerichtsvollziehers von der Höhe der Forderung abhängig.

Fall B

Wie oben

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Fallstudie

Sachverständiger

Muss ein Sachverständiger in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Das Gericht kann mit Einverständnis der Parteien für Themen wie in Fragen, die ein besonderes Wissen in Bereichen wie z.B. Wissenschaft, Medizin, Kunst, Technik oder Handwerk erfordern, einen Sachverständigen hinzuziehen oder ein Gutachten erstellen lassen.

Die antragstellende Partei muss eine Vorauszahlung in Höhe einer vom Gericht festgesetzten Summe leisten. Der Staat oder eine dazu autorisierte Einrichtung legt den Maximalbetrag fest. Die unterlegene Partei übernimmt die Gerichtskosten der obsiegenden Partei, auch wenn erstere nicht zur Zahlung von Gerichtskosten an den Staat verpflichtet ist.

Fall B

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Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistungen und andere einschlägige Gebühren


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistung

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Fall A

Ja, die Zeugenentschädigungen zählen zu den Verhandlungskosten.

Ja, die Zeugenentschädigungen zählen zur den Verhandlungskosten.

Vgl. Abschnitt „Vergütung von Sachverständigen“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Vgl. Abschnitt „Vergütung von Sachverständigen“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Fall B

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Fallstudie

Andere Gebühren

Beschreibung

Kosten

Fall A

Sonstige Kosten: 1) Lokaltermin; 2) Suche nach dem Beklagten; 3) Zustellung von Gerichtsdokumenten; 4) Erfüllung der Gerichtsentscheidung; 5) Kostenersatz für die Tätigkeit als Vormund; 6) sonstige erforderliche und begründete Kosten.

Vgl. Abschnitt „Vergütung von Sachverständigen“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“. Die Kosten für die Suche nach dem Antragsgegner müssen von der Partei, die die Suche beantragt hat, oder vom Gericht übernommen werden.

Vgl. Abschnitt über Gerichtsvollzieherkosten.

Die Vertretungstätigkeit eines Vormunds wird auf der Grundlage der vom Staat oder einer dazu autorisierten Einrichtung festgelegten Sätze und Verfahren vergütet. Die Vertretungskosten werden von der Partei getragen, auf deren Antrag ein Vormund bestellt wird. Die Kosten sind im Voraus zu bezahlen.

Fall B

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Prozesskostenhilfe und sonstige Erstattungen



Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Wann und unter welchen Voraussetzungen wird Prozesskostenhilfe gewährt?

Wann erfolgt eine komplette Kostenübernahme?

Voraussetzungen?

Fall A

Zum Anspruch auf primäre Prozesskostenhilfe siehe Abschnitt „Prozesskostenhilfe“ in der Rubrik „Verfahrenskosten.

Zum Anspruch auf sekundäre Prozesskostenhilfe siehe Abschnitt „Prozesskostenhilfe“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Bei der primären Prozesskostenhilfe übernimmt der Staat 100 % der Kosten.

Bei der sekundären Prozesskostenhilfe werden Vermögen und Einkommen einer Person berücksichtigt (vgl. Abschnitt über Prozesskostenhilfe in der Rubrik „Verfahrenskosten“).

Personen, die primäre Prozesskostenhilfe erhalten möchten, können bei der für ihren Wohnort zuständigen Kommunalbehörde einen entsprechenden Antrag stellen.

Personen, die sekundäre Prozesskostenhilfe erhalten möchten, müssen bei der Antragstellung Nachweise für ihre Anspruchsberechtigung vorlegen.




Fallstudie

Erstattung

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Streitkosten verlangen?

Wenn keine komplette Kostenerstattung erfolgt: Wie hoch ist der Anteil, der üblicherweise erstattet wird?

Welche Kosten sind nicht erstattungsfähig?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe zurückzuzahlen ist?

Fall A

Die obsiegende Partei kann sich die Prozesskosten von der unterlegenen Partei ersetzen lassen.

Wenn aus den in Artikel 23 Absatz 1 Unterabsätze 1, 2 und 6 des einschlägigen Gesetzes genannten Gründen keine sekundäre Prozesskostenhilfe mehr gewährt wird Die Kosten können von der Person, der die Prozesskostenhilfe gewährt wurde, mittels des gesetzlich vorgesehenen Verfahrens zurückgefordert werden.

Steht nach der Kostenübernahme eine Versicherung für die Kosten ein, ist die sekundäre Prozesskostenhilfe dem Staatshaushalt binnen eines Monats nach Erhalt der Versicherungszahlung unter Berücksichtigung des vom Justizminister festgelegten Verfahrens zurückzuerstatten. Erstattet die betreffende Person die Kosten nicht zurück, werden sie nach dem geltenden Verfahren eingezogen.

Wird sekundäre Prozesskostenhilfe nach Artikel 12 Unterabsatz 6 des einschlägigen Gesetzes gewährt und ändern sich die Umstände (Artikel 11 Absatz 2 Unterabsatz 1), muss die betreffende Person die sekundäre Prozesskostenhilfe dem Staatshaushalt innerhalb der vorgeschriebenen Frist zurückerstatten. Erstattet die betreffende Person die Kosten nicht zurück, werden sie nach dem geltenden Verfahren eingezogen.

Wenn 50 % der sekundären Prozesskostenhilfe vom Staat übernommen werden und der Antragsteller innerhalb der vorgeschriebenen Frist seiner Verpflichtung zur Zahlung der anderen 50 % der Kosten des Zivil- oder Verwaltungsverfahrens nicht nachkommt, kann die Rechtssache ohne Gerichtsentscheidung eingestellt werden. In diesem Fall muss der Antragsteller dem Staatshaushalt die sekundäre Prozesskostenhilfe innerhalb der vorgeschriebenen Frist zurückerstatten. Der Staat wird durch die zuständige Behörde vertreten.

Die vom Staat gewährte Prozesskostenhilfe und die beim Schuldner im Rahmen des Vollstreckungsverfahrens angefallenen Kosten.

Wenn aus den in Artikel 23 Absatz 1 Unterabsätze 1, 2 und 6 des einschlägigen Gesetzes genannten Gründen keine sekundäre Prozesskostenhilfe mehr gewährt wird Die Kosten können von der Person, der die Prozesskostenhilfe gewährt wurde, mittels des gesetzlich vorgesehenen Verfahrens zurückgefordert werden.

Steht nach der Kostenübernahme eine Versicherung für die Kosten ein, ist die sekundäre Prozesskostenhilfe dem Staatshaushalt binnen eines Monats nach Erhalt der Versicherungszahlung unter Berücksichtigung des vom Justizminister festgelegten Verfahrens zurückzuerstatten. Erstattet die betreffende Person die Kosten nicht zurück, werden sie nach dem geltenden Verfahren eingezogen.

Wird sekundäre Prozesskostenhilfe nach Artikel 12 Unterabsatz 6 des einschlägigen Gesetzes gewährt und ändern sich die Umstände (Artikel 11 Absatz 2 Unterabsatz 1), muss die betreffende Person die sekundäre Prozesskostenhilfe dem Staatshaushalt innerhalb der vorgeschriebenen Frist zurückerstatten. Erstattet die betreffende Person die Kosten nicht zurück, werden sie nach dem geltenden Verfahren eingezogen.

Wenn 50 % der sekundären Prozesskostenhilfe vom Staat übernommen werden und der Antragsteller innerhalb der vorgeschriebenen Frist seiner Verpflichtung zur Zahlung der anderen 50 % der Kosten des Zivil- oder Verwaltungsverfahrens nicht nachkommt, kann die Rechtssache ohne Gerichtsentscheidung eingestellt werden. In diesem Fall muss der Antragsteller dem Staatshaushalt die sekundäre Prozesskostenhilfe innerhalb der vorgeschriebenen Frist zurückerstatten.

Muss sekundäre Prozesskostenhilfe eingezogen werden, ist eine Vertretung des Staats durch die zuständige Behörde erforderlich.



Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Fall A

Alle Gerichtsunterlagen und deren Anhänge müssen dem Gericht in der Amtssprache vorgelegt werden.

Eine Partei, deren Gerichtsunterlagen in eine Fremdsprache übersetzt werden müssen, muss zur Deckung der Gerichtskosten eine vom Gericht festgesetzte Vorauszahlung leisten. Beantragen beide Parteien eine Übersetzung, wird die Vorauszahlung von den Parteien zu gleichen Teilen getragen.

Personen, die der Amtssprache nicht mächtig sind, haben während des Verfahrens ein Anrecht auf Dolmetsch- bzw. Übersetzungsleistungen.

Die Kosten für Dolmetsch- und Übersetzungsleistungen trägt das Gericht aus Haushaltsmitteln.

Fall B

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Wie oben

Wie oben

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Letzte Aktualisierung: 06/11/2020

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 4 – handelsrecht – vertragsrecht - Litauen

In dieser Fallstudie zum Handelsrecht (Vertragsrecht) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Verkäufer Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Unternehmen liefert Waren im Wert von 20 000 EUR. Der Käufer zahlt nicht, weil die Waren seiner Ansicht nach nicht dem entsprechen, was vereinbart war.

Der Verkäufer beschließt, auf Zahlung des vollen Kaufpreises zu klagen.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Ein Unternehmen mit Sitz in Mitgliedstaat B liefert Waren im Wert von 20 000 EUR an einen Käufer in Mitgliedstaat A. Der Vertrag ist in der Sprache des Mitgliedstaats B abgefasst und unterliegt dem Recht dieses Staats. Der Käufer in Mitgliedstaat A zahlt nicht, weil die Waren seiner Ansicht nach nicht dem entsprechen, was vereinbart war. Der Verkäufer beschließt, in Mitgliedstaat A auf der Grundlage des geschlossenen Kaufvertrags auf Zahlung des vollen Kaufpreises zu klagen.

Kosten in Litauen

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung (ADR)


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

ADR

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Existiert diese Option für den beschriebenen Fall?

Fall A

Stempelgebühr 3 %, mindestens aber 50 LTL (bei dinglichen Klagen, in denen die Forderung maximal 100 000 LTL bzw. 29 000 EUR beträgt).

Parteien eines Verfahrens entrichten 10 LTL für jede zusätzliche Kopie eines Gerichtsdokuments und 1 LTL pro Seite.

Kosten im Zusammenhang mit der Anhörung: 1) Lokaltermin; 2) Suche nach dem Beklagten; 3) Zustellung von Gerichtsdokumenten; 4) Erfüllung der Gerichtsentscheidung; 5) Kostenersatz für treuhänderische Tätigkeit; 6) sonstige erforderliche und begründete Kosten.

Stempelgebühr 3 %, mindestens aber 50 LTL (bei dinglichen Klagen, in denen die Forderung maximal 100 000 LTL bzw. 29 000 EUR beträgt).

Parteien eines Verfahrens entrichten 10 LTL für jede zusätzliche Kopie eines Gerichtsdokuments und 1 LTL pro Seite.

Kosten im Zusammenhang mit der Anhörung: 1) Lokaltermin; 2) Suche nach dem Beklagten; 3) Zustellung von Gerichtsdokumenten; 4) Erfüllung der Gerichtsentscheidung; 5) Kostenersatz für treuhänderische Tätigkeit; 6) sonstige erforderliche und begründete Kosten.

Ja



Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständiger


Fallstudie

Rechtsanwalt

Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Fall A

Nein

Vgl. Abschnitt über die Gebührenordnung für Rechtsberufe in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Fall B



Fallstudie

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger

Muss der Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Muss ein Sachverständiger in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Nein

Nein

Nein. Der Gerichtsvollzieher wird erst nach Erlass eines vollstreckbaren Titels tätig.

Vollstreckungskosten: 1) 600 LTL bei Forderungen zwischen 50 000 LTL (ca. 15 000 EUR) und 100 000 LTL (ca. 29 000 EUR) plus 6 % (mindestens jedoch 4000 LTL) der vollstreckbaren Forderung als Vergütung und sonstige Vollstreckungskosten je nach Art und Anzahl der getroffenen Maßnahmen;

2) in Abhängigkeit von der Höhe der Forderung.

Das Gericht kann mit Einverständnis der Parteien in Fragen, die ein besonderes Wissen in Bereichen wie z.B. Wissenschaft, Medizin, Kunst, Technik oder Handwerk erfordern, einen Sachverständigen hinzuziehen oder ein Gutachten erstellen lassen.

Die antragstellende Partei muss eine Vorauszahlung in Höhe einer vom Gericht festgesetzten Summe leisten. Der Staat oder eine dazu autorisierte Einrichtung legt den Maximalbetrag fest. Die unterlegene Partei übernimmt die Gerichtskosten der obsiegenden Partei, auch wenn erstere nicht zur Zahlung von Gerichtskosten an den Staat verpflichtet ist.

Fall B

Nein

Nein

Wie oben.



Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistungen und andere einschlägige Gebühren


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistung

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Fall A

Ja, die Zeugenentschädigungen zählen zu den Verhandlungskosten.

Vgl. Abschnitt „Vergütung von Sachverständigen“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Vgl. Abschnitt „Vergütung von Sachverständigen“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Das Gericht muss die materielle Situation der zahlungspflichtigen Partei berücksichtigen. Der Betrag hängt von der Art des Verfahrens ab und darf maximal 100 000 LTL ausmachen.

Fall B

Wie oben

Wie oben

Wie oben

Wie oben



Fallstudie

Andere Gebühren

Beschreibung

Kosten

Fall A

Sonstige Kosten: 1) Lokaltermin; 2) Suche nach dem Beklagten; 3) Zustellung von Gerichtsdokumenten; 4) Erfüllung der Gerichtsentscheidung; 5) Kostenersatz für treuhänderische Tätigkeiten; 6) sonstige erforderliche und begründete Kosten.

Vgl. Abschnitt „Vergütung von Sachverständigen“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“. Die Kosten für die Suche nach dem Antragsgegner müssen von der Partei, die die Suche beantragt hat, oder vom Gericht übernommen werden.

Vgl. Abschnitt über Gerichtsvollzieherkosten.

Die Vertretungstätigkeit eines Treuhänders wird auf der Grundlage der vom Staat oder einer dazu autorisierten Einrichtung festgelegten Sätze und Verfahren vergütet. Die Vertretungskosten werden von der Partei getragen, auf deren Antrag ein Treuhänder bestellt wird. Die Kosten sind im Voraus zu bezahlen.

Fall B

Wie oben

Wie oben



Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen



Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Erstattung

Wann und unter welchen Voraussetzungen wird Prozesskostenhilfe gewährt?

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Streitkosten verlangen?

Fall A

Prozesskostenhilfe ist nicht zulässig.

Die obsiegende Partei kann sich die Prozesskosten von der unterlegenen Partei ersetzen lassen.

Fall B


Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Fall A

Alle Gerichtsunterlagen und deren Anhänge müssen dem Gericht in der Amtssprache vorgelegt werden.

Personen, die der Amtssprache nicht mächtig sind, haben während des Verfahrens ein Anrecht auf Dolmetsch- bzw. Übersetzungsleistungen.

Die Kosten für Dolmetsch- und Übersetzungsleistungen trägt das Gericht aus Haushaltsmitteln.

Fall B

Wie oben

Wie oben

Letzte Aktualisierung: 06/11/2020

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

Fallstudie 5 – handelsrecht – haftung - Litauen

In dieser Fallstudie zum Handelsrecht (Haftung) wurden die Mitgliedstaaten gebeten, dem Kunden Auskunft über die Prozesskosten bei folgenden Fallkonstellationen zu erteilen:

Fall A – Fall ohne Auslandsbezug: Ein Hersteller von Heizgeräten liefert ein Heizgerät an einen Installateur. Der Installateur verkauft das Gerät weiter und installiert es im Haus des Kunden. Kurz danach bricht ein Brand aus. Alle Beteiligten (Heizgerätehersteller, Installateur, Kunde) sind versichert. Die Ursache des Feuers ist umstritten. Niemand will den Kunden entschädigen.

Der Kunde beschließt, Schadenersatzklage gegen den Heizgerätehersteller, den Installateur und die Versicherungsgesellschaften zu erheben.

Fall B – Fall mit Auslandsbezug: Ein Heizgerätehersteller in Mitgliedstaat B liefert ein Heizgerät an einen Installateur in Mitgliedstaat C. Der Installateur verkauft das Gerät weiter und installiert es im Haus des Kunden in Mitgliedstaat A. Kurz danach bricht ein Brand aus. Alle Beteiligten (Heizgerätehersteller, Installateur und Kunde) sind in ihrem eigenen Mitgliedstaat versichert. Die Ursache des Feuers ist umstritten. Niemand will den Kunden entschädigen.

Der Kunde beschließt, in Mitgliedstaat A Schadenersatzklage gegen den Heizgerätehersteller, den Installateur und die Versicherungsgesellschaft in Mitgliedstaat A zu erheben.

Kosten in Litauen

Kosten für erstinstanzliche Verfahren, Rechtsmittelverfahren und Verfahren der alternativen Streitschlichtung (ADR)


Fallstudie

Erstinstanzliches Verfahren

Rechtsmittelverfahren

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Gerichtsgebühren nach Eingang der Klage/des Antrags

Ausfertigungsgebühren

Andere Gebühren

Fall A

Stempelgebühr 3 %, mindestens aber 50 LTL (in dinglichen Klagen, in denen die Forderung maximal 100 000 LTL bzw. 29 000 EUR beträgt).

Parteien eines Verfahrens entrichten 10 LTL für jede zusätzliche Kopie eines Gerichtsdokuments und 1 LTL pro Seite.

Kosten im Zusammenhang mit der Anhörung:

1) Lokaltermin;

2) Suche nach dem Beklagten;

3) Zustellung von Gerichtsdokumenten;

4) Erfüllung der Gerichtsentscheidung;
5) Kostenersatz für treuhänderische Verwaltung;
6) sonstige erforderliche und begründete Kosten.

Stempelgebühr 3 %, mindestens aber 50 LTL (in dinglichen Klagen, in denen die Forderung maximal 100 000 LTL bzw. 29 000 EUR beträgt).

Parteien eines Verfahrens entrichten 10 LTL für jede zusätzliche Kopie eines Gerichtsdokuments und 1 LTL pro Seite.

Kosten im Zusammenhang mit der Anhörung:

1) Lokaltermin;

2) Suche nach dem Beklagten;

3) Zustellung von Gerichtsdokumenten;

4) Erfüllung der Gerichtsentscheidung;
5) Kostenersatz für treuhänderische Verwaltung;
6) sonstige erforderliche und begründete Kosten.



Rechtsanwalt, Gerichtsvollzieher und Sachverständiger


Fallstudie

Rechtsanwalt

Besteht Anwaltszwang?

Durchschnittliche Kosten

Fall A

Nein

Vgl. Abschnitt über die Gebührenordnung für Rechtsberufe in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Fall B



Fallstudie

Gerichtsvollzieher

Sachverständiger

Muss der Gerichtsvollzieher in Anspruch genommen werden?

Kosten vor Urteilsverkündung

Kosten nach Urteilsverkündung

Muss ein Sachverständiger in Anspruch genommen werden?

Kosten

Fall A

Nein

Nein

Nein. Der Gerichtsvollzieher wird erst nach Erlass eines vollstreckbaren Titels tätig.

Vollstreckungskosten: 1) 600 LTL bei Forderungen zwischen 50 000 LTL (ca. 15 000 EUR) und 100 000 LTL (ca. 29 000 EUR) plus 6 %, aber mindestens 4000 LTL der vollstreckbaren Forderung zuzüglich sonstiger Vollstreckungskosten je nach Art und Anzahl der getroffenen Maßnahmen.

2) Die Vergütung des Gerichtsvollziehers ist abhängig von der Höhe der Forderung.

Das Gericht kann mit Einverständnis der Parteien in Fragen, die ein besonderes Wissen in Bereichen wie z.B. Wissenschaft, Medizin, Kunst, Technik oder Handwerk erfordern, einen Sachverständigen hinzuziehen oder ein Gutachten erstellen lassen.

Die antragstellende Partei muss eine Vorauszahlung in Höhe einer vom Gericht festgesetzten Summe leisten. Der Staat oder eine dazu autorisierte Einrichtung legt den Maximalbetrag fest. Die unterlegene Partei übernimmt die Gerichtskosten der obsiegenden Partei, auch wenn erstere nicht zur Zahlung von Gerichtskosten an den Staat verpflichtet ist.

Fall B

Nein

Nein

Wie in Fall A



Kosten für Zeugenentschädigung, Sicherheitsleistungen und andere einschlägige Gebühren


Fallstudie

Zeugenentschädigung

Sicherheitsleistung

Erhalten Zeugen eine Entschädigung?

Kosten

Gibt es das? Wann und wie wird davon Gebrauch gemacht?

Kosten

Fall A

Ja, die Zeugenentschädigungen zählen zu den Verhandlungskosten.

Vgl. Abschnitt „Vergütung von Sachverständigen“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Vgl. Abschnitt „Vergütung von Sachverständigen“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Das Gericht muss die materielle Situation der zahlungspflichtigen Partei berücksichtigen. Der Betrag hängt von der Art des Verfahrens ab und darf maximal 100 000 LTL ausmachen.



Fallstudie

Andere Gebühren

Beschreibung

Kosten

Fall A

Sonstige Kosten: 1) Lokaltermin; 2) Suche nach dem Beklagten; 3) Zustellung von Gerichtsdokumenten; 4) Erfüllung der Gerichtsentscheidung; 5) Kostenersatz für treuhänderische Verwaltung; 6) sonstige erforderliche und begründete Kosten.

Vgl. Abschnitt „Vergütung von Sachverständigen“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“. Die Kosten für die Suche nach dem Antragsgegner müssen von der Partei, die die Suche beantragt hat, oder vom Gericht übernommen werden.

Vgl. Abschnitt über Gerichtsvollzieherkosten.

Die Vertretungstätigkeit eines Treuhänders wird auf der Grundlage der vom Staat oder einer dazu autorisierten Einrichtung festgelegten Sätze und Verfahren vergütet. Die Vertretungskosten werden von der Partei getragen, auf deren Antrag ein Treuhänder bestellt wird. Die Kosten sind im Voraus zu bezahlen.

Fall B



Prozesskostenhilfe und andere Erstattungen



Fallstudie

Prozesskostenhilfe

Wann und unter welchen Voraussetzungen wird Prozesskostenhilfe gewährt?

Wann erfolgt eine komplette Kostenübernahme?

Voraussetzungen?

Fall A

Zum Anspruch auf primäre Prozesskostenhilfe siehe Abschnitt „Prozesskostenhilfe“ in der Rubrik „Verfahrenskosten.

Zum Anspruch auf sekundäre Prozesskostenhilfe siehe Abschnitt „Prozesskostenhilfe“ in der Rubrik „Verfahrenskosten“.

Bei der primären Prozesskostenhilfe übernimmt der Staat 100 % der Kosten.

Bei der sekundären Prozesskostenhilfe werden Vermögen und Einkommen einer Person berücksichtigt (vgl. Abschnitt über Prozesskostenhilfe).

Personen, die primäre Prozesskostenhilfe erhalten möchten, können bei der für ihren Wohnort zuständigen Kommunalbehörde einen entsprechenden Antrag stellen.

Personen, die sekundäre Prozesskostenhilfe erhalten möchten, müssen bei der Antragstellung Nachweise für ihre Anspruchsberechtigung vorlegen.

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A

Wie in Fall A




Fallstudie

Erstattung

Kann die obsiegende Partei die Erstattung der Streitkosten verlangen?

Welche Kosten sind nicht erstattungsfähig?

Gibt es Fälle, in denen die Prozesskostenhilfe zurückzuzahlen ist?

Fall A

Die obsiegende Partei kann sich die Prozesskosten von der unterlegenen Partei ersetzen lassen.

Die staatlich gewährte Prozesskostenhilfe darf weder Kosten abdecken, die von der unterlegenen Partei getragen werden müssen, noch Kosten, die im Rahmen des Vollstreckungsverfahrens angefallen sind.

Wenn aus den in Artikel 23 Absatz 1 Unterabsätze 1, 2 und 6 des einschlägigen Gesetzes genannten Gründen keine sekundäre Prozesskostenhilfe mehr gewährt wird. Die Kosten können von der Person, der die Prozesskostenhilfe gewährt wurde, mittels des gesetzlich vorgesehenen Verfahrens zurückgefordert werden.

Steht nach der Kostenübernahme eine Versicherung für die Kosten ein, ist die sekundäre Prozesskostenhilfe dem Staatshaushalt binnen eines Monats nach Erhalt der Versicherungszahlung unter Berücksichtigung des vom Justizminister festgelegten Verfahrens zurückzuerstatten. Erstattet die betreffende Person die Kosten nicht zurück, werden sie nach dem geltenden Verfahren eingezogen.

Wird sekundäre Prozesskostenhilfe nach Artikel 12 Unterabsatz 6 des einschlägigen Gesetzes gewährt und ändern sich die Umstände (Artikel 11 Absatz 2 Unterabsatz 1), muss die betreffende Person die sekundäre Prozesskostenhilfe dem Staatshaushalt innerhalb der vorgeschriebenen Frist zurückerstatten. Erstattet die betreffende Person die Kosten nicht zurück, werden sie nach dem geltenden Verfahren eingezogen.

Wenn 50 % der sekundären Prozesskostenhilfe vom Staat übernommen werden und der Antragsteller innerhalb der vorgeschriebenen Frist seiner Verpflichtung zur Zahlung der anderen 50 % der Kosten des Zivil- oder Verwaltungsverfahrens nicht nachkommt, kann die Rechtssache ohne Gerichtsentscheidung eingestellt werden. In diesem Fall muss der Antragsteller dem Staatshaushalt die sekundäre Prozesskostenhilfe innerhalb der vorgeschriebenen Frist zurückerstatten.

Muss sekundäre Prozesskostenhilfe eingezogen werden, ist eine Vertretung des Staats durch die zuständige Behörde erforderlich.

Fall B

Wie in Fall A

Wie in Fall A



Kosten für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen


Fallstudie

Übersetzung

Dolmetschen

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Übersetzungsleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Wann und unter welchen Voraussetzungen sind Dolmetschleistungen notwendig?

Ungefähre Kosten

Fall A

Alle Gerichtsunterlagen und deren Anhänge müssen dem Gericht in der Amtssprache vorgelegt werden.

Eine Partei, deren Gerichtsunterlagen in eine Fremdsprache übersetzt werden müssen, muss zur Deckung der Gerichtskosten eine vom Gericht festgesetzte Vorauszahlung leisten. Beantragen beide Parteien eine Übersetzung, wird die Vorauszahlung von den Parteien zu gleichen Teilen getragen.

Personen, die der Amtssprache nicht mächtig sind, haben während des Verfahrens ein Anrecht auf Dolmetsch- bzw. Übersetzungsleistungen.

Die Kosten für Dolmetsch- und Übersetzungsleistungen trägt das Gericht aus Haushaltsmitteln.

Fall B

Entsprechend der nationalen Situation

Entsprechend der nationalen Situation

Entsprechend der nationalen Situation

Entsprechend der nationalen Situation


Letzte Aktualisierung: 06/11/2020

Die verschiedenen Sprachfassungen dieser Seite werden von den betreffenden Mitgliedstaaten verwaltet. Die Übersetzung wurde vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission angefertigt. Es kann sein, dass Änderungen der zuständigen Behörden im Original in den Übersetzungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Kommission übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für Informationen, die dieses Dokument enthält oder auf die es verweist. Angaben zum Urheberrechtsschutz für EU-Websites sind dem rechtlichen Hinweis zu entnehmen.

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Verfahrenskosten - Luxemburg

Auf dieser Seite finden Sie Angaben zu den Verfahrenskosten im Großherzogtum Luxemburg.

Gebührenordnung für Rechtsberufe

Gerichtsvollzieher

Die Gebühren für Gerichtsvollzieher sind in der geänderten großherzoglichen Verordnung vom 24. Januar 1991 über die Gebührenordnung für Gerichtsvollzieher geregelt. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Website der Link öffnet neues FensterGerichtsvollzieherkammer des Großherzogtums Luxemburg.

Rechtsanwälte

Nach Artikel 38 des Gesetzes vom August 1991 über den Berufsstand des Rechtsanwalts in der geänderten Fassung legt der Rechtsanwalt sein Honorar selbst fest und berechnet seine Auslagen. Bei der Bestimmung seines Honorars berücksichtigt er verschiedene Aspekte wie die Bedeutung der Sache, den Schwierigkeitsgrad, das erzielte Ergebnis sowie die Vermögenssituation seines Mandanten. Sollte die Höhe des Honorars das vernünftige Maß übersteigen, kann es vom Vorstand der Rechtsanwaltskammer nach Prüfung der vorstehenden Aspekte gekürzt werden. Näheres hierzu erfahren Sie auf der Website der Link öffnet neues FensterAnwaltschaft Luxemburg.

Feste Verfahrenskosten

Kosten in Zivilverfahren

Wird ein Zivilgericht mit einer Streitigkeit befasst, entstehen an Kosten lediglich die Gebühren für den Gerichtsvollzieher und den Rechtsanwalt. Grundsätzlich entstehen bei Sachen, die vor Zivilgerichten verhandelt werden, keine Kosten. Nach dem Urteil können Folgekosten entstehen, und zwar bei Vollstreckung der Entscheidung auf Antrag der obsiegenden Partei.

Kosten in Strafverfahren

Kosten für alle Verfahrensbeteiligten in Strafverfahren

Die Ausfertigung einer Entscheidung eines Strafgerichts wird mit 0,25 EUR pro Seite in Rechnung gestellt. Mit Ausnahme der Gebühren, die für Abschriften der Ermittlungsakten erhoben werden und grundsätzlich mit dem gleichen Betrag von dem Rechtsanwalt erhoben werden, der die Abschrift beantragt hat, entstehen keine weiteren Kosten.

Wann müssen die Kosten entrichtet werden?

Nach Artikel 59 der Strafprozessordnung (Code d’instruction criminelle) hat die das Verfahren beantragende Partei (also der Kläger), sofern sie keine Prozesskostenhilfe erhalten hat, bei der Gerichtskasse einen Betrag in Höhe der vermutlichen Verfahrenskosten einzuzahlen.

Der Untersuchungsrichter stellt per Beschluss die Klageeinreichung fest. Unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Situation des Klägers legt er den zu hinterlegenden Betrag sowie die Frist fest, innerhalb deren der Betrag zu hinterlegen ist; wird die Frist überschritten, gilt die Klage als unzulässig. Er kann eine klagende Partei, die nicht über ausreichende Mittel verfügt, auch von der Hinterlegung befreien.

Dieses Verfahren gilt allerdings nur für Klagen mit Zivilpartei, die bei einem Untersuchungsrichter erhoben werden. Bei Klagen und Anzeigen bei einer Staatsanwaltschaft bzw. bei Erhebung einer Nebenklage vor dem in der Sache entscheidenden Gericht (wenn bei einem laufenden Verfahren in der Verhandlung Klage eingereicht wird) werden keine Gerichtskosten erhoben.

Kosten in verfassungsrechtlichen Verfahren

In diesen Verfahren entstehen keine besonderen festen Kosten.

Aufklärungspflicht des Rechtsanwalts / Rechtsbeistands

Rechte und Pflichten der Parteien

Nach der Geschäftsordnung der Anwaltskammer Luxemburg vom 16. März 2005 in der geänderten Fassung sind Rechtsbeistände (Rechtsanwälte) grundsätzlich zur vorherigen Aufklärung von Parteien verpflichtet, die unter Umständen ein Gerichtsverfahren anstreben. Nach dieser Aufklärung sollten sie über ihre Rechte und Pflichten, ihre Erfolgsaussichten und die Kosten Bescheid wissen, die gegebenenfalls auf sie zukommen, und zwar auch bei Verlieren des Prozesses.

Kostenfestsetzung - Rechtsgrundlagen

Wo kann man sich über die Verfahrenskosten in Luxemburg informieren?

  • In erster Linie in den bereits genannten Rechtsvorschriften und auf den entsprechenden Websites
  • Beim Rechtsinformationsdienst für Bürger bei der Generalstaatsanwaltschaft
  • In bei der Generalstaatsanwaltschaft abgehaltenen kostenlosen Beratungen über die Rechte der Frau.

In welchen Sprachen sind Informationen über die Verfahrenskosten in Luxemburg erhältlich?

  • Die Rechtsvorschriften liegen auf Französisch vor.
  • Weitere Auskünfte und hier vor allem die mündlichen Auskünfte der oben genannten Beratungsstellen und -einrichtungen sind auf Englisch, Deutsch, Französisch und Luxemburgisch erhältlich.

Wo kann man sich über Mediation informieren?

Informationen über Mediation finden Sie auf der Website des Link öffnet neues FensterLuxemburgischen Verbandes für Mediation und zugelassene Mediatoren (ALMA Asbl) („Association Luxembourgeoise de la Médiation et des médiateurs agréés“), auf der Website der Link öffnet neues FensterMediationsstelle der Anwaltschaft Luxemburg (CMBL) („Centre de médiation du Barreau de Luxembourg“) und auf der Website des Link öffnet neues FensterJustizministeriums.

Prozesskostenhilfe

Anwendbare Einkommensgrenze für Angeklagte in Strafverfahren

In welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen kann ein Antrag auf Prozesskostenhilfe gestellt werden?

Natürliche Personen, die über unzureichende finanzielle Mittel verfügen, haben im Großherzogtum Luxemburg Anspruch auf Prozesskostenhilfe zur Wahrung ihrer Interessen, sofern sie luxemburgische Staatsangehörige sind oder ausländische Staatsbürger, die legal in Luxemburg ansässig sind, oder Staatsangehörige eines Mitgliedstaats der Europäischen Union oder ausländische Staatsbürger, die den luxemburgischen Staatsbürgern im Bereich der Beratungs- und Prozesskostenhilfe durch einen internationalen Vertrag gleichgestellt sind.

Anspruch auf Prozesskostenhilfe haben ferner ausländische Staatsbürger mit Wohn- oder Aufenthaltsort in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union (mit Ausnahme von Dänemark) in zivil- und handelsrechtlichen Streitsachen mit grenzübergreifendem Bezug, die unter die Richtlinie 2003/8/EG des Rates vom 27. Januar 2003 zur Verbesserung des Zugangs zum Recht bei Streitsachen mit grenzüberschreitendem Bezug durch Festlegung gemeinsamer Mindestvorschriften für die Prozesskostenhilfe in derartigen Streitsachen fallen.

In Zivil- und Handelssachen kann Prozesskostenhilfe ferner den in Unterabsatz 1 genannten Personen gewährt werden, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Luxemburg haben, um sich von einem Rechtsanwalt in Luxemburg rechtlich beraten zu lassen sowie gegebenenfalls die Unterlagen für einen Antrag auf Prozesskostenhilfe in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union zusammenstellen zu lassen, bis der Antrag auf Prozesskostenhilfe dort eingegangen ist; so ist es in der bereits genannten Richtlinie 2003/8/EG des Rates vom 27. Januar 2003 geregelt.

Bei asylrechtlichen Angelegenheiten oder Problemen in Zusammenhang mit Einreise, Aufenthalt, Niederlassung oder Ausweisung von Ausländern kann Prozesskostenhilfe allen ausländischen Staatsbürgern gewährt werden, die über keine ausreichenden Mittel verfügen. Haben diese ausländischen Staatsbürger aufgrund anderer Rechtsvorschriften Anspruch auf einen Rechtsbeistand, der ihnen vom Präsidenten der Anwaltskammer genannt wird, erhalten sie Prozesskostenhilfe in Höhe der Vergütung des Anwalts, sofern sie nachweisen können, dass sie über keine ausreichenden Mittel verfügen.

Die Frage, ob natürliche Personen, die einen Antrag auf Prozesskostenhilfe stellen, über ausreichende Mittel verfügen, wird anhand des Bruttogesamteinkommens und des Vermögens des Antragstellers und der mit ihm in häuslicher Gemeinschaft lebenden Personen geprüft (Artikel 19 Absatz 1 und Artikel 20 des Gesetzes vom 29. April 1999 (in der geänderten Fassung) über den Anspruch auf ein garantiertes Mindesteinkommen). Dabei werden die in Artikel 5 Absätze 1, 2, 3, 4, und 6 des bereits genannten Gesetzes vom 29. April 1999 (in der geänderten Fassung) festgelegten Höchstbeträge zugrunde gelegt. Die Mittel der zum Haushalt des Antragstellers gehörenden Personen werden jedoch nicht herangezogen, wenn sich in dem Verfahren Ehegatten oder üblicherweise im selben Haushalt lebende Personen gegenüberstehen oder wenn in Anbetracht des Streitgegenstands aufgrund eines Interessenkonflikts die Mittel getrennt erfasst werden sollten.

Ist der Antragsteller ein an einem Gerichtsverfahren beteiligter Minderjähriger, kann ihm Prozesskostenhilfe unabhängig von der wirtschaftlichen Situation seiner Eltern oder der mit ihm in einem Haushalt lebenden Personen gewährt werden, wobei der Staat das Recht hat, von dem Vater oder der Mutter des Minderjährigen, die über ausreichende Mittel verfügen, die Erstattung der für die Prozesskostenhilfe des Minderjährigen verauslagten Kosten zu verlangen.

Prozesskostenhilfe kann auch Personen gewährt werden, die aufgrund des Kriteriums „ausreichende Mittel“ eigentlich keinen Anspruch hätten, wenn die Leistung aber aus ernsten sozialen, familiären oder materiellen Gründen dem Antragsteller trotzdem gewährt werden sollte.

Nach welchen Modalitäten wird Prozesskostenhilfe gewährt?

Die Anwendungsmodalitäten für die Prozesskostenhilfe sind im Einzelnen in einer großherzoglichen Verordnung geregelt.

Prozesskostenhilfe wird bei der außergerichtlichen und gerichtlichen Streitbeilegung, in Verfahren der freiwilligen oder streitigen Gerichtsbarkeit sowie Klägern und Beklagten gewährt.

Sie wird für alle Verfahren vor einem ordentlichen Gericht oder einem Verwaltungsgericht gewährt.

Sie kann während des Verfahrens beantragt werden, für das sie gewährt werden soll und gilt, falls sie gewährt wird, rückwirkend ab dem Tag der Klageeinreichung bzw. jedem anderen, vom Präsidenten der Anwaltskammer zu bestimmenden Datum.

Sie kann ferner für Sicherungsmaßnahmen und -verfahren sowie zur Vollstreckung von gerichtlichen Entscheidungen und sonstigen Vollstreckungstiteln gewährt werden.

Keinen Anspruch auf Prozesskostenhilfe haben die Halter und Fahrer von Kraftfahrzeugen in Streitfällen, die sich aus der Nutzung dieser Kraftfahrzeuge ergeben sowie, abgesehen von begründeten Ausnahmefällen, Handels- und Gewerbetreibende, Handwerker und Selbständige in Streitfällen in Zusammenhang mit ihrer geschäftlichen oder beruflichen Tätigkeit, sowie ganz allgemein Antragsteller in Streitfällen infolge eigener spekulativer Tätigkeiten.

Bei unter die bereits genannte Richtlinie 2003/8/EG des Rates vom 27. Januar 2003 fallenden Streitsachen mit grenzüberschreitendem Bezug kann der Präsident der Anwaltskammer allerdings in den im vorhergehenden Absatz aufgeführten Fällen Prozesskostenhilfe gewähren.

In Strafsachen deckt die Prozesskostenhilfe die Gebühren und die den Verurteilten auferlegten Geldstrafen nicht ab.

In Zivilsachen deckt die Prozesskostenhilfe weder Verfahrensentschädigungen noch Entschädigungen für rechtsmissbräuchliche oder mutwillige Verfahren ab.

Verweigert wird die Prozesskostenhilfe einer Person, deren Klage offensichtlich unzulässig ist, jeder Grundlage entbehrt, rechtsmissbräuchlich ist oder von ihrem Gegenstand her in keinem Verhältnis zu den entstehenden Kosten steht.

Prozesskostenhilfe wird ferner abgelehnt, wenn der Antragsteller aufgrund irgendeines Titels Anspruch auf Erstattung der von der Prozesskostenhilfe abzudeckenden Kosten durch einen Dritten hat.

Der Prozesskostenhilfeempfänger hat Anspruch auf den Beistand eines Anwalts und aller Amtspersonen, deren Tätigwerden aufgrund der Sache, des Verfahrens oder dessen Durchführung erforderlich ist.

Entscheidung über die Gewährung von Prozesskostenhilfe

Über die Gewährung von Prozesskostenhilfe entscheidet der Präsident der Anwaltskammer oder das von ihm zu diesem Zweck benannte Vorstandsmitglied der Anwaltskammer des Gerichtsbezirks, in dem der Antragsteller ansässig ist. Für Anträge von Personen ohne festen Wohnsitz ist der Präsident der Anwaltskammer Luxemburg oder das von ihm hierfür beauftragte Mitglied des Kammervorstands zuständig.

Personen, die nicht über ausreichende Mittel verfügen, wenden sich an den Präsidenten der Anwaltskammer entweder schriftlich oder in seinen Sprechstunden.

Wenn eine von der Polizei verhaftete Person behauptet, Anspruch auf Prozesskostenhilfe zu haben und einen entsprechenden Antrag stellt, übermittelt der Anwalt, der ihm während seiner Haft beisteht, den Antrag an den Präsidenten der Anwaltskammer.

Benennt der Untersuchungsrichter einen Verteidiger für einen Beschuldigten, der behauptet, Anspruch auf Prozesskostenhilfe zu haben und einen entsprechenden Antrag stellt, übermittelt der Untersuchungsrichter den Antrag an den Präsidenten der Anwaltskammer.

Der Präsident der Anwaltskammer prüft, ob der Antragsteller über ausreichende Mittel verfügt; sollte dem nicht so sein, stimmt er der Prozesskostenhilfe zu und bestellt den vom Antragsteller frei gewählten Rechtsanwalt. Hat der Antragsteller keinen Rechtsanwalt gewählt hat oder hält der Präsident der Anwaltskammer den gewählten Rechtsanwalt für nicht geeignet, so bestellt der Präsident der Anwaltskammer einen Rechtsbeistand. Der Rechtsbeistand kann seine Bestellung nur bei Vorliegen besonderer Hinderungsgründe oder im Falle eines Interessenkonflikts ablehnen.

In dringenden Fällen kann der Präsident der Anwaltskammer ohne weitere Förmlichkeiten für die von ihm bestimmten Handlungen eine vorläufige Prozesskostenhilfe gewähren.

Antrag eines Minderjährigen auf Prozesskostenhilfe

Gibt der Präsident der Anwaltskammer dem Antrag auf Prozesskostenhilfe eines Minderjährigen statt, essen Eltern über Mittel in einem Umfang verfügen, dass der Minderjährige nicht mehr in die Kategorie der Personen gehört, die nicht über ausreichende Mittel verfügen, wird den Eltern der Bescheid über die Gewährung von Prozesskostenhilfe an den Minderjährigen mit dem Hinweis zugestellt, dass der Staat berechtigt ist, von den gesamtschuldnerisch haftenden Eltern die Erstattung der vom Staat für die Prozesskostenhilfe für den Minderjährigen verauslagten Beträge zu verlangen.

Innerhalb von zehn Tagen nach der Zustellung der Entscheidung des Präsidenten der Anwaltskammer kann jeder Elternteil vor dem Disziplinar- und Verwaltungsrat, der in letzter Instanz entscheidet, Berufung einlegen. Der Disziplinar- und Verwaltungsrat trifft binnen 40 Tagen nach Einreichung der Berufung eine Entscheidung.

Der Präsident der Anwaltskammer übermittelt dem Justizminister eine Abschrift der abschließenden Entscheidung über die Gewährung der Prozesskostenhilfe an den Minderjährigen.

Die vom Justizminister beauftragte Registrierungs- und Domänenverwaltung ist für die Rückforderung der vom Staat für die Prozesskostenhilfe für den Minderjährigen verauslagten Beträge von den Eltern zuständig, die über ausreichende Mittel verfügen.

Voraussetzungen für den Entzug der Prozesskostenhilfe

Der Präsident der Anwaltskammer kann dem Antragsteller die Prozesskostenhilfe entziehen bzw. sogar nach Beendigung des Verfahrens oder der Maßnahmen, für die sie gewährt wurde, widerrufen, sofern festgestellt wird, dass sie auf Grundlage falscher Erklärungen oder Belege gewährt wurde. Ebenfalls entzogen werden kann die Prozesskostenhilfe, wenn der Antragsteller während des Verfahrens, während der Vollstreckung der Maßnahmen oder als Ergebnis dieser Maßnahmen Einkünfte in einer Höhe erzielt, die bei Beantragung der Prozesskostenhilfe zu einer Ablehnung des Antrags geführt hätten. Empfänger von Prozesskostenhilfe oder Pflichtverteidiger haben jede Änderung ihrer finanziellen Situation dem Präsidenten der Anwaltskammer bekanntzugeben.

Mit dem Entzug können vom Empfänger sofort alle Kosten, Gebühren, Honorare, Entschädigungen, Abgaben, Vergütungen, Hinterlegungen und Vorschüsse zurückgefordert werden, die er bereits erhalten hat.

Die Entscheidung des Präsidenten der Anwaltskammer über den Entzug der Prozesskostenhilfe wird unverzüglich an das Justizministerium weitergeleitet. Die Registrierungs- und Domänenverwaltung ist für die Rückforderung der im Rahmen der Prozesskostenhilfe bereits gezahlten Beträge zuständig.

Berufung gegen den Entzug der Prozesskostenhilfe

Der Antragsteller kann gegen den Bescheid des Präsidenten der Anwaltskammer über Ablehnung bzw. Entzug der Prozesskostenhilfe Berufung beim Disziplinar- und Verwaltungsrat einlegen. Die Berufung muss beim Vorsitzenden des Disziplinar- und Verwaltungsrats innerhalb von zehn Tagen nach Zustellung des Ablehnungs- bzw. Entzugsbescheids per Einschreiben eingelegt werden. Der Disziplinar- und Verwaltungsrat oder eines seiner zu diesem Zweck beauftragten Mitglieder hört den Antragsteller an.

Gegen die Entscheidung des Disziplinar- und Verwaltungsrats kann beim Oberdisziplinar- und Verwaltungsrat Berufung eingelegt werden. Anders als oben beträgt die Frist für die Einlegung der Berufung hier 15 Tage.

Notare und Gerichtsvollzieher werden vom Amts wegen von dem mit der Sache befassten Gericht zum Beistand für Empfänger von Prozesskostenhilfe bestellt. Ist kein Gericht befasst, werden die Notare von Amts wegen vom Präsidenten der Notarskammer und die Gerichtsvollzieher von Amts wegen vom Präsidenten der Gerichtsvollzieherkammer bestellt.

In einer großherzoglichen Verordnung sind folgende Aspekte geregelt: die Modalitäten, nach denen Prozesskostenhilfe gewährt wird, die von der Prozesskostenhilfe abgedeckten Kosten, die Bedingungen und Modalitäten der Rückforderung der im Rahmen der Prozesskostenhilfe gezahlten Beträge durch den Staat sowie die Modalitäten, nach denen der Rechtsanwalt, der als Beistand für Personen fungiert, die über keine ausreichenden Mittel verfügen, aus staatlichen Mitteln vergütet wird, und dies unbeschadet seines eventuellen Anspruchs auf ein Honorar in Fällen, in denen sich die wirtschaftliche Situation dieser Personen entweder als Ergebnis des Verfahrens oder aus anderen Gründen gebessert haben sollte.

Alle Behörden sind gehalten, sowohl bei der Ausstellung der für einen Antrag auf Prozesskostenhilfe erforderlichen Dokumente als auch bei deren Überprüfung behilflich zu sein, ohne sich auf das Berufs- oder Amtsgeheimnis berufen zu können.

In Strafsachen geltende Einkommensschwelle (Opfer)

Die Frage, ob natürliche Personen, die einen Antrag auf Prozesskostenhilfe stellen, über ausreichende Mittel verfügen, wird anhand des Bruttogesamteinkommens und des Vermögens des Antragstellers und der mit ihm in häuslicher Gemeinschaft lebenden Personen geprüft (Artikel 19 Absatz 1 und Artikel 20 des Gesetzes vom 29. April 1999 in der geänderten Fassung über den Anspruch auf ein garantiertes Mindesteinkommen). Dabei werden die in Artikel 5 Absätze 1, 2, 3, 4, und 6 des bereits genannten Gesetzes vom 29. April 1999 (in der geänderten Fassung) festgelegten Höchstbeträge zugrunde gelegt. Die Mittel der zum Haushalt des Antragstellers gehörenden Personen werden jedoch nicht herangezogen, wenn sich in dem Verfahren Ehegatten oder üblicherweise im selben Haushalt lebende Personen gegenüberstehen oder wenn in Anbetracht des Streitgegenstands aufgrund eines Interessenkonflikts die Mittel getrennt erfasst werden sollten.

Gibt es sonstige Voraussetzungen für die Gewährung der Prozesskostenhilfe an Opfer?

Nein, es gibt keine sonstigen Voraussetzungen für die Gewährung der Prozesskostenhilfe (Opfer).

Gibt es sonstige Voraussetzungen für die Gewährung der Prozesskostenhilfe an Beklagte?

Nein, es gibt keine sonstigen Voraussetzungen für die Gewährung der Prozesskostenhilfe (Beklagte).

Gibt es kostenlose Gerichtsverfahren?

Nein, es gibt keine weiteren kostenlosen Gerichtsverfahren.

Wann muss die unterlegene Partei die Kosten der obsiegenden Partei übernehmen?

Im Zivilrecht

Die unterliegende Partei wird grundsätzlich zur Tragung der Kosten verurteilt; es steht aber im Ermessen des Gerichts, die Verfahrenskosten ganz oder teilweise durch eine entsprechend begründete besondere Entscheidung einer anderen Partei aufzubürden.

Wenn es nicht angemessen scheint, dass eine Partei die zusätzlich zu den Verfahrenskosten angefallenen Kosten tragen soll, kann der Richter die Gegenpartei dazu verurteilen, der anderen Partei einen von ihm festgesetzten Betrag zu zahlen.

Die Kostenfestsetzung ist in der Neuen Zivilprozessordnung und der großherzoglichen Verordnung vom 21. März 1974 über die Gebühren und Honoraransprüche für Prozessbevollmächtigte und Anwälte geregelt.

Im Strafrecht

Mit der Urteilsverkündung werden die Beschuldigten und die zivilrechtlich für das Vergehen haftenden Personen oder die Zivilpartei auch zur Kostenübernahme gegenüber dem öffentlichen Anklagevertreter verurteilt. Unterliegt dagegen die Zivilpartei, muss sie persönlich für sämtliche Verfahrenskosten aufkommen, wenn die Initiative zur öffentlichen Klageerhebung von ihr ausgegangen ist. Hat sie sich als Nebenkläger der Klageerhebung des Staatsanwalts angeschlossen, so trägt sie nur die Kosten, die durch eigene Handlungen entstanden sind.

Wenn es nicht angemessen scheint, dass eine Partei die zusätzlich zu den Verfahrenskosten angefallenen Kosten tragen soll, kann das Gericht die Gegenpartei dazu verurteilen, der anderen Partei einen von ihm festgesetzten Betrag zu zahlen.

Die Kostenfestsetzung ist in der Strafprozessordnung und der großherzoglichen Verordnung vom 21. März 1974 über die Gebühren und Honoraransprüche für Prozessbevollmächtigte und Anwälte geregelt.

Vergütung von Sachverständigen

Jede Partei hat die Vergütung für ihre eigenen Sachverständigen zu zahlen.

Vergütung von Übersetzern und Dolmetschern

Jede Partei hat die Vergütung für ihre eigenen Übersetzer und Dolmetscher zu zahlen.

Links zum Thema

Länderbericht Luxemburg in der Studie zur KostentransparenzPDF(551 Kb)en

Letzte Aktualisierung: 19/02/2014

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Hinweis: Die ursprüngliche Sprachfassung dieser Seite Ungarisch wurde unlängst geändert. Die Sprachfassung, die Sie ausgewählt haben, wird gerade von unserer Übersetzungsabteilung erstellt.

Verfahrenskosten - Ungarn

Dieser Abschnitt bietet Ihnen allgemeine Informationen über die Verfahrenskosten in Ungarn. Detailliertere Angaben entnehmen Sie bitte nachstehenden Fallstudien:

Link öffnet neues FensterFamilienrecht - Scheidungsverfahren (Családjog - válás)

Link öffnet neues FensterFamilienrecht - Sorgerechtsverfahren (Családjog - szülői felügyeleti jog)

Link öffnet neues FensterFamilienrecht - Unterhalt (Családjog - tartásdíj)

Link öffnet neues FensterHandelsrecht – Vertragsstreitigkeiten (Kereskedelmi jog - szerződés)

Link öffnet neues FensterHandelsrecht - Haftung (Kereskedelmi jog - felelősség)

Gebührenordnung für Rechtsberufe

  • Gerichtsvollzieher

Die Höhe der Gerichtsvollziehergebühr hängt vom Zweck des Vollstreckungstitels (végrehajtható okirat) ab (soll eine Schuld beigetrieben oder eine spezifische Maßnahme vollstreckt werden). Geht es um die Beitreibung einer Schuld (pénzkövetelés behajtása), richtet sich die Gerichtsvollziehergebühr nach dem beizutreibenden Betrag. Je höher der Betrag ist, desto höher fällt auch die Gebühr für den Gerichtsvollzieher aus. Geht es um den Vollzug einer spezifischen Maßnahme (meghatározott cselekmény végrehajtása), richtet sich die Gebühr nach dem zeitlichen Aufwand.

  • Rechtsanwälte (ügyvéd)

Der ungarische Begriff „ügyvéd” ist ein Sammelbegriff für Rechtsanwälte, Justiziare, Juristen und Prozessanwälte. Üblicherweise wird das Anwaltshonorar zwischen Mandant und Anwalt ausgehandelt. Kann keine Einigung erzielt werden, legt das Gericht die Gebühr nach den gesetzlichen Vorgaben fest (5 % des Streitwerts, mindestens aber 10 000 HUF). Die Parteien können den Richter auch um Anwendung der im Gesetz vorgesehenen Gebühr bitten, wenn sie möchten, dass die Einigung nicht publik wird.

Kosten

Kosten in Zivilverfahren

Kosten für Verfahrensbeteiligte in Zivilverfahren

Die Kosten (illeték) für Verfahren im ersten Rechtszug belaufen sich auf 6 % des Streitwerts (mindestens 10 000 HUF und höchstens 900 000 HUF). In Fällen, in denen eine Ermittlung des Streitswerts nicht möglich ist, sieht das Gesetz vor, dass 6 % eines fiktiven Betrags zu entrichten sind.

Die Gerichtskosten sind gesetzlich festgelegt; dies gilt auch für folgende Fälle:

  • Scheidungsverfahren (házassági bontóper): 12 000 HUF
  • arbeitsrechtliche Verfahren (munkaügyi per): 7 000 HUF
  • verwaltungsrechtliche Verfahren mit Ausnahme von Wettbewerbs- und Steuersachen (közigazgatási határozat bírósági felülvizsgálata iránti eljárás): 20 000 HUF
  • außergerichtliche verwaltungsrechtliche Verfahren (közigazgatási nemperes eljárás): 7 500 HUF
  • Kosten für die Erwirkung eines Urteils (általános meghatalmazás): 18 000 HUF
  • Insolvenzverfahren: Liquidation 50 000 HUF; Konkurs 30 000 HUF
  • im Falle wirtschaftlicher Vereinigungen, die nicht den Status einer juristischen Person haben, (jogi személyiséggel nem rendelkező gazdálkodó szervezet): Liquidation 25 000 HUF; Konkurs 20 000 HUF
  • Schiedsgerichtsverfahren: 1 % des Streitwerts (mindestens 5 000 HUF und höchstens 250 000 HUF. Ist Ermittlung des Streitwerts unmöglich, beträgt die Gebühr 10 000 HUF.
  • Mahnverfahren (fizetési meghagyás): 3 % des Gegenstandwerts (mindestens 5 000 HUF, höchstens 300 00